Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Emotionale Gewalt in der Beziehung/Ehe

  • Starter*in Starter*in Alice
  • Datum Start Datum Start
  • Stichworte (tags) Stichworte (tags)
    gewalt
Hi Darkside,

ich werde nicht mehr heiraten.

Ja, es war abzusehen. Es war ein Riesenfehler und durch nichts zu rechtfertigen.

Ich habe es nach dem Prinzip :Wer nicht wagt, der nicht gewinnt... getan. Ich glaubte, ja wenn es nicht klappt, dann trennen wir uns und es ist erledigt.😱 ich ging davon aus dass über kurz oder lang gerade wenn man zusammenlebt , die Bombe platzt wenn es nicht klappt, einer geht oder Schluß macht.Gut ist

Leider ist alles aus dem Ruder gelaufen.

Der Mann hat sich ja über ein Jahr tadellöser benommen, aber dann so peu a peu.. Die Situation ist mir total entglitten. Wenn er wenigstens nach den zwei Jahren nach denen er die Aufenthaltserlaubnis bekommen hat, gegangen wäre...Dann wär noch viel Ärger erspart geblieben.
Aber alles hat sich noch ein Jahr hingezogen...und ich hab gekämpft wie Don Quichotte und seine Windmühlen.

Also, wenn ich aus allem nun keine Lehre gezogen habe dann weiß ich auch nicht...dann gehts nimmer.

Alice😱
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Alice,

danke für die näheren Erklärungen insbesondere in deinem Post # 10..nun kann ich deine Gesamtsituation ein besser verstehen und mir fällt so einiges dazu ein...z.B. das was ne Bekannte = Therapeutin mir mal gesagt hat, nämlich dass wir alle sehr viele Werteschema aus unserer Kindheit von unseren Eltern übernehmen..wenn die Eltern einen nicht gut behandeln, also als geringwertig definieren, denkt man man selber - wenn man sich von dieser Wertung nicht irgendwann mal distanziert - man sei nix wert und schon ist man ziemlich gefährdet in eine schiefe Opferlogik zu verfallen, sich z.b. auch vom Partner/Ehemann zu viel gefallen zu lassen.
Aus soziologischer Sicht ist zu sagen dass die traditionelle Mädchenerziehung Mädchen und Frauen seit Jahrhunderten/Jahrtausenden immer schon benachteiligt und diskriminiert hat...sie wurden von den Töpfen der Macht ferngehalten und mussten die niederen Reproduktionsarbeiten (Küche, Kinder etc.)verrichten um den Männern den Rücken frei zu halten...in dieses Konzept passt die Mär von der perfekten Liebe...Mädels finden ihren Prinzen und (müssen) lebenslang glücklich mit dem Typen sein..auch wenn der sich plötzlich als Kröte entpuppt. Oft wollen Frauen die Kröte in ihrem Prinzen nicht sehen...denn das hieße ja, dass ein ganzes Traumweltbild zusammenkrachen würde...aber ich finde: lieber aus dem Dornröschenschlaf aufwachen, einem Krötenprinzen nen Tritt verpassen und sich 7 Zwerge anschaffen?? Hä?...Also was ich sagen will: lieber ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende.
Wir müssen uns stets unserer individuellen (Elternerziehung, Elternwerte) aber auch allgemeinen gesellschaftlichen (=Rolle und Bild der Frau etc.) Vorgeschichte bewußt sein...auch im Alltag in gewissen Situationen einen Schritt zurück treten und kritisch hinterleuchten was da am laufen ist...und auch lernen zu einem eigenen Urteil zu kommen, dass möglichst wenig geprägt ist von den durch Sozialisation, die Elternerziehung aufgebürdeten Werteschema, ium zu gucken ob das gut ist, was da von einem erwartet wird..ob man selber damit klarkommt und nicht vielleicht doch was anderes will. Nen eigenen Willen auszubilden ist oft schwer für Frauen, da sie häufig auf passiv, willenlos "getrimmt" wurden. Ich habe mich damals trotzig und konsequent dagegen zur Wehr gesetzt, gegen die elterliche Wertung und auch den Versuch mir ne gewisse Rolle aufzuzwingen...Mütter wollen dass ihre Töchter so sind wie sie sind..sich nicht gegen die Tradition stellen...und Väter als Patriarchen natürlich erst recht. Hier ist Abgrenzungsvermögen gefragt. Heutzutage udn hierzulande zumindest hat Frau dazu die Gelegenheit und Chance sich zu emanzipieren, nutzt sie aber oft nicht. Die Macht der Traditionen? Grund ist oft mangelnde Reflexion über das was man tut...kann man aber lernen und oft kommt man an diesen Punkt durch traumatische Erlebnisse, die einen unsanft wecken und durch die man merkt: da stimmt was nicht, da läuft irgendwas schief....und damit beginnt die Suche und Analyse dessen was man ist, was man sein will usw..und das ist ein total wichtiger Schritt, den du gerade machst liebe Alice! Nimm dir genügend Zeit für diesen Schritt.

Diese Schilderungen über Erziehung etc. sollen dir zeigen: stell nicht so hohe Ansprüche an dich...du bist wie du bist aufgrund deines Menschseins...und JEDER Mensch macht Fehler. Gesteh dir also zu auch mal Fehler zu machen und kasteie dich nicht zu sehr für gemachte Fehler....sieh genau hin, guck was genau da falsch gelaufen ist und wo die Ursache liegt (Elternerziehung hat zu wenig gefördert, dir zu wenig Halt zur Ausbildung eines gesunden Selbstbewusstseins gegeben, sondern eher deinen Selbstwert verletzt/herabgesetzt etc.) und gib nicht dir die Hauptschuld.

Du hast Liebe mit Aufopferung verknüpft..und das aufgrund eines durch Elternerziehung implantierten Werteschemas und mangelnden Selbstbewusstseins, zu gering ausgebildeten Selbstwertes. Eltern die ihre Kinder nicht achten sind echt schlimm..das weiss ich aus eigener Erfahrung..mein Vater war ein gewalttätiger despotischer Terrorknochen, meine Mutter devot aber auch klar Mittäterin, weil sie als es drauf ankam uns Kids im Stich gelassen und nicht geschützt hatte. Klingt hart dieses Urteil..aber ich denke das ist Resultat dessen, dass sie bis heute null Einsicht zeigt, immer ablenkt, sich ein Lügengebäude errichtet hat und insgesamt 70 Jahre in einer Seifenblase gelebt hat!!!zum Teil auch aus Selbstschutz, denn was wäre, wenn sie ihre Mitschuld erkennen würde in Hinsicht auf die pathologisch gewordene Lebensangst meiner mittleren Schwester? Wir waren drei Mädels, ich und meine jüngere Schwester "haben es geschafft" uns zu lösen..aber unsere mittlere Schwester halt nicht...sie knabbert immer noch an der traumatischen Kindheit...schlimm, oder?
Aber auch Eltern wissen oft nicht was sie ihren Kids antun..auch sie leben nach einer vorgelebten Tradition...meine Mutter wurde auch geschlagen und diskriminiert von ihren Eltern und somit fand sie das ganz "normal" und nicht so schlimm...übernommene Werteschema, die aber ziemlich schlecht sind. Die allgemeine Funktion der Paarbindung, Kinderproduktion erhalten, aber leider auf Kosten der Frau. Und hier muss man halt wachsam und achtsam sein und sich quasi aus traditionellen Auffassungen herausschälen...und zwar immer wieder..überall tauchen solche Wertekisten auf....Es ist wichtig sich selber zudefinieren anstatt ausschließlich von anderen (oft Männern) definieren zu lassen.

Man kann sich vor Schlechtem schützen..aber ein guter Selbstschutz muss natürlich erstmal erlernt werden. Therapie ist ein erster wichtiger Schritt dazu...kampfsport auch nicht schlecht..grad für Frauen mit mangelndem Abgrenzungsvermögen und Selbstbewusstsein, damit sie sich auch mal stark erleben können und das Grundgefühl erlangen zu herrschen...über ihren Körper z.B ..und wenn man erstmal auf den Geschmack gekommen ist und erlebt, dass man auch allein was hinkriegt...ohne Abhängigkeit von einem Mann oder einer gewissen gesellschaftlichen Rolle..ist das schon sehr viel wert.
Ein Hauptpunkt der traditionellen Erziehung von Mädchen ist nämlich Frauen passiv "zu halten", duldend, wenig kämpferisch..ein ideales Objekt zum Beherrschen auszubilden....und da stellt sich die Frage: wollt ihr das einfach so mitmachen, Mädels? Ich hab mich klar dagegen entschieden und das hat mir bisher an sich nur Vorteile gebracht. Der einzige "Nachteil" ist vielleicht, dass mich gewisse Trado-Machos nicht besonders mögen...aber das finde ich PRIMA! Gibt ja auch genug selbstbewusste Typen, die mich aushalten 😉 😉

Du bist auf dem richtigen Weg, bleib dran, dann wird es schon und nochmals, weil du sone Art GEisselungssyndrömchen zu haben scheinst: sei nicht zu streng zu dir. Es ist total normal und physiologisch also von der Reizleitungsgeschwindigkeit so angelegt dass die Stammhirntrommeln (Stammhirn = Sitz der Emotionen) oft lauter sind als der Verstand und wenn Liebe im Spiel ist der Verstand auchmal auf Urlaub geht. Aber das kann man mit der Zeit geraderücken und sich ein wenig angewöhnen anstatt blind zu lieben (wie es Patriarchen gerne hätten und demgemäß die klassisch-traditionelle Mädelserziehung, die du ebenso wie ich und andere wohl auch "genossen" hast, ausgelegt ist) einfach mal demnächst immer zumindest ein Auge offen zu halten? Das reicht oft schon.

Du hast bereits ne Menge erreicht..ne Menge mehr als sehr viele andere Frauen und solltest stolz auf dich sein. Weiter so!

LG
Tyra

Schritt für Schritt lernen auch nen guten Lauf einfach mal anzunehmen...hängt auch mit dem Selbstwert zusammen auchmal Lob anzunehmen, was Gutes anzunehmen...stell dir einfach mal vor du wärst ne Fürstin und es ist selbstverständlich, dass du die Sahnetöpfe des Lebens serviert bekommst...lies mal das Buch: Machiavellin für Frauen von Harriet Rubin..ein Schuss Emanzipationslektüre kann dir nicht schaden! 😉
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Tyra,

vielen dank dass Du mir immer wieder so viel Mut machst.

Naja, nach dem ganzen Blödsinn den ich gebaut habe mit dem Jugoslawen darf ich mich ein bisschen geisseln, echt. Das hab ich mir verdient.😱

Nee, im Ernst, ich hab ja von 15-18 Jahre Kendo und Judo gemacht, Kendo richtig intensiv mit Bundestraining, Landestraining, Turniere etc. Damals vor 20 Jahren noch fast ein reiner Männersport... Also ich empfinde mich selbst ein wenig widersprüchlich. Hab mein Abi gemacht und wollte nie das Heimchen werde.. wollte Psychologin werden oder Ärztin.

Aber das Schema dass mir in der Kindheit übergestülpt wurde war (ist) wohl zu mächtig.

Aber ich arbeite dran, endlich unabhängig zu werden. Nicht nur äußerlich, auch innerlich.

alice
 
Ich hoffe, du wirst nächstes Mal nicht einen Typen heiraten, den du 4 Monate lang kennst.
Das war bereits am Anfang abzusehen, meine Meinung.



Darkside


Ich vermute nachdem ich mir Winnetous Beitrag habe durch den Kopf gehen lassen: Das ist der Grund warum ich es gemacht habe.

Aussichtslose Projekte können nicht klapen=somit bestätige ich mein negatives Selbstbild immer wieder und wieder...

Alice
 
Hallo Winnetou,

du hast sehr Recht mit dem was Du sagst.

Emotionaler Rückzug trifft es genau.

Ich denke, dass ist in vielen Gewaltbeziehungen auch der Grund warum die Frau soviel aushält. Sie hat ihre Gefühle irgendwann so runtergefahren, dass die Verletzungen nicht mehr richtig wahrgenommen werden können. Zum Selbstschutz eben aus früheren Erfahrungen.

In dem Buch Vergiftete Kindheit von Susan Forward habe ich jedoch gelesen, dass es bei stark kontrollsüchtigen Eltern, die Ihre Kinder zwar quälen, aber auch nicht loslassen können wie bei mir, ein Wiederholungszwang bei den Kindern entsteht. Dieselben schädlichen Verhaltensweisen werden immer und immer wieder praktiziert.

Aus Zwang.

Und das muß ich sicher ändern. Ich muß mich aus diesem Netz der Vergangenheit befreien vom Fluch, der Enttäuschung meiner Kindheit. Dann wird auch dieser Zwang gebrochen.


Alice
 
Hallo,

ich stimme Winnetous Beitrag bzw. Beiträgen voll zu. Offener und möglichst lockerer Umgang anstatt zwanghaftem Bemühen ist total wichtig.
Ich denke bei dir ist der Knackpunkt, dass du von vornherein einen zu hohen Anspruch an dich stellst, den man nicht erreichen KANN und somit immer wieder in Zwangslagen gerätst. Und womit, wie Winnetou es gut aufgedröselt hat, auch das Kind/die Kinder in ne Zwangslage gerät/geraten genauso gut wie das Vorbild sein zu wollen, und da das aber unmöglich ist, geht diese Spirale, die Tradition mit dem Minderwertigkeitskomplex und schwächende, manchmal sogar gefährdende Grundgefühl unzureichend, mangelhaft zu sein von vorne los....
Ich und meine Schwestern sind ja ebenfalls vorbelastet durch eine pädagogisch sinnlose Erstsozialisation...sprich unsere Eltern waren grottenschlecht darin gute Vorbilder zu sein, haben uns schlecht behandelt und uns kaum darin unterstützt uns als wertvoll oder auch lebens- oder liebenswert anzusehen. Ich habe mich sehr bewusst und auch offen mit meiner Kindheit auseinandergesetzt, das war wichtig. Auch meine jüngere Schwester, die zwei Kinder hat hat das getan und ich denke sie hat recht radikal mit der Tradition gebrochen. Zwar flammt sowohl bei ihr als auch bei mir ( eher wenn wir zusammen sind als ggü Familienexternen) hin und wieder mal ansatzweise altes Zwangsverhalten auf..aber mittlerweile kann sie oder ich das übungsgewohnt im Keim ersticken. Es ist uns beiden ein großer Ansporn NICHT so zu sein wie unsere Eltern, insbesondere Mutter, die sehr unehrlich und unauthentisch wirkt eben weil sie einen perfekten Eindruck machen will obwohl klar ist, dass sie gravierende Fehler gemacht hat..und v.a. nie korrigiert hat und auch nie Einsicht gezeigt hat.
Winnetou hat diesen Punkt mit der Einsicht der Eltern ja angesprochen. Es mag hart klingen, aber die Hoffnung dass die Eltern Einsicht zeigen...jedenfalls offen Einsicht zeigen ist äußerst gering. Das hat was mit Selbstschutz zu tun, dass sie sich ggü zugeben müssten etwas falsch gemacht und in einigen Punkten versagt zu haben. Das können die meisten Eltern -grad der Vorgeneration- nicht. Denn das würde in so manchen Fällen hammerharte Schuldgefühle wecken..und wer hat darauf schon Bock? Meine Mutter hat ein chronisch schlechtes Gewissen was man ihr an der Körperhaltung, dem Habitus direkt ansieht und anstatt sich nur einmal, ein einziges Mal aufzurichten und zu sagen: "Kinder, tut mir sehr leid, ich habe viele Fehler gemacht, dass sehe ich jetzt ein und ich hoffe ihr könnt mir irgendwann verzeihen" lenkt sie ständig von sich ab, verbirgt, krümmt sich um unbequeme Wahrheiten zu verbergen...echt schlimm....aber mittlerweile halt nicht mehr mein Ding..ich hab mich da gelöst und sage mir: sie allein muss mit sich leben..ich muss das ja nicht mehr aushalten, lebe mein eigenes Leben und hab garantiert wesentlich mehr Spass daran als sie an ihrem Leben. Und was mir am wichtigsten ist: ich hab mit dieser "Wahnsinns"-Tradition gebrochen...Meine mittlere Schwester hat das ja nicht getan, sich nicht genug gelöst und das war wohl wesentliche Mitursache dafür, dass sie vor Jahren tatsächlich wortwörtlich wahnsinnig geworden ist...Sie hat nach außen hin immer allen was vorgemacht, ihnen vorgespielt das alles in Ordnung sei...und somit so viel Druck in sich aufgebaut, dass ihre Psyche irgendwann durchgekachelt wird. Und erst jetzt kam raus, dass sie über 30 Jahre täglich starke Angstzustände hatte....irre oder? Ich bin heilfroh, dass ich so anarchisch und auch abgegrenzt drauf war und auch offen elternfeindlich = feindlich ggü Misttradition (= immer so machen als ob und Fehler/Mängel verbergen anstatt dazu zu stehen) die mich krank gemacht hätte. Aber so ganz unbeschadet bin ich auch nicht aus der Sache raus...ich hatte vor einiger Zeit mit einer Phobie zu kämpfen, die aber innerhalb kurzer Zeit in den Griff bekommen und bis heute neige ich in einigen Punkten zu leichtem Zwangsverhalten....bleibe aber achtsam und passe auf, dass sowas NIE zu viel Kontrolle über mich kriegt, kann mich da auch wieder zurücknehmen.

Was deine Eltern nicht können, kannst du ja mal versuchen...diesen Kreislauf durchbrechen und lockerer und offener zu sein...seinen Kindern zeigen können: nobody is perfect und muss es auch nicht sein...man darf Fehler machen, wichtig ist nur es irgendwann zu merken und dann zuzusehen schiefe Dinge wieder ein wenig gerade zu rücken. Das wäre für dich und auch deine Kids ne große Entlastung..wirst sehen, wenn das Zwangskorsett erstmal runter ist kannst du wesentlich freier atmen! Dann wird das Leben schon eher nach der buddhistischen Vorstellung wie ein TAnz....wie es sein sollte...ernsthaftes Bemühen, aber sich so akzeptieren wie man ist und auch über seine Fehler mal lachen können...in jeder Tragik steckt auch Komik...mit genügendem Abstand zu sich selber lernt man sich verzeihen und sich genügend ernst aber auch nicht zu ernst zu nehmen, einfach zu LEBEN. Weniger Grübeln, mehr MACHEN, sich mehr zutrauen und forscher an die Dinge herangehen..dazu muss aber erst die Unsicherheit und Ängstlichkeit weg.

Wie Winnetou schrieb: höre auf deine Intuition, anstatt Dinge an dir negativ zu bewerten einfach annehmen und somit Selbstachtung aufbauen. Stück für Stück, das wird dir die notwendige Selbstsicherheit geben.

Weiterhin viel Erfolg dabei!
LG
Tyra
 
Hallo

Vielen lieben Dank Dir Tyra.

Ihr habt mir alles sehr geholfen und es wird schon werden.

Ja, zur Zeit ist es noch eine riesengroße Enttäuschung und ein Schmerz den ich noch dazu bewältigen muß.

Auch wenn alles vielleicht voraussehbar war, ist es doch immer noch schwer sooo eine Riesenenttäuschung zu verarbeiten.

Der verstand sagt mir, dass ich daran wachsen kann und darüber hinwegkomen werde, aber es zwickt ganz schön. ZUmal ich mich habe auch finanziell ganz schön ausnutzen lassen. Naja, keine Schulder oder ähnliches aber ich hab halt mehr in den Haushalt investiert als er. Wenn was zu bezahlen war, war ich dran. Er brauchte sein geld für die kranke Mutter und die family in Jugoslawien.

Das ist schon ätzend wenn man dann schnallt, dass der Typ einen nur ausgenutzt hat und jetzt wo nix mehr zu holen ist einfach verschwindet und sich ei´nen Teufel um sein Kind schert.

Soviel Bosheit und Schlechtigkeit ist halt schwer zu verdauen ebenso wie meine Naivität.

Aber es wird mir nie mehr passieren.

Ich habs geschnallt, echt.

Und die Vergangenheit kann ich nicht mehr ändern.


Liebe Grüße Alice😀
 
Hallo,🙂

ich hab mir noch mal intensiv Gedanken gemacht wie so eine Gewaltbeziehung überhaupt möglich ist.

Welches sind die Faktoren, die diese Art von "Liebsbeziehung" überhaupt erts ermöglichen und dem Mißbrauch Tür und Tor öffnen?

Für mich habe ich herazsgefunden , dass der stärkste Faktor die fehlenden Grenzen sind.

Durch meinen Vater, Quartalssäufer, oft besoffen , hab ich gelernt unmögliches Benehmen zu tolerieren.Meine Mutter hat sich von ihm alles gefallen lassen, egal wie blau er wart, sie hat ihm brav sein Essen gemachtals wenn nichts wäre. Sie hat mich auch nie weggeholt oder sonstwie vor dem Anblick eines fas besinnungslos betru´nkenen geschützt.

Somit hab ich gelernt: Es gibt keine Grenzen. Toleriere alles.

Dasgleiche gilt wohl für Mißbrauch in der Kindheit. Da werden Grenzen übertreten, die eigentlich heilig sind. DDadurch entstehen Verletzungen die nicht so leihct zu heilen sind.

Für mich muß ich lernen anderen Grenzen zu setzen.

Wenn ich zurückblicke, wieviele Freundschaften oder Bekanntschaften hab ich gehabt in denen ich mich nicht wirklich wohl gefühlt habe? C Zu viele.

Grenzen setzen und nur Eingriffe ins eigene Leben dulden die auch von Vorteil sind. Sofort Grenzen ziehen und nicht erst Tage später, dass muß ich lernen. Aber wie?

Ich versuche, mein bauchgefühl wieder zu aktivieten und den eigenen Willen zu spüren. Aber es ist alles so zugeschüttet?

Hat jemand Rat oder Tips??

Alice😱
 
Hallo,

aus deinen Schilderungen zeichnet sich ab, dass du das Frauenbild und Frauenrolle deiner Mutter unhinterfragt übernommen hattest...kann sich ja ab jetzt ändern und sollte sich ändern!
Mein Vater war ein Spieler und hat das schwererschuftete Geld meiner Mutter sehr oft zur Spielbank getragen...ich hab immer gesagt, dass er ihr viertes Kind war und zwar ein absolut verzogener und verwöhnter Bengel, dem man alles durchließ während wir tatsächlichen Kinder = 3 Mädels total gestrietzt wurden...sogar abkommandiert wurden in der Zeit in der unser Vater arbeitslos war, ihm das Essen zu kochen...pervers was? Ich hab das natürlich ab der Pubertät nicht mehr mitgemacht. Klar gab das Stress aber ich hatte ja Verstand und war meinem (faulen) Vater rasch intellektuell überlegen und konnte ihn relativ leicht ausreichend räsonieren...und mich somit auch gegen Schläge wehren...er traute sich bald nicht mehr, da ich einmal wiene Furie auf ihn losgegangen war und zusätzlich klare Drohungen überzeugend formuliert hatte und er dachte sein letztes Stündlein hätte geschlagen...da er im Grunde ein feiger Kerl war hat ihn das total eingeschüchtert....war wohl ne heilsame Lehre für ihn. Und hier hast du ein Beispiel einer gelungenen Grenzziehung...
In meiner Partnerschaft kommt es auch immer wieder zu Grenzarbeit....mein Freund möchte was von mir...ich muss gucken ob das mit meinem Willen klar geht, geht es nicht klar, sage ich halt Nein....auf nette Art und Weise versteht sich...wenn es sein müsste auch unnett...aber es musste bisher nie sein...scheine da also den richtigen Kerl erwischt zu haben.

Mir wäre es nie in den Sinn gekommen mir sonen Kerl anzulachen wie meine Mutter es getan hatte...dank früher Abgrenzung und HInterfragen des Elternhauses entwickelt man nen Blick dafür, wer achtsam ist und einen WIRKLICH liebt..das Liebe ohne Achtung vor dem Partner halt keine echte Liebe ist. Ich bin überzeugt davon, dass meine Mutter meinen Vater liebt...auf ne perverse Art und Weise halt...als unterwürfige Sklavin...glücklich scheint sie nicht.....da muss halt jeder gucken was man denn will..ne "gerade" Liebe oder "schiefe" pervertierte Liebe.
Ich habe durch mein Elternhaus und gewalttätigen Vater auf die harte Tour gelernt wie wichtig es ist Grenzen zu setzen..immer wieder im Leben, insbesondere auch in der Partnerschaft sonst hat man da ne Schieflage..einen der herrscht und einen...oft eine, der/die beherrscht wird...und gegen Herrschaft bin ich halt seit meiner Kindheit total allergisch und habe da wachsame Antennen die immer ausgestreckt bleiben.

Auf deine Frage, ob das alles so zugeschüttet ist, kann ich ein klares Ja sagen...es kostet erst einmal einiges an Übung den eigenen Willen wieder auszubuddeln...und auszu bilden, auszuformulieren und auf möglichst angemessene WEise einzufordern, durchzusetzen.
Warst du nicht eigentlich in ner Therapie? An sich haben grad zu diesen Punkten Therapeuten die besten Tipps.
Ich hab mein Bauchgefühl an sich nie verloren....aber habe es fortwährend intuitiv immer gestärkt mit so Sachen wie Sport...Langlauf...Kampfsport..das klingt jetzt komisch, aber Langlauf hat mich körperlich stark und ausdauernd gemacht, mir SElbstbewusstsein gegeben, auch das Distanzreiten, oder später Kampfsport..man braucht irgendwas womit man sich identifizieren kann und was einem elternunabhängige Anerkennung einbringt. Bei mir war es das Lob und Bewunderung des Reitstalls, wo ich neben Berufsausbildunggearbeitet hatte...ich hatte da einige Fans, meine Reitschüler, hab den wildesten Gaul geritten...musste mir da auch was beweisen..aber der Gaul war an sich total lieb..die meisten haben nur Fehler gemacht...sprach die Pferdeflüsterin...😀 😀

Es ist egal was man macht..Hauptsache man findet etwas, was einen interessiert und das einem was zurückgibt. Meiner Ansicht nach ist Sport für die meisten gut um das Selbstbewusstsein zu pushen...rein intellektuell kann man da nicht so viel errreichen..war meine Erfahrung. Mir bringt es immer noch viel mich auch noch mit über 40 Jahren jugendfrisch, fit und agil zu fühlen, sowohl im Kopp als auch mit dem Hintern.
Beim Langlauf oder auch beim Kampfsport hört man auf zu Denken und dort kommt dann auch wieder das Bauchgefühl, die Intuition..ich habe da eine zeitlang in der ich weniger Sport gemacht habe stattdessen Zazen gemacht....diese japanische Meditationspraxis ist darauf ausgerichtet die Intuition zu wecken. Finde ich empfehlenswert, ist aber auch harte Arbeit, verlangt Disziplin...ohne Disziplin geht im Leben ohnenhin nix...ich als halbwurzlige Ostpreußin habe damit null Schwierigkeiten, muß eher aufpassen dass ich damit nicht übertreibe.....ich denke darin und in weitgehend konsequenter Haltung liegt ein großer Teil meiner Kraft....Konsequenz ist halt auch wichtig...ohne die kann man Kinder nicht vernünftig erziehen und sich selber an sich auch net...ist oft für viele ein schwerer Punkt diese Konsequenz..für mich nicht...kommt wohl durch den Langlauf und das Distanzreiten..wo man halt nicht einfach bei Kilometer 30 schlappmachen durfte....

Ein Arbeitskollege von mir hat während seiner Depression mit Langlauf begonnen und kann heut nicht mehr ohne..täglich seine 5-10 Kilometer, also halbe bis STunde laufen...das baut ihn auf, macht ihn stabil in jeder Hinsicht...es sind oft einfache Dinge die ne große Wirkung haben können...

Du musst da gucken, was du für dich findest, ich würde einfach mal wenn du unsicher bist einige Dinge ausprobieren..meld dich mal zu nem Selbstverteidigungskurs an oder schnapp dir ne Freundin zum gemeinsamen Frühlingsfitness-Joggen. Ich bin auch so gut wie immer in Begleitung gelaufen.....war sonst zu langweilig...so kann man sich gegenseitig immer wieder anfeuern und rafft sich auch eher auf seinen Hintern hochzukriegen.

Grenzen setzen kann mal leicht und macht man automatisch wenn man ein gutes Selbstbewusstsein hat..daher erstmal Selbstbewusstsein aufbauen, sich klar machen was man will und dann findet man nen Weg sich abzugrenzen..auch ein Thema, was an sich Thema einer Verhaltenstherapie ist in der man per Rollenspiel Situationen übt in denen man ne Grenze setzt und son Zeugs...mach das, übe das dann weisst du wie es geht.


Gibt viel zu tun für dich, packs an bevor es dich packt!

LG
Tyra ..mit langem Wort/Roman zum Samstag...schönes WE noch!
 
Zuletzt bearbeitet:
...Welches sind die Faktoren, die diese Art von "Liebsbeziehung" überhaupt erts ermöglichen und dem Mißbrauch Tür und Tor öffnen?

Für mich habe ich herazsgefunden , dass der stärkste Faktor die fehlenden Grenzen sind.
...
Grenzen setzen und nur Eingriffe ins eigene Leben dulden die auch von Vorteil sind. Sofort Grenzen ziehen und nicht erst Tage später, dass muß ich lernen. Aber wie?

Ich versuche, mein bauchgefühl wieder zu aktivieten und den eigenen Willen zu spüren. Aber es ist alles so zugeschüttet?

Hat jemand Rat oder Tips??
Liebe Alice,
wie auch Tyra es angesprochen hat: Psychologen sind hier die beste Hilfe um das wieder aufzubauen, was in einem total "verrutscht" ist. Kann Deine Gefühle sehr gut nachvollziehen, es ist, als wüßte man gar nichts mehr: Was ist richtig und was falsch? Du weißt selbst, es stimmt etwas nicht, aber hast es nie besser gelernt. Woher solltest Du diese Grenzen daher kennen? In der Situation fühlt man sich ganz schön verloren, nicht wahr?

Zu Deiner Frage: Setz Dich nicht unter Druck, sondern profitiere von Deiner Therapie. Sprich genau dieses dort an, sprich an, was Dich belastet oder wo Du unsicher bist (hast Du das schon konkret?). Nach und nach wird Dir immer mehr bewusst, wo die tatsächlichen Grenzen liegen. Sag mal, vertraust Du Deiner Therapeutin eigentlich? Fällt mir gerade so ein.

Weißt Du, bei mir sind es viele Dinge, die ich zu 100% übernommen habe, weil sie es mir gesagt habe, weil ich mich gut dabei fühle und denke, dass es richtig ist. Und!! Das hatte zur Folge, dass genau das fest in mir eingebrannt ist. Zum Beispiel, dass mir kein Mensch vorzuschreiben hat, dass ich etwas muss - es gibt viele andere Beispiele. Man muss es nur an sich heranlassen, zulassen, dass jemand die eigenen mißratenen Maßstäbe wieder zurechtrückt.

Ich denke, dass Du so darüber grübelst und vieles für Dich herausfindest und vor allem dabei auch fachliche Unterstützung hat, das sagt mir, dass alle Zeichen auf positiv stehen.

Vermutlich ist in Dir noch einiges begraben... hat mich schon berührt, was Du als Kind alles mit anschauen und als normal hinnehmen musstest. Wenn das erstmal nach und nach rauskommt, dann wird Dich das auch nach und nach befreien.

Finde es jedenfalls toll, wie Du das alles angehst und für Dich kämpfst.

Daher: Nicht vergessen, auch die kleinen Erfolge sind wichtig, denn sie sind ein Stück vom Ganzen.

Liebe Grüße von mir
Vienne

P.S.: Bin heut auch etwas durch den Wind... eine gute Freundin lies mich durch ihre Kleine zu Hilfe rufen. Ihr Dad hatte ihren Freund angegriffen und das wohl nicht so ohne... Als ich bei ihr war, waren vier Polizisten dort. 😕 😕 Das Ganze hat mir irgendwie meine Situation vor geraumer Zeit vor Augen geführt. Ich verachte nix so sehr wie Gewalt... es will mir einfach nicht in den Kopf, dass erwachsene Menschen zu solchen Mitteln greifen...
Sorry, musste das loswerden.
 
Zuletzt bearbeitet:

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben