Wenn es nun um Suchtmittel geht, ich denke, dass sich kein Mensch so wirklich bewusst ausgesucht hat, ein Junkie zu sein.
Nun könnte man sagen, dass Junkies alles verloren haben und keinesfalls liebevoll sind. Nun ja, bildet euch darüber euer eigenes Urteil.
Nein, das würde ich ganz sicher nicht sagen.
Z. B. bei Heroinabhängigen gibt's die ganze breite Palette der Menschheit: intelligente und dumme Menschen, emotionale und kaltherzige, Egoisten und auch liebevolle Menschen.
Mit anderen Worten, Sucht hat weder mit Charakter, noch mit Intelligenz was zu tun!
Genauso wie der Grund, warum man in die Sucht reingerutscht ist, sehr unterschiedlich sein kann:
Manche Süchtige wurden als Kinder vernachlässigt oder sogar misshandelt, andere wurden sehr verwöhnt und in Watte gepackt.
Manche kommen auch aus sehr leistungsorientierten Elternhäusern, die ihre Kinder auch bei Krankheiten in die Schule geschickt haben.
Vorher bekamen sie einfach ein paar Pillen, damit die Kinder bloß keinen Unterricht versäumen und vielleicht sogar schlechtere Note schreiben, das wäre ja eine Vollkatastrophe!
Tja, und so lernte das Kind, daß es ihm auf keinen Fall schlecht gehen darf, und daß sich ins Bett legen und auskurieren nur was für Verlierer und Weichlinge ist.
Und wenn es einem doch mal schlecht geht, dann nimmt man halt ein Medikament ein, dann wird das schon wieder...
Das ist jetzt nur ein Beispiel von vielen, wenn ich noch alle anderen Strukturen aufzählen würde, die für junge Menschen potentiell suchterzeugend sind, dann könnte ich noch bis morgen hier schreiben...