Auch wenn ich Deinen Partner verstehen kann, hast Du mein ganzes Mitgefühl.
Notorisches Lügen (ggf. zwanghaftes) ist ein Mechanismus, der ein Krankheitsbild oder zumindest eine Störung sein kann. Du schreibst, dass Du es Dir als Strategie angeeignet hast, weil Du es als Kind gebraucht hast, um nicht bestraft zu werden.
Solche Strategien können sehr mächtig sein. Wenn es einem Kind sehr schlecht geht, tut es alles, um sich zu schützen. Ich habe als Kind auch gelogen, dass sich die Balken bogen und im Erwachsenenalter ein paar Jahre gebraucht, um das abzulegen. Vor allem, wenn ich mich in Schwierigkeiten gebracht hatte, was oft vorkam, weil ich nunmal nicht sehr lebenstüchtig war als junge Erwachsene.
Zum Glück hat sich das verhältnismäßig rasch gegeben.
Bei Dir lese ich, dass es da einen Automatismus gibt.
Ist es so, dass Du aus lauter Angst, etwas nicht erledigt zu haben, lügst? Wie reagiert Dein Partner, wenn Dinge nicht so sind, wie er es gern hätte?
Was hat Dich bislang abgehalten, etwas zu ändern?
Häufig spielen Scham und ein sehr niedriges Selbstbewusstsein eine Rolle.
Und noch einmal: solche Überlebensmechanismen sind sehr mächtig - es braucht ziemliche Arbeit, sich andere Bewältigungsstrategien anzueignen. Es ist fatal, wenn ein solcher Mechanismus eine derart sozial schädliche wie das Lügen ist.
Für diejenigen hier, die derart verständnislos sind und sagen "Du musst doch nur ...". Nein, so funktioniert das nicht. Es ist wie mit vielen anderen unguten Dingen.
Klar, nach dem Bewusstwerden muss die Arbeit an sich selbst kommen, die nimmt einem niemand ab.