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Warum wird der Mehrheitswille beim Gendern nicht beachtet?

Ich bin anderer Meinung. Es ist nicht gerecht. Warum soll jemand büßen für die Taten derer, die vor einem da waren? Das ist für mich dieselbe Logik, wie wenn man erklärt, dass Rassismus gegen Weiße ok ist, die haben ja schließlich so lange die Sklaven gehalten. Wenn man Gleichberechtigung will, dann sollte man die selbst auch leben. Durch diese Herangehensweise gibt es nur mehr Konflikte als Lösungen.
Richtig.
Hier wird in meinen Augen Rache mit Gleichberechtigung verwechselt.

Es ist der typische Klassengedanke von linker Ideologie. Deswegen findet man die meisten Befürworter von Gleichmacherei und Gendern in der linken politischen Ecke.

Die Idee:
Erstmal werden Menschen in Klassen aufgeteilt, z.B. hier Frauen und Männer.
Dann wird eine Konkurrenzsituation stilisiert: Frauen VS Männer
Anschließend folgt der Gedanke, dass man der Feindseite schaden muss, weil das der eigenen Seite hilft.
Im linken Denken gibt es dabei keinen Platz für Individualität. Er jemand eine Frau 1950 in Somalia oder eine Frau 2025 in Deutschland ist, ist egal, es bleibt die "Klasse" Frau.
Klassenkampf funktioniert am besten durch Vereinfachung und ein "wir gegen die".
Deswegen ist dein Hinweis @Trixie absolut richtig, ist im kämpferischen Klassendenken aber nicht vorhanden.

Es ist nicht vorhanden, dass es auch Benachteiligungen für die andere Seite (=Männer) gibt, denn das ist ja die Seite gegen die man kämpft. Es ist nicht mal ein Funke Verständnis dafür vorhanden, dass beim Gendern die generell Erstnennung der Frau auch als Ungleichbehandlung (gegenüber dem Mann) verstanden werden kann.

Dein Rassismus Beispiel ist wunderbar passend, denn auch hier gibt es Menschen, die einen Rassismus gegen Weiße für kategorisch unmöglich halten. So wie im Klassendenken "Frau VS Mann" Manche jede Benachteilung eines Mannes entweder ausschließen oder sogar als, wie hier geschehen, gut und gerecht deklarieren weil das Pendel mal in die andere Richtung ausschlägt.

Ich hasse diese Sichtweise zutiefst, weil sie mir meine Individualität abspricht. Sie steckt mich in den Topf mit allen Männern von überall und aus aller Zeiten. Sie reduziert mich zum Feindbild und zu allem, was man meiner "Klasse" negatives zuschreiben kann.
Richtig: Warum sollte ich für das tun was Männer vor 100 Jahren getan haben? Aber noch weiter: Warum soll ich selbst für das büßen, was andere Männer heute tun?

Ich bin ein Individuum! Er erwarte gerecht behandelt zu werden. Und nicht in die linken Klassentopf gestopft und dann benachteiligt zu werden weil ich zufällig ein Geschlecht X habe.
 
Und wie ist es bei Mörderinnen und Mörder?
@Portion Control findet ja z.B. Mörder würde nur Männer meinen 🙂
Nochmal: schau in den Duden.
Kleiner Tipp: Steht dort "maskulin" bedeutet das die "männliche Form".

Wir können es aber auch stark vereinfachen.
Bei "Mörder" steht das gleiche wie bei "Arzt".

Wir verzichten also auf "Mörderin" sowie auf "Ärztin". So passt es doch dann!
So wenig gendern wie möglich. 👍
 
Das beschrieb ja auch nicht den Ist-Zustand, sondern war ein hypothetisches Zukunftsszenario. Ich hoffe doch sehr, dass sowas nicht irgendwann mal tatsächlich Realität wird...
Das ewige Gleichstellungsgericht tagt bereits, und auch du wirst dort die Zahl deiner nicht gesetzten Sterchen, Doppelpunkte und Binnen-I bekennen müssen. Die Strafen sind der Sache angepasst. Du wirst zu einem ewigen Volontariat bei der Fahrradbeauftragten der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern verurteilt 😉
 
Dass jemand übersehen oder benachteiligt wird, ist aber doch nicht so, wenn alle mitgemeint sind. Und von Letzterem kann man heutzutage ja wohl ausgehen.
Na klar, alle sind mitgemeint – so wie „der Kunde ist König“ ja auch für Königinnen gilt. Merkt man nur oft nicht, wenn nur der König auf dem Plakat steht.
Warum immer diese Empfindlichkeiten und dieses Argwöhnen, dass man eventuell vielleicht ja doch nicht mitgemeint sein könnte?
Wie schon gesagt: Du als Mann kannst das schwer nachempfinden – du wirst in der Sprache nie ausgeklammert.

Stell dir mal vor, du lebst in einer Welt, in der man dich ständig für eine Frau hält. Alles ist in der weiblichen Form: „Kundin“, „Ärztin“, „Bürgerin“. Und du sollst dich einfach mitdenken.

Ich wette, der Aufschrei wäre groß – und zwar völlig zurecht.

Da stimme ich dir weitgehend zu... Letzteres würde ich allerdings überhaupt nicht als "Geschlecht" bezeichnen.
Es ist auch keins. Aber mich nervt es, wenn User mit so einem Quatsch wie "Es gibt ja auch 100 Geschlechter" daherkommen.
Nein, die Auswahlmöglichkeiten von diversen Plattformen sind keine Geschlechter.
Es gibt biologisch nur Mann und Frau (und medizinische Sonderformen, die aber niemanden interessieren).
Aber naja, lassen wir das lieber. Bloß nicht schon wieder Diskussionen über dieses Thema... ^^
Doch.
Das Thema heißt hier nun Mal Gendern.
 
Es ist der typische Klassengedanke von linker Ideologie. Deswegen findet man die meisten Befürworter von Gleichmacherei und Gendern in der linken politischen Ecke.
Interessant, dass Gendern und Gleichstellung auf einmal zu einem Klassenkampf werden, wo Männer die Opfer sind. Und ich dachte immer, wir reden hier nur über bessere Anreden und Respek?
Die Idee:
Erstmal werden Menschen in Klassen aufgeteilt, z.B. hier Frauen und Männer.
Dann wird eine Konkurrenzsituation stilisiert: Frauen VS Männer
Anschließend folgt der Gedanke, dass man der Feindseite schaden muss, weil das der eigenen Seite hilft.
Im linken Denken gibt es dabei keinen Platz für Individualität. Er jemand eine Frau 1950 in Somalia oder eine Frau 2025 in Deutschland ist, ist egal, es bleibt die "Klasse" Frau.
Klassenkampf funktioniert am besten durch Vereinfachung und ein "wir gegen die".
Deswegen ist dein Hinweis @Trixie absolut richtig, ist im kämpferischen Klassendenken aber nicht vorhanden.
Stimmt, alle linken Ideologien sind total einfach gestrickt: Erst Klassenkampf, dann Männer gegen Frauen. Ganz so, als wäre die Realität jemals so simpel. Von dir hätte ich etwas mehr Substanz erwartet.
Es ist nicht vorhanden, dass es auch Benachteiligungen für die andere Seite (=Männer) gibt, denn das ist ja die Seite gegen die man kämpft. Es ist nicht mal ein Funke Verständnis dafür vorhanden, dass beim Gendern die generell Erstnennung der Frau auch als Ungleichbehandlung (gegenüber dem Mann) verstanden werden kann.
Ja, wer soll dann deiner Meinung nach wann genannt werden?
Und wieso steuerst du der Tatsache, dass irgendjemand als erstes genannt wird, so viel Bedeutung zu? Warum soll/muss der Mann jetzt konkret als erstes genannt werden?

Ich bin ein Individuum! Er erwarte gerecht behandelt zu werden. Und nicht in die linken Klassentopf gestopft und dann benachteiligt zu werden weil ich zufällig ein Geschlecht X habe.
Ach, lass diesen ‚Ich bin doch kein Teil von irgendwas, ich bin ein Individuum!‘ – Unsinn.

Inwiefern wirst du jetzt benachteiligt, wenn man "Kolleginnen und Kollegen" sagt?
Ist "Kollegen und Kolleginnen" besser? Wenn ja, warum?
Ist "Kollegium" besser?

Irgendwie viel Geschreibe, aber keine wirkliche Aussage.
 
Stell dir mal vor, du lebst in einer Welt, in der man dich ständig für eine Frau hält. Alles ist in der weiblichen Form: „Kundin“, „Ärztin“, „Bürgerin“. Und du sollst dich einfach mitdenken.
Wie das Wort heißt ist doch egal, es handelt sich lediglich um eine Aneinanderreihung von Buchstaben.
Die Frage ist vielmehr was man sprachlich damit seit jeher verbunden hatte.
Bei "Kunde" hatte sich früher schon immer auch jede Frau angesprochen gefühlt.

Jetzt überall "Kundin" für beide Geschlechter einzuführen passt hingegen überhaupt nicht, da die entsprechenden Begriffe seit Jahrzehnten feststanden. Eine Erweiterung als Kundin für Frauen, ist dagegen unproblematisch.
 
Mit den "Studien" meinst du wohl dein eigenes Empfinden? Zumal du und ich das sowieso gar nicht richtig wahrnehmen können, weil wir Männer sind und wir sprachlich in der Regel angesprochen werden.

Dass viele beim Wort „Mitarbeiter“ auch Frauen mitmeinen, heißt nicht, dass sie auch mitgedacht werden. Die Studien zeigen eben, dass Frauen sprachlich oft nur mitlaufen – und genau das will man mit geschlechtsneutralen Begriffen ändern.
Wie ich zuvor erwähnte halte ich nicht die Begriffe für die Ursache, was man mitdenkt. Ich halte die Realität für die Ursache. Wir hatten in Deutschland lange Zeit 2/3 und mehr männliche Ärzte. Klar denkt man da eher an einen Mann wenn man das Wort Arzt hört. Es entspricht der gelebten Praxis dass die meisten Ärzte Männer sind.

Mach mal das Selbstexperiment und und überlege, was dir bildlich in den Sinn kommt wenn du brav genderneutral an eine "Putzkraft" oder "Reinigungskraft" denkst.
Gesellschaftlich dominantes Bild ist: Reinigungskräfte = Frau

Gerade das zeigt, dass neutrale Begriffe hier in keiner Weise helfen.

Stimmt, grammatikalisch korrekt wäre dann wohl „Mitgearbeitethabende“. Aber das klingt leider nicht ganz so flüssig im Alltag.

Nein, "Mitarbeitende" ist schon der korrekte Begriff, wenn man das -innen vermeiden möchte.
Man kann auch auf andere Begriffe ausweichen wie "Belegschaft", "Kollegium", "Personal" oder "Team".
„Mitgearbeitethabende“ ist nicht passend, weil dies eine Vergangenheitsform ist. Es geht nicht um Mitarbeiter, die mal gearbeitet haben sondern um Mitarbeiter die aktuell in Lohn und Brot stehen.

Auch Umgehungsbegriffe wie "Belegschaft" und "Personal" meinen nicht genau das was "Mitarbeiter" meint. Es versachlichende Begriffe, die man z.B. schlecht in der Anrede und schlecht im Singular benutzen kann. Je nach Kontext meinen sie auch zwei unterschiedliche Gruppen. Mitarbeiter kann z.B. das Pflegepersonal oder die Ärzte bezeichnen in einem Krankenhaus meinen. Personal meint manchmal zusätzlich noch Verwaltung und Hauswirtschaft. "Kollegium" ist hingegen sehr klar für Lehrkräfte gemeint und kann auch bewusst andere Kreise ausschließen.

Alle diese Begriffe sind nicht passend.

Klar gäbe es Aufschrei – und genau deshalb gibt’s ihn auch jetzt. Sprache ist nie nur Deko, sie zeigt, wer wo steht.

Gleichberechtigung heißt nicht, dass alle sich gleich fühlen, sondern dass niemand systematisch übersehen oder benachteiligt wird.
Prima!
Wen es nicht ums "Fühlen" geht, dann ist es doch vollkommen egal, ob sich jemand von "Mitarbeiter" angesprochen oder gemeint fühlt.
Dann geht es doch nur darum, was ein Begriff meint. Und Begriffe wie "Mitarbeiter" meinen seit Jahrhunderten beide Geschlechter. Lediglich grammatikalisch sind solche Begriffe Maskulin. Faktisch sind wie aber genauso wenig männlich wie der Mond und benachteiligen niemanden.
 
Na klar, alle sind mitgemeint – so wie „der Kunde ist König“ ja auch für Königinnen gilt. Merkt man nur oft nicht, wenn nur der König auf dem Plakat steht.

Wie schon gesagt: Du als Mann kannst das schwer nachempfinden – du wirst in der Sprache nie ausgeklammert.
Wieso argumentierst du jetzt damit, wie Winnetou etwas empfindet? Mir hast du doch gesagt, dass es nicht um das Fühlen geht:
Gleichberechtigung heißt nicht, dass alle sich gleich fühlen, sondern dass niemand systematisch übersehen oder benachteiligt wird.
Dabei geht es doch fast nur ums Fühlen.
Wenn auf dem Plakat "der Kunde ist König“ steht, geht es nur um das Empfinden, ob man sich angesprochen fühlt. Es gibt Frauen, die sich angesprochen fühlen und andere Frauen, die das vielleicht nicht tun.
Warum? Warum gibt es diesen Unterschied in der Wahrnehmung?

Weil es in Sprache nicht die Objektivität gibt, die du konstruierst. Es ist kein objektives Naturgesetz, dass eine "-er" Endung nur Männer meint. Erst das sprachliche Empfinden macht es dazu.

Und man kann niemanden sein Empfinden oder sein Gefühl absprechen. Deswegen finde ich Gendern so hoch brisant. Menschen wie du sagen mir sinngemäß, ich habe gefälligst Begriffe auf eine bestimmte Weise zu verstehen. Ich habe gefälligst unter "König" primär Männer zu verstehen und müsse deswegen gendern.

Gendern ist in meinen Augen so ein Reizthema weil es in das persönliche Sprachempfinden eingreift. Und niemand möchte, Eingriffe in die eigene Gefühlswelt.

Zumal auch "König" wieder ein gutes Beispiel ist, dass Gendern nicht hilft. In der Geschichte waren Könige überwiegend Männer. Nenne mir doch mal ein paar Königinnen.
Gendern ändert nichts an Realitäten. Es verzerrt diese höchstens. Nehmen wir an, wie gendern "Königinnen und Könige". Wäre das sinnvoll? Also beide Geschlechter in deinen Augen gleichrangig zu nennen und die Frau auch noch zuerst(!), obwohl es kaum Königinnen gab? Wie verrückt ist es, eine historisch richtige Assoziation (Könige waren meist Männer) sprach so zu verzerren damit ein falsches gedankliches Bild entsteht?

Ich finde es total schrecklich, dass wir zunehmend versuchen Realitäten so zu verbiegen, damit sie in das moderne Moralverständnis passen. Im neuen Assassins Creed Computerspiel geht es ins feudale Japan und ein dunkelhäutiger spielt eine Hauptrolle. Dass es praktisch keine dunkelhäutigen Samurai gab - egal! Es muss ins heutige Bild einer bunten Gesellschaft passen! Ein neuer Film über Seeräuber, Ritter oder sonstwas - da muss eine Frau als Heldin drin vorkommen. Zwar gab es kaum weibliche Ritter, aber egal, es muss ins heutige Bild passen.

Ich hasse die Idee einiger Menschen, dass sich alles ihrer heutigen Moral unterordnen muss, Geschichte, Kultur, Sprache, alles hat stramm dieser Moral zu folgen.
Weder Realitäten, noch Mehrheitsmeinungen, noch Gefühle Anderer sind da wichtig. Es gilt nur "ich habe eine Moral und dieser muss die Welt folgen".
Und jeder der das anders sieht, ist halt dumm oder wenn man ein Mann ist, kann man es halt "nicht nachempfinden".
 

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