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Gene, Mutierte Gene (Trauma), frühe Prägung, späteres Leben

_Phoenix2_

Aktives Mitglied
Hier ist schon oft zum Thema durch Trauma mutierte Gene geschrieben worden. Anscheinend ist es möglich, dass Gene durch Trauma so mutieren können, dass man es an die nächste Generation weiter gibt.

Können diese Mutationen jedoch auch wieder rückgängig gemacht werden, etwa durch Trauma verarbeiten, Medikamente, gesunder Lebensstil, Sport?

Ich habe auch gelesen, dass es gewissen Gene gibt, die zu ADHS, Ängsten, antisozialem Verhalten, Depressionen etc. führen, jedoch nur wenn die ersten drei Lebensjahre unschön waren. Was ist mit den restlichen Lebensjahren? Kann man den Effekt ausgleichen?
Schaden die Gene bei schlechter Umgebung nach den ersten drei Lebensjahren nicht mehr?

Hat schlechte Umgebung nach den ersten drei Lebensjahren weniger Einfluss! Das kommt mir seltsam vor, weil man sich an seine ersten drei Lebensjahre nicht mehr erinnert.

Ich kann mich, glaube ich, frühestens ab sechs oder sieben Jahren richtig erinnern, wann fängt das bei euch an?
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Mensch erinnert sich idR. so ab dem dritten, vierten Lebensjahr, ich zb. ab dem 3.
Die ersten sieben Lebensjahre sind prägend für fast alles was danach kommt.

Ich kann mich an einzelne Dinge und Szenen erinnern, beispielshalber seltsamerweise an einen bestimmten Teppich. An ein Ballspiel, Zuckerwatte.

An einige Leute, aber auch nur szenenweise, einzelne Dinge, die sie gesagt oder getan haben.

Bei einigen Sachen weiß ich nicht, ob ich mich erinnere oder ob ich es nur aus Erzählungen kenne, weil es so schwammig ist.

Ab dem Alter von sechs, sieben an ist die Menge der Dinge an die ich mich erinnere explodiert und ich kann mich an ganze Ereignisse zusammenhängend erinnern.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hier ist schon oft zum Thema durch Trauma mutierte Gene geschrieben worden. Anscheinend ist es möglich, dass Gene durch Trauma so mutieren können, dass man es an die nächste Generation weiter gibt.

Können diese Mutationen jedoch auch wieder rückgängig gemacht werden, etwa durch Trauma verarbeiten, Medikamente, gesunder Lebensstil, Sport?

Ich habe auch gelesen, dass es gewissen Gene gibt, die zu ADHS, Ängsten, antisozialem Verhalten, Depressionen etc. führen, jedoch nur wenn die ersten drei Lebensjahre unschön waren. Was ist mit den restlichen Lebensjahren? Kann man den Effekt ausgleichen?
Schaden die Gene bei schlechter Umgebung nach den ersten drei Lebensjahren nicht mehr?

Hat schlechte Umgebung nach den ersten drei Lebensjahren weniger Einfluss! Das kommt mir seltsam vor, weil man sich an seine ersten drei Lebensjahre nicht mehr erinnert.

Ich kann mich, glaube ich, frühestens ab sechs oder sieben Jahren richtig erinnern, wann fängt das bei euch an?

Hallo @_Phoenix2_

Streng genommen ist der Begriff nicht Mutation, sondern Epigenetik.

Eine Mutation ist eine Veränderung im Erbgut, in der DNA selbst. Mutationen bleiben normalerweise im Erbgut der jeweiligen Zelle drin , in der sie entstanden sind - es sei denn, sie werden gleich von der Zelle repariert. Das gibt es nämlich auch.

Wenn sie nicht repariert werden, dann werden Mutationen an die Tochterzellen weitergegeben.

Die Veränderungen durch Trauma sind Veränderungen in der Epigenetik. DNA ist von vielen Eiweißen umgeben und es wird auf viele Arten reguliert, was davon abgelesen wird. Epigenetik sind Veränderungen am drumherum, nicht in der DNA selbst. Darum heißen sie so: epi ist die griechische Vorsilbe für 'darauf'.

Auch Epigenetische Veränderungen können vererbt werden. Sie können aber auch später wieder rückgängig gemacht werden, so dass sie nicht vererbt werden.

Gerade kann ich leider aus technischen Gründen keine Links teilen. Aber such im Internet mal nach 'Epigenetik', 'Trauma' und 'Veränderungen rückgängig machen'.

Hatte so gerade einen sehr schönen Artikel von Spektrum der Wissenschaften dazu gefunden.
 
Bezüglich einer Genmutation kann ich nichts sagen, aber man weiß, daß sich das Gehirn grundlegend verändern kann durch Traumata, sowohl bei Kindern, aber auch noch im Jugendalter. Diese Veränderungen sind nach aktuellem Stand nicht wieder rückgängig zu machen. Aktiv "merken" muß man davon nichts. Die Streßreaktion dürfte ausreichen, den Stein ins Rollen zu bringen. Es handelt sich also dann eher um neurologische als psychologische Vorgänge.
Bei einigen Erkrankungen (beispielsweise Parkinson) können diese neuro-funktionalen Veränderungen unter Umständen Krankheitsmechanismen verstärken. Die Ursachen hierfür sind aber nicht gut erforscht und die Frage, was zuerst da war: Henne oder Ei - ist ebensowenig geklärt.

@_Phoenix2_
Ich finde deine "falsche Erinnerung" total schön 😻
 
Hallo @_Phoenix2_

Streng genommen ist der Begriff nicht Mutation, sondern Epigenetik.

Eine Mutation ist eine Veränderung im Erbgut, in der DNA selbst. Mutationen bleiben normalerweise im Erbgut der jeweiligen Zelle drin , in der sie entstanden sind - es sei denn, sie werden gleich von der Zelle repariert. Das gibt es nämlich auch.

Wenn sie nicht repariert werden, dann werden Mutationen an die Tochterzellen weitergegeben.

Die Veränderungen durch Trauma sind Veränderungen in der Epigenetik. DNA ist von vielen Eiweißen umgeben und es wird auf viele Arten reguliert, was davon abgelesen wird. Epigenetik sind Veränderungen am drumherum, nicht in der DNA selbst. Darum heißen sie so: epi ist die griechische Vorsilbe für 'darauf'.

Auch Epigenetische Veränderungen können vererbt werden. Sie können aber auch später wieder rückgängig gemacht werden, so dass sie nicht vererbt werden.

Gerade kann ich leider aus technischen Gründen keine Links teilen. Aber such im Internet mal nach 'Epigenetik', 'Trauma' und 'Veränderungen rückgängig machen'.

Hatte so gerade einen sehr schönen Artikel von Spektrum der Wissenschaften dazu gefunden.

Danke für die Erklärung. Wie können sie rückgängig gemacht werden?
 
Bezüglich einer Genmutation kann ich nichts sagen, aber man weiß, daß sich das Gehirn grundlegend verändern kann durch Traumata, sowohl bei Kindern, aber auch noch im Jugendalter. Diese Veränderungen sind nach aktuellem Stand nicht wieder rückgängig zu machen. Aktiv "merken" muß man davon nichts. Die Streßreaktion dürfte ausreichen, den Stein ins Rollen zu bringen. Es handelt sich also dann eher um neurologische als psychologische Vorgänge.
Bei einigen Erkrankungen (beispielsweise Parkinson) können diese neuro-funktionalen Veränderungen unter Umständen Krankheitsmechanismen verstärken. Die Ursachen hierfür sind aber nicht gut erforscht und die Frage, was zuerst da war: Henne oder Ei - ist ebensowenig geklärt.

@_Phoenix2_
Ich finde deine "falsche Erinnerung" total schön 😻

Es ist also eine Reaktion auf bestimmte Hormone?

Ich finde die falsche Erinnerung auch so schön. Leider gibt es das nicht auf der Welt.
Wahrscheinlich habe ich das so intensiv gespielt, dass ich es für wahr gehalten habe. Ich habe es jetzt wieder gelöscht, weil es privat ist.
 
Danke für die Erklärung. Wie können sie rückgängig gemacht werden?

In dem Artikel stand etwas von einem Experiment an Mäusen. Männliche Mausebabys wurden traumatisiert, indem man die für eine bestimmte Zeit von ihren Müttern getrennt hat.

Normalerweise zeigen solche traumatisierten Mäuse Veränderungen in der Epigenetik und im Verhalten und Veränderungen werden auch an den Nachwuchs weitergegeben.

Dadurch, dass die traumatisierten Mäuse in einer besonders stressfreien Umgebung aufgewachsen sind, sind die epigenetischen Veränderungen rückgängig gemacht worden und wurden auch nicht an den Nachwuchs weitergegeben.

Das hat eine Schweizer Forschungsgruppe um Isabelle Mansuy heraus gefunden, steht in diesem Artikel von Spektrum der Wissenschaft von Lars Fischer.

Aus ethischen Gründen sind Versuche dazu an Menschen nicht möglich und Studien wahrscheinlich schwierig durchzuführen, weil jeder Mensch ja sein eigenes Leben führt und es darum schwierig ist, zu Beispiel Stress oder andere Dinge in der Umgebung zu kontrollieren.

Also, ja, diese epigenetischen Veränderungen lassen sich wieder rückgängig machen.

In diesem Experiment war es dafür ausreichend, dass die jungen Mäuse unter Bedingungen aufwachsen durften, die für Mäuse günstiger sind als die Standard-Labor Bedingungen (z B ausreichend Spielmöglichkeiten).

Für mich einigermaßen überraschend ist, dass in dem Originalartikel auch steht, dass der Nachwuchs der traumatisierten Mäuse unter bestimmten Bedingungen besser mit bestimmten Arten von Stress umgehen kann, also resilienter ist.

Ob und wie sich das auf Menschen übertragen lässt, kann ich nicht sagen.

Falls es jemand interessiert, der Originalartikel ist im Jahr 2016 in der Zeitschrift Neuropsychopharmacology auf Englisch erschienen und frei zu lesen.

Das technische Problem mit Links habe ich leider immer noch. Liegt am Gerät, das ich benutze.
 
Die Frage ist, ob du Traumata rückgängig machen kannst? Frage ich mich auch oft.
Ich kann dir das nicht beantworten.

Jedoch habe ich meine Angst vor Hunden z.B. abgelegt und weiß jetzt, wie ich mich verhalten muss, um nicht in eine Starre zu verfallen. Wenn das möglich ist, geht es vielleicht auch in anderen Bereichen.

Ja, das Gehirn verändert sich durch gewisse Erfahrungen, da bin ich sicher. Im positiven wie auch im negativen Sinn.

Grundsätzlich glaube ich aber, das dass Gehirn in der Lage ist, sich jederzeit neu zu organisieren. Neue Verknüpfungen zu bilden. Und vielleicht alte zu überschreiben oder zu löschen?

Wie aufwändig das ist, hängt vielleicht auch von der Art und Tiefe des Traumas ab?
 

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