Wofür ist die Zeit reif?? Für Unruhen ? Für Tote? Zynisch, so einen Satz zu schreiben, wenn es um Menschenleben geht und man offensichtlich seit Jahrzehnten die Diplomatie nicht (ausreichend) genutzt hat und die Tibeter sich mehr oder weniger allein überlassen hat. Und dann noch solch ein Smiley hinzuzusetzen!
Es ist dein Thread. Du hast ihn eröffnet, also gehe ich doch mal davon aus, dass du mehr als das zu schreiben hast - und mal ein paar Überlegungen anstellst.
Die Geschichte Chinas und Tibets ist sehr abwechslungsreich. Tibet gehörte immer mal wieder zu China, oder zu den Mongolen, oder auch nur zu sich selbst.Tibet ist ein ebenso "altes" Land wie China.
Innerpolitisch ging es in Tibet streckenweise auch recht ruppig zu. Tibeter sind keine Heilige, das scheint man immer wieder zu vergessen. In den über 50 Jahren Besetzung durch die Chinesen ist eine neue Generation Tibeter herangewachsen - und eine neue Generation Chinesen.
Wie viele Chinesen werden wohl mit ihrer Regierung und ihrer Machenschaften einverstanden sein? Nur mal so ein Gedanke.
Als die Chinesen 1950 in Tibet einmarschiert ist hat der Dalai Lama viele Länder um Hilfe gebeten - nur Niemand wollte helfen. China war auch damals schon ein Land mit dem man sich lieber nicht anlegt.
Die Weltöffentlichkeit bekam davon nicht wirklich was mit. Man darf nicht vergessen, dass es damals z.B. kein Internet gab. Noch nichtmal Fernsehen. Es gab das Radio und das wars auch schon. Außerdem war man nach dem 2. Weltkrieg mit sich selbst beschäftigt.
Die Zeiten haben sich seit damals verändert. Der Dalai Lama hat sich, seine Religion und das Schicksal der Tibeter in die Welt getragen.
Im Laufe der Zeit wurde der Buddhismus allgemein und auch der tibetische Buddhismus für "Westler" immer interessanter - auch wegen dem Dalai Lama, der -meine Meinung - absolut authentisch ist.
Die Weltöffentlichkeit nimmt heute in ganz anderer Weise an dem Schicksal Tibets teil. Wir können "unmittelbar" Zeugen werden, eben durch die Medien. Ein völliges Abschotten gibt es meiner Meinung nach nicht und deshalb wird es sowieso ans Tageslicht kommen was sich momentan in Tibet abspielt.
China versucht zwar Alles das zu verhindern, aber es wird nicht gelingen. Auch der Druck der Weltöffentlichkeit wächst. Außerdem ist China mit eingebunden in die Weltwirtschaft. So wie viele westliche Staaten Handel mit China betreiben wollen, genauso ist China auf Handel mit anderen Ländern angewiesen. Die Welt ist viel "kleiner" geworden.
Ich denke, dass man China dadurch schon in die Zange nehmen kann. Außerdem steht Olympia vor der Türe und was gibts für einen Asiaten schlimmeres als ein Gesichtsverlust.
Es ist gut vorstellbar, dass gerade jetzt der beste Nährboden für Diplomatie ist. Den Chinesen ist es schon wichtig WIE sie in der Weltöffentlichkeit dastehen - auch wenns dabei nur ums Geld geht. Außerdem hat der Dalai Lama mit seinem Aufruf nach friedlichem Verhalten und der Ankündigung seines Rücktritts als weltliches Oberhaupt Tibets, den Chinesen viel Wind aus den Segeln genommen.
Ich glaube, dass sie sich langsam aber sicher was sagen lassen müssen. Zu grobe Fehler könnte ihnen wirtschaftlich und im Ansehen -auch wenn es nur eingebildet ist- viel schaden. Auch kann ich mir vorstellen, dass es in China selbst unruhig wird, wenn ......Ob sie sich einen zweiten Himmlichen Frieden leisten können?
Wir schreiben das Jahr 2008 und nicht mehr 1950-59.