Was mich an deinem Beitrag nachdenklich macht, ist weniger das, was konkret passiert ist, sondern wie du es selbst bewertest.
Es wirkt auf mich, als würdest du die Schuld sehr groß machen, vielleicht größer, als die Handlung selbst. Das kann entlastend sein, weil man dann nicht über Entscheidungen sprechen muss, sondern nur über Gefühle. Aber genau dort würde mich der eigentliche Punkt interessieren.
Wenn tatsächlich kein körperlicher Sex stattgefunden hat, steht die massive Schuld, mit der du dich belastest, in einem auffälligen Missverhältnis zur Handlung.
Das wirft für mich eher die Frage auf, woher diese Schuld kommt und ob sie wirklich aus der Situation selbst entsteht oder aus etwas Tieferem.
Gleichzeitig schreibst du, dass dir bewusst war, dass du auf einem falschen Weg bist, bist ihn aber dennoch weitergegangen.
Das passt schwer zusammen mit der Vorstellung, völlig von Gewissensbissen gelähmt zu sein.
Vielleicht liegt der Kern deines Problems also weniger bei "was ist passiert?" als bei
"warum treffe ich Entscheidungen, die ich selbst kaum aushalte?"
Und warum richtet sich die ganze Aufmerksamkeit auf Schuld, statt auf dieses Muster.
Mich würde interessieren, ob du das ähnlich siehst.