Hallo,
bei Kindesmißbrauch und noch bestehender Gefahr weiteren Mißbrauchs (muss ja net das gleiche Opfer sein!) weiss man ja im Grunde, dass es wieder passiert, bzw. die WArhscheinlichkeit sehr hoch liegt, dass es wieder passieren könnte...also dürfte der Paragraf vom Wissen der Planung da wohl zutreffen. So würde ich das auslegen. Und so legt das ein Bekannter von mir, der Anwalt ist ebenfalls aus. Ich denke sone Sache ist grenzwertig..die einen sagen so, die anderen so. Recht und Gesetze sind ohnehin IMMER Auslegungssache, ich habe mittlerweile einige GErichtserfahrung und weiss das mittlerweile.
Man muss jedoch kein Jurist sein um mit klarem Verstand und Vernunft über so eine Sache urteilen zu können. An sich weiss Jeder/jede was richtig und wichtig ist, auch traumatisierte Gewaltopfer wissen intuitiv, dass es zwingend notwendig ist einen Straftäter anzuzeigen, sonst wird das alles nix und produziert im Nachhinein noch viel Leid, ein ständiges Unwohlsein und schlechtes Gewissen sich selber und anderen ggü und ggf. sogar noch neue Straftaten, die hätten verhindert werden können. Mir wäre mein reines Gewissen zumindest so wertvoll um auf Nummer Sicher zu gehen und ALLES in meiner Macht stehende zu tun um einen Straftäter anzuzeigen und seiner Strafe zuzuführen. Zumindest versuchen muss man es..auch wenn es unbequem für einen ist, auch wenn man dazu seine inneren Ängste besiegen muss (was an sich ja das Wichtigste an der SAche ist..da sollte man durch, sonst ist man nicht lebensfähig!) auch wenn man nicht immer Erfolg damit hat..aber hat man es versucht bleibt der Schwarze Peter nicht bei einem selber kleben.
Was passiert ist ist passiert...es hat eine Straftat stattgefunden und auf diese Aktion muss irgendwie ne angemessene Reaktion erfolgen, sonst siegt ja das Böse..sowas passt nicht in mein Weltbild..in meinem Umfeld kommt sowas halt nicht vor..und ein Einzelner kann an sich schon sehr viel dahingehend bewirken und wenn jeder das so konsequent und unerschrocken täte wie ich und einige andere Menschen, so wäre die Welt ein stückweit sicherer. Ich denke sowas kommt nur von der Basis her und der Achtsamkeit und dem Engagement Einzelner in ihrer Umgebung...erst dann ändert sich was, zieht auch weitere Kreise bis ins Rechtssystem und die Politik hinein.
Oft sehen Gewaltopfer nur sich selber...aber ich sehe sie immer im Kontext einer sozialen Gemeinschaft...Wenn einem einzelnen Unrecht geschieht ist das immer auch ein Schlag gegen alle, gegen eine soziale Gemeinschaft. WEnn man anfängt Regelbrecher zu dulden....fängt es an mit dem inneren Zerfall. Ein Gewaltopfer muss lernen für sich zu kämpfen against evil..gegen Aggressoren und damit kämpft es gleichzeitig für den Erhalt eines größeren Ganzen, das in meinen Augen erhaltungswürdig ist.
Wir leben nicht in der besten aller Welten aber relativ sicher, setzen aber indem wir schlechten Menschen, REgelbrechern zu viel Freiraum geben auch diese Sicherheit, die zwar verbesserungswürdig ist, die wir aber bereits haben aufs Spiel.
Es wäre wünschenswert wenn viel mehr Leute Courage zeigen würden sich mal einzumischen.
Moralisch bringt man andere Leute eh in Teufels Küche wenn man ihnen erzählt Mr. X oder Y ist ein Straftäter hat was Schlimmes getan, aber niemand geht gegen ihn vor. Ich habe das jedenfalls immer so gesehen und Menschen, die mich um HIlfe baten und mich über Straftaten unterrichteten dieses moralische Dilemma ganz klar und überzeugend verklickert. Mein Dilemma war ja auch das Dilemma des Opfers...Bei gleichzeitigem Vorschlag gemeinsam etwas zu unternehmen, der so gut wie immer dankend angenommen wurde, war dieses Dilemma an sich recht gut zu lösen. Bekloppterweise fühlen sich Gewaltopfer zunächst eher ggü dem Täter verpflichtet...diese Typen haben oft ne immense Macht über ihre Opfer und sie ziemlich indoktriniert, sich ggü versklavt im Denken und Tun...da ist ersmal einiges an Aufbauarbeit in Sachen Reaktivierung der Gehirnwäsche und Aktivierung der Reflexion und eigenen VErnunft nötig, damit ein Gewaltopfer erkennt, dass grad ne Anzeige wichtig ist um diese Macht des Täters ein für allemal zu brechen. Solange keine Abwehr erfolgt bleibt die Angst vor der Macht des Täters riesengroß.
Ich erinnere mich an meine erste erfolgreiche GEgenwehr gegen meinen damaligen Täter..da hatte es dann Klick gemacht und der schrumpfte zum Zwerg...sowas ist wichtig auf psychologischer Ebene.
Aus intuitiver Sicht ist es eine recht unwürdige Haltung wenn man von einem Unrecht weiss ohne etwas dagegen zu unternehmen (muss ja nicht zwingend Anzeige sein..ich habe mal ne außergerichtliche Wiedergutmachung erwirkt, wo aber hundertpro klar war, dass keine Wiederholungsgefahr bestand) Irgendwo verbleibt man, wenn man nix tut, auf der Täterseite...das beschmutzt das eigene Charma...So was lasse ich nicht an mir kleben. Was andere tun müssen sie selber entscheiden. Ich bewerte das nicht großartig. Jeder muss das mit sich selber ausmachen und mit seiner Entscheidung letztlich selber leben...den eigenen Blick in den Spiegel ertragen. DA ich ein recht moralischer und auch wie mein Freund der Anwalt sagt ein Mensch bin mit einem guten Gespür für Recht und Gerechtigkeit ist für mich glasklar wie ich handeln würde...und bisher bin ich diesen WEg auch immer erfolgreich gegangen. Obwohl ich echt oft auch mal ein Schisshase bin... aber seine inneren Ängste muss man halt immer wieder im Leben überwinden um voranzukommen und nicht unterzugehen. DAs ist nunmal so..entweder man packt's oder wird gepackt und das ggf. auch mal recht unsanft.
Ich war früher auch Gewaltopfer, aber irgendwann muss man Schluss damit machen und anfangen sich da rauszulösen um wie ein erwachsener reifer Mensch zu denken und zu v.a. auch zu handeln.
Gruß
Tyra