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Wen wählst du bei der nächsten Bundestagswahl (2025)?

Wen wähle ich bei der nächsten Bundestagswahl (23/02/2025)

  • SPD

    Teilnahmen: 12 8,7%
  • CDU/CSU

    Teilnahmen: 15 10,9%
  • Grüne

    Teilnahmen: 22 15,9%
  • FDP

    Teilnahmen: 4 2,9%
  • AfD

    Teilnahmen: 49 35,5%
  • Die Linke

    Teilnahmen: 8 5,8%
  • BSW

    Teilnahmen: 7 5,1%
  • Freie Wähler

    Teilnahmen: 2 1,4%
  • sonstige

    Teilnahmen: 19 13,8%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    138
Was bringt es, die Fakten zu bagatellisieren?
Schau in die Statistik; seit 2015 sind diese Straftaten enorm angestiegen. Ganz egal, was vor 55 Jahren war.
Wenn man Fakten negiert, treibt man Wähler regelrecht zur AfD.
Bei der übernächsten Wahl wird die AfD keinen Koalitionspartner brauchen. Selbstgemachtes Elend, da die Altparteien nicht den Mut haben, Tacheles zu reden.
Ich negiere keine Fakten, habe klar geschrieben, dass es unter den Flüchlingen und Zuwanderern durchaus auch gewaltbereite Menschen gibt. Aber das sind nicht alle oder weitgehend alle, ja noch nichtmal sehr viele.
Aber leider impliziert solch ein Beitrag wie der von mir oben zitierte, dass es mit ''der Lösung des Problems der Zuwanderung'' solche Probleme nicht mehr geben wird.
Aber ich kenne das Phänomen gut, ''die Schuld'' immer nur bei Anderen zu suchen.

Ich freue mich derzeit sehr, dass Parteien wie Grüne und Linke gerade einen Massenzustrom erleben. Heute ( bzw gestern) stand in der Zeitung, dass es seit Merz Bruch mit der Brandmauer mehr als 5000 Neubeitritte allein bei den Grünen gab. Das macht mir Mut, dass es doch noch Hirn in vielen Köpfen gibt dass nicht nur von Fremdenhass okupiert ist. Und ich finde, dass sowas eine deutliche Sprache ist.
 
ja, bei den Linken habe ich auch gemischte gefühle: Also vieles was wirklich wichtig ist, sehe ich auch nur von der Linken wirklich angesprochen. Andererseits missfällt mir auch eine gewisse Selektivität bei der Linken: Also zB bzgl Russland. Da würde ich mir schon mehrkritisches Hinterfragen wünschen.

In Bezug auf Russland/ Ukraine teile ich die Positionen auch nicht umgänglich, ich würde mir wünschen, dass sie Recht haben, also dass es diplomatische Lösungen gibt, aber ich fürchte auch, dass es so einfach nicht ist.
Wobei das "Pro Russland" Lager jetzt Großteils mit Wagenknecht raus ist und der Krieg und Putins Vorgehen durch die Linke verurteilt und kritisiert wird, sie positionieren sich aber gegen Waffenlieferungen, wie auch bei anderen Kriegen (da sind sie also sehr straight @Kareena ).

"Wir vergessen nicht, dass es vor allem die arbeitende Bevölkerung und die Zivilbevölkerung ist, die die Folgen und Kosten des Krieges trägt, und dass Ungleichheiten nach Klasse, Geschlecht, Ethnizität und neokolonialer Überlegenheit wesentlich darüber entscheiden, wer getötet oder zum Opfer von Gewalt, Verelendung und Entrechtung wird. (....) Soziale Gerechtigkeit, Klimanachhaltigkeit und Friedenspolitik müssen zusammengedacht, zusammen entwickelt und umgesetzt werden. Bewegungen für soziale Gerechtigkeit sowie Klima- und Friedensbewegung müssen daher gestärkt und ihre Vernetzung gefördert werden. (...) Die neuen globalen Player China und Russland, auch Indien, agieren darin mit eigenen imperialen Interessen. Die Gefahr neuer Kriege wächst kontinuierlich. Deutschland ist ein Land, von dem zwei furchtbare Weltkriege ausgingen und das für immer dem Antimilitarismus verpflichtet ist. (...) Imperialistische Angriffskriege werden um den Zugang zu den Rohstoffen und Absatzmärkten oder um die regionale Ordnung geführt, so der russische Krieg gegen die Ukraine oder das jahrelange Ringen um Syrien oder der Krieg der Türkei in Nordostsyrien. (...)
Die Drohungen Putins und die Wahl von Donald Trump zeigen, dass Demokratie und Sicherheit auch in der EU großen Herausforderungen ausgesetzt sind. (...)
Für den Russland-Ukraine-Krieg heißt das, dass wir eng an der Seite der Menschen in der Ukraine und Russland stehen und uns für massive humanitäre Hilfe ebenso einsetzen wie für diplomatische Initiativen für einen Waffenstillstand. Wir verurteilen den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine. Er muss unverzüglich beendet werden, die russischen Truppen haben in der Ukraine nichts zu suchen. Wir achten das Selbstverteidigungsrecht der ukrainischen Bevölkerung. Aber wir fordern einen Strategiewechsel: Statt immer mehr Waffenlieferungen braucht es endlich eine gemeinsame Initiative der Bundesregierung und der EU mit China, Brasilien und anderen Staaten des Globalen Südens, um Russland und die Ukraine an den Verhandlungstisch zu bringen. Gezieltere Sanktionen, die sich nicht gegen die Bevölkerung, sondern gegen Putins Machtapparat und den militärisch-industriellen Komplex und damit gegen die Fähigkeit zur Kriegsführung richten und die im Einklang mit der UN-Charta verhängt werden, können ein wichtiges Druckmittel sein, um einen gerechten Frieden für die Ukraine zu erreichen. Auch gezielte Sanktionen gegen Personen, die sich direkt oder indirekt an Kriegsverbrechen beteiligt haben, können dabei helfen, diplomatischen Druck aufzubauen."

 
Wobei das "Pro Russland" Lager jetzt Großteils mit Wagenknecht raus ist
Seitdem das "Pro Russland"-Lager sich separiert hat, gerät die Linke tatsächlich auch bei mir in den Fokus, und ich habe mich seit langem mal wieder etwas näher mit der Partei befasst. Derzeit schaue ich gerade auf die Website der Linken in meiner Stadt und habe interessiert gelesen, dass man sich auch sozusagen "probeweise" als Sympathisant engagieren kann, ohne gleich Parteimitglied zu werden.

Schon seit einer Weile würde ich mich gern parteipolitisch engagieren, aber ich bin noch auf der Suche nach einer Partei, die zu mir passt.
 
Meine ehrlich Meinung zu den Regierungsparteien:

SPD:
Hat jetzt 3 Jahre lang regiert und gezeigt dass sie es nicht kann.
  • Trotz Rekordsteuereinnahmen scheiterte die Regierung daran dass den Sozis das Geld der Steuerzahler ausging.
  • Deutschland rutschte seit 2023 in eine Rezession, während andere Industrienationen wirtschaftlich stabiler blieben.
  • Die Inflation stieg 2022–2023 stark an, stärker als in anderen Ländern
  • Wir haben eine Rekordzahl an Unternehmen, die abwandern oder abwandern wollen
  • Hohe Energiepreise, Bürokratie und Unsicherheit in der Wirtschaftspolitik haben die Attraktivität Deutschlands für Unternehmen und Investoren geschwächt.
  • Die Migration nach Deutschland blieb hoch, während viele Kommunen über Überlastung klagen. Es gab und gibt kein Konzept der SPD zur Migration. Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten verlief schleppend, während Sozialleistungen stark anstiegen.
  • Selbst Dinge mit denen sich jetzt ein Olaf Scholz brüstet (z.B. Ukraine Hilfe) wurden nur zögerlich in Angriff genommen. Scholz' „Zeitenwende“ bleibt in der Umsetzung unklar und unzureichend.
  • Viele Wahlversprechen (z. B. Kindergrundsicherung) wurden nur zögerlich umgesetzt oder garnicht. Die Energiewende ist praktisch gescheitert.
  • Bürokratieabbau und Digitalisierung bleiben aus
Es waren drei verschenkt Jahre für Deutschland. Und das womit die SPD jetzt punkten will, ist eine steuerliche Entlastung für Bürger. Eine offene Lüge, denn der SPD war wie gesagt bisher ja schon das Geld ausgegangen. Wie kann sie dann jetzt noch zusätzlich Menschen steuerlich entlasten?
Note 6 für die SPD!

GRÜNE:
Der Effekt der Grünen war einzig ein Abstieg Deutschlands. Kein Klimaschutz, nichts.
  • Der forcierte Atomausstieg und hohe Abgaben auf Energie belasten Unternehmen und Verbraucher. Die Abschaltung der letzten Kernkraftwerke 2023 wurde trotz hoher Energiepreise und drohender Versorgungsengpässe durchgesetzt. Blinde Ideologie!
  • Große Unternehmen (z. B. BASF) investieren zunehmend im Ausland, weil Strom in Deutschland zu teuer ist.
  • Neue Umweltauflagen und Bürokratie (z. B. Lieferkettengesetz) erschweren Unternehmen das Wirtschaften.
  • KEIN Klimaschutz. Selbst da wo wir weniger CO2 ausstoßen, stoßen anderen Länder im Gegenzug umso mehr aus. Es macht für das Klima halt keinen Unterschied, ob die Kohle in Deutschland oder sonstwo auf der Welt verfeuert wird.
  • Heizungsgesetz-Chaos: Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) führte zu großer Verunsicherung, steigenden Baukosten und einem Einbruch der Immobilienbranche.
  • Die Grünen setzen sich für eine lockere Migrationspolitik ein, ohne die Integrationsfähigkeit Deutschlands zu berücksichtigen. Folge daraus ist eine Überforderung bei der Integration, Gewalt und Terroranschläge.
  • Fehlende Abschiebepraxis: Trotz steigender Zahlen abgelehnter Asylbewerber gibt es kaum konsequente Rückführungen.
  • Außenpolitik: Belehrungen statt Strategie. Unter der Grünen Außenministerin ist Deutschland international zunehmend schlechter angesehen und wird als unzuverlässiger Partner und Moralapostel wahrgenommen.
  • Verbotskultur: Die Grünen stehen für zahlreiche Einschränkungen im Alltag, z. B. beim Autoverkehr, Fleischkonsum oder Reisen.
Die Grünen haben in der Regierung oft ideologische Politik vor pragmatische Lösungen gestellt. Das führte zu wirtschaftlicher Unsicherheit, überhasteten Gesetzesänderungen und wachsender gesellschaftlicher Spaltung. Es gibt keine Partei in der Nachkriegszeit Deutschlands, die Deutschland in nur 3 Jahren so zerstört und gespalten hat wie die Grünen

FDP

Im Gegensatz zu SPD und Grünen plädiert die FDP für finanzielle Solidität und marktwirtschaftliche Prinzipien.
  • Die FDP konnte Steuererhöhungen verhindern
  • Christian Lindner setzte Entlastungen wie den Inflationsausgleich bei der Einkommensteuer durch, um eine kalte Progression zu vermeiden.
  • Die FDP hat sich für eine Modernisierung der Verwaltung eingesetzt, darunter für mehr Tempo beim digitalen Staat.
  • Die FDP setzt sich für mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung ein, etwa in Künstliche Intelligenz und Wasserstofftechnologie.
Insgesamt konnte sich die FDP aber als kleinster Koalitionspartner nicht durchsetzen und ihr ist vorzuwerfen, dass sie den gesamten Mist der SPD/GRÜNEN mit getragen hat. Zumindest scheint sie daraus gelernt zu haben und spricht sie jetzt aktiv gegen eine Zusammenarbeit mit den Grünen aus.

Gesamtfazit:
Diese Regierung hat in nur drei Jahren so viel Schaden angerichtet wie keine Regierung vor ihr. Wir stehen mitten in einer Rezession und am Anfang einer Welle von Arbeitslosigkeit, Inflation, gesellschaftlicher Spaltung und einem beispielslosen Abstieg Deutschlands.

Vor drei Jahren habe ich gesagt "Lasst es diese Parteien versuchen!" Und so schlimm das Ergebnis ist, so positiv kann man jetzt wenigstens das Fazit ziehen: So geht es nicht!
 
Seitdem das "Pro Russland"-Lager sich separiert hat, gerät die Linke tatsächlich auch bei mir in den Fokus, und ich habe mich seit langem mal wieder etwas näher mit der Partei befasst. Derzeit schaue ich gerade auf die Website der Linken in meiner Stadt und habe interessiert gelesen, dass man sich auch sozusagen "probeweise" als Sympathisant engagieren kann, ohne gleich Parteimitglied zu werden.

Schon seit einer Weile würde ich mich gern parteipolitisch engagieren, aber ich bin noch auf der Suche nach einer Partei, die zu mir passt.

Meiner Erfahrung nach gibt's in der Linken einfach einen sehr großen "Pool" an sehr unterschiedlichen Menschen. Darunter sind auch immer mal wieder solche, die ich als "Spinner" bezeichnen würde im Sinne von DDR Nostalgiker und Co., aber seit sich das BSW endlich abgespalten hat, ist das nach meinem Eindruck viel besser geworden. Ich habe recht viel mit Menschen zu tun, die in der Linken aktiv sind und darunter sind viele kluge, engagierte Menschen, deren Hauptfokus die soziale Gerechtigkeit und oft auch die Klimakrise (und wie man beide Themen vereinbaren kann) ist.
Und ja, ich kenne es aus Berlin auch so, dass man die Partei unterstützen kann ohne direkt Mitglied zu sein.

Ich habe es hier schon öfter empfohlen, aber schau doch mal in das sehr ausführliche Interview mit Jan van Aken bei Jung&Naiv von vor ein paar Wochen rein (gibt's bei YouTube oder Spotify), falls du das noch nicht kennst. Das fand ich sehr gut und tiefgehend.
 
im Sinne von DDR Nostalgiker und Co.,
Bisher hatte ich mich noch nicht näher mit den Akteuren der Linken in meiner Stadt beschäftigt, aber ich würde vermuten, dass sich hier nur wenige DDR-Nostalgiker angesiedelt haben. Jedenfalls würde ich hoffen, auf den von dir beschriebenen Typus der
viele kluge, engagierte Menschen, deren Hauptfokus die soziale Gerechtigkeit und oft auch die Klimakrise (und wie man beide Themen vereinbaren kann) ist.
zu treffen, denn das spricht mich am meisten an.
aber schau doch mal in das sehr ausführliche Interview mit Jan van Aken bei Jung&Naiv von vor ein paar Wochen rein
Vielen Dank für den Tipp. Ich werde es mir heute Abend mal ansehen.
 
Die Tagesschau hat gerade auch einen Artikel zur Regierungsbilanz der Ampel veröffentlicht:

"(...) Mit dem russischen Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2021 verschob sich auch der Problemfokus der Deutschen: Vor der Bundestagswahl 2021 gaben noch 33 Prozent an, das wichtigste Problem, um das sich die Politik vorrangig kümmern müsse, sei der Klimawandel. Während das Thema zwar über die Dauer der Ampelkoalition präsent blieb, rückten mit dem Beginn des Ukraine-Kriegs andere Themen in den Fokus: Außenpolitik und Frieden, Energiepolitik und Inflation - und das Dauerthema Migration.
Die Koalition musste auf den Krieg reagieren: Es wurden 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr bereitgestellt, Wirtschaftsminister Robert Habeck suchte nach Alternativen zum russischen Gas, und Finanzminister Christian Lindner musste hohe neue Schulden aufnehmen. "Erst die Auswirkungen des Krieges auf die Wirtschafts- und Finanzpolitik verschärften den Streit, insbesondere durch das Dauerthema Schuldenbremse", sagt Politikwissenschaftler von Alemann. (...)
Einen ersten Höhepunkt erreichte der Ampel-Streit beim Heizungsgesetz. Ein sehr früher Gesetzentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums wurde an die Presse durchgestochen - und brachte die Regierung in Erklärungsnot(...) "Nicht das - sicher überzogene - Gesetz an sich wurde zum Angelpunkt des Streits, sondern der Bruch des Vertrauens", sagt von Alemann. Öffentlich wurde der unfertige Gesetzentwurf heftig debattiert, fast sieben von zehn Deutschen machten sich im Juni 2023 Sorgen, dass die geplanten Maßnahmen sie finanziell überfordern würden. (...) "Aber der entscheidende Einschnitt war der 15. November 2023, als das Bundesverfassungsgericht die Haushaltspolitik für teilweise verfassungswidrig erklärte", sagt Politikwissenschaftler von Alemann. "Ab dann trieb die Haushalts- und Finanzpolitik die Koalition immer weiter auseinander."
Politikwissenschaftlerin Reuschenbach zieht eine gemischte Bilanz. Zwar seien mehr als die Hälfte der Vorhaben des Koalitionsvertrags erfolgreich bearbeitet worden. "Zugleich haben alle drei viele Schwächen in der politischen Kommunikation gezeigt und die Menschen lasten den Personen natürlich auch individuelle Versäumnisse an", sagt sie.
"Wie hätte es besser funktionieren können? Mit mehr Vertrauen", sagt Politikwissenschaftler von Alemann. "Dazu gehört Vertraulichkeit einzuhalten, die für das Regierungshandeln von drei unterschiedlichen Partnern unverzichtbar ist."

 
Vielleicht braucht es da auch noch eine weitere Alternative als die AfD. Eine Alternative zur AfD jenseits dessen, was bereits auf dem Politik-Markt ist. (...und nein, ich werde keine eigene Partei gründen, etc. . Ich hab genug Themen.).
Es bräuchte eine konservative Partei wie die CDU/CSU früher war, bevor sie von Merkel nach linksgrün gedreht wurde. Merz Kommt nicht durch weil solche Merkelianer wie Wüst und Günther noch am Ruder sind.
Auch wenn hier überwiegend Linke schreiben, die Abstimmung in diesem kleinen Forum ist schon deutlich.
 
In Bezug auf Russland/ Ukraine teile ich die Positionen auch nicht umgänglich, ich würde mir wünschen, dass sie Recht haben, also dass es diplomatische Lösungen gibt, aber ich fürchte auch, dass es so einfach nicht ist.
Wobei das "Pro Russland" Lager jetzt Großteils mit Wagenknecht raus ist und der Krieg und Putins Vorgehen durch die Linke verurteilt und kritisiert wird, sie positionieren sich aber gegen Waffenlieferungen, wie auch bei anderen Kriegen (da sind sie also sehr straight @Kareena ).

"Wir vergessen nicht, dass es vor allem die arbeitende Bevölkerung und die Zivilbevölkerung ist, die die Folgen und Kosten des Krieges trägt, und dass Ungleichheiten nach Klasse, Geschlecht, Ethnizität und neokolonialer Überlegenheit wesentlich darüber entscheiden, wer getötet oder zum Opfer von Gewalt, Verelendung und Entrechtung wird. (....) Soziale Gerechtigkeit, Klimanachhaltigkeit und Friedenspolitik müssen zusammengedacht, zusammen entwickelt und umgesetzt werden. Bewegungen für soziale Gerechtigkeit sowie Klima- und Friedensbewegung müssen daher gestärkt und ihre Vernetzung gefördert werden. (...) Die neuen globalen Player China und Russland, auch Indien, agieren darin mit eigenen imperialen Interessen. Die Gefahr neuer Kriege wächst kontinuierlich. Deutschland ist ein Land, von dem zwei furchtbare Weltkriege ausgingen und das für immer dem Antimilitarismus verpflichtet ist. (...) Imperialistische Angriffskriege werden um den Zugang zu den Rohstoffen und Absatzmärkten oder um die regionale Ordnung geführt, so der russische Krieg gegen die Ukraine oder das jahrelange Ringen um Syrien oder der Krieg der Türkei in Nordostsyrien. (...)
Die Drohungen Putins und die Wahl von Donald Trump zeigen, dass Demokratie und Sicherheit auch in der EU großen Herausforderungen ausgesetzt sind. (...)
Für den Russland-Ukraine-Krieg heißt das, dass wir eng an der Seite der Menschen in der Ukraine und Russland stehen und uns für massive humanitäre Hilfe ebenso einsetzen wie für diplomatische Initiativen für einen Waffenstillstand. Wir verurteilen den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine. Er muss unverzüglich beendet werden, die russischen Truppen haben in der Ukraine nichts zu suchen. Wir achten das Selbstverteidigungsrecht der ukrainischen Bevölkerung. Aber wir fordern einen Strategiewechsel: Statt immer mehr Waffenlieferungen braucht es endlich eine gemeinsame Initiative der Bundesregierung und der EU mit China, Brasilien und anderen Staaten des Globalen Südens, um Russland und die Ukraine an den Verhandlungstisch zu bringen. Gezieltere Sanktionen, die sich nicht gegen die Bevölkerung, sondern gegen Putins Machtapparat und den militärisch-industriellen Komplex und damit gegen die Fähigkeit zur Kriegsführung richten und die im Einklang mit der UN-Charta verhängt werden, können ein wichtiges Druckmittel sein, um einen gerechten Frieden für die Ukraine zu erreichen. Auch gezielte Sanktionen gegen Personen, die sich direkt oder indirekt an Kriegsverbrechen beteiligt haben, können dabei helfen, diplomatischen Druck aufzubauen."



Weil es auch an mich gerichtet ist. Bezüglich der Außenpolitik habe ich gar nichts zu beanstanden. Ich sehe die Linke nur nicht so entschlossen wie sie sich geben. Es wird suggeriert, dass sie es sind. Nur weil jetzt der Wagenknecht Flügel weg ist. Man kriegt keine Streitigkeiten mehr mit, aber dennoch sind sie nicht geschlossen wie sie sich geben. Gerade der Realo-Flügel passt sich sehr rotgrün an.

Während andere Leute wie Van Aken und Gysi sich recht klar positionieren, dass sie sich dagegen stellen.


Dieses Problem haben viele bei den Linken, man weiß nicht welcher Flügel sich durchsetzt? Was mich auch stört ist die Rhetorik: Früher habe ich es als kantiger und glaubwürdiger gesehen. Ich habe die Befürchtung, dass sie am Ende eine Verwaltungspartei sind. Quasi dass sie dann doch nicht so viel verändern.

Mein Problem mit den heutigen Linken ist die Glaubwürdigkeit. Ich hatte früher mehr Vertrauen zu ihnen. Bei mir ist da noch so eine Skepsis.


Nicht falsch verstehen: Es gibt keine Partei bei der man sich 100% aufgehoben fühlt, aber mir ist es schon wichtig dass ich mich einigermaßen dazu gehörig fühle. Bei den neuen Linken fühle ich mich desorientiert und nicht so richtig aufgehoben. Ich fühle mich da nicht zugehörig.

Ich will eigentlich gar nicht auf dieses Flüchtlingsthema: Ich finde es richtig, dass sie nicht so agieren wie die Rechten, aber ich sehe so eine Weltfremdheit. Ich habe grundsätzlich das Gefühl dass sie den Zugang zu denen nach unten verloren haben. Mit Unten meine ich den sozialen Brennpunkt. Verstehe mich nicht falsch. Sie haben soziale Vorschläge (Miete, Höhere Löhne). Es wirkt aber so halbgar und auch so wie Studenten mit Herz. Vielleicht versteht es einer wie ich es meine.

Sie sind sehr Staatstragend geworden. Es gibt Leute die es gut finden, ich habe eher die Befürchtung sie haben sich zu sehr angepasst. Sie wirken wie der kleine Anhängsel von Rotgrün.

Sie kritisieren Rotgrün, aber ihnen fehlt etwas eigenständiges. Ich bin der Meinung, dass sie es hatten und sie haben es Verloren.

Ich sage es ehrlich: Sehr viele die jetzt die Linke wählen sind wahrscheinlich diejenigen die von den Grünen (Flüchtlingspolitik, Klima) enttäuscht sind, weil sie zu viele Kompromisse gemacht haben. Ich komme mit diesem Klientel nicht so klar.

Es wirkt wie eine Revolution von Oben. Was dann am Ende aber keine ist.

Ich bin in der Vergangenheit sehr oft das kleine Übel gewählt. Ich persönlich kritisiere diese Haltung, weil es für mich nicht demokratisch ist. Kompromisse ja, aber man sollte sich schon einigermaßen damit identifizieren können. Mir ist auch Freiheit sehr wichtig ohne Marktradikal zu sein. Da fehlt was.
 
Noch eine Ergänzung zu der heutigen linken Politik: Gesellschaftlich spalten sie leider genauso. Ich habe eher das Bedürfnis diese Spaltung aufzuheben. Ich sehe sie auch nicht als Lösung des Problems.
 

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