G
Gelöscht 122509
Gast
Hallo zusammen.
Das, was ich jetzt schreibe, dient mehr oder weniger dem Zweck, mir einmal alles von der Seele zu reden. Ich möchte es mit euch teilen – auch für den Fall, dass sich jemand damit identifizieren kann und vielleicht von eigenen Erfahrungen berichten möchte. Ihr seid aber nicht dazu angehalten, unbedingt auf diesen Beitrag zu reagieren. Darüber hinaus spiegelt das, was ich hier schreibe, nicht meine eigene Selbstwahrnehmung wider, sondern ist meine Schlussfolgerung aus den Erkenntnissen, die ich im Alltag gewinne – basierend auf dem Verhalten anderer Menschen mir gegenüber.
Mir war schon immer bewusst, dass ich mit meinen 1,61 m, meinem runden, unproportionalen Gesicht, der Akne, den abgenagten Fingernägeln, meinen Haaren, die nicht so recht wissen, ob sie glatt oder lockig sein wollen, den X-Beinen und den paar Kilos zu viel (bedingt durch chronische Krankheiten) nicht zu dem gehöre, was man im allgemeinen Sprachgebrauch als „normschön“ bezeichnet. Natürlich ist jeder Mensch schön, aber es lässt sich nun mal nicht leugnen, dass es ein bestimmtes Idealbild gibt – und das ist auch völlig in Ordnung. Ebenso okay ist es, nicht diesem Idealbild zu entsprechen.
Ich habe mich nie aufgrund meines Aussehens schlecht gefühlt, da ich immer wusste, dass es im Leben Wichtigeres gibt. Ich habe mich sozial engagiert, ehrenamtlich gearbeitet und würde mich auch als nicht ganz blöd bezeichnen – all das hat mein Aussehen in meinen Augen immer relativiert. Nicht, dass ich jemals darauf angewiesen war (oder mich hätte darauf verlassen können).
In der Liebe lief es immer gut. Ich habe nie irgendwelche Modeltypen abbekommen, aber durch meine offene, aufgeschlossene Art fiel es mir nie schwer, Männer kennenzulernen. Oft hatten diese jedoch falsche Absichten. Es hat mich damals auch nie gewundert, dass sie kurze Zeit nach der Trennung schon eine neue Freundin hatten – oft jemanden, der aussah, als hätte sie es in einer früheren Staffel von Germany’s Next Topmodel bis ins Finale geschafft.
Vor zwei Jahren habe ich dann allerdings meine beste Freundin kennengelernt: 1,74 m groß, selbstbewusst, tätowiert, mit einer unfassbar sexy Figur und ästhetischen, schmalen, weiblichen Gesichtszügen. Sobald sie einen Raum betritt, drehen sich alle Köpfe nach ihr um. Sie ist um einiges lauter, als ich es jemals war (und ich wurde schon immer als extrovertiert wahrgenommen), und ich hatte nie ein Problem damit, ihr das Rampenlicht zu überlassen. Warum auch?
Nun ist es leider so, dass ich, seit ich mit ihr befreundet bin, ziemlich genau weiß, warum meine Ex-freunde damals (alle 5!) kurze Zeit später attraktive Freundinnen hatten.
Ungefähr zur selben Zeit, als ich sie kennenlernte, fing ich an, an den Wochenenden öfter auszugehen.
Im Rahmen dieser Ausgänge fiel mir unfassbar oft eine bestimmte Sache auf: Nicht nur einmal kamen Männer auf mich zu, flirteten mit mir, gaben mir Shots aus oder fragten nach einem Treffen. Immer hatte diese Situation dasselbe Ergebnis: „Wie heißt eigentlich deine Freundin da hinten?“, „Kommt deine Freundin mit, wenn wir uns treffen?“, „Ein Getränk gegen die Nummer der Frau da hinten?“. Nicht selten begab man sich dann zu meiner besten Freundin und machte ihr im Anschluss erst einmal klar, dass an mir kein ernsthaftes Interesse besteht.
Zu meinem Glück ist sie eine sehr treue Seele, die auf solche Versuche nie eingeht und die Typen in 100 % der Fälle auch noch lautstark zur Schnecke macht – mit den Worten, was ihnen eigentlich einfalle, mich so zu benutzen, und dass man mit solchen Tricks überhaupt keine Chance bei ihr hat.
Es gibt einen Film von 2015, in dem genau dieses Phänomen benannt wird. Die Bezeichnung dafür lautet DUFF – Designated Ugly Fat Friend. Oder frei ins Deutsche übersetzt: die Person, die dafür sorgt, dass ihre attraktiveren Freunde noch attraktiver wirken und den Weg zu eben diesen Freunden ebnen soll. Und ohne zu selbstmitleidig zu klingen – genau das trifft auf mich zu.
Obwohl ich mich mag, obwohl ich nichts dagegen habe, dass sie ein Regenbogenfisch ist und ich eher ein Karpfen (ich mag Karpfen, die sind sehr niedlich, aber eben unscheinbarer), kratzt es irgendwie dennoch am Ego, ausgenutzt zu werden.
Vielleicht ist es paradox, sich gleichzeitig wohl in der eigenen Haut zu fühlen und doch von dieser Art der Zurückweisung verletzt zu werden. Aber genau das ist es, womit ich gerade ringe – die Erkenntnis, dass Selbstakzeptanz nicht immer davor schützt, von anderen als Mittel zum Zweck behandelt zu werden
Das, was ich jetzt schreibe, dient mehr oder weniger dem Zweck, mir einmal alles von der Seele zu reden. Ich möchte es mit euch teilen – auch für den Fall, dass sich jemand damit identifizieren kann und vielleicht von eigenen Erfahrungen berichten möchte. Ihr seid aber nicht dazu angehalten, unbedingt auf diesen Beitrag zu reagieren. Darüber hinaus spiegelt das, was ich hier schreibe, nicht meine eigene Selbstwahrnehmung wider, sondern ist meine Schlussfolgerung aus den Erkenntnissen, die ich im Alltag gewinne – basierend auf dem Verhalten anderer Menschen mir gegenüber.
Mir war schon immer bewusst, dass ich mit meinen 1,61 m, meinem runden, unproportionalen Gesicht, der Akne, den abgenagten Fingernägeln, meinen Haaren, die nicht so recht wissen, ob sie glatt oder lockig sein wollen, den X-Beinen und den paar Kilos zu viel (bedingt durch chronische Krankheiten) nicht zu dem gehöre, was man im allgemeinen Sprachgebrauch als „normschön“ bezeichnet. Natürlich ist jeder Mensch schön, aber es lässt sich nun mal nicht leugnen, dass es ein bestimmtes Idealbild gibt – und das ist auch völlig in Ordnung. Ebenso okay ist es, nicht diesem Idealbild zu entsprechen.
Ich habe mich nie aufgrund meines Aussehens schlecht gefühlt, da ich immer wusste, dass es im Leben Wichtigeres gibt. Ich habe mich sozial engagiert, ehrenamtlich gearbeitet und würde mich auch als nicht ganz blöd bezeichnen – all das hat mein Aussehen in meinen Augen immer relativiert. Nicht, dass ich jemals darauf angewiesen war (oder mich hätte darauf verlassen können).
In der Liebe lief es immer gut. Ich habe nie irgendwelche Modeltypen abbekommen, aber durch meine offene, aufgeschlossene Art fiel es mir nie schwer, Männer kennenzulernen. Oft hatten diese jedoch falsche Absichten. Es hat mich damals auch nie gewundert, dass sie kurze Zeit nach der Trennung schon eine neue Freundin hatten – oft jemanden, der aussah, als hätte sie es in einer früheren Staffel von Germany’s Next Topmodel bis ins Finale geschafft.
Vor zwei Jahren habe ich dann allerdings meine beste Freundin kennengelernt: 1,74 m groß, selbstbewusst, tätowiert, mit einer unfassbar sexy Figur und ästhetischen, schmalen, weiblichen Gesichtszügen. Sobald sie einen Raum betritt, drehen sich alle Köpfe nach ihr um. Sie ist um einiges lauter, als ich es jemals war (und ich wurde schon immer als extrovertiert wahrgenommen), und ich hatte nie ein Problem damit, ihr das Rampenlicht zu überlassen. Warum auch?
Nun ist es leider so, dass ich, seit ich mit ihr befreundet bin, ziemlich genau weiß, warum meine Ex-freunde damals (alle 5!) kurze Zeit später attraktive Freundinnen hatten.
Ungefähr zur selben Zeit, als ich sie kennenlernte, fing ich an, an den Wochenenden öfter auszugehen.
Im Rahmen dieser Ausgänge fiel mir unfassbar oft eine bestimmte Sache auf: Nicht nur einmal kamen Männer auf mich zu, flirteten mit mir, gaben mir Shots aus oder fragten nach einem Treffen. Immer hatte diese Situation dasselbe Ergebnis: „Wie heißt eigentlich deine Freundin da hinten?“, „Kommt deine Freundin mit, wenn wir uns treffen?“, „Ein Getränk gegen die Nummer der Frau da hinten?“. Nicht selten begab man sich dann zu meiner besten Freundin und machte ihr im Anschluss erst einmal klar, dass an mir kein ernsthaftes Interesse besteht.
Zu meinem Glück ist sie eine sehr treue Seele, die auf solche Versuche nie eingeht und die Typen in 100 % der Fälle auch noch lautstark zur Schnecke macht – mit den Worten, was ihnen eigentlich einfalle, mich so zu benutzen, und dass man mit solchen Tricks überhaupt keine Chance bei ihr hat.
Es gibt einen Film von 2015, in dem genau dieses Phänomen benannt wird. Die Bezeichnung dafür lautet DUFF – Designated Ugly Fat Friend. Oder frei ins Deutsche übersetzt: die Person, die dafür sorgt, dass ihre attraktiveren Freunde noch attraktiver wirken und den Weg zu eben diesen Freunden ebnen soll. Und ohne zu selbstmitleidig zu klingen – genau das trifft auf mich zu.
Obwohl ich mich mag, obwohl ich nichts dagegen habe, dass sie ein Regenbogenfisch ist und ich eher ein Karpfen (ich mag Karpfen, die sind sehr niedlich, aber eben unscheinbarer), kratzt es irgendwie dennoch am Ego, ausgenutzt zu werden.
Vielleicht ist es paradox, sich gleichzeitig wohl in der eigenen Haut zu fühlen und doch von dieser Art der Zurückweisung verletzt zu werden. Aber genau das ist es, womit ich gerade ringe – die Erkenntnis, dass Selbstakzeptanz nicht immer davor schützt, von anderen als Mittel zum Zweck behandelt zu werden