Ich würde auch versuchen, diese krampfhaften Versuche einer wissenschaftlichen Einordnung zu unterlassen, weil sie dich zum einen nicht weiterbringen und du die Modelle an sich m. E. auch nicht richtig verstanden hast bzw. anwendest.
Ich versuche es daher mal umgangssprachlich: Du hast von einem Menschen, dem du etwas erzählt hast, eine Reaktion erwartet, zu der er nicht in der Lage oder auch nicht gewillt war: Du hättest in dem Moment Trost und Zuspruch gebraucht, während er auf für dich selbstdarstellerische Weise erläutert hat, wie er das Problem souverän gehandhabt hätte.
Es wäre toll, wenn wir Menschen immer genau so reagieren würden, dass es dem Gesprächspartner ein gutes Gefühl vermittelt und seine Bedürfnisse befriedigt. Die Wirklichkeit sieht aber anders aus. Bedürfnisse anderer kann man nicht riechen. Es gibt Menschen, die einfühlsamer/empathischer sind als andere und auch welche, die ähnlich "ticken". Von denen bekommst du viel eher eine für dich passendere Reaktion oder die, die du dir wünschst.
Mit den anderen musst du sprechen - und ja: Der Schlüssel liegt dann tatsächlich bei dir, dass du den Mund aufmachst und sagst, was dir gerade gut täte oder auch hilft. Das heißt dann allerdings nicht zwangsläufig, dass der andere das auch umsetzen kann. Wenn dein Verwandter dein Bedürfnis nicht nachfühlen kann oder auch nie gelernt hat, Trost und Zuspruch auf eine Weise zu geben, mit der du etwas anfangen kannst, wird er dich auch dann nicht erreichen. Im umgekehrten Fall hättest du ihn vielleicht getröstet, er hätte aber bei sich gedacht "Was soll das jetzt? Warme Worte und Trost nützen mir gar nichts. Warum gibt er mir keine Beispiele, wie ich das Problem anders hätte lösen können?" Gut möglich daher, dass ein anderer Mensch total glücklich mit der Selbstdarstellung deines Verwandten gewesen wäre, von ihm zu hören, wie anders er mit dem Problem umgegangen wäre. Das war nicht per se schlecht, sondern hat lediglich für dich nicht gepasst. Und das Wichtigste: Ganz sicher ist das keine Bewertung deiner Wichtigkeit!
Eine Beschäftigung mit dem 4-Ohren-Modell lohnt sich übrigens m.E. total, da es verstehen hift, wie Missverständnisse und sogar Streits entstehen. Der eine sagt etwas, der andere hört dieselben Worte, interpretiert sie aber.. und eventuell ganz anders als der Absender sie meint. Das bekannteste Beispiel eines Beifahrers "Die Ampel ist grün!"
Allen ist eines gemein: Nur Redenden kann angemessen geholfen und Missverständnisse vermieden werden