Hallo Community,
ich brauche bitte euren Rat und einen ungeschönten Blick von außen auf meine Beziehung.
Wir sind seit mehreren Jahren zusammen und wohnen gemeinsam in einer Immobilie, die mir gehört und die ich damals gekauft habe, als ich mir sicher war, die Richtige gefunden zu haben.
Lange Zeit war alles großartig: Wir haben uns blind verstanden und hatten so gut wie nie Streit. Wenn es mal Reibereien gab, lag es an meiner damaligen Eifersucht: Einmal ging es um einen Typen, der sie anstarrte, ein anderes Mal um einen Arbeitskollegen, von dem sie mir gegenüber sehr geschwärmt hat. Beide Male habe ich das ruhig angesprochen, sie nahm Rücksicht, und danach fühlte sich alles wieder stabil an.
Vor einiger Zeit gab es in meinem Leben dann einen schweren Schicksalsschlag: Ein sehr naher Familienangehöriger starb quasi in meinen Armen. Daraufhin entwickelte ich schwere Panikattacken und Ängste. Meine Freundin war in dieser Phase mein Fels: Sie unterstützte mich, half mir, eine Therapie zu beginnen, und begleitete mich zu Terminen. Fast zeitgleich mussten wir innerhalb kurzer Zeit mehrere geliebte Haustiere gehen lassen. Es war eine extrem belastende Zeit für uns beide.
Die eigentlichen Probleme fingen an, als sie nach vielen Jahren bei ihrem alten Arbeitgeber den Job wechselte.
Zunächst lief alles bestens, doch bald rückte ein bestimmter Kollege in den Fokus. Am Anfang fand sie ihn angeblich nervig, doch das kippte rasant: Plötzlich erzählte sie mir ständig, wie lustig er sei, wie ähnlich er mir sei und dass er denselben Kleidungsstil habe. Als ich ihr sagte, dass mir das unangenehm ist, wiegelte sie ab: Sie liebe nur mich und wolle doch keine Kopie von mir.
Doch es ging immer weiter. Nach gemeinsamen Schichten stand sie regelmäßig noch fast eine Stunde mit ihm zusammen, während ich mit dem gekochten Essen zu Hause saß. Versuche, das anzusprechen, wurden abgebügelt: Das sei eben so, wenn man arbeitet, ich solle halt alleine essen. Tat ich das beim nächsten Mal, war es auch wieder falsch.
Irgendwann hörte ich sie morgens in einem Selbstgespräch sagen, dass sie sich in diesen Kollegen verliebt habe. Für mich brach eine Welt zusammen. Als ich sie darauf ansprach, meinte sie, das sei nur ihre Art gewesen, mit dem „Druck“ umzugehen, den ich ihr machen würde. Seitdem war mein Vertrauen zutiefst erschüttert.
Von da an ging das Gaslighting richtig los: Ich hörte Dinge, die sie sagte, und kurz darauf leugnete sie vehement, das je gesagt zu haben. Weil ich durch meine Vorgeschichte verunsichert war, zweifelte ich an meinem eigenen Verstand.
Gleichzeitig veränderte sie sich komplett:
- Sie legte plötzlich massiv Wert auf aufwendiges Styling, Make-up und Nägel.
- Sie verbrachte teils ewig im Bad oder am Handy, wirkte euphorisch, stritt aber ab, dass irgendetwas anders sei.
- Sie meinte beiläufig zu mir, ich sei doch charmant und würde im Falle einer Trennung schnell eine Neue finden.
- An meinem Geburtstag blieb sie bis mittags distanziert im Bett liegen, ignorierte mich fast und tat danach so, als wüsste sie gar nicht, was los sei.
- Unser Sexleben änderte sich schlagartig: Erst übernahm sie plötzlich mit völlig neuer Lust die Führung – später hieß es dann abwertend, sie schlafe nur mit mir, um ihre Ruhe zu haben. Sie behauptete plötzlich, eigentlich asexuell zu sein. Seltsamerweise verlor sie genau in dem Zeitraum wieder jegliche Lust, als dieser Arbeitskollege eine feste Freundin bekam.
- Sie wusste privateste Details über den Kollegen, seine Hobbys und wo er wohnt. (So wie sie sagt wegen Fahrgemeinschaft mit einer anderen Kollegin)
- Und von unerklärlichen blauen Flecken an Oberschenkeln und Brust, die aussahen wie Fingerabdrücke, will ich gar nicht erst anfangen – Antworten darauf waren immer nur Ausflüchte oder Schulterzucken.
Ich suchte die Schuld immer bei mir. Ich machte monatelang den Haushalt komplett alleine, um sie zu entlasten und wieder der Mann zu sein, den sie wollte. Doch je mehr ich tat, desto respektloser und kälter wurde sie. Nichts war mehr richtig.
Eine Paarberatung scheiterte daran, dass ich mir die Seele aus dem Leib redete und sie sich nur hinsetzte und trocken sagte: „Ich habe keine Probleme.“
Vor einigen Monaten zog ich nach endlosen Demütigungen die Reißleine und trennte mich. Sie beleidigte mich wüst, meinte, ohne mich gehe es ihr besser. Doch schon am nächsten Tag stand sie weinend vor mir, entschuldigte sich und versprach, um mich zu kämpfen.
Nach ein paar Wochen ließ ich mich wieder darauf ein – und die Hölle ging von vorne los.
Seitdem: Wieder Provokationen, wieder Abwertungen („Du kannst nicht richtig argumentieren“), ständiges Verdrehen der Tatsachen. An einem Tag ist sie zuckersüß, am nächsten bricht grundlos ein Streit aus. Wenn ich versuche, mich zu wehren, heißt es: „Jetzt ist Schluss, weil du wieder Theater machst.“ Sie beendet das Gespräch, dreht den Spieß um und am Ende bin ausnahmslos ich der Sündenbock.
Ich fühle mich emotional völlig zermürbt. Einerseits komme ich mir wie der Böse vor, andererseits frage ich mich, warum ich mich in meinem eigenen Haus so behandeln lasse.
Wie seht ihr die Situation? Was soll ich tun?