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Wie kommt Ihr so mit dem altwerden klar?

Es wurden noch x-Krebs-Therapien durchgeführt, obwohl sie das gar nicht wollte. Aber damals gab es noch keine Patientenverfügung. Und sie hatte keine Angehörigen.
Aber die Patientenverfügung greift doch erst, wenn man sich selbst nicht mehr klar äussern kann. Solange man das nich kann, sollte doch ein Nein/ein Verweigern der Zustimmung reichen, damit man nicht mehr therapiert wird wenn man das nicht will,
 
Hi,
die Frage steht eigentlich schon im Titel. Wie "findet" Ihr das Altwerden? Schlecht? Neutral? Gut?

Die Frage ist mir eingefallen, als ich Heute wieder aufgewacht bin, und mich einfach alt gefühlt habe. Ich bin noch nicht mal 40, gehe aber auf dieses Alter zu, und fühle mich z.T. wie ein "alter Opa", was sich z.B. darin zeigt, dass ich die meisten Nächte nicht länger als 6h schlafen kann, "neuerdings" (seit 1 ... ein paarJahren) bevor ich aufstehen und wieder auf´s Klo muss. Es hat sich auch eingebürgert, dass ich mit offenem Mund schlafe, wodurch dieser beim Aufstehen oft trocken ist... Generell bin ich alles andere als fit, was vermutlich auch an meinem Übergewicht (ca. 1,90 bei 115-120Kg) liegt, oft schlapp, Abends schnell müde, schlafe beim Tv gucken oft ein usw usv... wie ein "alter Opa" halt.

Wenn ich das vergleiche mit der Zeit als Kind / Jugendlicher, wo es genau das Gegenteil war. Jetzt heist es beim Essen eher "iss´ weniger, du bist eh so dick", und damals war ich sehr groß für mein Alter aber sehr dünn, was mir auch den Spitznamen "Bohnenstange" einbrachte, der aber jetzt nicht als Mobbing bezeichnet werden könnte.

Wenn ich Heute einen normalen doch recht langen (8...9km) Spaziergang mache, bin ich danach erst mal fertig. Duschen tu ich mich dann sowieso, und den Rest vom Tag, da ist oft nicht mehr viel zu erwarten, außer ausruhen und später dann schlafen.

Als Kind / Jugendlicher war ich sehr viel draußen. Es gab in einer Wiese so eine Ansammlung von Felsen und Bäumen, wie eine Insel, die wir Kinder "Waldinsel" nannten. Da konnte man viel spielen, an den Felsen rum klettern... Kondition war damals auch nicht mein Thema Nummer 1, aber verglichen mit Heute war ich top-fit.

Als Kind hatte man nicht viel Selbstbestimmung. Bettgeh-Zeiten, Finanzielle Freiheit, ja sogar "was man kaufen darf" wurde von den Eltern vorgegeben. Druck gab es durch die Schule, und die Pflicht, gewisse Schul Noten zu erreichen, die dann, zumindest bei unserer Erziehung, 2 Seitig bewertet wurden. Schlechte Noten wurden abgestraft, gute Noten wurden z.T. mit Geschenken belohnt...

Als Kind ist man Geschützt, in der Blase mit den Kumpels, abgeschirmt von den "Härten der Welt", die als Erwachsener plötzlich auf einen hereinfallen, ich habe es so empfunden, als Kind der 90er und Jugendlicher der späten 90er und frühen 2000er.

Als Erwachsener hat man dann die Freiheit. Plötzlich ist viel Geld da. Man kann sich kaufen, was gewünscht ist, und bei Bedarf die ganze Nacht wach bleiben ... es gibt ,abgesehen von Gesetzen, keine Regeln mehr.

Persönlich vermisse ich trotz dieser Dinge die Kindheit sehr stark. Ich vermisse die körperliche Fitness, und ich vermisse die "Unbeschwertheit". Ein "komischer Vogel" war ich damals schon, aber das ist nicht so schlimm wie die diversen psych. Krankheiten, die ich im laufe des Erwachsen seins angesammelt habe, und mit denen ich mich, Zeitpunkt dieses Textes, so wie mtlw. Dekaden lange, herumschlage.

Freundschaften zerbrachen, und aus Real Life Treffen mindestens alle 2...3 Tage, Übernachtungen "Lan Parties" mit einem kleinen, aber dafür wirklich tollem Freundeskreis wurden geändert auf viel Einsamkeit, Online Chat Kontakte, auf die man angewiesen ist, wenn man einen speziellen und sehr kleinen Interessenkreis "Hobbies" wenn man so mag, hat.

Ich meine, letztlich kann man am Altern ja nichts ändern, aber wie man mit dem Alter klar kommt, ist hier die Frage. Zwar genieße ich schon die Freiheiten als erwachsener, aber ich vermisse meine "Freuden", die ich als Kind hatte. Positiv denken, extrovertiert, Lebensfroh... so würde ich mich beschreiben als Jugendlicher, und Heute... naja, man muss sich ja nur mal die Themen anschauen, die ich hier so veröffentlicht habe.

Die Frage ist daher also die, die das Thema als Titel hat. Ihr könnt gerne Eure Meinung dazu schreiben, aber ich werde wohl nicht so viele Antworten geben, eher lesend aktiv sein, da es mit meinen Zwängen anstrengend ist, da Antworten zu schreiben, und ich es auch mehr so sehe, dass Leute ihre Erfahrungen rein schreiben.

Grüße: Galdo


Ich finde das alt werden gut. Meinerseits könnte es teils sogar noch schneller von statten gehen

Ich trauere auch nichts und niemanden aus dem gesamten leben mehr hinterher. Dies ist das gute am alt werden. Diese "Leck mich am Ar..." Einstellung
 
Sie wollte unbedingt sterben und man hat sie nicht gelassen. Sie hat versucht sich mit Schlafmitteln umzubringen, aber die Dosis war zu schwach und sie wurde zu früh gefunden. Es wurden noch x-Krebs-Therapien durchgeführt, obwohl sie das gar nicht wollte.
Das finde ich absolut grausam. Deswegen finde ich für mich persönlich wichtig, immer genug Geld für einen Abschied bei Dignitas auf der hohen Kante zu haben.
Vor dem Tod habe ich keine Angst, seit ich als Kind mal eine drastische Nahtoderfahrung hatte. Aber dieses langsame, brutale Versterben...nee. Bitte nicht.

Ich bin jetzt 56 und habe mir vor drei Jahren eine chronische Krankheit "eingetreten" . Ich habe eine Trigeminusneuralgie, der Auslöser ist eine reine Alterserscheinung, nämlich eine Gefäßschlinge (von der gibts hübsche Fotos aus MRT und Hirn-CT), die um die Basis des Trigeminus gewickelt ist und die Myelinschicht im Laufe der Jahre durchgescheuert hat.
Das gehört zu den schwersten überhaupt bekannten Schmerzzuständen, ist total selten, weswegen man einen sehr fitten Neurologen braucht und kann nur mit Epileptika behandelt werden, die wiederum extreme Nebenwirkungen haben - und obendrein mit jeder Dosierung andere.
Sowas wie Ataxie (Gangunsicherheit), wobei ich nicht bereit bin, dafür monatelang nicht zu arbeiten, aber nach Möglichkeit eben auch nicht im vierten Stock von der Rüstung fallen sollte. Oder Wortfindungsstörungen oder arzneimittelinduzierte Depressionen...

Diese Begleiterscheinungen des Alters finde ich echt nicht nett. Die Gefäßschlinge habe ich da schon immer. Aber Probleme macht sowas eben erst im Alter.

Weiter fällt mir auf, dass ich mit wachsendem Alter zunehmend weniger Menschen ertrage. Zu meinem 40. habe ich noch eine Location gemietet und 60 Leute eingeladen - das würde mir heute maximal auf die Nerven gehen. Wahrscheinlich würde ich kurzfristig selbst absagen, falls sowas zu meinem 60. nochmal stattfinden sollte. Da würde ich die Leute einfach allein ohne mich feiern lassen. ;-)

Ich werde einfach alt und schrullig, aber mich persönlich stört es wenig und alle anderen müssen einfach damit leben.
(An dieser Stelle würde mein Sohn nur streng eine Augenbraue heben und ich würde verschämt sagen "Edit, ich BIN alt und schrullig!" )
 
Was dem Altern und dem Gefühl dafür übrigens entgegenkommt: wenn man absolut alles gemacht hat, was man wollte, sofern die Möglichkeit bestand.

Ich wollte unununbedingt Kinder. Das habe ich frühzeitig durchgezogen.
Ich habe die halbe Welt gesehen, weil wir die Dinge nie auf später verschoben haben. Wir haben immer einfach gemacht, was ging.
Jetzt merke ich zunehmend, wie Langstreckenflüge mich anstrengen. Aber ich war überall und bin Menschen aller Couleur begegnet und wo ich nicht war, ist unbedeutend für mich.

Und was mein wichtigstes Ding ist: ich habe so einige Bauprojekte durchgezogen, vor denen Menschen noch hingerissen stehen werden, wenn ich schon Jahrzehnte nicht mehr da bin.
Die Vorstellung, dass etwas bleibt, was ich mit meinen Händen gemacht habe, lässt mich selbst viel weniger wichtig werden.
Das Bewusstsein für die eigene Unwesentlichkeit fühlt sich sehr gut an.
 
Nicht nur gebotoxt. Cruise, Pitt, Aniston und Co. sind mittlerweile alle geliftet. Die moderne Schönheitschirugie durch fähige Hände produziert schon lange keine Monster mehr, zumindest wenn der/die Chirurg/in einen Sinn für Maß und Ziel sowie einen Ruf zu verlieren hat. Bestes Beispiel: Jane Fonda. Da ist quasi alles gemacht worden, aber hervorragend. Sie sieht bombig aus.
 
Aber die Patientenverfügung greift doch erst, wenn man sich selbst nicht mehr klar äussern kann. Solange man das nich kann, sollte doch ein Nein/ein Verweigern der Zustimmung reichen, damit man nicht mehr therapiert wird wenn man das nicht will,
Das war leider früher (80er Jahre) noch nicht so einfach und akzeptiert wie heute.

Ich habe es jetzt gerade mal gegoogelt. Palliativ Medizin hat sich erst in den 80ern überhaupt entwickelt. Auch die erste Sterbehilfeorganisation in der Schweiz gibt es erst seit den 80ern.
Die arme Frau war halt einfach noch zu früh. Da galt es noch das Leben um jeden Preis zu erhalten.
 
Auf die Sachen, die ich nicht mehr so gut kann, habe ich eh keine Lust mehr, deshalb bedrückt mich das Altwerden nicht.

Illusionen und Erwartungen habe ich auch keine mehr, sehe alles gelassener.
 
Die Medizin hat halt schon auch enorme Fortschritte gemacht in den letzten Jahrzehnten. Und somit werden wir ja tendenziell immer älter.

Aber unser Körper ist eigentlich nicht dafür gemacht. Ich finde das macht das älter werden auch schwieriger. Gewisse Reparaturen sind bei fast allen fällig. Seien es Gelenke, oder z.B. grauer Star. Diabetes und Bluthochdruck haben auch viele.
Ich finde halt nicht, dass die höhere Lebenserwartung unbedingt auch eine bessere Lebensqualität mit sich bringt. Und damit tue ich mich schwer.
 

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