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Warten der Eltern auf? ( Rentner)

Die Nachbarin meines Lebensgefährten ist jetzt 84 Jahre alt, sie darf und kann sich nicht gehen lassen, weil sie einen behinderten Sohn hat, der lebenslang betreut werden muss.

Lieber Hugo, so bequem es auch ist, sich Besuche einzuladen, die einen unterhalten, die sich um sie kümmern, deiner Mutter hilfst du am ehesten, wenn du ihr Aufgaben gibst, sie darf nicht langsam "erfrieren", was man aber automatisch macht, wenn man deffensiv ist. Die Untätige Rolle ist die Ermüdenste, da rutscht man in die Apathie, weil so nach und nach alles abstirbt, still, leise, heimlich, was einem Erfrieren gleich kommt.

Braucht was von ihr, ihnen, teilt sie ein, holt sie wieder zurück zum ganz normalen Leben. Wir fahren am Samstag weg, könnt ihr bitte für Lisa kochen..? Tut halt so wenig wie möglich auf "ach Mama, ach Papa, ihr habt es traurig. Stimmt ja gar nicht, das ist eure Interpretation und die der Eltern vielleicht auch. Es ist soooooo viel noch da, das man ausbauen und machen kann, wenn man muss- wie zb. sich einfach bücken und den Müll selber wegtragen, wenn es sonst keiner macht. Dabei bewegt sich die Mutter und sie wird dann wieder beweglicher. Papa sorgt für Suppengemüse, für Äpfel, für Ratschläge und Tipps, beansprucht ihre Zellen, damit diese nicht eingehen.
 
Das ist doch zum grossen Teil auch Typsache.
Waren die Eltern früher extravertiert, waren viel in Gesellschaft, sehr aktiv, haben viel unternommen? Oder waren sie doch schon immer eher Familienorientiert und gern zuhause?
Waren sie froh als sie in Rente gehen konnten? Oder haben sie sich davor gefürchtet?
Ich verstehe immer nicht, dass man meint, Leute mit 70, 80 Jahren Lebenserfahrung müssten belehrt werden. Ich meine Menschen in dem Alter wissen ganz genau, was für Möglichkeiten es gibt, was davon sie wollen oder können - und was nicht.
Und vielleicht/wahrscheinlich wissen die Eltern auch, dass die Zeit die sie noch gemeinsam haben begrenzt ist und wollen daher soviel wie möglich in Zweisamkeit verbringen.
Und wenn einer dann allein zurückbleibt, dann wird es erst schwierig - oder aber er lebt nochmal richtig auf.

Ich jedenfalls wenn in Rente bin mache garnichtsmehr - ausser lesen, lesen, lesen, Fernsehschauen bzw. Mediathek und andere Streamingdienste, viiiiel schlafen, und mich um meine Haustiere ( die ich immer haben werde) kümmern. Und im Sommer schwimmen gehen.
Und mich sehr freuen, wenn Kinder und Enkel mich besuchen kommen.
Ich möchte meine Zeit garantiert nicht mit irgendwelchen fremden Leuten bei irgendwelchen Aktivitäten verschwenden die ich gar nicht mag.
Und @Holunderzweig, wenn mir irgendjemand irgendwelche „Aufgaben“ aufs Auge drücken würde, damit mir „nicht langweilig wird“ würde ich aber seeehr ungemütlich werden! Sowas ist absolut übergriffig!
 
Eine Kreuzfahrt wäre mit das Schlimmste, was z.B. ich meinen Eltern antun könnte.
Es gibt ältere Menschen, die wirklich gern zuhause sind und ihren Alltag, ihre Ruhe genießen und die nicht das Gefühl haben, etwas zu verpassen oder große Abenteuer erleben zu müssen.

@Hugo, frag sie doch einfach beim nächsten Besuch. Ihr seht euch oft, es dürfte doch kein Problem sein sie darauf anzusprechen. Ihr habt doch einen guten Kontakt zueinander. Vielleicht freuen sie sich, wenn du etwas organisierst, vielleicht fehlt ihnen aber auch nichts und sie sind glücklich, so wie es ist.
 
Hallo Hugo,

wichtig ist, daß sie praktische Unterstützung haben bei allem, was so anliegt. Das macht Ihr ja, indem Ihr aktiv Kontakt haltet, Euch um schwerere Grundstücksarbeiten kümmert etc.
Und daß Hilfe da ist, wenn Krankheit, Krankenhausaufenthalte etc. eintreten.

Die Anzahl Eurer Telefonate finde ich angemessen, um regelmäßig nachzuhorchen, ob noch alles ok ist und sich auszutauschen und etwas zu plaudern. Dazu noch Besuche und Spiel mit den Enkeln.

Ihr könnt ja regelmäßig nachfragen, ob sich die Eltern mal einen schönen Ausflug oder einen gemeinsamen Restaurantbesuch wünschen. Meine Mutter möchte regelmäßig mal zum stadtbummeln nach Holland, in den Wallfahrtsort oder mal zusammen Essengehen. Das mache ich gerne. Aber viel mehr wird ihr zu viel. Zu viele unterschiedliche Eindrücke strengen sie an. Es gilt auch zu akzeptieren, daß die Unternehmungslust und der Drang nach Unterhaltung, Abwechslung und Aktivität nachlässt im Alter. Meine Mutter möchte z.B. auf gar keinen Fall mehr in Urlaub fahren. Sie möchte zuhause sein, wenn es dunkel ist. Und je nach Wetterlage (zu heiß, zu kalt, zu windig, zu nass, zu dunkel...) mag sie gar nicht mehr rausgehen. Für mich wäre das aktuell undenkbar, aber wer weiß schon, ob ich im Alter nicht auch zurückgezogener leben möchte?

Ich finde es ganz wichtig, die Aussagen der Eltern, was sie noch möchten und was nicht, zu respektieren und nicht aus unserer noch jüngeren Warte zu schauen und zu glauben, da müsse doch noch mehr Spaß möglich sein.

Da Deine Mutter bereits stärker gesundheitlich eingeschränkt ist, macht es vielleicht Sinn, über die Beantragung eines Pflegegrades nachzudenken? Selbst wenn es nur Pflegegrad 1 ist, lässt sich dann über den sog. Entlastungsbetrag eine kleine Entlastung im Haushalt finanzieren, die auch etwas Abwechslung in den Alltag bringt und darüber hinaus noch jemand Außenstehenden, der gelegentlich nach dem Rechten schaut. Zu meiner Mutter kommt seitdem jemand, der die Fenster putzt, Balkon und Böden schrubbt und gründlich staubsaugt. Erst wollte meine Mutter das nicht, aber inzwischen ist sie sehr froh über die Unterstützung.

Ansonsten wäre ich jetzt erst mal froh, daß alles noch so gut läuft bei den Eltern und Du und Deine Geschwister noch nicht stärker gefordert seid. Genieße die Zeit mit Frau, Kind, neuem Haus. Der Bedarf Deiner Eltern an Unterstützung und Aufmerksamkeit kann sich so schnell ändern, daß Du nicht mehr weißt, wo Dir der Kopf steht.
 
Empfindest du das so, oder haben deine Eltern sich beschwert

Hast du ein schlechtes Gewissen, weil du zu wenig Zeit hast?


Ich denke sie sind einsam...
Und trotzdem nicht bereit etwas zu ändern....

Es ist ein selbst gewähltes Gefängnis.
Ja ich bekomme ständig gesagt das ich mal wieder vorbei kommen soll...

Aus den Gefängnis auszubrechen....
Heißt die gewohnte Umgebung zu verlassen= Streß.
Freunde und Bekannte gibt es kaum noch// teils Tod //teils werden alte Leute "komisch"
 
Hallo Hugo,

möchten deine Eltern selbst mehr erleben oder sind sie gern zuhause? Oder machen sie auf dich den Eindruck unzufrieden oder traurig zu sein? Vielleicht kannst du sie beim nächsten Besuch einfach mal fragen, ob es etwas gibt, was sie gerne machen würden, aber sich allein nicht zutrauen, dann könntet ihr vielleicht immer noch einen kleinen Spaziergang oder Ausflug gemeinsam machen.

Meine Eltern leben so ähnlich wie deine, glaube ich, nur müssen sie nicht oft zum Arzt und gehen noch spazieren. Aber wenn das nicht mehr geht, reicht ihnen einkaufen und der Garten und die Beschäftigung im Haus.


Ausflüge sind schwrieg und werden eigentlich abgelehnt bzw immer Gründe vorgeschoben, warum jetzt gerade nicht.
Mein Vater hat genug noch zu tun...
Und sei es auf 2 Stöcken Blumen Gießen..
Er erfreut sich an seinen Garten// wenn die Wildcamera was anzeigt etc.
Aber er hat oft Schmerzen, beim Gehen, bei Wetter wechseln = mentales Loch (Depressionen?)
Meine Mutter hat ihren Körper zum Gefängnis gemacht.
Von Fernsehen, Haushalt und mal kurz Dackel aus schütteln, bleibt man nicht fit.
(normal müsste ein Pflegedienst kommen > Zu stolz)
 
Guten Tag,

Kan ich meinen Eltern irgendwie helfen?

Vater Ende 80...
Mutter Mitte 70

Ihr Leben besteht nur noch aus Arzt Terminen, warten das sich eins der Kinder meldet ( 1x Schwester, 3x Halbgeschwister)
Für mein Vater noch etwas Gartenarbeit und Jagd.
Meine Mutter kann leider mit dem Beinen kaum fort + Schwache Blase

Treffen laufen immer so ab, alle 2-3 Wochen :
Kaffee trinken, ich erledige alles was auf den Grundstück liegen geblieben ist.
Etwas quatschen und spielen mit den Enkel.
Und jede Woche rufe ich 1-2 mal an.
Mehr schaffe ich aber auch nicht :/ (wohnen 45min auseinander)
Mit den Halbgeschwister wird auch noch etwas telefoniert / meine Schwester meldet sich leider kaum nie bei ihnen. (auch ca 45min fahrt weg)

So vergehen die Wochen, Monate und Jahre....
Urlaub /Ausflüge ist alles zu viel.
Uns besuchen kommen, auch.

Gibt es irgendwas was man noch machen kann?
Es macht mich schon traurig....

Aber uns fehlt halt die Zeit, für mehr.
(Schichtarbeiter, + Frau mit 24h Diensten, ein Kind, selber erst seid kurzen Haus und Grundstück ≈ null Zeit)
Ja, du könntest tatsächlich etwas machen. Du könntest deinen Eltern vorschlagen, in eine Einrichtung für Betreutes Wohnen zu ziehen. Sie könnten dort zusammenn einziehen. Die Wohnungen sind zwar kleiner als ein Haus. Den Platz, den ein Haus bietet, braucht man doch aber eigentlich gar nicht mehr. Geschweige denn, dass es häufig mehrere Etagen hat und nicht altengerecht ist. Beim betreuten Wohnen sind die Wohnungen kleiner, Einrichtungen des täglichen Bedarfs sind in unmittelbarer Nähe, Ärzte kommen regelmäßig ins Haus und es gibt tolle Möglichkeiten für soziales Miteinander, die man in Anspruch nehmen kann, aber eben auch nicht muss.

Die Lebenserwartung deines Vaters ist wahrscheinlich nicht mehr so hoch. Wenn er dann mal geht, wäre deine Mutter schon gut versorgt und hätte schon neue Kontakte in diesem Umfeld und würde nicht in ein so tiefes Loch fallen.

Ich erinnere mich noch gut an meine Großmutter, die 87 Jahr alt wurde. Sie klebte förmlich an ihrer viel zu großen Wohnung, die noch mit Kohle beheizt wurde und in der 3. Etage lag. Als sie dann im betreuten Wohnen landete war sie selig. Die Wohnung war superschön, sie hatte sogar einen kleinen Balkon, von dem aus sie beobachten konnte, was um sie herum geschah. Dort hat sie es sich richtig schön gemacht und ganz oft geseufzt, dass sie bedauere, sich nicht schon viel früher zum Umzug entschieden zu haben.

Leider hatte sie dann nicht mehr lange etwas davon, da sie dann wirklich pflegebedürftig wurde und in ein Altenheim umziehen musste.
 

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