Surrender
Sehr aktives Mitglied
Hey SumSi,
du musst im Moment weder entscheiden, ob du ihm verzeihst, noch ob eure Ehe endgültig vorbei ist. Für die nächsten Tage reicht eine viel kleinere Entscheidung: Abstand, Ruhe und Schutz für dich.
Du hast nicht nur von einer langen Affäre erfahren. Du hast zusätzlich erlebt, dass er während eurer neunwöchigen Aufarbeitung weiterhin auf konkrete Fragen gelogen hat. Deshalb ist es vollkommen nachvollziehbar, dass du gerade nicht weißt, welcher Aussage du noch vertrauen kannst.
Ich würde dir für die nächste Zeit Folgendes empfehlen:
Beschränke den Kontakt mit ihm zunächst auf Organisatorisches und möglichst auf schriftliche Nachrichten. Du musst nicht jede Frage sofort beantworten und auch keine nächtlichen Grundsatzdiskussionen führen.
Lass dich selbst auf sexuell übertragbare Infektionen untersuchen. Sein Testergebnis allein schützt dich nicht ausreichend. Bis alles medizinisch geklärt ist, würde ich keinen ungeschützten Sex haben.
Sichere dir in Ruhe einen Überblick über eure finanzielle und rechtliche Situation. Dazu gehören Konten, Kredite, Eigentumsunterlagen, Versicherungen, Steuerunterlagen, Renteninformationen und wichtige Passwörter. Bevor du größere finanzielle Entscheidungen triffst, wäre eine unverbindliche Beratung bei einer Fachanwältin oder einem Fachanwalt für Familienrecht sinnvoll. Eine Beratung bedeutet noch lange nicht, dass du die Scheidung einreichst.
Nimm dir möglichst eine erwachsene Vertrauensperson an die Seite, die nicht eure Söhne ist. Deine Jungs dürfen dich lieben und unterstützen, sollten aber nicht zu deinen Beratern, Beschützern oder Vermittlern werden. So wie du es bisher beschreibst, gehst du damit bereits sehr umsichtig um.
Wo dein Mann während des Auszugs wohnt und ob er zur anderen Frau fährt, kannst du nicht kontrollieren. Sein Verhalten in dieser Zeit liefert dir allerdings wichtige Informationen. Nicht darüber, ob du genug um ihn gekämpft hast, sondern darüber, ob seine Worte und seine Handlungen überhaupt zusammenpassen.
Solltest du irgendwann über einen Neuanfang nachdenken, musst du nicht sofort wieder vertrauen. Entscheidend wäre zunächst, ob er Verantwortung übernimmt. Dazu würde für mich gehören, dass er keine Schuld auf eure Eheprobleme oder auf dich verschiebt, keine weiteren Wahrheiten häppchenweise auftauchen, er deinen Zeitbedarf respektiert, den Kontakt zur anderen Frau beendet hält, sich selbst therapeutische Hilfe sucht und bereit ist, die Folgen seines Handelns auszuhalten.
Paarberatung kann später sinnvoll sein. Im Moment wäre aber vielleicht eine Beratung nur für dich wichtiger, damit du herausfinden kannst, was du brauchst, unabhängig davon, was er möchte.
Du musst auch nicht weiter nach immer neuen Details suchen, wenn sie dich nur erneut verletzen. Vielleicht brauchst du irgendwann eine vollständige und widerspruchsfreie zeitliche Darstellung von ihm. Aber du bestimmst, wann du sie hören möchtest und welche Einzelheiten du wirklich wissen willst.
Achte weniger darauf, wie oft er sagt, dass es ihm leidtut, und mehr darauf, was er tatsächlich tut. Kämpfen bedeutet nicht, von dir schnell eine Entscheidung zu verlangen. Kämpfen bedeutet, dir Sicherheit zu geben, Verantwortung zu tragen und keinen weiteren Druck aufzubauen.
Und ganz wichtig: Falls dein Satz, dass du gerade ums Überleben kämpfst, nicht nur bildlich gemeint war, bleib bitte nicht allein. Ruf sofort deinen Bruder, eine Freundin, den ärztlichen Bereitschaftsdienst, die TelefonSeelsorge oder im akuten Notfall den Rettungsdienst. Deine Sicherheit hat jetzt Vorrang vor jeder Eheentscheidung.
Du darfst heute einfach nur durchatmen. Eine Entscheidung für Abstand ist noch keine Entscheidung für immer.
du musst im Moment weder entscheiden, ob du ihm verzeihst, noch ob eure Ehe endgültig vorbei ist. Für die nächsten Tage reicht eine viel kleinere Entscheidung: Abstand, Ruhe und Schutz für dich.
Du hast nicht nur von einer langen Affäre erfahren. Du hast zusätzlich erlebt, dass er während eurer neunwöchigen Aufarbeitung weiterhin auf konkrete Fragen gelogen hat. Deshalb ist es vollkommen nachvollziehbar, dass du gerade nicht weißt, welcher Aussage du noch vertrauen kannst.
Ich würde dir für die nächste Zeit Folgendes empfehlen:
Beschränke den Kontakt mit ihm zunächst auf Organisatorisches und möglichst auf schriftliche Nachrichten. Du musst nicht jede Frage sofort beantworten und auch keine nächtlichen Grundsatzdiskussionen führen.
Lass dich selbst auf sexuell übertragbare Infektionen untersuchen. Sein Testergebnis allein schützt dich nicht ausreichend. Bis alles medizinisch geklärt ist, würde ich keinen ungeschützten Sex haben.
Sichere dir in Ruhe einen Überblick über eure finanzielle und rechtliche Situation. Dazu gehören Konten, Kredite, Eigentumsunterlagen, Versicherungen, Steuerunterlagen, Renteninformationen und wichtige Passwörter. Bevor du größere finanzielle Entscheidungen triffst, wäre eine unverbindliche Beratung bei einer Fachanwältin oder einem Fachanwalt für Familienrecht sinnvoll. Eine Beratung bedeutet noch lange nicht, dass du die Scheidung einreichst.
Nimm dir möglichst eine erwachsene Vertrauensperson an die Seite, die nicht eure Söhne ist. Deine Jungs dürfen dich lieben und unterstützen, sollten aber nicht zu deinen Beratern, Beschützern oder Vermittlern werden. So wie du es bisher beschreibst, gehst du damit bereits sehr umsichtig um.
Wo dein Mann während des Auszugs wohnt und ob er zur anderen Frau fährt, kannst du nicht kontrollieren. Sein Verhalten in dieser Zeit liefert dir allerdings wichtige Informationen. Nicht darüber, ob du genug um ihn gekämpft hast, sondern darüber, ob seine Worte und seine Handlungen überhaupt zusammenpassen.
Solltest du irgendwann über einen Neuanfang nachdenken, musst du nicht sofort wieder vertrauen. Entscheidend wäre zunächst, ob er Verantwortung übernimmt. Dazu würde für mich gehören, dass er keine Schuld auf eure Eheprobleme oder auf dich verschiebt, keine weiteren Wahrheiten häppchenweise auftauchen, er deinen Zeitbedarf respektiert, den Kontakt zur anderen Frau beendet hält, sich selbst therapeutische Hilfe sucht und bereit ist, die Folgen seines Handelns auszuhalten.
Paarberatung kann später sinnvoll sein. Im Moment wäre aber vielleicht eine Beratung nur für dich wichtiger, damit du herausfinden kannst, was du brauchst, unabhängig davon, was er möchte.
Du musst auch nicht weiter nach immer neuen Details suchen, wenn sie dich nur erneut verletzen. Vielleicht brauchst du irgendwann eine vollständige und widerspruchsfreie zeitliche Darstellung von ihm. Aber du bestimmst, wann du sie hören möchtest und welche Einzelheiten du wirklich wissen willst.
Achte weniger darauf, wie oft er sagt, dass es ihm leidtut, und mehr darauf, was er tatsächlich tut. Kämpfen bedeutet nicht, von dir schnell eine Entscheidung zu verlangen. Kämpfen bedeutet, dir Sicherheit zu geben, Verantwortung zu tragen und keinen weiteren Druck aufzubauen.
Und ganz wichtig: Falls dein Satz, dass du gerade ums Überleben kämpfst, nicht nur bildlich gemeint war, bleib bitte nicht allein. Ruf sofort deinen Bruder, eine Freundin, den ärztlichen Bereitschaftsdienst, die TelefonSeelsorge oder im akuten Notfall den Rettungsdienst. Deine Sicherheit hat jetzt Vorrang vor jeder Eheentscheidung.
Du darfst heute einfach nur durchatmen. Eine Entscheidung für Abstand ist noch keine Entscheidung für immer.