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Vorurteilsfrei leben

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 33385
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G

Gelöscht 33385

Gast
Hallo zusammen,

ich erhoffe mir hier euren Rat und weiß eure Meinung auch anderen Forenbeiträgen immer sehr zu schätzen.

Ich bin 37 und wohne, wie viele es gerne bezeichnen, in einem Brennpunkt von NRW.
Die Armut hier ist hoch und die Straßen marode.
Es ist nicht schön hier - Was man hier auch sieht, ist kaputt oder heruntergekommen.
Gepflegt wurde seitens der Stadt schon lange nichts mehr - Es fehlt wahrscheinlich wie überall Geld in den Kassen.
Existenzlosigkeit, Kriminalität und Drogenabhängigkeit ist hier ebenfalls ein Thema wenn ich mir unsere Tageszeitung ansehe.

Das noch größere Problem ist:

Viele Menschen in meinem Umfeld schieben dies auf die Migration.
Sie sagen, dass vor Allem islamische Menschen Schuld daran sind, dass man sich hier nicht mehr sicher fühlt und es seit 2015 rapide beragab geht seitdem die "Massen reingekommen" sind.

Ich will gar nicht näher darauf eingehen, was teilweise in welchem Wortlaut gesagt wird ABER: Ich merke, dass es mich triggert und extrem mitnimmt.
Und dass meine Ängste (und ich bin eh ein ängstlicher Mensch!) dadurch steigen indem ich die ganze Zeit nur Negatives aus den Nachrichten und den Erzählungen meiner Mitmenschen höre.

Es triggert mich so sehr, dass ich jetzt selbst schon Angst vor Szenarien habe, über die ich mir gar keine Gedanken machen wollte oder bisher gemacht habe.
Abends alleine nach Hause gehen, an Gruppen von Männern vorbeilaufen, ins Kino gehen (daneben ist eine Moschee).

Ich will vorurteilsfrei sein denn wir sind meiner Meinung nach alle Menschen.

Aber wenn ich höre, dass...
... die Sharia herrschen wird
... die Islamisten Deutschland beherrschen
... wir Deutsche bald nichts mehr zu sagen haben und besser auswandern sollen

wird mir schlecht.
Einerseits, weil ich so nicht über Menschen denken WILL und Zweitens, weil ich Angst habe, dass es doch passiert.

Selbst in den sozialen Medien wird ständig darüber diskutiert und ich lese oft Kommentare wie "Wir sind ausgewandert, denn in Deutschland wird bald das Licht ausgehen!"
"Man MUSS auswandern, sonst wird man hier bald vollverschleiert rumlaufen".
"Berlin ist verloren so wie NRW..."

Und noch viel Schlimmeres.

Und ich bin leider jemand, der sich dann Sorgen macht und Angst hat.
Und gleichzeitig wütend wird, weil er so nicht über Menschen urteilen will.

Ich will das Leben genießen, völlig egal, wie die Menschen in meiner Umgebung leben, welchen Glauben sie haben oder welche Hautfarbe.
Ich will völlig vorurteilsfrei leben und den Menschen erst einmal kennenlernen.

Deshalb meine Frage an euch: Wie entgehe ich diesem Negativismus?
Wie schaffe ich es, angstfrei und in Frieden mit meinen Menschen zu leben, ohne dass ich sie kritisch beäuge oder mir die Meinungen Anderer annehme?

Deutschland ist einfach so pessimistisch dass ich das Gefühl habe, dass es mich total ansteckt und mich mit runterzieht.
 
Ich bin 37, im November werde ich 38, Ende 2025 war ich ebenfalls 37 also ist das doch Ende 30.

Und ja, ich habe eine Eigentumswohnung in grüner und ruhiger Umgebung gekauft.
Das ist eine Siedlung.

Das ändert ja nichts am gesamten Stadtbild.
 
Nein. :-(

Ich wollte keine gesellschaftliche Grundsatzdiskussion auslösen sondern nur wissen, wie man mit den Ängsten umgeht, die Andere in mir mit ihren Vorurteilen (eben auch über das Stadtbild) auslösen.
 
Nein. :-(

Ich wollte keine gesellschaftliche Grundsatzdiskussion auslösen sondern nur wissen, wie man mit den Ängsten umgeht, die Andere in mir mit ihren Vorurteilen (eben auch über das Stadtbild) auslösen.
Diese Medien oder Menschen aus deinem Leben verbannen und sich engagieren.
Möglicherweise hilft auch ein Gespräch mit der Polizei, wie hoch die Kriminalitätsrate in dem Bezirk ist. Du weißt, dass es Vorurteile sind, das ist doch schon die halbe Miete.

Ist schon mal bei dir eingebrochen worden?

Hat dein Mann auch Angst?
 
Diese Medien oder Menschen aus deinem Leben verbannen und sich engagieren.
Möglicherweise hilft auch ein Gespräch mit der Polizei, wie hoch die Kriminalitätsrate in dem Bezirk ist. Du weißt, dass es Vorurteile sind, das ist doch schon die halbe Miete.

Ist schon mal bei dir eingebrochen worden?

Hat dein Mann auch Angst?
Hallo,

Stimmt! Das rate ich dir auch! Pfeif doch auf diese (...) in deinem Bekanntenkreis und mache dir ein eigenes Bild. Umgib dich mit Flüchtlingen, gehe dort hin wo sie sich aufhalten. Zum Beispiel tagsüber im und vor dem Einkaufszentrum. Oder abends in den Parkanlagen. Dann kannst du mal selber sehen, wie deren Lebensstil aussieht.

LG,
SFX
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke, ich habe auch schon mal überlegt, welche Medien ich konsumieren kann, die neutral berichten und die mich nicht triggern, ich aber trotzdem ein bisschen vom Weltgeschehen mitbekomme.

Mein Mann hat überhaupt keine Angst und versucht sie mir auch zu nehmen, wenn ich wieder meinen Angsthasen-Tag habe...

Er sagt ebenfalls, ich solle nicht so viel auf die Meinung Anderer geben und mir ein eigenes Bild machen.
Dass ich mit Menschen ins Gespräch kommen soll, meinen Horizont erweitern und z. B. mal syrisch mit ihm essen gehen soll etc.
Einfach, um mal über den Tellerrand zu schauen, andere Lebensstile kennenlernen, andere Sitten und Gebräuche.
Er ist damals selbst als Flüchtling nach Deutschland gekommen.

Ich habe dann auch Tage, an denen es gut läuft, ich quasi lächelnd durch die Welt laufe und es mir richtig gut geht und ich nichts Negatives konsumiere und darüber grübel.

Dann gibt es Tage wie heute, bei denen ich bei Insta lese, wie viele Menschen Deutschland gerade aus Angst vor Islamismus verlassen (so steht es O-Ton in den Kommentaren) und dann bekomme ich selbst Angst und denke: Muss ich jetzt auch wegziehen? Werde ich hier weiterhin in Frieden leben? Haben die Menschen alle negative Erfahrungen gemacht oder sind sie Mitläufer die der Angst und den Meinungen nachgegeben haben?

Und ich kenne halt einige Arbeitskollegen und auch Bekannte, die immer, wenn man sich trifft, über Politik reden und sagen, dass die Muslime Europa einnehmen wollen.

Ich kann nicht mal erklären, warum das überhaupt Angst in mir auslöst selbst wenn es so wäre!

Bei uns wurde noch nie eingebrochen, allerdings in der Erdgeschosswohnung unter uns.
 

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