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Neustarts, Plan B und C

Keineidee

Mitglied
Hallo zusammen,
mich plagen aktuell einige Probleme und Zukuntfsängste und ich suche hier einfach etwas Anklang bei Menschen, denen es evtl ähnlich geht/ging, oder einfach Anregungen und neue Blickwinkel, um wieder in die Spur zu finden.

Meine Vorgeschichte in Kurz: Ich bin 36J und Vater von zwei Kindern (7 und 2). Im September habe ich mich von meiner Frau getrennt, da sie fremdging. Im Dezember zog sie aus unserer großen Mietwohnung aus und ich im Januar, seitdem betreuten wir die Kinder im Wechselmodell (Wöchentlicher Wechsel) bis zum heutigen Tag. Fragen zu Kinderbetreuung und Finanzen klären wir gemeinsam mithilfe einer Anwältin (Mediatorin).

Oktober und November standen für mich im Zeichen von "Sortieren" und Neuanfang.
Dezember und Januar standen dann im Zeichen von Umzug und Renovieren, was Kraft und Geld gekostet hat. Ich fühle mich in meiner neuen Wohnung aber inzwischen echt wohl, es liegt zwar etwas außerhalb und die Kinder müssen sich ein Zimmer teilen, aber das war es dann schon mit Kritik.
Parallel dazu startete zum 01.12. der neue Alltag aus der Arbeit (Volllzeit) und jede zweite Woche "alleinerziehend" zu sein.
Der Februar war dann der Monat zum "Ankommen" und die Wohnung fertig bekommen.
Ende Februar lernte ich dann meine jetzige Partnerin kennen (ebenfalls 36, getrennt und 2 Kinder mit 7 und 4 Jahren).
Die letzten drei Monate habe ich versucht, irgendwie mit diesem neuen Setting auf verschiedenen Ebene Fuß zu fassen und mir "mein neues Leben aufzubauen". Der große Schmerz von der Trennung und dem Betrug war nach/mit dem Umzug wirklich ganz gut verarbeitet. Der Alltag machte mir aber extrem zu schaffen: Der wöchentliche Wechsel von Junggeselle zu Alleinerziehend war leider nicht die erhoffte Erleichterung, ich renne meiner Energie einfach völlig hinterher. Im Job hab ich große Konzentrationsprobleme und laufe der Arbeitszeit hinterher: In den "Kinder-Wochen" schaffe ich nur 30-32h und fange die fehlende Zeit komplett vom Überstundenkonto ab. Das ist natürlich "endlich" und ich hatte keine Lösung dafür parat.
Abgesehen will ich meinen Kindern auch gerecht werden und Aufmerksamkeit schenken, den Kleinen (2) födern, der gerade anfängt, Sprechen zu lernen und der Große (7) der im Sommer eingeschult wurde..

Nun ändert sich gerade alles wieder grundlegend: Der Große hat deutlich geäußert, dass er Mama zu sehr vermisst und "nur bei Ihr" sein möchte. Wir haben uns jetzt im Mai unter einander verständigt, dass wir ab 01.06. in das klassiche Residenzmodell wechseln: Kinder zur Mama, dort ist der Lebensmittelpunkt und DAS zuhause, alle zwei Wochenenden bei mir..
Das musste ich als Papa erst mal verarbeiten, ist mir aber gelungen in den letzten Wochen. Und es löst das bisher unlösbare Problem mit Arbeit+Familie auf meiner Seite; ich selbst hätte nicht am Wechselmodell gerüttelt, aber da es klar im Interesse der Kinder ist, gehe ich diesen Weg mit.
Wie es dann ab übernächster Woche tatsächlich aussieht (wie es mir aber auch den Kindern geht), bleibt abzuwarten.

Hinzukommt aber nun echt Angst um alles, was ich mir hier jetzt gerade aufgebaut habe:
Ich musste bisher schon Unterhalt für die Kinder und Trennungsunterhalt für meine Ex zahlen. Zwar nicht in voller Höhe, aber das war mir bliebt, war zum Leben gerade genug. Ab 01.06. muss ich entsprechend den vollen Unterhalt zahlen, das ist gut das doppelte und selbst wenn ich optimistisch rechne, dass ich ja weniger einkaufen muss etc - es reißt jeden Monat ein Loch von mehreren Hunder Euro in meine Tasche. Für Juni und Juli haben wir mithilfe unserer Anwältin eine Übergangslösung, mit der das Loch nicht so extrem, wird, aber sollte meine Ex in dieser Zeit keinen Job finden (seit Mitte Februar arbeitslos) wäre ich im schlimmsten Fall bis zum Ende einer Scheidung voll Unterhaltspflichtig. Mit anderen Worten, die ganze Mühe der letzten Monate, das "Ankommen" und der Versuch eines Neustarts - alles kann ich in die Tonne treten und fange wieder bei Null an, bin schon wieder gezwungen "mein zuhause" aufzugeben und etwas "kleineres" = Billigeres zu suchen..

Ich bin eigentlich auf der Suche nach Normalität, Ruhe und Beständigkeit. Gerade, habe ich das Gefühl, wackelt komplett alles, selbst das was sicher geglaubt war, und es macht mir echt Sorgen. Es nimmt gefühlt einfach kein Ende.

Auf der Sonnenseite darf ich zumindest, aber ganz deutlich, meine Partnerin verbuchen. Sie ist ein unglaublich guter Mensch, wir passen extrem gut zu einander, gerade weil wir auch wissen, was wir von einer Beziehung wollen, wie es ist mit Kindern etc. und wir tun uns beide einfach nur bedingungslos gut. Unsere Kinder kennen sich auch schon ud kommen toll mit einander klar. Natürlich sind drei Monate noch kein großer Zeitraum, aber wir versuchen viel Zeit mit und ohne Kinder zu verbringen. Es ist echt super harmonisch und wir sind - auch über Meinungsverschiedenheiten hinweg - super in Einklang.
Wir hatte jetzt am Wochenende beide "Kinderfrei", also zwei volle Tage mit einander - heute früh habe ich sie noch heim gefahren und hatte die Zeit über schon ein komisches Gefühl. Sie bemerkte auch, dass ich etwas reserviert bin, ich konnte es aber nicht direkt "greifen". Inzwischen weiß ich einfach, dass es das ist, was ich hier beschrieben habe:
Heute wieder im Job sitzen und kaum was geschafft bekommen. Leistungsdruck von außen, aber auch von mir selbst.
Dann kommen die Kinder diese Woche wieder zu mir, ich freue mich zwar sehr, aber es schwingt direkt wieder die Schattenseite mit, dass diese Zeit das letzte Mal so sein wird - und eben auch beruflich wieder Stunden fehlen und das ganze meiner Leistungsfähigkeit nicht zuträglich ist.
Und dann der Gedanke, dass ich diesen ganzen Druck aushalten muss, meinen Ansprüchen bzgl Arbeit hinterherlaufe und dann in naher Zukunft reelle Angst habe, meine Wohnung und mein jetziges Leben so aufrecht halten zu können..

Die letzten Monate bestanden eigentlich nur daraus, in meine neue Zukunft Energie (und Geld) zu investieren und dafür zu kämpfen, dass das alles klappt. Jetzt stehe ich kurz davor, "alles wieder zu verlieren" und das lähmt mich gerade einfach immens.

Vielleicht habt Ihr ein paar Worte und GEdanken für mich, Erfahrungen die ihr teilen könnt oder auch Bewältigungsstrategien..

Ich freue mich gerade über alles!
 
Hallo, das ist wirklich eine Achterbahn, was bei Dir gerade los ist.

Wäre es Dir möglich, einen Kredit aufzunehmen, um die Monate bis zur Scheidung zu überbrücken?
Wann wäre die Scheidung, gibt es da ein Datum?

Schön, dass zumindest die neue Partnerin gut passt und Dir Kraft gibt.

Mit den Kindern wird sich das ja in Kürze für Dich etwas entspannen, so dass Du im Job wieder mehr powern kannst. Ob Du wirklich die Wohnung aufgeben musst, ist ja noch nicht sicher. Alles würdest Du ja nicht verlieren. Du hast noch Deine Kinder, Deine Partnerin, Deine Arbeit. Es ginge also "nur" um die Wohnung, was natürlich schlimm genug ist.

Wäre es für Dich eine Möglichkeit, Dir etwas zur Nervenberuhigung zu holen oder verschreiben zu lassen? Mir hat oft Nervenstark von Doppelherz geholfen, pflanzliches Beruhigungsmittel mit Lavendel und Melisse.

Es ist eine Durststrecke, aber es ist doch absehbar, dass sie etliche Dinge demnächst oder in mittelbarer Zukunft klären werden.
 
Ich finde es schön, dass ihr dem Wunsch eures Kindes nachkommt.

Dass du nach den Strapazen Ruhe und Frieden möchtest, verstehe ich gut. Leider schreibt das Leben Geschichte und oft kommt es anders als man denkt.

Rücke mal von dem Gedanken ab, dass du alles verlieren wirst. Du hast eine gute Partnerschaft, gesunde Kinder und dein neues Reich.
Wenn deine Finanzen nicht reichen und dir lediglich dein Selbstbehalt bleibt, könntest du z.B. Wohngeld beantragen.

Irgendwann sind die Kinder älter und deine Ex-Frau sollte dann wieder arbeiten. Vielleicht will ein Kind irgendwann doch wieder beim Papa leben. Alles kann sich verändern.
Jetzt hast du eine Durststrecke und zweifelst. Glaube an dich und konzentriere dich darauf, was du geschafft hast und was dir derzeit gut tut. Alles Gute!
 
Das ist eine Momentaufnahme lieber Keineidee, es wird sich auch hier eine Lösung finden.

Ich bin mittlerweile draufgekommen, wie ich mit innerer Unruhe und Daseinssorgen umgehen kann- ich zeige denen den Mittelfinger. Von wegen Untergang- du siehst ja selber, angebliche Wände sind keine, es geht weiter. Es gibt Lösungen, wie ihr das alles meistern könnt. Nach und nach werdet ihr ein Konzept erarbeiten, das sich stimmig anfühlt. Das geht am besten, wenn du gelassener und ruhiger auf deine Probleme hinschaust.
Dann ziehst du halt wieder um...dann siehst du die Kinder mehr in den Ferien...dann geht ihr mal bescheiden leben...dann verdienst du halt momentan mittelmässig...kannst viel nicht machen...was solls, schön leben geht dennoch... und wieder anders haben kann auch wieder kommen...
Niemand passiert etwas, ihr werdet das überleben, was gerade ansteht.
 
Hallo KeineIdee, aus dem, was ich so um mich herum an Trennungen erlebebt habe (Kollegen, Freunde), kann ich dir sagen: sind die Wohnungen nah beieinander, ist das für die Kinder sehr hilfreich. Denn sie werden auch dich vermissen und wenn sie dann, obwohl sie bei Mama wohnen, abends mal auf einen Kakao zu dir rüberkommen können, wäre das für alle eine gute Lösung. Also falls du nochmal umziehen musst, rutsch vielleicht etwas näher ran, wenn das möglich sein sollte.
Für einen Kollegen brach genau so die Welt zusammen wie bei dir. Er lernte dann auch recht schnell seine neue Partnerin kennen. Es war zwar nicht so kurzfristig geplant, aber sie sind dann doch ziemlich schnell zusammen gezogen, vor allem aus Kostengründen.
Dir alles Gute!
 
Hallo zusammen,
erst mal herzlichen Dank für Eure Nachrichten!!

Ich versuche mal auf die Punkte einzugehen:

Thema Scheidung: Die können wir erst Mitte September einreichen, wenn das Trennungsjahr auch vorbei ist. Ab da dauert die Scheidung an sich rund 9-12 Monate. (Ich war mal auf einem Info-Abend der Stadt zum Thema, daher habe ich die Infos.)
Das Ende ist also noch lange nicht in Sicht..

Juni und Juli werden quasi "Probemonate" für den Modellwechsel: Zum einen, was die Kinder angeht. Auch wie mein Ex mit der "Belastung" allein klar kommt. Und wie es bei mir finanziell am Monatsende aussieht.
Für diese zwei Monate haben wir uns mit der Mediatorin auf einen geringeren Untehalt geeingt, es fehlen mir dennoch 100-150€ je Monat. Müsste ich darüber hinaus ohne andere Verabredungen o.Ä. den vollen Unterhalt zahlen, fehlen mir monatlich rund 300-400€ und das ist schon knapp gerechnet..

Ende Juli besprechen wir, wie es danach weiter geht. Sollte meine Ex dann endlich eine Arbeit gefunden haben, wären die Karten eh neu gemischt - je mehr sie selbst verdient, desto weniger Trennungsunterhalt muss ich zahlen und komme eher in den grünen Bereich zurück. Der Kindesunterhalt bleibt unangetastet; müsste ich aber nur den zahlen, könnte ich hier wohnen bleiben. Ohne große Sprünge, aber ich könnte bleiben.
Bis Ende Juli beginnt nun halt so eine Wackelpartie.

Und ja, mich quält auch einfach der Gedanke, meinen beruflichen Werdegang gemacht zu haben, neben dem Enganegement im Familienleben seit dem ersten Tag und Sie bei Krankheiten unterstützt zu haben etc etc, all das - um jetzt (zum Glück) ohne Sie aber auch ohne die Kinder da zu stehen und mein neues hart erkämpftes Reich wieder räumen zu müssen, weil mir von meinem eigentlich tollen Gehalt nichts bleibt außer der "Selbstbehalt"..

Mit den Kindern wird sich das ja in Kürze für Dich etwas entspannen, so dass Du im Job wieder mehr powern kannst. Ob Du wirklich die Wohnung aufgeben musst, ist ja noch nicht sicher. Alles würdest Du ja nicht verlieren. Du hast noch Deine Kinder, Deine Partnerin, Deine Arbeit. Es ginge also "nur" um die Wohnung, was natürlich schlimm genug ist.
Ja ich versuche die zwei Wochen jetzt so gut es geht über die Bühne zu bringen und im Juni wird dann "alles anders".. Der Rahmen, für meinen Job, wird sich verändern und bessern, ich hoffe, dass es dann auch tatsächlich besser klappt..!
Ich habe halt echt Angst, dass irgendwann der Tag kommt, wo "auffällt" wie wenig ich überhaupt noch schaffe und der eh schon hohe Leistungsdruck mich komplett erdrückt.

Wäre es für Dich eine Möglichkeit, Dir etwas zur Nervenberuhigung zu holen oder verschreiben zu lassen? Mir hat oft Nervenstark von Doppelherz geholfen, pflanzliches Beruhigungsmittel mit Lavendel und Melisse.
Das hatte ich tatsächlich mal nach der Trennung ein paar Wochen eingenommen, aber keine Besserung bemerkt. Aber danke für den Hinweis, ich werde es jetzt einfach nochmal probieren, die Tabletten sind ja noch da und schaden zumindest auch nicht.


Rücke mal von dem Gedanken ab, dass du alles verlieren wirst. Du hast eine gute Partnerschaft, gesunde Kinder und dein neues Reich.
Wenn deine Finanzen nicht reichen und dir lediglich dein Selbstbehalt bleibt, könntest du z.B. Wohngeld beantragen.
Ich gebe zu, dass ich gerade nur schwarz sehe, aber ich komme da gerade auch nicht raus.
Alles, worauf ich die letzten 6 Monate hingearbeitet habe steht vor dem Aus: Meine zwei Jungs weg, ich bin nur noch der Wochenend-Papa, der ich nie sein wollte.. Ich komme dem Job nicht hinterher und habe Angst darum.. Der Job zahlt sich trotz allem für mich nicht aus, wenn ich nicht mal meine neue Wohnung halten kann.
Wohngeld könnte ich mal probieren, aber alle Onlinerechner (Land NRW oder Bund) sagen, dass mir keins zusteht.

Mir kam halt der Gedanke, mich damit anfinden zu müssen, die Wohnung jetzt schon wieder aufzugeben. Dann hätte ich es in meiner eigenen Hand, ob/wie ich finanziell hinkomme. Ja ohne die Kinder alle zwei Wochen für 7 Tage hier zu haben brauche ich keine 3-Zimmer und 80qm. Wäre aber ja dennoch toll, wenn sie "ihr Kinderzimmer", wie sie es bisher bei mir hatten, behalten könnten für die Wochenenden. Wenn ich in was Kleines mit nur 2Z ziehe, bleibt denen nur, auf der Couch zu schlafen und das komplette Spielzeug (Zimmer) wird total reduziert auf eine große Box im Wohnzimmer und das wars dann. Wenn die sich dann irgendwann nicht mal mehr an den Wochenenden bei mir wohl fühlen, kann ich es ihnen nicht vermiesen....

Ja ich sehe gerade einfach nur schwarz, aber so denke ich gerade darüber..


Ich bin mittlerweile draufgekommen, wie ich mit innerer Unruhe und Daseinssorgen umgehen kann- ich zeige denen den Mittelfinger. Von wegen Untergang- du siehst ja selber, angebliche Wände sind keine, es geht weiter. Es gibt Lösungen, wie ihr das alles meistern könnt. Nach und nach werdet ihr ein Konzept erarbeiten, das sich stimmig anfühlt. Das geht am besten, wenn du gelassener und ruhiger auf deine Probleme hinschaust.
Diese Gelassenheit fehlt mir leider. Ich bin da einfach zu unentspannt für, Meine Freundin ist auch so ein Typ - Probleme anpacken, wenn sie anstehen, vorher den Fokus auf was anderes richten. Ich versuche es echt, ich will ja irgendwie aus diesem Loch gerade heraus aber hab gerade das Gefühl, ich stecke emotional in Treibsand..
Hast Du Tipps für mich, wie ich dahin komme? Wie hast Du es geschafft?

Dann ziehst du halt wieder um...dann siehst du die Kinder mehr in den Ferien...dann geht ihr mal bescheiden leben...dann verdienst du halt momentan mittelmässig...kannst viel nicht machen...was solls, schön leben geht dennoch... und wieder anders haben kann auch wieder kommen...
Niemand passiert etwas, ihr werdet das überleben, was gerade ansteht.
Ja da hast Du Recht, vielleicht sollte ich mir das einfach irgendwie manifestieren.
Ein erster Gedanke dazu kam mir ja schon selbst: Die Wohnung gedanklich dran geben. Mir damit Freiheit und Luft "erkaufen"..

Hallo KeineIdee, aus dem, was ich so um mich herum an Trennungen erlebebt habe (Kollegen, Freunde), kann ich dir sagen: sind die Wohnungen nah beieinander, ist das für die Kinder sehr hilfreich. Denn sie werden auch dich vermissen und wenn sie dann, obwohl sie bei Mama wohnen, abends mal auf einen Kakao zu dir rüberkommen können, wäre das für alle eine gute Lösung. Also falls du nochmal umziehen musst, rutsch vielleicht etwas näher ran, wenn das möglich sein sollte.
Behalte ich mal im Kopf, auch wenn es mir monumental widerstrebt, mich dieser Unperson von Ex irgendwie zu nähern oder sonst wie zu begegnen. Ich bemühe mich um einen fairen und ordentlichen Umgang mit einander -bei allem, was es um die Kinder zu klären gibt - darüber hinaus will ich sie nicht wieder sehen müssen.

Für einen Kollegen brach genau so die Welt zusammen wie bei dir. Er lernte dann auch recht schnell seine neue Partnerin kennen. Es war zwar nicht so kurzfristig geplant, aber sie sind dann doch ziemlich schnell zusammen gezogen, vor allem aus Kostengründen.
Der Gedanke kam uns tatsächlich auch schon... Meine Freundin ist selbstständig, bewohnt mit den Kindern ein Haus zur Miete, welches ehrlich gesagt zu teuer für Sie ist, aber sie insb. für die Kinder halten will und außerdem ist es ihr "Traumhaus". Wenn ich das, was ich hier an Miete zahle einfach dort mit in den Haushalt stecke, würde wir zusammen ein prächtiges leben führen können. Rein von den Zahlen her macht es Sinn.
Ich habe aber nicht vor, so einen Schritt "aus der Not heraus" zu tun...Nach drei Monaten Beziehung schon zusammenziehen, puh, wer weiß ob das die richtige Entscheidung ist. Mir widerstrebt das eher, so etwas zu "überstürzen". Klar, kann man umgekehrt auch fragen, was bringt es einem noch ein Jahr zu warten. Evtl nochmal in eine neue, eigene Wohnung umzuziehen, wenn man sich beidseitig sicher ist, dass man das irgendwann doch will: Zusammen leben.
Es hängen dann aber noch andere Dinge dran: Ich bin in meine Wohnung gezogen und habe die renoviert und eingerichtet - auch mit vielen meiner Möbel, wie es mir gefällt. Ich komme dort in ein gemachtes Nest.
Und da nicht alles auf den Kopf zu stellen hängt an einer weiteren Sache: Ihre Kinder. Auch aus Rücksicht vor den zweien sollte so ein Zusammenzug nicht übers Knie gebrochen werden. Der Vater zieht gerade erst aus und ein paar Wochen später komme ich mit meinen Koffern da hinein.
Bei aller Verliebtheit und auch wenn die Zahlen ganz klar JA rufen, so viel Rücksicht und Zurückhaltung sollte man schon an den Tag legen, sich das richtig, richtig gut zu überlegen.
Ich wüsste nicht, was essentiell dagegen spricht. Vielleicht sollte es ja genau, haargenau so kommen, ein Wink vom Universum..
Dennoch habe ich Angst vor jeder Entscheidung, meine Wohnung hier verlassen zu müssen. Mein ZUHAUSE, meinen sicheren Hafen in stürmischen Zeiten. Wieder alles neu aufzubauen. Und in der Situation dann eine Entscheidung treffen, bei meiner Freundin mit einzuziehen..Finde ich ganz, ganz schwierig, da eine besonnene Antwort zu finden...
 
Auch aus Rücksicht vor den zweien sollte so ein Zusammenzug nicht übers Knie gebrochen werden. Der Vater zieht gerade erst aus und ein paar Wochen später komme ich mit meinen Koffern da hinein.

Nein, das wäre wirklich zu früh. Aber wenn du deine jetzige Wohnung ein Jahr oder so behalten kannst, sähe die Sache schon wieder anders aus.
 
Könntest du Unterstützung von deiner Familie bekommen?
Ich habe gerade mal nachgelesen, wieviel Selbstbehalt man in so einem Fall hat. Das ist ja total wenig, bei den heutigen Mieten viel zu wenig! Vielleicht gibt es ja doch die Möglichkeit, Wohngeld o.ä. zu bekommen.
 
Guten Morgen zusammen,
ich hing gestern echt in einem tiefen Loch fest und habe viel nachgedacht. Auch mich hier mal "auszulassen" und Eure Beiträge dazu waren sehr hilfreich - vielen Dank mal an dieser Stelle!

Heute stehe ich dem Thema etwas gelassener gegenüber..

Der Gedanke, die Wohnung aufzugeben, scheint sehr real zu sein aber ist nicht mehr so absolut abschreckend.. Eigentlich war es auch keine "Neuigkeit" mehr, mit der Unterhaltsrechnung unserer Anwältin wusste ich schon ein paar Wochen, was auf mich zukommt. Vielleicht war es der harte Wechsel von einem sorgenfreien Wochenende mit meiner Partnerin hinein zurück in den Alltag - und mein Blick fiel nur auf die Probleme.

Bisher im Wechselmodell zahle ich ja auch schon Unterhalt; die Wohnung ist zu halten aber im Monat kann ich mir praktisch nichts leisten. Die Miete ist der Dreh- und Angelpunkt.. Aber den jetzigen Wohnraum (3Z, 80qm, Stadtrand) kriege ich kaum günstiger.
Wenn wir nun das Modell ändern, ist es eine bittere aber logische Konsequenz, dass ich mir das einfach nicht mehr leisten kann. Es ist nicht schön, es ist nicht fair, aber ich lerne mich mit dem Gedanken anzufreunden.

Und selbst wenn in zwei Monaten die Rechnung anders aussieht und ich sie halten könnte: Hätte ich nicht mehr von meinem Job und Verdienst, wenn ich mich einfach verkleinere? Geld allein macht nicht glücklich, aber mir ein neues Leben aufzubauen um dann von der Hand in den Mund zu leben tut es auch nicht ewig.

Erst mal stehen aber die zwei Monate "Probezeit" an. Das Modell muss sich mit allen beteiligten einspielen und dann wird neu gerechnet bzw verhandelt..
Bis dies startet stehen diese und nächste Woche an - "durchhalten irgendwie" ist gerade angesagt.

Unmittelbar und alltäglich macht mir echt der Job Sorge.. Wie ich hier die Kurve kriegen kann, dass er mir vielleicht sogar wieder Spaß macht und keine reine Belastung darstellt und mit Druck verbunden wird. Kinder, Wohnung, hin oder her, die Arbeit ist in jedem Fall allgegenwärtig und die muss einfach besser laufen..

Dem Thema Wohnung nun gelassener gegenüber zu stehen ist zumindest eine Entlastung für den Moment. Der Kopf weniger damit beschäftigt und eher frei für anderes, akuteres.
Trotzdem fühle ich mich teils wie hirnamputiert, wenn ich vor dem PC sitze und sehe, dass ich nichts geschafft bekomme.. Und das ist ein Teufelskreis: Eh schon viel Leistungsdruck/Erwartungen, nichts geschafft bekommen, größere Sorgen, die wiederum lähmen..

Wenn Ihr Tipps oder Vorschläge für mich habt, wie ich dem entrinnen kann, gern her damit.
Auch jegliche andere Kommentare sind sehr willkommen! 🙂
 
Hast du eigentlich schon mal darüber nachgedacht, dich beruflich zu verändern und einen Job zu finden, bei dem - idealerweise - die Ansprüche niedriger, der Aufwand geringer und die Bezahlung höher ist? Ich formuliere bewusst so idealisiert, aber wenn schon ein Aspekt zuträfe, könnte dich das doch auch schon entlasten. Es gibt in solchen Beziehungskonstrukten ja immer mehrere Stellschrauben.

Wann immer du etwas zum Job geschrieben hast hab ich das als sehr belastet und wenig erfreulich empfunden. Vielleicht würde dir das ja neuen Schwung und auch eine neue Perspektive geben.
 

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