Eine Frage, Sori:
Wenn Lena jetzt nicht mit ihrem Glauben argumentieren würde, wärst du dann immer noch so diplomatisch?
Dr. House,
ich kenne (leider) einige Menschen aus meinem Bekanntenkreis, die unabhängig von ihrem Glauben äußerst negativ gegen Homosexuelle eingestellt sind. "das ist widernatürlich", "das ist ekelhaft" "wenn mein Sohn schwul wäre, wäre er nicht mehr mein Sohn" "das ist pervers",...
Alles Argumente ohne Gott.
Ich teile diese Meinung nicht und versuche natürlich in Gesprächen zu vermitteln, dass es nicht so ist. Aber natürlich versuche ich das mit Diplomatie. Ich komme nicht weiter, wenn ich zu meinem Gegenüber sage "Du bist ein Idiot". Ist es nicht cleverer, erstmal zu hinterfragen, woher diese Ansicht kommt.
Und im Übrigen kann ich ihm diese Ansicht auch nicht nehmen. Wenn er denkt, es ist pervers, was soll ich da argumentieren?
Also bin ich tolerant.
Und diese Toleranz endet eben erst da, wo das Handeln anfängt. So lang diese Person das nur denkt, ist es okay. Sobald sie aber anfängt, meine homosexuellen Freunde auszugrenzen, Schwule zu beschimpfen, oder ähnliches, kann ich ziemlich pissig werden. Je nachdem, wie ich zu der Person stehe, kann die Beziehung dann auch beendet sein.
So ein Verhalten ist aber erstaunlicherweise sehr selten so. Die meisten halten sich nämlich einfach zurück, gehen vielleicht auf Distanz, aber mehr eben auch nicht... Die schaffen es sogar, nach anfänglichen Schwierigkeiten, ihren Sohn zu akzeptieren, auch wenn es ihnen verdammt schwer fällt.
Weil nämlich ein Unterschied zwischen dem Denken und dem Handeln ist.
Und eben auch nochmal ein Unterschied zwischen der Gruppe und dem Individuum.