Hey, ich lese schon eine Weile mit, jetzt schreibe ich auch mal was
🙂
Ich habe nicht gesagt, dass er keinen Sport machen darf oder ich ihm irgendetwas verbieten würde. Das scheint nur im Fußball gestörten Deutschland ein großer Trigger zu sein.
Das sind doch Dinge, die man nicht erst nach 3 Jahren erfährt und dann verbietet. Das sind Dinge die erfährt man direkt am Anfang. Wenn ein Mann mir sagen würde, dass er absoluter Bayern München Fan ist, jede Woche Bundesliga schaut und alle zwei Wochen im Stadion sitzt, dann wüsste ich direkt Bescheid. Ich wüsste dann, dass das mit uns nichts wird.
Es ist aber schön, wenn ihr so tolerant seid. Wenn ihr absolut jedes Hobby, egal welcher Art, egal in welchem Umfang akzeptiert.
Ich glaube, darum geht's gar nicht. Ich selbst mag auch kein Fußball, mir sind WM und EM ein Graus und auf einen leidenschaftlichen Fußballfan als Partner hätte ich auch eher keine Lust. Trotzdem kommen mir deine Aussagen sehr absolut vor und wirken so, als ginge es nicht vordergründig um Fußball/ geteilte Hobbies sondern um eine tiefergehende Problematik des Kategorisierens von Menschen und der Vermeidung von Bindung.
Da ich aber nicht finde, dass mir zusteht, das zu bewerten oder zu psychologisieren, lasse ich es so stehen, ich wollte nur erklären, wieso deine Aussagen auf so viel Widerstand und Unverständnis treffen.
Zu deiner Frage: Ich glaube schon, dass es sehr besondere Verbindungen zwischen Menschen gibt, allerdings nicht im Sinne von "füreinander bestimmt sein", sondern eher im Sinne von tiefer Liebe und Bindung die entsteht, weil viele Eigenschaften, Vorlieben, Vorerfahrungen zusammen passen.
Ich glaube dir, dass dein "Partner" nicht nur aus Eigennutz bei seiner Frau bleibt, sondern es für ihn tatsächlich ein großes Dilemma ist und er ihr nicht weiter schaden will mit einer Trennung. Ich glaube, das Leben ist nicht nur schwarz/ weiß und manchmal rutscht man in eine Situation wie eure, in der es keinen guten Ausgang gibt und alle Optionen schwierig erscheinen. Trotzdem sehe ich es auch so wie viele Vorschreiber*innen und denke, dass du dir selbst im Weg stehst. Für mich las sich dein Thread auch sehr doll so, als würdest du all deine Vorstellungen einer Partnerschaft aus ihm ableiten, alle deine Vorlieben beschreiben ihn, es gibt keinen Spielraum in deinem Denken, wie ein anderer möglicher Partner sein könnte, der einfach ein anderer Mensch ist. Und ich denke, da spielt schon eine sehr große Rolle, dass ihr euch so früh kennengelernt habt und er dich und deine Vorstellungen sehr stark geprägt hat. Und ich denke, damit hat er dir auch ein Stück weit geschadet, wenn auch nicht gewollt.
Ich würde dir auch dazu raten, dich nicht zu sehr an die 30 bzgl. eines Kinderwunsches zu klammern. Es kann sein, dass es dir ergeht, wie anderen Frauen in deiner Familie und es danach schwieriger wird, es kann bei dir aber auch anders sein, es gibt kein Naturgesetz, das besagt, dass es bei dir genauso sein muss. Ich würde dir auch raten, mit deinem Arzt / Ärztin darüber zu sprechen, anstatt dich auf diese Vorstellung zu versteifen.