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Ausbildungsplatz im kleinen Betrieb – positives Gefühl, aber trotzdem unsicher

Imke2010

Mitglied
Guten Tag,

ich bin Imke und in wenigen Wochen mit der Schule fertig und noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Mein Wunsch ist es etwas im Bereich Mediendesign zu machen. Seit Herbst gingen schon etliche Bewerbungen raus, die aber allesamt abgesagt wurden. Es kam bis auf 3 nicht mal zu einem Gespräch. Mittlerweile wird die Zeit auch ziemlich knapp um etwas zu finden.

Im Internet habe ich dann noch einen Betrieb gefunden, wo ich noch spontan eine Bewerbung hingeschickt habe, der Betrieb ist auch nicht allzu weit weg von meinem Zuhause.

Mir wurde per eMail geantwortet und zum Gespräch eingeladen. Das war am Freitag und ich stand bei der angegeben Adresse vor einem Privathaus, von außen auch etwas heruntergekommen, aber es hing ein Firmenschild. Zum Eingang ging es um das Haus herum, über einen Schotterfläche und paar Treppenstufen.

Der Mann, der mir öffnete, gab mir direkt die Hand, stellte sich mit seinem Namen vor und kannte auch sofort meinen Namen. Bei den anderen Gesprächen hieß es eher: „Ach, du hast heute einen Termin?“

Er bat mich herein. Da im Flur viel Teppich lag und er selbst auf Socken war, fragte ich, ob ich meine Schuhe ausziehen solle, da ich mir unsicher war und er bat mich sie auszuziehen.

Wir gingen dann nach oben wo er arbeitet und die Räume sind zum Gegensatz des Hauses renoviert. Er führte mich kurz herum und zeigte mir die Räume, glaube vier Räume waren das. Er bot mir auch was zu trinken an und er erzählte erst viel von sich, seine Ausbildung, wo er anfing zu arbeiten, seine Selbstständigkeit und warum er seine Agenturräume die er hatte verlassen musste, das hier bei ihm zu Hause sollte damals nur ein Provisorium sein aber da ist er jetzt bei geblieben. Er hat auch eine Mitarbeiterin die so zwei, selten auch drei mal in der Woche da ist. In der Agentur damals hat er auch regelmäßig ausgebildet, aber seitdem er hier bei sich zuhause ist, sucht er auch aktiv nicht mehr nach Auszubildenden, weil auch die Umgebung nicht so optimal ist. Ich sei jetzt die erste die sich spontan Beworben hat.

Ich erzählte auch dann von mir, dass ich in der Schule schon was mit Design gemacht habe in der AG, zuhause auch zeichne, dass ich auch nicht viel bis gar keine Erfahrung mit Mac habe, aber da sah er keine Probleme und meinte, dass ich da schnell reinkomme. Das wäre für ihn kein Problem, dafür würde ich ja die Ausbildung machen.

Er erzählte mir wie die Ausbildung ablaufe, wie die Berufsschule läuft und wo die ist und konnte mir schon einiges zeigen an Bücher und Ausbildungsunterlagen durfte bei ihm zuschauen, wie er gerade an einer Broschüre arbeitete.

Das ganze Gespräch und zuschauen ging an die eineinhalb Stunden.

Er sprach auch noch über das Ausziehen der Schuhe. Ich könnte mir Schuhe oder Schlappen mitbringen, wenn mir das lieber ist, aber auch die Mitarbeiterin läuft eher auch Socken oder Barfuß, das ist so der Standard bei ihm

Jetzt bin ich seit Freitag hin und hergerissen. Mein Eindruck war insgesamt sehr positiv. Gleichzeitig bin ich unsicher, weil der Betrieb von seinem Haus aus geführt wird und die Arbeitsumgebung daher etwas ungewöhnlich wirkt. Da es schon mittlerweile Juni ist, überlege ich doch dort anzufangen.

Wie würdet ihr die Situation einschätzen? Würden euch die genannten Punkte eher abschrecken oder würdet ihr der Ausbildung eine Chance geben?

Danke und VG
Imke
 
Arbeit ist genug vorhanden?
Ich kenne einige Agenturen, die im Privathaus untergebracht sind.
Könntest du einen Probetag mit der Mitarbeiterin machen?
 
Ich wurde es auch auf jeden fall testen, du hast ja auch die Probezeit in der du wenn du merkst es ist doch nichts für dich wieder ohne große Probleme aufhören kannst.

das kleiner betriebe oft mehr "familärer" sind ist nicht unüblich und da hat er auch den Luxus jeden zu "kennen" und zu "wissen" wer er/sie ist.
 
In der Agentur damals hat er auch regelmäßig ausgebildet, aber seitdem er hier bei sich zuhause ist, sucht er auch aktiv nicht mehr nach Auszubildenden, weil auch die Umgebung nicht so optimal ist.

Hast du nachgefragt, was er damit genau meint?

Wenn ihr euch gut verstehen solltet, könnte das eine chillige, nette Zeit werden.
Aber wenn du nach einiger Zeit merkst, es passt menschlich nicht oder du kannst mit seiner Art, dir Sachen zu erklären, nichts anfangen, dann ist natürlich Mist.
Denn du musst im Kopf haben, du hast wirklich NUR IHN, und bist da sehr von ihm abhängig.
Das hättest du in einem Betrieb mit mehreren Mitarbeitern nicht.
Da könnte man auch nochmal bei jemand anderem nachfragen, wenn man was nicht versteht, und mehr die Auswahl mit wem man sich da "abgeben" will. Magst du da eine Person nicht, kannst du der aus dem Weg gehen.
Da hast du in diesem praktisch 1-Mann-Betrieb keine Alternative.

Du wirst auch während deiner Ausbildung nicht lernen können, wie Teamwork funktioniert und keinen Einblick in Abläufe bekommen, wie sie in größeren Firmen normal sind.
Das könnte eventuell ein Nachteil sein, wenn du später dann einen Job suchst. So ein 1-Mann-Betrieb wird dich ja wahrscheinlich nach der Ausbildung nicht übernehmen können.


Ich würde, bevor du zusagst, auf jeden Fall nochmal 1-2 Wochen Praktikum dort machen, um zu schauen, ob du mit ihm klar kommst, denn du wirst dann die 3 Jahre alleine auf ihn angewiesen sein.
 
Ich finde das klingt doch positiv. Mir würde sowas kleines definitiv gefallen, aber da ist jeder anders gestrickt. Wo ich eher Bedenken hätte, wären die Aufgaben - die stelle ich mir in einem so kleinem Unternehmen eher wenig abwechslungsreich vor.
 
Ich lese in deinem Bericht deutlich mehr positive als negative Punkte heraus.
Auch hat sich der Inhaber Zeit genommen, dir die Räume gezeigt, dir den Ausbildungsablauf erklärt, deine Fragen beantwortet und sogar offen über die Vor- und Nachteile seines Betriebs gesprochen. Das wirkt auf mich deutlich interessierter als viele Bewerbungsgespräche, die nach 15 Minuten beendet sind.
Dass ein kleiner Betrieb von zu Hause aus geführt wird, ist gerade im kreativen Bereich nicht ungewöhnlich. Viele Designer, Grafiker oder Agenturen arbeiten heute deutlich kleiner und flexibler als früher.
Das Ausziehen der Schuhe würde mich persönlich überhaupt nicht stören. Wenn die Büroräume im Wohnhaus liegen und dort alle auf Socken oder Hausschuhen unterwegs sind, ist das eher eine Eigenheit als ein Problem.
Worauf ich jedoch eher achten würde wäre, ob der Betrieb offiziell als Ausbildungsbetrieb zugelassen ist, gibt es einen Ausbildungsplan, wer betreut dich, wenn die Mitarbeiterin nicht da ist und bekommst du tatsächlich die Inhalte vermittelt, die für die Ausbildung wichtig sind?
Wenn diese Punkte geklärt sind, würde mich das Homeoffice-ähnliche Umfeld nicht abschrecken.
Und hinzu kommt, du suchst seit Monaten einen Ausbildungsplatz, hast bisher überwiegend Absagen erhalten und hattest bei diesem Gespräch offenbar ein gutes Bauchgefühl.
Das würde ich nicht leichtfertig beiseiteschieben.
Eine Ausbildung muss nicht perfekt wirken. Wichtig ist vor allem, ob du dort etwas lernen kannst und respektvoll behandelt wirst. Nach deiner Schilderung sehe ich dafür bislang mehr Anzeichen als dagegen.
 
Erstmal herzlichen Dank an Euch allen für Eure Antworten.
Hast du nachgefragt, was er damit genau meint?
Ja, er hat es auch direkt selbst erläutert. Und zwar dass sein Betrieb bei im Haus und das dort auch die Schuhe ausgezogen werden müssen. Das ist halt nicht jedermanns Sache.
Das hättest du in einem Betrieb mit mehreren Mitarbeitern nicht.
Da könnte man auch nochmal bei jemand anderem nachfragen, wenn man was nicht versteht, und mehr die Auswahl mit wem man sich da "abgeben" will. Magst du da eine Person nicht, kannst du der aus dem Weg gehen.
Da hast du in diesem praktisch 1-Mann-Betrieb keine Alternative.
Ich habe mich ja schon mehrfach bei anderen und auch größeren Agenturen beworben, aber nur Absagen erhalten.
Arbeit ist genug vorhanden?
Ich kenne einige Agenturen, die im Privathaus untergebracht sind.
Könntest du einen Probetag mit der Mitarbeiterin machen?
ja, Arbeit ist genug da, er ist auch am überlegen einen ehemalige Mitarbeiter wieder einzustellen. Er hat mir auch angeboten, jetzt kommende Woche mal spontan vorbeizukommen, wenn die Mitarbeiterin da ist, dann kann ich sie auch vorher schon kennenlernen.
Einen Probetag oder Nachmittage müsste ich mal ansprechen.

Ich lese in deinem Bericht deutlich mehr positive als negative Punkte heraus.
Auch hat sich der Inhaber Zeit genommen, dir die Räume gezeigt, dir den Ausbildungsablauf erklärt, deine Fragen beantwortet und sogar offen über die Vor- und Nachteile seines Betriebs gesprochen. Das wirkt auf mich deutlich interessierter als viele Bewerbungsgespräche, die nach 15 Minuten beendet sind.
Dass ein kleiner Betrieb von zu Hause aus geführt wird, ist gerade im kreativen Bereich nicht ungewöhnlich. Viele Designer, Grafiker oder Agenturen arbeiten heute deutlich kleiner und flexibler als früher.
Das Ausziehen der Schuhe würde mich persönlich überhaupt nicht stören. Wenn die Büroräume im Wohnhaus liegen und dort alle auf Socken oder Hausschuhen unterwegs sind, ist das eher eine Eigenheit als ein Problem.
Worauf ich jedoch eher achten würde wäre, ob der Betrieb offiziell als Ausbildungsbetrieb zugelassen ist, gibt es einen Ausbildungsplan, wer betreut dich, wenn die Mitarbeiterin nicht da ist und bekommst du tatsächlich die Inhalte vermittelt, die für die Ausbildung wichtig sind?
Wenn diese Punkte geklärt sind, würde mich das Homeoffice-ähnliche Umfeld nicht abschrecken.
Und hinzu kommt, du suchst seit Monaten einen Ausbildungsplatz, hast bisher überwiegend Absagen erhalten und hattest bei diesem Gespräch offenbar ein gutes Bauchgefühl.
Das würde ich nicht leichtfertig beiseiteschieben.
Eine Ausbildung muss nicht perfekt wirken. Wichtig ist vor allem, ob du dort etwas lernen kannst und respektvoll behandelt wirst. Nach deiner Schilderung sehe ich dafür bislang mehr Anzeichen als dagegen.
Er hat sich richtig Zeit genommen und der Termin war auch am Freitagnachmittag, nachdem eigentlich schon dort Feierabend war. Die anderen Gespräche waren halt nur kurz und wenig ertragreich.

Das ich die Schuhe ausziehen musste fand ich schon etwas komisch. Sind ja in einem Beruf und das ich dann da jeden Tag auf Arbeit dann auf Socken/Barfuß laufen soll, weiß grad nicht. Wahrscheinlich gewöhnt man sich dran. Und als einzige Schuhe mitbringen möchte ich dann auch nicht.

Ja, das ist er. Er hat auch die Urkunde im Büro hängen, die er mir gezeigt hat und in den Unterlagen was er gezeigt war auch ein Ausbildungsplan dabei, den er mir erklärt hat.
 
Das ich die Schuhe ausziehen musste fand ich schon etwas komisch. Sind ja in einem Beruf und das ich dann da jeden Tag auf Arbeit dann auf Socken/Barfuß laufen soll, weiß grad nicht. Wahrscheinlich gewöhnt man sich dran. Und als einzige Schuhe mitbringen möchte ich dann auch nicht.

du könntest einfach Hausschuhe/Crocks tragen. das trängt in Kliniken ja auch das ganze Personal und die arbeiten auch wenn du dich dann besser fühlen würdest. Denke da kannst du dir schnell dein Wohlgefühl schaffen.
 

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