Andreas900
Sehr aktives Mitglied
Richtig.Ich bin anderer Meinung. Es ist nicht gerecht. Warum soll jemand büßen für die Taten derer, die vor einem da waren? Das ist für mich dieselbe Logik, wie wenn man erklärt, dass Rassismus gegen Weiße ok ist, die haben ja schließlich so lange die Sklaven gehalten. Wenn man Gleichberechtigung will, dann sollte man die selbst auch leben. Durch diese Herangehensweise gibt es nur mehr Konflikte als Lösungen.
Hier wird in meinen Augen Rache mit Gleichberechtigung verwechselt.
Es ist der typische Klassengedanke von linker Ideologie. Deswegen findet man die meisten Befürworter von Gleichmacherei und Gendern in der linken politischen Ecke.
Die Idee:
Erstmal werden Menschen in Klassen aufgeteilt, z.B. hier Frauen und Männer.
Dann wird eine Konkurrenzsituation stilisiert: Frauen VS Männer
Anschließend folgt der Gedanke, dass man der Feindseite schaden muss, weil das der eigenen Seite hilft.
Im linken Denken gibt es dabei keinen Platz für Individualität. Er jemand eine Frau 1950 in Somalia oder eine Frau 2025 in Deutschland ist, ist egal, es bleibt die "Klasse" Frau.
Klassenkampf funktioniert am besten durch Vereinfachung und ein "wir gegen die".
Deswegen ist dein Hinweis @Trixie absolut richtig, ist im kämpferischen Klassendenken aber nicht vorhanden.
Es ist nicht vorhanden, dass es auch Benachteiligungen für die andere Seite (=Männer) gibt, denn das ist ja die Seite gegen die man kämpft. Es ist nicht mal ein Funke Verständnis dafür vorhanden, dass beim Gendern die generell Erstnennung der Frau auch als Ungleichbehandlung (gegenüber dem Mann) verstanden werden kann.
Dein Rassismus Beispiel ist wunderbar passend, denn auch hier gibt es Menschen, die einen Rassismus gegen Weiße für kategorisch unmöglich halten. So wie im Klassendenken "Frau VS Mann" Manche jede Benachteilung eines Mannes entweder ausschließen oder sogar als, wie hier geschehen, gut und gerecht deklarieren weil das Pendel mal in die andere Richtung ausschlägt.
Ich hasse diese Sichtweise zutiefst, weil sie mir meine Individualität abspricht. Sie steckt mich in den Topf mit allen Männern von überall und aus aller Zeiten. Sie reduziert mich zum Feindbild und zu allem, was man meiner "Klasse" negatives zuschreiben kann.
Richtig: Warum sollte ich für das tun was Männer vor 100 Jahren getan haben? Aber noch weiter: Warum soll ich selbst für das büßen, was andere Männer heute tun?
Ich bin ein Individuum! Er erwarte gerecht behandelt zu werden. Und nicht in die linken Klassentopf gestopft und dann benachteiligt zu werden weil ich zufällig ein Geschlecht X habe.