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Beziehungsunfähig wegen meinem Job?

Die Argumentation war vorhersehbar.

Und doch werden nicht alle Rettungssanitäter gleichzeitig zu persönlichen Notfällen gerufen werden. Die sowieso vorhandene Unterbesetzung ist auch da, wenn so ein Ausnahmefall geschieht; der macht das Kraut nicht fett.

Für ein Kind macht es aber einen riesigen Unterschied, ob die Eltern/ein Elternteil da sind/ist oder es sich alleingelassen fühlen muss.
Was macht das mit Vertrauen?
Welche Erfahrung nimmt ein Kind daraus mit?

Ich kann es nochmal versuchen zu erklären. Wir sind im Dienst drei Leute. Diese drei Leute gehören bei einem Einsatz in den Helikopter. Wenn einer fehlt, dann geht das nicht. Der Helikopter wird dann komplett aus dem Dienst genommen. Das heißt der Sektor wofür dieser Helikopter zuständig ist, kann nicht mehr richtig abgedeckt werden. Das ist eine Fläche in etwa so groß wie die Hälfte von Bayern.

Das ist nicht wie bei einem RTW von dem es viele in einer Stadt gibt.
 
Ich kann es nochmal versuchen zu erklären. Wir sind im Dienst drei Leute. Diese drei Leute gehören bei einem Einsatz in den Helikopter. Wenn einer fehlt, dann geht das nicht. Der Helikopter wird dann komplett aus dem Dienst genommen. Das heißt der Sektor wofür dieser Helikopter zuständig ist, kann nicht mehr richtig abgedeckt werden. Das ist eine Fläche in etwa so groß wie die Hälfte von Bayern.

Das ist nicht wie bei einem RTW von dem es viele in einer Stadt gibt.

Ja.
Und da ist dein verletztes Kind.
Und auf der anderen Seite der Job .
Völlig unklar, ob du schlafen, quatschen, Papierkram erledigen oder vielleicht einen Einsatz haben wirst.

Da kannst du mir erklären was immer du möchtest. Auf dich vertrauen ginge nicht.
Du wärst nicht da für deine Familie.
Also hätte ich mit dir keine Beziehung und schon gar keine Kinder.
So ist das nunmal bei mir.

Du müsstest eine Frau finden, die deine Haltung in Ordnung findet. Wie einfach oder schwer das wäre, weiß ich nicht.
 
Im Endeffekt wirst du die Möglichkeit deinen Beruf so auszuüben wie er jetzt ist und eine Familie gleichzeitig zu haben
Nur dann zu bekommen,
Wenn du eine Frau findest, die bereit dazu ist dem Großteil zuhause zu übernehmen, dir nicht am Rockzipfel hängt, keine Vorwürfe macht, wenn du Überstunden machst und so selbstständig und unabhängig ist, dass sie ihr Ding durchzieht.

Das ist keine leichte Aufgabe, aber möglich schon.
Dazu gehört aber auch eine gehörige Portion Glück dazu.

Du hast deine klaren Vorstellungen, zu denen du stehst, das lebst du authentisch und das ist für auch richtig so.
Aber das Leben hat auch manchmal andere Pläne.
Alles was man sich wünscht ist nicht immer unter einem Hut zu bringen.
Ich wünsche dir natürlich, dass du den passenden Deckel dafür findest.

Zum Mut zu sprechen: Es gibt auch solche Frauen.
Wenn das Thema Familienplanung nicht wäre, wärst du quasi mein Traummann 😉
 
Ich glaube gar nicht, dass es so ein großes Problem wäre, eine Frau zu finden, die zu Hause bleibt und sich um die Kinder kümmert. Zumindest in meiner Bubble gibt es Frauen, die dieses Modell leben und gut finden.
Aber eine Frau möchte sich geliebt fühlen (Männer übrigens auch 🙂). Sie möchte wissen, dass du an ihrer Seite stehst und mit ihr durch dick und dünn gehst. Das ist etwas schwierig, wenn du die Einstellung transportierst, dass du deinen Job liebst und die Kollegen deine Familie sind.
Du sagst, du würdest auf das Einspringen verzichten, wenn du eine Frau hättest. Aber du hast nie geschrieben: "Als ich eine Freundin hatte, habe ich auf das Einspringen verzichtet." Du hast auch nie gesagt: "Als ich eine Freundin hatte, habe ich alles möglich gemacht, um trotz meines Jobs viel Zeit mit ihr verbringen zu können." Da kam sowas wie: "Ich brauche halt eine Frau, bei der ich nicht 24h Händchen halten muss."
Du bewegst dich absolut keinen Millimeter und ich kann die Frauen verstehen, die dann die Reißleine ziehen. Ich als Mann hätte auch keine Lust auf eine Frau, die so agiert. Die haben eben nicht das Gefühl, deine Nummer 1 zu sein, sondern sind eher so etwas wie deine Erfüllungehilfin.
 
Ich kann es nochmal versuchen zu erklären. Wir sind im Dienst drei Leute. Diese drei Leute gehören bei einem Einsatz in den Helikopter. Wenn einer fehlt, dann geht das nicht. Der Helikopter wird dann komplett aus dem Dienst genommen. Das heißt der Sektor wofür dieser Helikopter zuständig ist, kann nicht mehr richtig abgedeckt werden. Das ist eine Fläche in etwa so groß wie die Hälfte von Bayern.

Das ist nicht wie bei einem RTW von dem es viele in einer Stadt gibt.
Auch du kannst nicht übers Wasser gehen, sondern fällst mal durch Krankheit o. ä. aus....

Ich denke, ich bin dann hier raus.....dies ist mir zu viel "Selbstbeweihräucherung".
 
Das heißt ein Rettungshelikopter wird komplett aus dem Dienst genommen. Ein Rettungssektor ist nicht mehr besetzt.
Nein. Dein Arbeitgeber könnte einfach einen zweiten Sani an der Seilwinde einstellen. Dann könnte er auch kürzere Schichten einrichten. Und wenn einer ausfällt, springt der andere ein. Problem gelöst. Macht er aber nicht, weil es auf diese Art billiger ist.
Es ist nicht deine Aufgabe, die Versäumnisse deines Arbeitgebers, bzw. die Unterfinanzierung der Rettungsdienste zu lösen.
 
Von einer Person, deren Beruf es ist, Menschenleben zu retten, zu verlangen weniger zu arbeiten und mehr Zeit mit mir zu verbringen, damit ich mich nicht vernachlässigt fühle, würde ich schon irgendwie als egoistisch einstufen. Den Wunsch nach genügend Aufmerksamkeit kann ich auch verstehen, aber trotzdem ...
 
@SaniPeter

Nach meiner Meinung bist Du ein Workaholic und mit so jemandem eine Beziehung aufzubauen und zu halten ist extrem schwierig, wie Du ja selbst festgestellt hast.

.

 
Oh, ich bin mir recht sicher, dass jede Menge Menschen keine Lust darauf haben, den Familiienalltag quasi völlig alleine stemmen zu müssen. Das hat mit vernachlässigt fühlen wenig zu tun.
Und die Kinder? Ich bin mit einem hauptsächlich abwesenden Vater mit 50-60 h/Woche groß geworden und ich hätte mir gewünscht, ich hätte mehr von ihm gehabt. Während andere Väter nachmittags zu Hause waren oder Zeit hatten für Unternehmungen und Blödeleien, hab ich durch die Finger geschaut.

Mein Vater hat es für uns getan, um uns bestmöglich zu versorgen (meine Mutter ging übrigens aber auch arbeiten) und ich liebe meinen Papa über alles. Aber ich war als Kind da manchmal ganz schön unglücklich.

Wie gesagt, wenn der Job an erster Stelle steht, bitte. Aber dann nicht wundern, wenn halt nur wenige damit leben wollen. Und einen Menschen, der einen Partner nicht nur stundenweise sehen will, egoistisch zu nennen, ist drüber. Dann ist auch ein Vater, der seine Familie zurückstellt, ebenso egoistisch. Retter hin oder her. Denn seine Kinder sind auch Menschen. Oder?
 

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