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Ich weiß nicht mehr weiter mit meinem Sohn (15)

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Liebe Blauregen, dass du deine Wahrnehmung in Frage stellst, ist genau die Manipulation, auf die Gaslighting abzielt. Darum geht es ja dabei.

Und darüber hinaus: er geht mit deinen Sorgen ziemlich eklig um. Wäre eine wünschenswerte Reaktion nicht eher "ich möchte nicht, dass du dich schlecht fühlst und wie kann ich agieren, damit es dir besser geht "? Stattdessen wirst du quasi mundtot gemacht, denn dir sinngemäß zu sagen "du liegst falsch und jetzt ist gut mit dem Kram" ist genau das.
Ja, genau das verunsichert mich gerade. Ich merke, dass ich nach solchen Gesprächen tatsächlich anfange, meine eigene Wahrnehmung infrage zu stellen. Vielleicht sehe ich die Dinge wirklich zu dramatisch. Vielleicht bin ich durch die Schwangerschaft einfach zu empfindlich. Vielleicht mache ich aus Situationen mehr, als eigentlich dahintersteckt. Ich weiß selbst nicht, ob das Gaslighting ist, und ehrlich gesagt habe ich mich mit dem Begriff bisher auch nicht intensiv beschäftigt. Ich möchte meinem Verlobten deshalb keine bewusste Manipulation unterstellen.
Aber wenn mir immer wieder gesagt wird, dass ich übertreibe, zu sensibel bin und aus eigentlich normalen Situationen ein Problem mache, bleibt irgendwann bei mir die Frage hängen, ob ich die Dinge überhaupt noch richtig einschätze.
Und genau das finde ich gerade so schwierig. Ich wollte eigenlich mit ihm über meine Sorgen sprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Stattdessen sitze ich danach da und frage mich, ob meine Sorgen überhaupt berechtigt sind.
 
TE, findest du das eigentlich in Ordnung, dass er dich offensichtlich überhaupt nicht ernst nimmt? Du hast ihm keine Grenzen gesetzt und anscheinend fühlt er sich als Ersatzpapa, der deinen (!) Sohn mit "harter Hand" erziehen will.
Nein, ehrlich gesagt finde ich das nicht in Ordnung.
This!!! @Blauregen, dir deine Wahrnehmungen und deine Ansichten absprechen, kleinreden, nicht ernstnehmen, abtun IST Manipulation vom Feinsten! Und es funktioniert wunderbar, denn du zweifelst deine Wahrnehmung an. Und ja, er tut das ganz bewusst! Er nimmt dich nicht ernst, stellt sich über dich und hält dich klein - das ist keine Beziehung auf Augenhöhe.

Gibt es eine Person in deinem Leben, die über all das Bescheid weiß, die komplett eingeweiht ist?
Ja, ich habe eine gute Freundin, mit der ich darüber sprechen könnte. Wir haben den gleichen Freundeskreis, und sie kennt meinen Verlobten schon sehr lange aus dem Studium und damit auch seine Art ziemlich gut. Bisher habe ich mit ihr über die konkrete Situation mit meinem Sohn allerdings noch nicht gesprochen. Ich habe irgendwie Hemmungen, hinter seinem Rücken über ihn zu reden, gerade weil sie ihn so gut kennt und ich nicht möchte, dass sie durch meine Schilderung ein falsches Bild von ihm bekommt.
Was meint er denn bloß mit "normale Situation"?
Der Mann ist nicht der Vater, er hat deinen Sohn nicht großgezogen, sondern kennt ihn erst relativ kurz.

Es ist eine unverschämte Anmaßung, dass er besser als du wissen will, was dein Sohn braucht.

Ich freue mich, dass du weiter hier schreibst und wünsche dir alles Gute für die weitere Schwangerschaft.

Du bist jetzt sensibilisiert, das ist gut.
Ich glaube, mit „normaler Situation“ meint er, dass es für ihn einfach zu einem normalen Konflikt zwischen einem Jugendlichen und einem Erwachsenen gehört. Er sieht meinen Sohn dabei sehr stark als jemanden, der Grenzen austestet und Konsequenzen braucht.
Ich glaube nicht, dass er dabei denkt, dass er meinem Sohn etwas Böses will. Er ist vielmehr überzeugt davon, dass seine Art, mit der Situation umzugehen, richtig ist und dass ich vieles zu emotional betrachte.
Wenn er mir sagt, ich würde dramatisieren, zu sensibel sein und aus normalen Situationen Probleme machen, fange ich irgendwann selbst an, meine Wahrnehmung infrage zu stellen. Vielleicht ist es tatsächlich einfach so, dass wir die Situation völlig unterschiedlich wahrnehmen. Ich weiß es gerade selbst nicht mehr genau.
 
Liebe TE, kann es sein, dass einiges aus dem Ursprungsposting und den ersten Folgebeiträgen von dir teilweise die Meinung/Ansichten deines Verlobten waren, oder zumindest stark von seinem Einfluss eingefärbt? So was wie die Forderung nach Dankbarkeit für die Privatschule vom Sohn, oder dass mit der Trauer um den Kater "mal gut sein muss"?
Das würde einiges erklären.

Ich hoffe, der Rest deiner Schwangerschaft und die Geburt verlaufen so optimal, wie unter den Umständen möglich ist.
Die Aussage mit der „Dankbarkeit“ kam ursprünglich tatsächlich von meinem Verlobten. Wir hatten darüber mehrere Gespräche, und ich habe diese Sichtweise dann irgendwann selbst übernommen und auch so in meinen Antworten wiedergegeben.
Ähnlich war es bei der Sache mit dem Kater. Auch die Aussage, dass es irgendwann „mal gut sein“ müsse, kam von ihm. Ich habe das nach unseren Gesprächen ebenfalls so übernommen, weil es für mich zu diesem Zeitpunkt nachvollziehbar klang.
Danke dir für die lieben Wünsche.
 
Dein Verlobter scheint recht selbstherrlich unterwegs zu sein und hat das zu wenig, was dir fehlt. Die Überzeugung, dass die eigene Meinung eine Daseinsberechtigung hat. Das Problem mit deinem Sohn ist zwischenzeitlich in zwei Hälften zerfallen - und leider jedes für sich wichtig.

Von Trennung zu sprechen, wie es hier einige tun, finde ich verfrüht. Und der Zeitpunkt, an dem dieser Konflikt eskaliert ist, ist natürlich auch denkbar ungünstig. Damit, dass du deinen Sohn anderweitig untergebracht hast, hast du m. E. eine sehr gute kurzfristige Lösung gefunden - und da darf dir völlig egal sein, wie dein Partner das sieht. Dem sollte nämlich aktuell eher daran gelegen sein, dass du ohne Sorgen in der Klinik sein kannst; anscheinend fehlt ihm hier absolut die Empathie, etwas gravierender ausgedrückt, könnte man auch sagen, er verhalte sich rücksichtslos. Daher darf dir auch herzlich egal sein, ob er beleidigt ist bzgl. der Lösung, die du gefunden hast. Sag ihm doch, er dramatisiere da und reagiere über. 🤪

Aber im Ernst: Sein Verhalten ist nicht okay. Und dass dein Sohn rebelliert ist m. E. schon ein Stückweit eine normale Reaktion auf die Anspruchshaltung deines Verlobten. Druck erzeugt Gegendruck - und der kam zwischen den beiden zum Vorschein. Und das würde auch weiter so laufen, falls dein Verlobter seine Haltung nicht ändert.

Tatsächlich glaube ich, dass du es zu lange einfach genossen hast, an jemanden geraten zu sein, der der Stärkere in der Beziehung war. Einfach mal schwach sein dürfen, Verantwortung abgeben. Allerdings kann eben nicht jeder mit soviel Handlungsspielraum umgehen. Dein Partner hat keine Erfahrung in der Kindererziehung und noch einmal weniger mit Jungs in der Pubertät. Die darfst du ihm auch ruhig absprechen, während du seit 15 Jahren Mutter bist. Ein Kind wird nicht gemanaged, das ist kein Projekt. Euch beide unterscheidet zudem, dass du dein Fleisch und Blut liebst, für deinen Verlobter ist er dein Kind, das er akzeptieren muss. Wahrscheinlich würde er keine Sekunde zögern, wenn er die freie Wahl hätte, den Jungen z. B. an den Vater zu geben.

Ich befürchte auch, dass da noch Stress auf dich zukommen wird. Eine Lösung muss gefunden und im Idealfall gemeinsam erarbeitet werden. Wenn du mit der Kleinen zu Haust bist und sich erste Routinen eingestellt haben, wäre m. E. eine Familienberatung für euch das Beste. Du kannst dich gegen deinen Verlobten nicht durchsetzen, wirst das aber müssen, wenn du das neue Vertrauen, das dein Junge gerade in dich setzt, nicht verspielen möchtest. Dann womöglich dauerhaft.

Es ist völlig normal, dass leibliche Kinder die Nummer 1 sind in deinem Leben - zumindest solange nicht etwas völlig schief läuft. Das sehe ich bei deinem Jungen nicht. Und Grund für eine "harte Hand" sehe ich erst recht nicht. Hier bin ich sogar etwas erschrocken, denn offenbar hat - anders als du - dieser Mann bis heute nicht begriffen, dass er sogar gesetzeswidrig unterwegs war, als er körperlich gegen deinen Sohn wurde. Das war kein Kavaliersdelikt!

Umso wichtiger fänd ich, dass all das, was bisher geschehen ist, nochmal aufs Tapet kommt. Ein/e Familienberater/in wäre da der/die richtige Ansprechpartner/in. Darauf vor deinem Partner zu bestehen sähe ich sogar als beste Chance, dass ihr euer Familienkonstrukt wieder in den Griff bekommt und jeder für sich verlinnerlicht, dass man sich in solchen Gefügen an Regeln halten muss, damit das Miteinander klappt. Bestimmt hat da auch dein Sohn Hausaufgaben zu machen - dein Verlobter muss aber an seiner Haltung arbeiten. Das ist nochmal eine andere Baustelle. Lasst ihr einfach weiter laufen, wird es recht sicher weitere Konflikte und schlimmstenfalls Eskalationen geben.
Dass mein Verlobter sehr überzeugt von seiner eigenen Sichtweise ist und meine Einschätzung häufig nicht wirklich an sich heranlässt, merke ich inzwischen auch. Aber ich glaube nicht, dass er meinem Sohn grundsätzlich etwas Böses will. Er ist vielmehr sehr davon überzeugt, dass seine Art, mit der Situation umzugehen, richtig ist und dass mein Sohn vor allem mehr Grenzen und Konsequenz braucht.
Bei der Unterbringung meines Sohnes habe ich tatsächlich einfach versucht, kurzfristig eine Lösung zu finden, mit der ich beruhigter ins Krankenhaus gehen kann. Eine andere Lösung ist mir in der Situation nicht eingefallen.
Die Aussage mit der „harten Hand“ hat mich nahdenklich gemacht. Vor allem, weil ich meinen Verlobten über die Jahre anders erlebt und immer wieder von ihm gehört habe, dass mein Sohn für ihn selbstverständlich zu unserer gemeinsamen Familie gehört. Deshalb fällt es mir gerade schwer, das alles miteinander in Einklang zu bringen.

Vielleicht habe ich tatsächlich lange davon profitiert, dass mein Verlobter in vielen Dingen sehr bestimmend und entscheidungsfreudig war. Er hatte eigentlich immer sofort eine Lösung oder einen konkreten Plan, wenn bei uns irgendein Problem aufgetaucht ist. Das hat mir Sicherheit gegeben und mich wahrscheinlich auch an manchen Stellen entlastet. Ich gebe auch zu, dass ich seine Vorstellungen teilweise sehr positiv aufgenommen habe. Als er damals davon sprach, dass unser Zusammenzug für meinen Sohn unter anderem die Möglichkeit einer Privatschule eröffnen würde, habe ich das tatsächlich als große Chance für meinen Sohn gesehen, aus verschiedenen Gründen. Ich habe darin nicht nur eine Entscheidung für unsere gemeinsame Zukunft gesehen, sondern auch etwas, von dem mein Sohn profitieren könnte. Vielleicht hat es mir dadurch auch leichter gemacht, manche Veränderungen als etwas Positives zu betrachten. Ich möchte das nicht schönreden.
 
Vielleicht bin ich durch die Schwangerschaft einfach zu empfindlich. Vielleicht mache ich aus Situationen mehr, als eigentlich dahintersteckt.
Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. (Und ich glaube nach allem, was ich hier gelesen habe: eher nicht.)

Aber wenn mir immer wieder gesagt wird, dass ich übertreibe, zu sensibel bin und aus eigentlich normalen Situationen ein Problem mache, bleibt irgendwann bei mir die Frage hängen, ob ich die Dinge überhaupt noch richtig einschätze.
Ja, das ist logisch und nachvollziehbar. Leider. Passiert dir das denn auch sonst öfter mit anderen Menschen, dass du die Rückmeldung bekommst dass du übertreibst und dramatisierst? Wenn das (fast) nur bei deinem Partner vorkommt würde es mir sehr zu denken geben und ich würde eher an seiner Einschätzung zweifeln als an meiner eigenen.

Und genau das finde ich gerade so schwierig. Ich wollte eigenlich mit ihm über meine Sorgen sprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Stattdessen sitze ich danach da und frage mich, ob meine Sorgen überhaupt berechtigt sind.
So sollte kein Gespräch in einer Partnerschaft enden, du solltest dich zumindest ernstgenommen fühlen, selbst wenn ihr unterschiedliche Sichtweisen habt und keine schnelle Lösung findet.

Ja, ich habe eine gute Freundin, mit der ich darüber sprechen könnte. Wir haben den gleichen Freundeskreis, und sie kennt meinen Verlobten schon sehr lange aus dem Studium und damit auch seine Art ziemlich gut. Bisher habe ich mit ihr über die konkrete Situation mit meinem Sohn allerdings noch nicht gesprochen. Ich habe irgendwie Hemmungen, hinter seinem Rücken über ihn zu reden, gerade weil sie ihn so gut kennt und ich nicht möchte, dass sie durch meine Schilderung ein falsches Bild von ihm bekommt.
Da wäre ich auch vorsichtig, wenn da alle einander kennen und du nicht weißt, ob vielleicht etwas über mehrere Ecken deinem Partner zugetragen werden könnte und vielleicht dann anders bei ihm ankommt als du es ursprünglich gesagt oder gemeint hast.

Dass mein Verlobter sehr überzeugt von seiner eigenen Sichtweise ist und meine Einschätzung häufig nicht wirklich an sich heranlässt, merke ich inzwischen auch. Aber ich glaube nicht, dass er meinem Sohn grundsätzlich etwas Böses will. Er ist vielmehr sehr davon überzeugt, dass seine Art, mit der Situation umzugehen, richtig ist und dass mein Sohn vor allem mehr Grenzen und Konsequenz braucht.
Das mag sein, aber trotzdem sollte er sich auch mit deiner Meinung ernsthaft auseinander setzen und seine eigene zumindest in Teilen zu hinterfragen bereit sein.
 
Dass mein Verlobter sehr überzeugt von seiner eigenen Sichtweise ist und meine Einschätzung häufig nicht wirklich an sich heranlässt, merke ich inzwischen auch.
Ihr habt keine Beziehung auf Augenhöhe, Hättest du dich nicht von Anfang an unterordnet wäre es nichts geworden mit eurer Beziehung. Sehr dominante Männer wollen keine gleichberechtigte Partnerschaft. Das du an deiner eigenen Wahrnehmung zweifelst ist vielleicht das Schlimmste von allem. Informiere dich über gaslightning.
Bleibt zu hoffen, dass er nicht auch für Babys stickte Vorstellungen hat, wann sie zu trinken und zu schlafen haben usw.
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber ich glaube nicht, dass er meinem Sohn grundsätzlich etwas Böses will.

Das glaube ich auch nicht. Aber er ist der Meinung, dass dein Sohn sich unterordnen und dankbar sein soll.

Die Aussage mit der „harten Hand“ hat mich nahdenklich gemacht.

Und uns hier auch alle. Das liegt also nicht an deiner "hormonvernebelten" Wahrnehmung.

Vor allem, weil ich meinen Verlobten über die Jahre anders erlebt und immer wieder von ihm gehört habe, dass mein Sohn für ihn selbstverständlich zu unserer gemeinsamen Familie gehört.

Naja, das musste er ja sagen, sonst hättest du ihm keine Chance gegeben.

Wenn er mir sagt, ich würde dramatisieren, zu sensibel sein und aus normalen Situationen Probleme machen, fange ich irgendwann selbst an, meine Wahrnehmung infrage zu stellen.

Das schreibst du sehr oft und da musst du dringend raus. Deine Wahrnehmung ist berechtigt.
Dein Sohn ist unglücklich und hat Angst vor dem Mann. Das ist keine "normale Situation".

Die zwei werden vermutlich keine Freunde werden. Aber wenn dein Freund endlich begreift, dass ihm keine Erziehungsmaßnahmen zustehen, kann es zumindest ein friedliches Zusammenleben mit gegenseitiger Toleranz geben.
 
Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. (Und ich glaube nach allem, was ich hier gelesen habe: eher nicht.)


Ja, das ist logisch und nachvollziehbar. Leider. Passiert dir das denn auch sonst öfter mit anderen Menschen, dass du die Rückmeldung bekommst dass du übertreibst und dramatisierst? Wenn das (fast) nur bei deinem Partner vorkommt würde es mir sehr zu denken geben und ich würde eher an seiner Einschätzung zweifeln als an meiner eigenen.


So sollte kein Gespräch in einer Partnerschaft enden, du solltest dich zumindest ernstgenommen fühlen, selbst wenn ihr unterschiedliche Sichtweisen habt und keine schnelle Lösung findet.


Da wäre ich auch vorsichtig, wenn da alle einander kennen und du nicht weißt, ob vielleicht etwas über mehrere Ecken deinem Partner zugetragen werden könnte und vielleicht dann anders bei ihm ankommt als du es ursprünglich gesagt oder gemeint hast.


Das mag sein, aber trotzdem sollte er sich auch mit deiner Meinung ernsthaft auseinander setzen und seine eigene zumindest in Teilen zu hinterfragen bereit sein.
Eigentlich habe ich das von anderen Menschen noch nie wirklich gehört. Vielleicht ein- oder zweimal von meinem Sohn, wenn es um seine Noten ging und ich mir zu viele Gedanken gemacht habe.
Vielleicht verunsichert mich das gerade auch deshalb so sehr. Wenn ausgerechnet mein Verlobter mir immer wieder sagt, ich würde dramatisieren oder sei zu sensibel, fange ich irgendwann tatsächlich an, mich selbst zu hinterfragen.
Gerade weil ich seiner Sichtweise sehr vertraue, fällt es mir schwer, einzuordnen, ob ich tatsächlich etwas falsch wahrnehme oder ob ich mich inzwischen einfach zu sehr von seiner Einschätzung verunsichern lasse.
 
Es ist absolut verständlich, dass du dich lange Zeit nach einem Partner gesehnt hast, der dir einen Teil der Verantwortung abnimmt und wo du dich auch mal zurücklehnen kannst und jemand anders Dinge organisiert, in die Hand nimmt und dich finanziell entlastet.

Da du selbst zielstrebig bist und eher pragmatisch und rational, war es für ihn ein leichtes Spiel, dich davon zu überzeugen, dass er derjenige sein kann.

Allerdings hast du dabei übersehen, dass es nur deshalb smooth lief, weil von dir ausschließlich Zustimmung, Dankbarkeit und Staffelübergabe an ihn zurück kam.

In deiner Erschöpfung war es dir unmöglich, die Gefahren zu sehen und den emotionalen Rückzug deines Sohnes ernst zu nehmen sowie kritisch zu hinterfragen, ob du deinem Partner zuviel Einfluss gewährst.

Nun kommst du ins Grübeln und er baut auf deine bisherige rationale und 'vernünftige' Herangehensweise.

Ich bleibe dabei, dass ein Gespräch, welches du anstrebst mit diesem Mann nicht möglich sein wird. Der ist eine Führungspersönlichkeit durch und durch und mit deinem Ansatz wirst du da nicht durchdringen. Der versteht nur Fakten und diese sind:

1. Dein Sohn - Deine Verantwortung und Entscheidung

2. Wir sind hier nicht bei "Wünsch dir was" sondern bei "So ist es"

3. Danke für deine Meinung, ich sehe es anders und bin die Erziehungsberechtigte

Du musst dir also im übertragenen Sinne "Eier wachsen lassen" um den zu stoppen.

Stuhlkreis und Erklärungen bringen dich nicht weiter. Kurze knappe Ansagen à la "Dein Tanzbereich - mein Tanzbereich" verschaffen dir bei solchen Persönlichkeiten Respekt.
 
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