Das finde ich interessant und möchte es mal aufgreifen.
1. Ich hab immer gedacht, dass es gerade in den neuen Bundesländern viel freizügiger zugeht und eben nicht nur in einer Stadt oder gar Großstadt, in der man ohnehin viel anonymer unterwegs sein kann und es dort so gut wie kein tratschende Nachbarschaft und missgünstig agierende Verwandten und Bekannten gibt, die in der Nähe wohnen, wenn man ein Leben abseits gesellschaftlicher Normen lebt?
2. Ja, wer unkonventionelle Lebensstile in Ruhe ausleben möchte ohne dabei auf Unverständnis zu stoßen, sollte vielleicht sein Leben von Anfang an so taktisch gestalten, dass er eben in solche Flecken dieser Erde umzieht und dort sein Leben gestaltet - weit genug weg von den missgünstigen Leuten in deren Umfeld er aufgewachsen ist.
3. In dem Zusammenhang kommt Studium, Ausbildung und Beruf auch nochmal eine ganz andere Bedeutung. Denn man kann sich ja dann auch ganz bewußt für eben jene Dinge in eben solchen Lebensumgebungen und Wohngegenden entscheiden.
4. Vielleicht nimmt so ja auch der Ein- oder Andere, der sich beruflich dazu entschieden hat, viel reisen zu wollen, genau dies als Mitgrund sich für seinen Beruf entschieden zu haben mit ins Kalkül?
So nach dem Motto: "Nach außen hin geb ich vor, auf wichtigen Geschäftsreisen zu sein, über Nacht genieß ich die Zweisamkeit mit meinen Affären. Kriegt ja eh Niemand mit. Genau deshalb lieb ich meinen Beruf ja so."
Man kann also durchaus sein Leben und die Orte in denen man leben möchte, taktisch schon frühzeitig durch Umzüge in entsprechende Orte so gestalten, dass die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass man dort sein Leben unkonventionell gestalten kann abseits gesellschaftlicher Normen und zwar unterschwellig so, dass seine konventionell lebenden Mitmenschen in der Heimat nichts davon mitbekommen.
Aber ist das dann Betrug gegenüber ihnen weil man dann zurück in der Heimat wieder schön mitspielt beim konventionellen Leben, damit es ja nicht auffällt um Streit und Unbehagen zu umgehen?
Deine Schwarz-weiß -Denke ist langsam nervig.
Du glaubst anscheinend, "unkonventionell" bedeutet, daß man gedankenlos durch sämtliche Betten vögelt, oder?
Aber das muss natürlich nicht so sein!
Für dich ist es z.B. schon fast ein Verbrechen, daß man sich als getrennt Lebender nach der Arbeit mal mit einer Frau trifft.
Für die allermeisten Deutschen ist das aber absolut nicht unkonventionell oder unnormal, sondern das Normalste von der Welt!
Und ich wette, daß es auch bei dir auf dem Dorf ein paar Geschiedene oder getrennt lebende gibt.
Die würden über deine Bedenken wahrscheinlich genauso fassungslos den Kopf schütteln, wie die User hier.
Unkonventionell sein bedeutet einfach nur, daß man das macht, was man als verantwortungsvoller Mensch machen kann und möchte, und sich nicht bei jedem Furz fragt, was denn bloß die Leute dazu sagen.
Du möchtest ja auch vieles, hast aber viel zu viel Angst vor irgendwelchen komischen Leuten, die du noch nicht einmal magst!
Und das ist etwas, was ich ziemlich absurd finde, und überhaupt nicht verstehen kann.
Viele User haben dich z.B. gefragt, warum du dir keinen Babysitter nimmst, damit du dich mal abends mit einer Frau treffen kannst.
Darauf hast du noch nie wirklich geantwortet, warum eigentlich nicht?
Und im Osten gibt's natürlich auch jede Menge Kaffs, wo Leute leben, die dort noch niemals rausgekommen sind.
Naja, und daß diese Leute alles andere als tolerant sind, kann man sich ja denken...
Aber auch da kann man sich fragen:
Will man sein eigenes Leben leben, oder das der Nachbarn?