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Grundschullehramt Berufsaussichten

Bei den Kindergruppen in den Schulklassen brauchst du eine Durchsetzungskraft, sonst wirst du von den Kindern als Lehrer zum Hampelmann gemacht und sie tanzen dir auf der Nase rum.
 
Leider gibt es auch genügend LehrerInnen, die (trotz des teilweise sehr unbefriedigend verlaufenden Studiums und unabhängig von der Aussicht auf Verbeamtung) voller Elan ihre Tätigkeit aufnehmen, dann aber nach gar nicht langer Zeit völlig erschöpft sind. Dazu bedarf es gar nicht einer fehlgeleiteten Motivation, sondern man muss sich nur mal anschauen, was an den Schulen abläuft: Die schon erwähnte Elternkommunikation ist zwar ein wichtiger, aber eben auch nur einer von zahlreichen Faktoren, die die Lehrkräfte auspowern. Es gibt zumeist hohen Förderbedarf, viele verhaltensauffällige Kinder, eine emotionale Dauerbelastung durch sehr intensive Beziehungsarbeit. Von den rein sachlichen Problemen, wie der mangelhaften Ausstattung oder den schlechten Erhaltungszuständen der Schulen mal ganz zu schweigen. Man muss sich das schon sehr gut überlegen, ob man in den Schuldienst eintritt und sich den Herausforderungen stellt. Ich ziehe da vor jeder Lehrkraft den Hut, habe aber auch völliges Verständnis, wenn sie nach kurzer Zeit schon nicht mehr brennen. Habe so einen Fall in der Familie, hochengagierte Grundschullehrerin, noch nicht einmal 40 - hangelt sich nur noch ausgepowert von Ferien zu Ferien. Da hilft die Verbeamtung auch nicht weiter.
 
Habe so einen Fall in der Familie, hochengagierte Grundschullehrerin, noch nicht einmal 40 - hangelt sich nur noch ausgepowert von Ferien zu Ferien. Da hilft die Verbeamtung auch nicht weiter.
Aber umso wichtiger ist es doch, den Job erst mal gern zu machen und zu wissen, warum man genau das machen möchte. Ein "weiß nicht" auf die Frage nach dem Grund der Berufswahl ist bei Lehrern das Aus vor dem Beginn imho.
 
Was einen guten Lehrer ausmacht, das lernt man im Studium nicht! Empathie und die Fähigkeit Kinder (in diesem Fall) zu begeistern für die Schule und das, was man an Wissen und Fähigkeiten daraus ziehen kann. Dafür braucht es Lehrkräfte, die sowohl altersgerecht wie auch individuell fördern und denen die Schüler:innen mit Freude und Aufmerksamkeit folgen.
Wenn das Deine Beweggründe sind, dann Go for it, ansonsten lass es lieber bleiben, zu viele Lehrer haben wir, die null Interesse auslösen und kein Wissen vermitteln.
 
In Grundschulen ist die Anzahl der Schulen ohne Schulleitung extrem hoch, das will halt kaum jemand machen. D.h., solltest du Schulleitungsambitionen haben, wirst du das dort auf jeden Fall schaffen, insofern du geeignet bist.
Falls du dir wegen der Fächer sorgen machst: Mathe eignet sich besser als Deutsch.
Grundsätzlich aber: Wenn du den Beruf nicht liebst, wird das nichts. Selbst dann wirst du wahrscheinlich in max. 20 Jahren psychisch kaputt sein, zumindest, wenn du eine Frau bist und eigene Kinder hast und Vollzeit arbeitest.
 
Hallo, ich überlege Grundschullehramt zu studieren, und als ich nach Einstellungschancen gegoogelt habe, hat mich eine Prognose ziemlich abgeschreckt: Bayern empfiehlt den Studiengang mit Beginn dieses Jahres nur eingeschränkt

Lass dich von einer aktuellen Statistik nicht abschrecken. Wenn dein Herz für die Arbeit mit Grundschulkindern schlägt: Zieh es durch! Bei uns in Niedersachsen werden Grundschullehrkräfte weiterhin stark gesucht. Mein Tipp: Fokussiere dich zusätzlich auf inklusive Pädagogik, dann hast du im Anschluss bestimmt gute Karten auf dem Arbeitsmarkt.
 

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