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Brauche mal euren Rat: Beziehung verläuft merkwürdig

Wenn ich deinen Text lese, frage ich mich weniger, warum du noch kämpfst, sondern warum du dir so viel gefallen lässt.
Du beschreibst Bestrafung, Schweigen, Schuldzuweisungen, fehlende Einsicht und doppelte Standards. Das sind keine normalen Beziehungsschwierigkeiten, sondern klare Warnsignale.
Dein Argument, nicht aufgeben zu wollen, kann ich nachvollziehen. Aber Nicht-aufgeben bedeutet nicht, alles auszuhalten.
Eine Beziehung sollte anstrengend sein dürfen, aber nicht dauerhaft verletzend.
Ehrlich gesagt klingt es so, als würdest du eher an der Idee festhalten, überhaupt eine Beziehung zu haben, als an dieser konkreten Frau.
Alleinsein ist schwer, aber sich dauerhaft klein machen zu lassen, ist es auch.
Nicht jede Beziehung, die lange dauert, ist reif. Manche dauern nur so lange, weil einer zu viel trägt.
 
Du hast Angst, die Beziehung zu früh aufzugeben. Ich hätte er Angst, mich selbst schon viel zu lange aufgebenen zu haben.

Sie bestraft dich, wenn du was mit anderen machst? Und du lässt das mit dir machen? Da wäre ich so schnell weg, so schnell könnte sie gar nicht schauen.

Du schreibst, bei dir im Umfeld gäbe es "wenig Auswahl". Ich bezweifle das. Vor allem aber bezweifle ich, dass es besser ist, sich so behandeln zu lassen als einfach alleine zu sein.
 
Nach innen glaube ich tief verunsichert, frustriert und verbittert, das ist meine Erkenntnis.
Deine Schilderungen lassen vermuten, dass deine Partnerin ein ausgeprägtes Selbstwertproblem hat. Darum lösen z.B. ein abgesagtes Treffen oder ein Urlaub, den du ohne sie verbringst, gleich heftige Kränkungsgefühle aus. In ihrer Wahrnehmung bist du dann der "Täter", der an diesen negativen Gefühlen Schuld ist. In solchen Fällen sind Kontrollverhalten, Shit-Tests, Bestrafungen, Eifersucht und ewiges Drama leider Alltag. Du selber kannst das Problem nicht lösen, das kann nur sie selbst z.B. im Rahmen einer Therapie. Daher bleibt dir meiner Ansicht nach nur die Trennung.
 
Erst einmal vielen Dank für die Einschätzungen.

Das Verhältnis zwischen uns ist wirklich sehr sehr angespannt.
Ich habe schon gemerkt, dass mich diese Kritik anfangs belastet hat, später nur noch genervt, inzwischen habe ich abgeschaltet, sonst würde ich auch ständig in Streit mit ihr geraten und an die Decke gehen.

Diese Dauer-Kritik führte allerdings bei mir automatisch dazu, dass

- in mir eine Art emotionale Abnabelung passiert ist, bewusst oder unbewusst
- in mir eine gewisse Offenheit passiert ist gegenüber anderen Möglichkeiten und Frauen, auch wenn ich diese nicht nutze, spüre ich es einfach, dass mir der Verlust von ihr nicht mehr so weh tun würde oder manchmal sogar fast egal ist
- in mir ist aber auch eine sehr stark überwiegende Anziehung zu ihr, weshalb ich das nicht beende und irgendwie fühle ich mich punktuell sehr sehr wohl bei ihr, körperlich und auch abends, wenn es "mal" harmonisch verläuft.

Ich habe anfangs in meiner Wahrnehmung versucht, mein und unser Leben unter einen Deckel zu bringen. Ich habe allerdings während der Beziehung anfangs schnell gecheckt, dass wir leider wenig Gemeinsamkeiten im Alltag haben. Für Dinge, für die ich mich begeistere, interessiert sie sich nicht nur "nicht", sondern vielmehr redet sie die Dinge, die ich toll finde total schlecht. Beispielsweise begeistere ich mich für Literatur, sie hält Lesen für absolute Zeit verschwendung und unzeitgemäß. Hingegen sie ist ein Serienjunkee, was mir komplett egal ist, sie kann von mir aus Netflix gucken, bis die letzte Serie fertig ist. Ich kritisiere ihr Leben nicht, ihren Lifestyle, auch dass sie nicht wirklich gesund lebt, interessiert mich nicht, aber sie wiederum kritisiert permanent mich, mein Leben.

Anfangs hat mich das stark gekränkt, auch super wütend gemacht, es wurde und ist mir inzwischen total egal, was sie denkt und ich ziehe gnadenlos meine Hobbys durch. Zb neulich war ich auf einer Lesung, findet sie stinklangweilig, daher frage ich sie garnicht, ob sie mit will, sie warf mir dann vor, meinen Samstag Abend mit so einem Schwachsinn zu verschwenden, hin gegangen bin ich trotzdem. Sie war dann bis 5 Uhr Party machen in einem Club und erzählte mir wieviel Spaß das bereitet hat.

In diesen Momenten nabele ich mich komplett ab. Tags darauf dann verbringen wir einen tollen Spaziergang und schönen Abend, was mich wiederum bewegt, mit ihr zusammen zu bleiben.

Ich weiß, es klingt nach 10 Prozent oder weniger, ich halte mich innerlich auch immer noch an irgendwas fest, was sie mir gerade zu Beginn der Beziehung gegeben hat, ich weiß oft, dass das falsch ist und auch phasenweise richtig dumm, aber ich komme kaum raus aus der Schleife.

Wir leben natürlich in einem kleinen Ort, sehen uns auch so häufig im Alltag.

Manchmal kommen dann auch Versuche ihrerseits, dass wir gemeinsame Dinge zusammen entdecken, sie stößt das dann wage an, ich soll mich darum kümmern, dann höre ich aber nichts mehr von ihr. Zb neulich wollte sie mit mir hier ins örtliche Museum, sie weiß, mich interessiert das, "man könnte ja mal", höre ich dann, dann frage ich wann sie Zeit hat und Lust und dann wird darauf kaum mehr eingegangen, dann kommt immer wieder der Vorwurf, ich sei passiv, schlage nichts vor, und vieles mehr. Es nervt. Denn ich habe das Gefühl, sie will halbherzig und je konkreter es wird, desto gelangweilter, genervter gibt sie sich, so dass sie zwar genervt und gelangweilig Dinge mit macht, die ich gut finde, hinterher dann sagen kann, sie mache es ja mit, aber genau weiß, dass ich in diesem Stimmungsmodus keine Lust auf ihre Begleitung habe.

Derzeit fühlt es sich eher an, als hätte ich eine ungezogene Stief Tochter, die auf nichts Lust hat, alles schleifen lässt und mir die Schuld gibt, wenn was schief läuft, ich sehe derzeit überhaupt keine gleichwertige Partnerin auf Augenhöhe mehr und glaube, mein Bedarf, sie auch zb an den Weihnachtsfeiertagen oder Silvester zu Freunden mit zu nehmen, ist sehr gering geworden, zumal sie mit ihrer miesen Laune auch leider in der Öffentlichkeit nicht geizt.

Ja, je mehr ich nachdenke und meinen eigenen Text lese, frage ich mich, was mich hält, vermutlich die Angst, wieder jahrelang allein zu sein, das ist tatsächlich vermutlich der Grund.

Wir hatten eine Off Phase, in der weiß ich, dass sie auch mal aus Provokation oder Frust, diverse Plattformen angesteuert hat, ohne Resultat, ich glaube sie hat mit ihrer Art eine sehr abschreckende Art auf Männer, diese Art aber mir garnicht mehr so auffällt, da ich sie seit Monaten so kenne.
 
Sie macht dich zum Trottel, sie zeigt dich wegen angeblicher Vergehen ständig an, richtet über dich, manipuliert dich, gibt dir Tritte und du...??? Sie versucht das halt alles- du stehst hoffentlich drüber, gehst hoffentlich nicht drauf ein, lässt dich hoffentlich nie von solchem Gehabe von deinem Sattel werfen und zuckst hoffentlich mit keiner Wimper, wenn das jemand bei dir probiert.
Eigentlich wird hier ein Machtkampf ausgetragen. Wer gewinnt? Ihre Launen? Ihr Getue? Lass dieses nonchalant zerbrechen und nimm keine falsche Rücksicht drauf.

Also ich kann dir nur raten, dass du dir treu bleibst, wegen nichts und niemanden deine Werte aufgibst, auch wenn um dich herum geraunzt, gedroht, gewettert wird, sei erhaben darüber. Du hast ja ein gesundes und ein kräftiges ICH. Du bist ein Fels und Brandung kann dir nichts anhaben. Du bist ein gut verwurzelter Baum und kann man noch so rütteln dran, dann bleibst du stehen.

In diesem Sinne, leb gut und bleib wie du bist.

Sie wird nur gewinnen davon, wenn du klar bist und konsequent aufrichtig. Sie sieht in dir einen Deppen, bist du so einer? Sie denkt, du bist ein Kümmerling, wie kommt sie auf diese Meinung? Sie meint, mit dir kann man so umgehen, kann man das?
 
Ich kann mich den anderen nur anschließen @HansundFrans , das ist keine gesunde Beziehung, die auf Respekt basiert. Mir wird schon beim Lesen anders. Ich wäre schon bei dem kleinsten Kontrollversuch und diesem passiv-aggressiven Getue weg.

Du musst entscheiden, ob du dich dabei wohl fühlst, dich gerne verbiegen und bevormunden lassen willst. Sie wird aber versuchen, deine Grenzen immer weiter auszutesten, schließlich hat sie es bis hierhin schon geschafft.

Eine Beziehung sollte mMn immer eine Bereicherung und positive Ergänzung sein.
 
Das führte bei ihr schnell zu einem Bestrafungsmuster. Ich nenne ein Beispiel. Eines Samstags war ich bei meinen Eltern, half ihnen beim Hecke schneiden, es wurde später. Mein Fehler, ich habe nicht klar kommuniziert, dass es abends zu stressig wird, sich zu sehen, sondern schrieb ihr, dass wir besser nur telefonieren, ich kaputt bin und nicht mehr fahren möchte. Das war glaube ich der erste Konflikt, der dermaßen eskalierte (ihrerseits), dass ich diesen Menschen, also sie, komplett anders kennengelernt habe. An diesem Abend war sie dann kurzfristig in einem Tanzclub bis 5 Uhr, ich empfand das als spontane Bestrafung nach dem Motto:

War das deine Interpretation, dass das als Strafaktion zu sehen ist, oder sagte sie das?

Sie schickte mir dann Bilder von dem Abend, die mich erst morgens erreichten.

Besteht die Möglichkeit, dass sie dich teilhaben lassen wollte, informiert sein lassen wollte, dass es keinen Grund zur Sorge gibt?

Wir hatten daraufhin ein klärendes Gespräch. Einsicht oder Verständnis für meine Lage von ihrer Seite aus "Null". Es fielen Sätze wie "Du hörst mir nie zu", "Du verstehst mich nicht", "Du bist schuld" und die Opferrolle wurde eingenommen.

Kommunikation ist so eine Sache, da kann schnell etwas komisch werden.

Schau dir mal das 4-Ohren-Prinzip von Schulz von Thun an, Watzlawicks Geschichte mit dem Hammer.
Möglicherweise läuft da bei euch etwas schief?

Was hier steht, klingt mir mehr nach einem grundsätzlichen Kommunikationsproblem als nur auf diese Situation bezogen.

Ich merkte, dass die Kritik an mir und meiner Person massiv zunahm, ich bin gut trainiert, sie macht überhaupt keinen Sport. Trotzdem wuchs auf einmal die Kritik an meinem Aussehen, was ich bisher noch nie zu hören bekam, ich müsse dies mal besser trainieren und überhaupt meine Frisur, müsse meine Mode mal ändern. Müsse männlicher werden, also subtile Dauerkritik.

Hast du mal gefragt, wie es kommt, dass sie dich so sieht? Du nahmst das anfangs anders wahr, wie kommt es jetzt zu dieser Kritik?
Was ist der Auslöser?

Das sieht bei ihr dann aus wie passives Verhalten, also Schweigen, Vorwurf: "Mit dem machst du das, mit mir nicht".

Habt ihr mal darüber gesprochen, was sie sich wünscht?
Möchte sie gelegentlich mit einem Ausflug, einer Reise, mit irgendetwas von dir überrascht werden?

Oder wünscht sie sich, wie sie sagte, nur konkrete Vorschläge statt vager Ideen?
Ein (wiederholtes?) 'irgendwann mal machen' ohne konkrete Umsetzungsvorschläge ist nicht prickelnd, würde mich auch nerven.
Wie löuft das bei Unternehmungen mit anderen? Bist du da auch vage und passiv, kommt das von anderen, oder bist du da aktiver, mit Hand und Fuß?
 
Also mein Eindruck ist, es ist egal, was man macht, falsch.
Beim Lesen der Beschreibung habe ich mich an meine vorherige Beziehung erinnert gefühlt. In dieser Beziehung war ich auch meistens derjenige, der etwas falsch gemacht hat. Alles wurde kritisiert, selbst die Art, wie ich kochte, Geschirr spülte, das Fahrrad ins Auto lud oder eine Mineralwasserflasche aufmachte. Immer hieß es "Aber so macht man das doch nicht!"

Oder beim Planen von Wochenendaktivitäten: schlug ich etwas vor, war es das Falsche oder eine blöde Idee. Schlug ich nichts vor, hieß es, ich würde ja nie Eigeninitiative zeigen. Oder wenn ich von uns Fotos machte, kam die Kritik "Wie kann man denn so ein Foto machen? Das passt ja überhaupt nicht..." Und so weiter.

Das Ende der Geschichte war, dass ich mich innerlich im Lauf der Zeit immer stärker distanziert hatte und meine Freude an der Beziehung dahin schwand. Ich hatte irgendwann gar keine Motivation mehr, Zeit miteinander zu verbringen, weil es (für mich) stressig und auch oft demütigend war, vermeintlich an allem schuld zu sein und alles falsch zu machen. Irgendwann wurde ich dann verlassen mit der Begründung, ich wäre selber schuld und hätte mir das selber zuzuschreiben. Aber ehrlich gesagt war ich damals nach einer kurzen Reaktion des Entsetzens letztlich erleichtert, dass die Sache zu Ende war.
 

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