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Studium mit 32 und riesigen Lücken im Lebenslauf

detroit293

Neues Mitglied
Hallo zusammen

habe hier gerade nen ähnlichen Beitrag von wem gelesen und dachte ich versuchs hier Mal.

Vorab bitte ich drum maßvoll zu kommentieren, ich bin in einer schwierigen Lage und Kritik kann für mich ausschlaggebend wirken.

Ich bin jetzt anderthalb Jahre arbeitslos, habe davor anderthalb Jahre Zeitfirma - Produktionsjobs der niedrigsten Sorte - hinter mir. Ausbildung vor ca 5. Jahren abgebrochen (Vermesser) wegen Augenproblemen (welche erst vor 3 Jahren diagnostiziert wurden) die seitdem aber wieder besser geworden sind. Studiengänge habe ich auch schon zwei abgebrochen. Den ersten wegen Depressionen, den zweiten wiederum wegen den Augenproblemen. Das war beides vor der Ausbildung.

Viel mehr findet sich im Lebenslauf auch nicht. Außer mein relativ gutes Abi (guter einser) und ab und zu ein Mini/Teilzeitjob.

Ich spiele mit dem Gedanken etwas zu studieren, das mir gefällt. Da die Aussichten dafür nicht rosig sind (Literatur, Anglistik, PoWi, vielleicht Geschichte) würde ich in Richtung Wirtschaft gehen und nen 2Fach Bachelor anpeilen. So denke ich mir, kann ich wenigstens irgendwo Excel Tabellen bearbeiten und wenn ich Glück hab doch noch mal in einen Verlag oder so reinkommen. Wenigstens aber habe ich ETWAS - und muss keine Kartons mehr zusammenfalten zur Wechselschicht.

Nun - wie schätzt ihr meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt überhaupt ein? Wenn ich fertig bin, selbst mit BAFÖG, wäre ich 36. Bachelor. Ohne BAFÖG halt wahlweise länger. Ende dreißig.

Ne Ausbildung will ich nicht machen, weil es mir zu speziell ist. Kaufmann für, Spedition, Fachwirt bei LIDL, Industrie, oder Steuerangestellter, Rechtspfleger - all das empfinde ich als einengend weil ich dann in der Branche bleiben muss. Ich will aber Freiheit haben zu wechseln, nicht für immer festgelegt sein. Mit einem Studium denk ich, würde ich mich breiter bewerben können, überall wo ein Bachelor in BWL eben gefragt ist.

Daneben spiele ich mit dem Gedanken, komplett rational zu werden und Data Science als 1 Fach Bachelor zu machen. Vergleichsweise (zu Literatur, Anglistik oÄ) weniger Interesse daran, aber an allem anderen extrem viel weniger - und dann dafür ein sauberes Studium ohne Orchideen. Wäre das vielleicht sinnvoller?

Ich gehe im Moment oft in die BIB einer naheliegenden Uni um dort zu lesen. Es klappt wieder, nicht wie früher - jahrelang hatte ich durch Augenleiden Probleme mit Informationsverarbeitung. Das hat mir mein liebstes Hobby genommen, das Lesen. Das war vor 7 Jahren. Langsam kehrt meine Fähigkeit aber zurück.

Ständig falle ich wieder herunter und zweifele, und scrolle den Ausbildungsmarkt durch. Nur um nach 10 Minuten entnervt wieder diese Suche aufzugeben, die mich quasi seit 16 Jahren plagt. Es zieht mich immer zurück zum studieren.

Ich denke es ist, weil ich mir Freiheit davon verspreche. Die Freiheit, hauptsächlich, nicht an eine Branche gebunden zu sein. Oder die Freiheit, per Vitamin B im Studium in irgendeiner Firma als Werkstudent hängen zu bleiben, Leute im Semester kennenzulernen, zu networken, unvorhergesehene Chancen zu ergattern. Dies alles gäbe es mit einer Ausbildung nicht.

Ich wusste nie was ich werden wollte, hatte immer nur Interesse an Literatur und gewissen Künsten. Ich kann clever sein, und wenn ich mich auf was einschieße krieg ichs auch hin.

Nun, was meint ihr? Angenommen ich mache den Bachelor mit guten Noten, mache nebenher Praktika und alles was nötig ist, um mein CV auszubauen. Gibt es überhaupt Hoffnung? Würde ich überhaupt Praktika bekommen im Studium, mit so einem schlechten Lebenslauf? Oder ist es das beste, einfach eine ähnliche Richtung als Ausbildung einzuschlagen?

Vielen Dank für eure Hilfe.
 
Hallo zusammen

habe hier gerade nen ähnlichen Beitrag von wem gelesen und dachte ich versuchs hier Mal.

Vorab bitte ich drum maßvoll zu kommentieren, ich bin in einer schwierigen Lage und Kritik kann für mich ausschlaggebend wirken.

Ich bin jetzt anderthalb Jahre arbeitslos, habe davor anderthalb Jahre Zeitfirma - Produktionsjobs der niedrigsten Sorte - hinter mir. Ausbildung vor ca 5. Jahren abgebrochen (Vermesser) wegen Augenproblemen (welche erst vor 3 Jahren diagnostiziert wurden) die seitdem aber wieder besser geworden sind. Studiengänge habe ich auch schon zwei abgebrochen. Den ersten wegen Depressionen, den zweiten wiederum wegen den Augenproblemen. Das war beides vor der Ausbildung.

Viel mehr findet sich im Lebenslauf auch nicht. Außer mein relativ gutes Abi (guter einser) und ab und zu ein Mini/Teilzeitjob.

Ich spiele mit dem Gedanken etwas zu studieren, das mir gefällt. Da die Aussichten dafür nicht rosig sind (Literatur, Anglistik, PoWi, vielleicht Geschichte) würde ich in Richtung Wirtschaft gehen und nen 2Fach Bachelor anpeilen. So denke ich mir, kann ich wenigstens irgendwo Excel Tabellen bearbeiten und wenn ich Glück hab doch noch mal in einen Verlag oder so reinkommen. Wenigstens aber habe ich ETWAS - und muss keine Kartons mehr zusammenfalten zur Wechselschicht.

Nun - wie schätzt ihr meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt überhaupt ein? Wenn ich fertig bin, selbst mit BAFÖG, wäre ich 36. Bachelor. Ohne BAFÖG halt wahlweise länger. Ende dreißig.

Ne Ausbildung will ich nicht machen, weil es mir zu speziell ist. Kaufmann für, Spedition, Fachwirt bei LIDL, Industrie, oder Steuerangestellter, Rechtspfleger - all das empfinde ich als einengend weil ich dann in der Branche bleiben muss. Ich will aber Freiheit haben zu wechseln, nicht für immer festgelegt sein. Mit einem Studium denk ich, würde ich mich breiter bewerben können, überall wo ein Bachelor in BWL eben gefragt ist.

Daneben spiele ich mit dem Gedanken, komplett rational zu werden und Data Science als 1 Fach Bachelor zu machen. Vergleichsweise (zu Literatur, Anglistik oÄ) weniger Interesse daran, aber an allem anderen extrem viel weniger - und dann dafür ein sauberes Studium ohne Orchideen. Wäre das vielleicht sinnvoller?

Ich gehe im Moment oft in die BIB einer naheliegenden Uni um dort zu lesen. Es klappt wieder, nicht wie früher - jahrelang hatte ich durch Augenleiden Probleme mit Informationsverarbeitung. Das hat mir mein liebstes Hobby genommen, das Lesen. Das war vor 7 Jahren. Langsam kehrt meine Fähigkeit aber zurück.

Ständig falle ich wieder herunter und zweifele, und scrolle den Ausbildungsmarkt durch. Nur um nach 10 Minuten entnervt wieder diese Suche aufzugeben, die mich quasi seit 16 Jahren plagt. Es zieht mich immer zurück zum studieren.

Ich denke es ist, weil ich mir Freiheit davon verspreche. Die Freiheit, hauptsächlich, nicht an eine Branche gebunden zu sein. Oder die Freiheit, per Vitamin B im Studium in irgendeiner Firma als Werkstudent hängen zu bleiben, Leute im Semester kennenzulernen, zu networken, unvorhergesehene Chancen zu ergattern. Dies alles gäbe es mit einer Ausbildung nicht.

Ich wusste nie was ich werden wollte, hatte immer nur Interesse an Literatur und gewissen Künsten. Ich kann clever sein, und wenn ich mich auf was einschieße krieg ichs auch hin.

Nun, was meint ihr? Angenommen ich mache den Bachelor mit guten Noten, mache nebenher Praktika und alles was nötig ist, um mein CV auszubauen. Gibt es überhaupt Hoffnung? Würde ich überhaupt Praktika bekommen im Studium, mit so einem schlechten Lebenslauf? Oder ist es das beste, einfach eine ähnliche Richtung als Ausbildung einzuschlagen?

Vielen Dank für eure Hilfe.
Warum machst Du keine Ausbildung zum Steuerfachangestellten.
Danach stehen Dir alle Branchen offen und Du verdienst nicht schlecht.
 
Lebensläufe lassen sich in der Regel gut zusammenfassen, so bekommst du die Lücken in den Griff. Den Rest müsste man sich ansehen. Die Frage ist, warum die Ziele verhältnismäßig hoch gesteckt sind? Gegen eine Ausbildung spricht nichts, zumal viele danach trotzdem Job und Branche wechseln. Aber eine abgeschlossene Ausbildung macht sich im Lebenslauf immer gut. Was du danach machst, ist da eher zweitrangig.
 
Hallo,

wieso möchtest du mit dem Studium flexibel sein? Bis du fertig damit bist, kommt in ein paar Jahren sowieso die Rente 😂

Spaß beiseite! Suche dir einen Ausbildungsberuf im Handwerk, die von dir aufgezählten Berufe werden über kurz oder lang von der KI ersetzt.

LG,
SFX
 
Mit einem Studium denk ich, würde ich mich breiter bewerben können, überall wo ein Bachelor in BWL eben gefragt ist.

Aber BWL interessiert dich doch in Wirklichkeit gar nicht, kommt mir vor?
Wenn du unbedingt studieren willst, sollte es schon etwas sein, das dich begeistert. Sonst hältst du das gar nicht durch.

Gibt es keine Ausbildung in einem Bereich, der dir gefällt?
 
Lieber TE,
ich habe ebenfalls eine recht große Lücke im Lebenslauf. Aber das haben sehr viele und wenn du gut bist, in dem, was du später tun willst, spielt das weniger eine Rolle. Mache dich davon nicht so abhängig. Wichtiger ist, etwas zu finden, das dir gefällt und worin du deine Stärken einsetzen kannst.

Was sind denn so deine Stärken?

Ich habe selbst Linguistik und Philosophie studiert. Der Berufseinstieg ist damit in Medienbranchen etc. eher mäßig.
Heute, und ich bin fast 40 Jahre, studiere ich erneut. Und ich kann sehr viel Wissen aus meinem vorherigen Studium anwenden, was ich nie gedacht hätte bei Philosophie. Aber im Bereich Ethik ist dieses Vorwissen Gold wert.

Am Ende kann dir niemand sagen, was gut ist für dich. Das musst du für dich selbst herausfinden. 🙂

Viel Erfolg!

Ein kleiner Tipp noch: wenn du etwas tust, egal was, tue es stets mit Herz. Ich denke, dass dies auch das Erfolgsrezept der Japaner ist.
 
Nun, was meint ihr? Angenommen ich mache den Bachelor mit guten Noten, mache nebenher Praktika und alles was nötig ist, um mein CV auszubauen. Gibt es überhaupt Hoffnung?
Puhh schwere Kiste bei dir.
Hoffnung gibt es im Leben natürlich immer.
Leider kommt jetzt ein
ABER
Bleiben wir bei der Annahme.
Du schaffst den Bachelor mit guten Noten.
Dann hast du immernoch nen bescheidenen Lebenslauf und bist ca. 10-15 Jahre älter als andere die frisch mit dem Studium fertig sind. Wenn nicht sogar noch mehr.
Natürlich ist ein Bachelor immer noch tausendfach besser, als gar nichts in der Tasche zu haben aber die Unternehmen, werden wohl dennoch keine großen Luftsprünge machen, bei deinem Lebenslauf/Profil. Das muss dir schon bewusst sein.
Und das ist der Best Case.
Wer garantiert dir, dass du diese von dir angenommenen guten Noten überhaupt erzielst?
1 abgebrochene Ausbildung und 2 abgebrochene Studiengänge zeichnen halt schon ein gewisses Bild.
Entweder fehlt dir trotz vorhandenem Grips der Elan oder du bist einfach nicht so der, nett ausgedrückt "Lerntyp". Vielleicht auch beides.
Das lässt mich irgendwie daran zweifeln, dass du nun ein drittes Studium mit "guten Noten" bewältigst.

Ich habe übrigens die Erfahrung gemacht, dass es mit zunehmendem Alter eher schwerer statt leichter wird, sich überhaupt große neue Informationsmengen einzuprägen. Diesen Faktor darf man nicht unterschätzen. Dann kommt das mit deinen Augen noch on Top.

Ich rate dir das, was ich schon vielen anderen hier auch geraten habe.
Du hast Abi.
Such dir ne 0815 Ausbildung (egal als was) und schau das du die auf 2 Jahre verkürzt.
Dann hast du zumindest irgendwas in der Hand.
Danach kannst du immer noch irgendwas draufsetzen (Meister, Fachwirt, Betriebswirt, oder von mir aus ein Studium)

Alles andere klingt für mich, wenig realistisch, sorry.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Detroit: Warum soll das "nicht rosig" sein? Mein Sohn hat in einem Laden gearbeitet (Einzelhandelskaufmann; erweiterter RSA), der dann aufgrund des Todes des Chefs schließen musste.
Sein Kollege hat danach ein Studium an den BBS begonnen - ich wünschete, mein Sohn hätte diese Chance auch ergriffen...
Also verpasse du sie btte nicht.
 

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