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Als Raucher haben es die Menschen nicht leicht ....

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Ich finde das immer schwierig, es gibt keine Sicht, die allen gerecht werden könnte. Wer legt die Verhältnismäßigkeit fest?

Bei vorhandenen Atemwegsproblemen und mit Schwellung der Schleimhäuten reagierend gälte sicher etwas anderes als bei reiner Geruchsbelästigung.
Und doch wäre das wieder ein Einzelfall; kann das ein Maßstab sein? Oder doch nicht? Jeder kann es von seinem Standpunkt aus betrachten und mehr oder weniger freundlich darauf pochen.
Auch wenn @juka es richtig beschrieben hat und es per se keine "Sonderrechte" für empfindliche Menschen gibt, gebe ich dir dennoch Recht, dass es schwierig ist.

Egal ob der Nachbar laut Musik hört, grillt oder eben raucht - fast immer ist es schwierig eine Einigung zu erreichen wenn der Nachbar nicht will. Kommunale Ordnungsdienste und Polizei "freuen" sich ständig gerufen zu werden und Gerichte haben eigentlich wichtigeres zu tun.

Ich denke, es ist eine kulturelle Frage. 1960 wärest du ausgelacht worden wenn du dich über Rauchen beschwerst. Wir sind heute zum Glück so weit, dass es ernst genommen wird. Ich lese manchmal über Japan wie extrem dort auf Nachbarn Rücksicht genommen wird und frage mich dann ob wir das nicht auch könnten. Nicht erst durch Polizei sondern durch ein Selbstverständnis, dass man Andere nicht stören soll.
 
Du triffst den Nagel auf den Kopf. Während Du versuchst, aufeinander zuzugehen, reißen andere die Gräben auf.
Wobei ich es so wahrgenommen hatte, dass die uneinsichtigen Raucher, die partout keine Rücksicht nehmen wollten und unbedingt genau JETZT rauchen wollten, obwohl die Leute am Nebentisch gerade mit dem Essen begonnen hatten, ebenfalls nicht gerade integrativ und verbindend agiert hatten.

Eine Gesellschaft, in der Rücksichtnahme und gegenseitiges Miteinander als wichtig erachtet wird, hätten vielleicht die große Mehrheit der Raucher dann ein Einsehen gehabt und versucht, sich in die nichtrauchenden Gäste reinzuversetzen.
 
Ich habe 20 Jahre lang geraucht und bin seit 6 Jahren clean. Ich kann jeden Menschen verstehen, der sich davon gestört fühlt. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass Raucher es oft unterschätzen wie weitläufig sich der Gestank verteilt und wie beißend er ist. Damals im Büro (vor 2005) waren wir fast alle Raucher und hatten Aschenbecher am Tisch stehen. Wenn man mich aber heute fragt, ob es dann nicht fürchterlich vernebelt und zugeräuchert gewesen sein musste, antworte ich, dass es mir persönlich so überhaupt nicht vorkam... doch es musste definitiv so gewesen sein.
 
es war so! Und nach jedem Sporttraining habe ich beim zweiten Gang zum Handtuch das rausgeschwitzte Nikotin vom ersten Gang zum Handtuch gerochen.
ABER: ich hoffe für mich, dass ich niemals einer der Nichtraucher werde, die die Raucher querbeet verurteilen und nur auf eigene Rechte pochen. Das war für mich als Raucher schwer zu verkraften wenn jemand nur sich selber sah und dass darf für mich (jetzt als Nichtraucher) nicht plötzlich nicht mehr relevant sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Aus Erfahrung kann ich sagen, dass Raucher es oft unterschätzen wie weitläufig sich der Gestank verteilt und wie beißend er ist.
Mir haben etliche Ex-Raucher erzählt, dass sie früher (als sie noch rauchten) überhaupt nicht wussten und kein Gespür dafür hatten, wie stark der Zigarettenrauch stinkt und in den Augen und Schleimhäuten beißt. Wahrscheinlich denken deswegen so viele Raucher "Ach, die sollen sich nicht so anstellen".
 
In meiner Kindheit war Rauchen noch sehr normal. Ich habe furchtbare Erinnerungen an Familienfeiern, wo ich als Kind über Stunden mit tränenden Augen und dröhnenden Kopfschmerzen in vollgequalmten Stuben zwischen meiner rauchenden Verwandtschaft rumhängen musste, und keinen hats interessiert. Ich bin sehr froh, dass die Anzahl an Rauchern immer weiter zurückgeht und heutzutage mehr Rücksicht gefordert wird.

Das mit der Raucherei auf dem Balkon kann ich auch gut nachvollziehen, denn das "Recht" auf Rauchen sollte meiner Meinung nach immer automatisch aufhören, sobald andere damit massiv belästigt werden. An meinem Haus gibt es nicht mal Balkone, aber seit ca. einem halben Jahr lebt hier jemand, der jeden verdammten Tag am offenen Fenster Gras raucht, und am Wochenende gern auch mehrfach pro Tag. Jeden Tag hab ich nun über Stunden diesen ekelhaften süßlichen Gestank in der Wohnung und schwere Luft, die sich gefühlt kaum atmen lässt. Einmal in der Wohnung, dauert es ewig, bis das wieder weg ist.

Warum wiegt das "Recht" auf Drogenkonsum schwerer als das Recht anderer Menschen, einfach normal und ungestört in ihrer Wohnung (oder sonstwo) existieren zu dürfen und dabei frische Luft zu atmen? Ich verstehe nicht, wie so was erlaubt sein kann. Wäre die Raucherei in unserer Kultur nicht historisch gewachsen, sondern eine moderne Erfindung, es wäre noch deutlich strenger reglementiert.
Essensgerüche kann man nicht mit gesundheitsschädlichen Drogen vergleichen, Essen ist lebensnotwendig. Der Klimmstengel oder das Gras sind es nicht.
 
In meiner Kindheit war Rauchen noch sehr normal. Ich habe furchtbare Erinnerungen an Familienfeiern, wo ich als Kind über Stunden mit tränenden Augen und dröhnenden Kopfschmerzen in vollgequalmten Stuben zwischen meiner rauchenden Verwandtschaft rumhängen musste, und keinen hats interessiert.
Daran erinnere ich mich auch noch sehr gut. Insbesondere mein Großvater war ein starker Raucher gewesen, und wir waren oft bei ihm zu Besuch, weil meine Mutter sich verpflichtet gefühlt hatte, ihm Essen zu kochen. Während wir in seinem Haus waren, hat er fast unentwegt eine Zigarette nach der anderen geraucht. Überall hingen die Rauchschwaden in der Luft. Die Symptome (brennende Augen und schmerzender Rachen) erschienen mir als Kind quasi "normal". Ich habe es damals nicht hinterfragt.

Wahrscheinlich haben mich aber auch diese Erinnerungen dazu gebracht, ein lebenslanger Nichtraucher zu sein. Denn der Geruch und die Schleimhautreizungen fand ich sehr unangenehm, und ich wollte sie mir nie freiwillig antun.
 
Richtig geil ist es, dass Raucher nun Anspruch auf ein kostenloses jährliches Lungenkrebs-Screening haben, währenddessen das kostenlose Hautkrebs-Screening abgeschafft wurde.
Da aber denke ich, dass da was ganz anderes dahintersteckt - keinesfalls Gedanken um die Gesundheit der Raucher.

Da bin ich persönlich mir ganz sicher, dass dadurch Informationen gewonnen werden sollen wann Rauchen auf bspw. Röntgenbildern erkannt werden kann und ab wann dann die Krankenkasse sagen könnte "Eigenverschulden" wir zahlen nicht, wir zahlen weniger oder oder oder.....
Vermutlich bin ich aber mit dem Gedankengang alleine. Die Krankenkassen behaupten ja es läge daran, dass Pro Jahr Nach Berechnungen von Gesundheitsökonomen im Schnitt etwa 1.477 Europro Jahr und Raucher in medizinische Behandlungen und die Folgen der Sucht ausgegeben werden würden. Somit
würden die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland jährlich rund 30 Milliarden Euro für die direkten gesundheitlichen Folgen des Rauchens ausgeben.
 
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