Hallo
@Brillenschlange,
erst einmal großen Respekt für das konsequente Abgrenzen. Du klingst voll sympathisch und bodenständig.
Manipulatives Verhalten mit Wechsel von in den Himmel loben und Abwertung kenne ich aus meinem engen Umfeld sehr gut (auch wenn es hier nie eine offizielle Diagnose und erst recht keine Therapie gab)
Weder das „spontan Seelenverwandte“ noch die Schmähungen haben mit dir zu tun. Sich das Eine einzugestehen ist leichter als das Andere - gerade weil es so schön ist, Menschen zu finden, die zunächst so gut zu passen scheinen
Gleichzeitig bist du auch nicht dafür verantwortlich, dass sie sich selbst verletzt oder dass sie sich professionelle Hilfe holt. War sie schon einmal in Behandlung? Wenn nein, was hält sie davon ab.
Und fehlen dir aktuell andere soziale Kontakte oder bist du froh, wenn du etwas Ruhe findest?
Bei einem Bordi löst so ein Rückzug einen Panikanfall/existenziell empfundene Verlassensangst aus. Ohne therapeutische Begleitung können viele das super schlecht regulieren. Dir schreiben, dich anrufen ist eine Form von Druckabbau, damit es weniger weh tut.
Was ich machen würde: Sie kontaktieren, wenn du magst. Vielleicht auch einmal zurückrufen, aber nicht selbst dran gehen. Um zu demonstrieren: ich lass mich nicht drängen!
Ihr dann mündlich kurz und ruhig erklären, wie es dir geht, dass du nicht sauer bist und dass du dich wieder meldest. Dafür kannst du auch einen Zeitraum nennen: Lass uns doch Montag wieder telefonieren, ich verbringe gern Zeit mit dir und brauche jetzt etwas Raum für mich.
Und überleg dir einmal, was DU an der Freundschaft schätzt, das klingt für mich echt anstrengend.
Mein bester Freund zum Beispiel ist auch impulsiv, intensiv, meinungsstark und kann super ätzend sein… aber er ist loyal, mitfühlend, gerechtigkeitsliebend und hat ein großes Herz - manchmal ist es mir zu viel, da hilft nur n klares Zeichen.