Sie war nicht immer so. Sie hat früher Vollzeit gearbeitet, hatte ihre Hobbys und war so zufrieden mit ihrem Leben. Der Wendepunkt war die Geburt von unserem Sohn. Unsere Ehe ging dann langsam den Bach runter.
Wir hatten uns gemeinsam dafür entschieden, dass ich mein Hobby zum Beruf mache. Sie stand voll hinter mir und wollte mir zukünftig den Rücken frei halten. Wir hatten uns auch gemeinsam während der Schwangerschaft dazu entschieden, dass sie erstmal zuhause bleibt. Das war für sie zu dem Zeitpunkt auch noch in Ordnung.
Nach der Geburt von unserem Sohn fing es relativ zeitnah an, dass sie sauer auf mich wurde, weil ich ja "raus darf" (arbeiten gehen) und sie nicht. Das war mal schlimmer und mal weniger schlimm, aber immer irgendwie Thema. Ich habe dann versucht sie so gut es geht zu entlasten. Wenn ich zuhause war, dann habe ich mich um Kind, Haushalt, kochen usw. gekümmert, damit sie Zeit für sich hat und auch mal was unternehmen kann.
Das lief einige Zeit mal gut und mal schlecht und dann kam unser Sohn in die Kita. Wir haben gemeinsam entschieden, dass sie zunächst nur Teilzeit arbeitet. Wir wollten abwarten, wie es mit unserem Sohn in der Kita läuft, Alltag, Finanzen usw. Unser Sohn hat sich super in der Kita eingelebt, sie hat gut zurück in den Job gefunden, finanziell war auch alles soweit gut.
Sie hat dann nur relativ schnell angefangen sehr viel Geld für ihre Freizeit auszugeben. Das habe ich die ersten Wochen beobachtet. Ich habe das nicht so eng gesehen. Sie war lange zuhause, will jetzt erstmal ein bisschen was machen, neue Hobbys versuchen usw. Es wurde nach ein paar Wochen aber nicht besser, sondern immer schlimmer.
Ich habe ihr dann gesagt, dass sie dann unseren Sohn mittags aus der Kita holen soll, wenn sie nur Teilzeit arbeitet. Das ginge nicht, weil sie ja jetzt auch mal Freizeit verdient hat.
Ich habe ihr gesagt, dass sie weniger Geld für die Freizeit ausgeben soll und auch mal was für die gemeinsamen Kosten lassen soll. Das ginge auch nicht, weil das Teilzeitgehalt gehört ihr. Wenn sie Vollzeit arbeiten würde, dann würde sie etwas abgeben, aber das macht sie ja nicht.
Ich habe ihr gesagt, dass sie dann Vollzeit arbeiten gehen soll. Das ginge auch nicht, weil das Männeraufgabe ist.
Es fing dann langsam an, dass sie Meinungen und Charakterzüge zeigt, die ich vorher von ihr nicht kannte. Es ist sicherlich schön, wenn man wenig arbeiten muss und viel Freizeit hat. Das muss man sich aber leisten können. Das hätten wir sogar vielleicht gekonnt, aber nicht wenn man so viel für die Freizeit ausgibt.
Sie ist auch der Meinung, dass Männer und Frauen gleiches machen können. Das gilt aber nur für den Mann. Der Mann kann genauso kochen, putzen und Kinder erziehen. Die Frau kann aber nicht genauso wie der Mann arbeiten gehen. Geld verdienen ist Männersache.
Sie hat auch anfangs noch viele Aufgaben übernommen, die unseren Sohn betreffen. Es hat sich irgendwann eingeschlichen, dass sie das nicht so mag. Wenn es um Ausflüge geht, dann ist sie immer direkt dabei. Die nervigen Alltagsaufgaben will sie aber nicht. Das gehört aber dazu wenn man Kinder hat. Es ist ja keine Wahl zwischen "Ausflug Juhu" und "Kinderarzttermin neeee". Sie hat aber gemerkt, dass es auch funktioniert, wenn sie das alles nicht macht.
Das hat mich schon lange gestört und ich habe das auch oft gesagt. Sie hat immer irgendwas gefunden wieso dies und jenes nicht geht. Wenn ihr nichts mehr eingefallen ist, dann ging sie gegen meinen Job. Und dennoch gibt man eine Ehe ja nicht direkt auf. Es war ja auch nicht so, dass alle Probleme von einem auf den anderen Tag da waren. Es war so ein schleichender Prozess.
Ich hätte mich definitiv früher trennen müssen. Das weiß ich jetzt im Nachhinein auch. Wenn mir jemand gesagt hätte, wie sie sich verändert, dann hätte ich gar nicht erst geheiratet. Später ist man immer schlauer. Ich hätte mich spätestens mit Beginn der Affäre trennen müssen. Habe ich aber nicht. Die Situation ist wie sie ist. Die Affäre war moralisch nicht richtig. Ich lasse mich aber nicht als bösen Mann hinstellen, der alles alleine kaputt gemacht hat.