Hallo zusammen,
ich bin jetzt Mitte 30, habe damals im Alter von 20 den Führerschein gemacht, aber nie ein eigenes Auto besessen und kann an einer Hand abzählen, wie oft ich seither gefahren bin.
Das war / ist einfach eine bewusste Entscheidung und hat für mich auch nichts mit „Trauma“ oder ähnlichem zu tun. Ich traue mir persönlich schlichtweg nicht zu, ein Auto sicher durch den Verkehr zu lenken und möchte mich und andere nicht gefährden.
Das heißt nicht, dass ich automatisch erwarte, dass man mich in der Gegend rumkutschiert. Ich biete auch jedes Mal an, Benzingeld zu zahlen, wenn mich jemand von sich aus abholt oder mitnimmt. Da wird dann immer ganz großartig abgelehnt von wegen ach quatsch, ich fahre doch eh diese Strecke / ich nehm dich doch gern mit / ich will kein Geld von dir o.ä.
Hinterher kriege ich dann häufig mit, wie darüber hergezogen wird, dass ich kein Auto fahre und andere ja nur ausnutze.
Bei meinem letzten Partner, mit dem ich 6 Jahre zusammen war, kam dieses Thema ungelogen jeden Sonntag beim Essen mit seiner Familie auf den Tisch. Meine fehlende Fahrbereitschaft musste permanent angesprochen und diskutiert oder ins Lächerliche gezogen werden. Mir war das dermaßen unangenehm, habe mich aber dummerweise nie getraut was dagegen zu sagen und habe immer alles nur weggelächelt.
Wenn man mal irgendwo außerhalb auf einem Familienfest war , kamen auch dauernd irgendwelche Kommentare von wegen „So und die Anna fährt uns dann später alle nachhause!“ , darauf dummes Gelächter und spöttisches Augenbrauenhochziehen.
Seit ich nun Single bin, merke ich auch immer wieder, wie unattraktiv mich offenbar die Tatsache macht, dass ich kein Auto fahre.
Entweder wendet man sich dann, sobald das Thema kein Auto und fehlende Fahrbereitschaft auf den Tisch kommt, von mir ab bzw „ghosted“ mich , oder ich bekomme ganz klar zu hören, dass eine Frau , die nicht Auto fährt, ja gar nicht ginge als Partner, und ein Auto zu besitzen sei doch quasi Pflicht.
Argumentiert wird dann zB mit „Was ist, wenn ich mir den Fuß breche und du mich nicht mal ins Krankenhaus fahren kannst?!“ oder auch damit, dass man sich einen Partner auf Augenhöhe wünsche und dies bei jemandem, der sich weigert Auto zu fahren nicht gegeben sei - man wolle schließlich nicht mit jemandem zusammen sein, der immer auf denjenigen angewiesen ist, der ein Fahrzeug besitzt.
Ich finde es ehrlich gesagt furchtbar und irgendwie auch erschreckend, dass man auf die Bereitschaft, ein KFZ zu lenken, reduziert wird. Klar kann das jeder für sich entscheiden, was für ihn ein Ausschlusskriterium in einer Beziehung ist und natürlich ist man mit Auto viel mobiler als mit Bus oder Bahn, aber diese Mobilität fehlt ja dann MIR und nicht meinem eventuellen Partner bzw er wird davon ja nicht beeinträchtigt.
Ich hätte zb kein Problem damit, mit dem Bus zu ihm und wieder heim zu fahren und würde nicht erwarten, dass er mich abholt oder heimfährt.
Bei meinem letzten Partner war auch ich immer diejenige, die Einkaufen gegangen ist (mit dem Bus) und habe nicht erwartet, dass er mich fährt oder mitgeht, weil ich wusste dass er Einkaufen hasst.
Ebenso bin ich jeden Freitag 40km mit dem Zug zu ihm und Sonntagabends wieder zurück gefahren.
Trotzdem war das Thema "Autofahren" ständig ein Streitpunkt. Lustigerweise besaß er einen teuren Sportwagen und ist selber kaum gefahren, weil das Benzin ja so teuer war, er nicht wollte, dass das Auto verschleißt durch häufiges Benutzen,etc.pp. .. darüber hat sich aber natürlich niemand echauffiert. Immerhin besaß er ja ein Auto und würde theoretisch auch fahren..
Ich denke, ein Mensch ist doch mehr als nur sein Führerschein bzw. sein Auto.. keine Ahnung aber im Moment habe ich sehr wenig Hoffnung, überhaupt irgendwann mal wieder jemanden zu finden, der mich nicht auf meine Fahrbereitschaft runterreduziert, vor allem, wenn sonst eigentlich alles passt.
Wie seht ihr die Sache? Suche ich mir einfach nur die falschen (potenziellen) Partner aus, oder ist es wirklich so unbedingt lebensnotwendig, dass euer Partner bzw. eure Partnerin Auto fährt?
ich bin jetzt Mitte 30, habe damals im Alter von 20 den Führerschein gemacht, aber nie ein eigenes Auto besessen und kann an einer Hand abzählen, wie oft ich seither gefahren bin.
Das war / ist einfach eine bewusste Entscheidung und hat für mich auch nichts mit „Trauma“ oder ähnlichem zu tun. Ich traue mir persönlich schlichtweg nicht zu, ein Auto sicher durch den Verkehr zu lenken und möchte mich und andere nicht gefährden.
Das heißt nicht, dass ich automatisch erwarte, dass man mich in der Gegend rumkutschiert. Ich biete auch jedes Mal an, Benzingeld zu zahlen, wenn mich jemand von sich aus abholt oder mitnimmt. Da wird dann immer ganz großartig abgelehnt von wegen ach quatsch, ich fahre doch eh diese Strecke / ich nehm dich doch gern mit / ich will kein Geld von dir o.ä.
Hinterher kriege ich dann häufig mit, wie darüber hergezogen wird, dass ich kein Auto fahre und andere ja nur ausnutze.
Bei meinem letzten Partner, mit dem ich 6 Jahre zusammen war, kam dieses Thema ungelogen jeden Sonntag beim Essen mit seiner Familie auf den Tisch. Meine fehlende Fahrbereitschaft musste permanent angesprochen und diskutiert oder ins Lächerliche gezogen werden. Mir war das dermaßen unangenehm, habe mich aber dummerweise nie getraut was dagegen zu sagen und habe immer alles nur weggelächelt.
Wenn man mal irgendwo außerhalb auf einem Familienfest war , kamen auch dauernd irgendwelche Kommentare von wegen „So und die Anna fährt uns dann später alle nachhause!“ , darauf dummes Gelächter und spöttisches Augenbrauenhochziehen.
Seit ich nun Single bin, merke ich auch immer wieder, wie unattraktiv mich offenbar die Tatsache macht, dass ich kein Auto fahre.
Entweder wendet man sich dann, sobald das Thema kein Auto und fehlende Fahrbereitschaft auf den Tisch kommt, von mir ab bzw „ghosted“ mich , oder ich bekomme ganz klar zu hören, dass eine Frau , die nicht Auto fährt, ja gar nicht ginge als Partner, und ein Auto zu besitzen sei doch quasi Pflicht.
Argumentiert wird dann zB mit „Was ist, wenn ich mir den Fuß breche und du mich nicht mal ins Krankenhaus fahren kannst?!“ oder auch damit, dass man sich einen Partner auf Augenhöhe wünsche und dies bei jemandem, der sich weigert Auto zu fahren nicht gegeben sei - man wolle schließlich nicht mit jemandem zusammen sein, der immer auf denjenigen angewiesen ist, der ein Fahrzeug besitzt.
Ich finde es ehrlich gesagt furchtbar und irgendwie auch erschreckend, dass man auf die Bereitschaft, ein KFZ zu lenken, reduziert wird. Klar kann das jeder für sich entscheiden, was für ihn ein Ausschlusskriterium in einer Beziehung ist und natürlich ist man mit Auto viel mobiler als mit Bus oder Bahn, aber diese Mobilität fehlt ja dann MIR und nicht meinem eventuellen Partner bzw er wird davon ja nicht beeinträchtigt.
Ich hätte zb kein Problem damit, mit dem Bus zu ihm und wieder heim zu fahren und würde nicht erwarten, dass er mich abholt oder heimfährt.
Bei meinem letzten Partner war auch ich immer diejenige, die Einkaufen gegangen ist (mit dem Bus) und habe nicht erwartet, dass er mich fährt oder mitgeht, weil ich wusste dass er Einkaufen hasst.
Ebenso bin ich jeden Freitag 40km mit dem Zug zu ihm und Sonntagabends wieder zurück gefahren.
Trotzdem war das Thema "Autofahren" ständig ein Streitpunkt. Lustigerweise besaß er einen teuren Sportwagen und ist selber kaum gefahren, weil das Benzin ja so teuer war, er nicht wollte, dass das Auto verschleißt durch häufiges Benutzen,etc.pp. .. darüber hat sich aber natürlich niemand echauffiert. Immerhin besaß er ja ein Auto und würde theoretisch auch fahren..
Ich denke, ein Mensch ist doch mehr als nur sein Führerschein bzw. sein Auto.. keine Ahnung aber im Moment habe ich sehr wenig Hoffnung, überhaupt irgendwann mal wieder jemanden zu finden, der mich nicht auf meine Fahrbereitschaft runterreduziert, vor allem, wenn sonst eigentlich alles passt.
Wie seht ihr die Sache? Suche ich mir einfach nur die falschen (potenziellen) Partner aus, oder ist es wirklich so unbedingt lebensnotwendig, dass euer Partner bzw. eure Partnerin Auto fährt?