Ich bin stolz darauf von dem "authentischen" Loner von vor einigen Jahren zu jemanden Neuem geworden zu sein, der jeden Tag außer Haus ist und etwas macht
Das ist gut, ein Erfolg!
Bedeutet aber nicht, dass du automatisch deine Ausstrahlung verändert hast. Wirkst du auf andere weiter wie ein distanzierter lonesome boy?
Mir scheint eher, das Problem liegt woanders als der nicht so großen Begeisterung für die Sportarten.
Wenn du die immer ähnliche Erfahrung machst, macht es vielleicht Sinn, dein Kommunikationsverhalten anzusehen?
Kannst du auf Leute zugehen?
Wirst du in Kreisen, die du ein Weilchen kennst, nie angesprochen, eingeladen, mitgenommen?
Wegen Wettkampf kam man ja auf dich zu. Du konntest das leider nicht nutzen, die Chance, darüber mehr in Kontakt zu kommen, zog vorbei.
Und die Grundhaltung, ob die sich so - schwupps! - verändert? Das zeigt sich in so 'Kleinigkeiten' wie dem erwähnten Wettkampfthema.
Mangelt es an aktiven Teilnehmern?
Sind Wettkampfsituationen für dich unerträglich, zu verlieren, keine Platzierung zu erreichen, oder könntest du sagen: ich habe zwar den Ehrgeiz nicht, Leute, aber just vor fun bin ich gerne dabei!
Und so Einsatz für den Verein, das Team zeigen, im Sinne von Zugehörigkeit Zusammenhalt?
Und so den anderen näher kommen?
Künstlerkreise hieß für mich früher Szenekneipe. Da kam ich ohne Schwierigkeiten in Kontakt. Bin da raus, zu jetzt kann ich nichts sagen, wird aber nicht so völlig anders sein.
Häufiger Zusammenarbeit mit anderen Künstlern - es ergeben sich Kontakte. Gibt es da keine Projekte, organisierte Gruppen in deiner Ecke, an die du dich anschließen und mitwirken könntest?
Findet man doch fast überall?
Selbst etwas zu gründen, Leute zu begeistern, damit sie dabeibleiben, bist du wirklich der Typ dafür? Da steckt viel Einsatzbereitschaft dahinter und du bist nicht der Mensch, der andere mitreißt.
Weggehen von dieser Idee. Aufhören damit, dich um so etwas zu bemühen, weil du ja sehen kannst, deine Art ist dafür nicht geschaffen, "als Menschenfänger" zu dienen. Das sollen die anderen übernehmen, die für so was gebaut sind.
😍
Einer Sportart ging ich nach, weil ich genau das tun wollte. Die Menschen, mit denen ich dabei in Kontakt kam, waren ein schöber Nebeneffekt, aber nicht der Grund, warum ich da war.
Die Szenekneipe suchte ich auf, weil ich mich dort wohlfühlte, die Atmosphäre mochte; nicht zuletzt dem Publikum geschuldet. Nicht, weil ich Kontakte suchte. Noch nicht mal, weil ich mit Künstlern zu tun hatte. Es ging mir nur um den Ort, an dem ich mich wohlfühlte.
Absichtslosigkeit.
Ich war da, zufrieden, entspannt, schon auch offen, aber nicht suchend. Und strahlte das sicher aus.
Möglicherweise wäre das ein Ansatz?
Dass du den ganzen Käse mal vergisst und herausfindest, was du gerne tust, wo du dich wohlfühlst, unter welchen Leuten.
Und mal einfach machst.
Mit offenem, flüchtigen Blickkontakt, wenn er sich gibt. Unterstützend, wenn Hilfe angesagt ist, dich dabei aber nicht zum Fußabtreter machend.
Und ansonsten genießt, was du tust. Wo du bist. Wie es sich anfühlt.
Und wenn du das verinnerlicht hast und dich entspannt(er) dabei fühlst, quatscht du mal jemanden an. Auf ein Bierchen. Wegen eines Projekts, dem du dich gerne abschließen würdest. Wegen Fragen, die du gerne stellen möchtest.
Das wird sicher nicht jedesmal, noch nicht mal oft zu etwas führen. Aber manchmal normalerweise schon.
Künstlerkreise hieß für mich früher Szenekneipe. Da kam ich ohne Schwierigkeiten in Kontakt. Bin da raus, zu jetzt kann ich nichts sagen, wird aber nicht so völlig anders sein.
Häufiger Zusammenarbeit mit anderen Künstlern - es ergeben sich Kontakte. Gibt es da keine Projekte, organisierte Gruppen in deiner Ecke, an die du dich anschließen und mitwirken könntest?
Findet man doch fast überall?
Selbst etwas zu gründen, Leute zu begeistern, damit sie dabeibleiben, bist du wirklich der Typ dafür? Da steckt viel Einsatzbereitschaft dahinter und du bist nicht der Mensch, der andere mitreißt.
Ich bin auch 50+ und in meinem Freudeskreis befinden sich mehrere 28-35-Jährige. Unsere Basis ist Respekt, Empathie und eine große Portion Neugier.
Ich kenne das auch nur so gemischt!
Meine Tochter auch.
Ganz aktuell, nicht auf früher bezogen.
Da fanden sich ein paar Leute, die sich verstanden, zusammentaten, sich auch außerhalb des Vereinslebens trafen, miteinander ausgingen. So eins nach dem anderen steigerte sich das. Und dann blieb das so.
Jüngste am Anfang des Studiums, Älteste auf Rente zusteuernd, und dazwischen auch keine Lücke.
Teilweise Anhang dazukommend.
Ich bin vor ein paar Monaten in eine Ecke gezogen, sehr ländlich, mit kaum Angeboten. Da ist ein großes Nichts. Auch nebenan.de existiert hier nicht. Da war ich baff.
Trotzdem, ich habe Kontakt zu mehreren Nachbarn, die ab und zu vorbeischauen. 35-80, ich bin Mitte 50.
Weiß nicht, wie es für zugezogene Männer wäre.
Die vorhandenen treffen sich gerne auf 'nen Schnack, es wird zusammen an etwas gewerkelt, etwas repariert.
Ich erlebe das hier also als häuslicher, aber mit deutlich größerer Offenheit als in der vorherigen Region. Man hilft sich mehr.
Hier lebe ich anders.
Für mich überhaupt kein Verbiegen, nur eine andere Gewichtung. Da bin ich sehr flexibel, weil ich mich hiermit ebenso wohlfühle wie mit dem vorherigen Lebensstil. Und dem davor.
Vielleicht brauchst du einen etwas anderen Ansatz in deiner Ecke als deinen bisherigen?
Was geht dort? Wie leben die Leute?
Also ich glaub, das liegt daran, weil ich Leute mag.
Und du dich interessierst, im positiven Sinne neugierig bist. Ein offenes Ohr bietest.