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Scham

Bei mir hat das wunderbar funktioniert: mit Anfang 20 habe ich beschlossen, dass meine Marotten ganz allein mir gehören und ich nicht bereit bin, meiner Mutter so viel Einfluss auf mein Lebem zuzugestehen.

Das ist jetzt 35 Jahre her, mein Leben ist bunt und lustig - und hat exakt so viele Schönheitsflecke wie jedes andere Leben auch.

Liebe @Schattenschirm, niemand hat gar keine Probleme, das gibt es nicht. Wenn du um dich herum nur Rama-Familien wahrnimmst, hast du entweder blinde Flecke oder bei euch ist "der schöne Schein" einfach Usus und keiner lässt hinter seine Fassade gucken.

Ich habe eher die Erfahrung gemacht, sobald man näher hinsieht, hat jeder Mensch irgendwas am Hals, was immens unerfreulich ist. So ist einfach das Leben, eine ewig währende Problemlösungsstrategie.
Danke für deine Nachricht. Ich fürchte auch, dass das ein Grund ist, warum ich mich in meinem Umfeld nicht wohlfühle: Probleme werden überspielt, alles ist immer in bester Ordnung, keiner darf hinter die Fassade sehen, immer schön den Schein waren. Und so bleibt jeder allein.
Vielleicht bin ich aber auch wirklich das schwarze Schaf in der Rama-Welt. So oder so möchte ich mich davon distanzieren lernen.
 

Hallo Schattenschirm,

schau mal hier: Scham. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Ist das denn so wichtig zu wissen wie sie entstanden sind? Es reicht, dass dir bewusst ist, dass du negative Glaubenssätze hast und diese in Gedanken stoppen oder zumindest neutralisieren kannst. Was willst du denn in der Vergangenheit runwühlen, die du ja eh nicht mehr ändern kannst, um dich dann womöglich an noch mehr Verletzendes zu erinnern das dich erneut runterzieht.

Versuch doch vom Jetzt auszugehen. Du schämst dich wenn du mit anderen an einem Tisch sitzt weil du dich schlecht fühlst sie mit deiner Anwesenheit belästigen zu müssen und du ihnen auch noch den Sauerstoff wegatmest? Stoppe solche Gedanken augenblicklich, denke sie gar nicht erst zu Ende und sage dir stattdessen: "Ich habe verdammt nochmal das gleiche Recht wie alle anderen hier zu sein. Wenn sie mich nicht dabei haben wollen, müssen sie es mir schon ins Gesicht sagen!"
Das hast du wirklich gut geschrieben!
Ich denke auch, daß gerade in Therapien zuviel Wert darauf gelegt wird, immer wieder schlimme Dinge aus der Vergangenheit zu erzählen.
Weil ich eher die Erfahrung gemacht habe, daß das viele Klienten eher noch trauriger macht, und sie manchmal dann sogar glauben, mit ihrer traumatischen Vergangenheit könnte es ihnen eh nie mehr besser gehen...

Natürlich muss man in einer Therapie auch die Vergangenheit thematisieren, das ist klar, aber doch nicht andauernd!
ICh finde, es sollte von Therapeuten viel mehr darauf hingewirkt werden, daß man eben nicht in der Vergangenheit stecken bleibt, sondern der Fokus sollte auf der Gegenwart und Zukunft liegen, darauf sich weiterzuentwickeln, und darauf, daß es einem besser geht.
Also darauf, ein gesundes oder zumindest annehmbares Selbstgefühl zu entwickeln, zu akzeptieren daß man nicht perfekt sein muss, um gemocht zu werden, und sich nicht mehr für seine vermeintlichen Unzulänglichkeiten zu schämen...

Viele Psychotherapeuten werden da wohl anderer Meinung sein, aber es ist m.E. ein Irrglaube, daß man sämtliche traumatischen Erlebnisse von früher quasi mehrmals durchleben und durchsprechen muss, damit man sich in der Zukunft besser fühlen kann.
 
In den Büchern zu dem Thema steht auch, dass die Isolation alles verschlimmert. Nur muss man überhaupt mal Menschen finden, die authentisch sind und interessiert an tieferer Freundschaft.
Allein sein ist sicher nicht gut!
Aber das merkst du bei den Leuten ja auch nicht immer gleich man muss manche schon besser kennen damit man weiß ob das was wird mit der Freundschaft!!
Aber es war okay, ich hatte eine festere Mauer um mich aufgebaut und konnte so tun al täten die Kommentare nicht weh. Da wurden es auch nicht mehr mehr.
Das kenne ich auch!
Man glaubt jeder will einem was Böses!
Das habe ich auch schon einige Male versucht, es gibt Phasen, da klappt es einigermaßen. Aber ich kann es nicht lassen, zu sehen, dass in meinem ganzen Umfeld niemand mollig ist.
Ja bei mir auch nicht!😳
Ich hab damals gedacht ich bin die einzige und es ist mein Fehler dass ich so bin!
Und heute schaue ich mir auch die anderen Leute an!
Und dann kommst du drauf es gibt Ur viele mollige oder dicke Frauen. Und genug sind auch total selbstbewusst!😳
Das ist wie wenn man der Scham den Stinkefinger zeigt und genau so wäre es richtig.
Ja aber dafür hab ich auch gebraucht bis ich 28 war und dann hab ich es nicht einmal selber geschafft!😝
Meine Schwester hat oft genug auf mich eingeredet und ich hab’s trotzdem nicht kapiert!
Ich hab’s erst geschafft durch meinen ersten richtigen Freund!!☺️
Ein ganz junger Kerl der mich auf einmal angebaggert hat, noch dazu in einer ganz blöden Situation!! Und ich hab gedacht was willst du denn von mir (weil ich ja hässlich bin!!😟) und dann hat der gesagt dass er mich hübsch findet und dass er mich kennen lernen will!!!!😵‍💫
Und er hat mir dann so oft gesagt dass ich super aussehe und er mich sexy findet bis ich es irgendwann selber geglaubt habe!!😘
Mha war das köstlich zu lesen, deine Schwester mit abgeklebter Brille Spaß und Gaude, dat darf man net!!!! Doch, dat darf man... 😆🤣👍👍👍👍
Ganz bestimmt hat sie auch blöde Sprüche gehört und weil sie trotzdem lustig blieb, muss man sich fragen, wer ist der Klügere? Der, der sich schämt sicher nicht.
Ich hab das damals echt nicht kapiert wie sie damit so cool umgehen konnte??
Sie hat nur gesagt ist doch egal 😝 erstens ist sie es ja eh schon von früher gewöhnt und es geht halt nicht anders also was soll sie machen…?🤓
Ja und sicher gab es dauernd blöde Sprüche vor allem von den hübschen Mädchen die neidisch waren weil sie trotzdem bei den Jungs beliebt war!!🤪
Aber sie hat mir auch als Vorbild viel geholfen!
 
Aber sie hat mir auch als Vorbild viel geholfen!

Bei mir war/ist es eh nicht anders- so nach und nach lernte ich dazu und lern immer noch.
Einen dicken Knutsch an dich, weil du heute auch so ein Vorbild bist. Deine zukünftige Tochter, oder sonst alle, die mit dir zu tun haben werden, die wirst du sicher beeinflussen, mithelfen, dass auch sie es so sehen, wie du heute.
 
Doch, ich taste mich bei Bekannten vor, ob sie Ähnliches erleben, bekomme aber nur Mitleid und Unverständnis. In meiner Nachbarschaft ist extrem heile Welt. Alle haben, was sie wollen, Haus, Karriere, Freunde, so viele gesunde Kinder, wie gewünscht, ... Ich kenne eine Familie, wo der Mann starke psychische Probleme hat, aber irgendwie hat das auf nichts Einfluss, obwohl er ein Jahr nicht arbeiten konnte, hat das finanziell kein Problem dargestellt. Als er mehrere Monate in der Klinik war, hat die Frau gestresst aber fröhlich alles allein geschaukelt. Sie erzählte dann immer lachend, dass es schon manchmal anstrengend sei. Ihre Kinder haben keine Probleme in der Schule, usw. Und jetzt geht's ihm auch wieder gut, grad haben sie 4 Wochen (Sommerferien) Urlaub in Italien gemacht. Wir hatten eine hohe Steuernachzahlung.

Ich habe mich ja hier angemeldet mit der Hoffnung, mal andere Menschen zu finden, die ebenfalls Schwierigkeiten zu meistern haben.

Wenn ich das lese, stelle ich mir vor, dass Du irgendwo am Orts-/Stadtrand in einem Neubaugebiet lebst oder so ähnlich, wo zumindest nach außen heile Welt ist?
Ich selbst wohne ganz anders (Mietwohnung in Berlin, eher soziales, linkes Umfeld) und könnte so, wie du es beschreibst, auch nicht glücklich/ zufrieden sein. Die Menschen um mich herum (so viele sind es nicht) haben auch alle eigene Themen und wir sprechen offen darüber, was mir sehr gut tut. Mit Menschen, die zu doll heile Welt leben/ spielen komme ich auch nicht wirklich klar.
Exakt die gleiche Assoziation hatte ich. Irgendwie Einfamilienhaus-Idylle und das Wichtigste ist der Schein.

Glaub mir, die haben ihre Probleme, auch schwere. Dieses "Schein wahren" um jeden Preis macht mir solche Wohngegenden maximal unsympathisch. Und die Leute gleich mit.

Kannst Du nicht irgendwohin, wo die Leute mehr bei sich sind?
 
Vielleicht bin ich aber auch wirklich das schwarze Schaf in der Rama-Welt.
Nein, das bist Du nicht. Denn es gibt keine Rama-Welt.

Wenn, dann leben die anderen in einer Fantasie, in einer Parallelwelt. Ich würde ja sagen, dass man gesünder ist, wenn man sich spürt, bei sich selbst ist und an sich und den Problemen verzweifelt, als wenn man in einer Fantasie lebt, in der vor allem zählt, was andere denken, wie was aussieht, welche Meilensteine im Leben zur rechten Zeit zurückzulegen sind und dann das Ganze nach außen zu performen, egal, wie die Realität aussieht.
 
Hat denn sonst noch jemand Erfahrung mit Scham?
Hallo.... beim Lesen deiner Beschreibung erkenne ich mich selbst auch wieder. Dieses Gefühl des Nicht-Richtig-Seins, und des sich dafür Schämen-Müssens, das ist mir auch bekannt.

Früher, als Jugendlicher, war das ganz schlimm bei mir. Ich schämte mich für mein Aussehen, meine Kleidung, mein Ich-Sein. Ich hielt mich für komplett falsch, und das wurde auch bestärkt, weil man mir oft Vorwürfe gemacht oder mich ausgelacht hat.

Im Lauf der Jahre hat sich das Gefühl abgeschwächt, aber ganz weggegangen ist es nie.
 
Vielleicht bin ich aber auch wirklich das schwarze Schaf in der Rama-Welt. So oder so möchte ich mich davon distanzieren lernen.
@weidebirke hat recht: es gibt keine Rama-Welt. Wenn du die Möglichkeit hast, näher hinzuschauen, würdest du sehen, dass die Rama-Welt von unten übel schwarz schimmelt.
Weil Menschen, die ihre Probleme deckeln und sie zugunsten des schönen Scheins unter den Teppich kehren, die nicht lösen.
Ein Teil der Lösung ist oft, Probleme einfach zuzulassen und offen anzusprechen.
Jeder Mensch hat welche, auch wenn sie vielleicht unterschiedlich schwer sind.

Du kannst es am Beispiel der Familie sehen, die ihren Vater/Mann in der Psychiatrie hatte: das war ganz sicher ein Riesenproblem. Und es ist naheliegend, dass es auch Folgeprobleme hat, anders als ein gebrochenes Bein, was dann einfach wieder heil ist, hat das sowohl einen langen Vorlauf als auch einen Rattenschwanz an Arbeit hintendran.
Du siehst die immer noch als Rama-Familie.
Vielleicht hast du da auch einen blinden Fleck in der Wahrnehmung oder vielleicht gehen die Leute ganz offen damit um, aber eben nur mit Menschen, die ihnen nahestehen...keine Ahnung.

Wahrscheinlich kommt man anderen Menschen am ehesten nahe, wenn man sich selbst als fehlbar und verunsichert, eben als echter Mensch gibt.
 

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