Was ist denn hier das zugrundliegende Gefühl? Mal zurück zum Eröffnungsbeitrag:
Wir sind beide Mitte 40, sie hat zwei Kindern, Haus, Ehe, soweit alles ganz normal. Ich bin gewollt kinderlos. Leider hat sie sich vor einem Jahr einen Hund angeschafft, was dazu geführt hat, dass die Qualität der Freundschaft sich massiv verschlechtert hat in meinen Augen.
Die eine hat Mann, Kinder, Haus und nun auch Hund. Und die andere? Dazu lesen wir nichts.
Das zugrundliegende Gefühl wird schlicht Neid sein, verquickt mit einer Kränkung, weil man der anderen nicht so wichtig ist wie man es gerne wäre und wie es umgekehrt der Fall ist.
Und weil das Gefühl schwer ist sich einzugestehen, wird was konstruiert. Nicht absichtlich, aber dennoch so leicht zu durchschauen. Lange Sprachnachrichten finden viele nervig. Das könnte man einfach klar sagen. Stattdessen arbeitet man sich hier ab, vermutlich aus Angst, dass sonst von dieser Frau erwartbar gar nichts mehr kommt.
Ebenso konstruiert man rund um ein Schülerpraktikum irgendeinen Aufreger, der das eigene Gefühl irgendwie kaschieren und gleichzeitig erklären soll. Nein, all das ist nicht wichtig.
Wichtig ist, dass die andere all das hat, was sie nicht hat und gerne hätte. An das Märchen von den vielen anderen Freundinnen glaubt sie doch selbst nicht. Gäbe es dir, gäbe es irgendwas, wäre doch jede Minute für so einen Mumpitz eine zu viel.