Es war auch etwas missverständlich formuliert, deine Kritik war schon berechtigt. Aber meine Erfahrung ist nun mal, dass man in solchen Fällen keineswegs dem anderen hinterherlaufen soll. Denn das macht noch unattraktiver und sorgt gerade bei neuen Partnern auch noch dafür, dass der Ex es besonders lange versucht, ob es mit diesen klappt. Da er gefühlt alle Zeit der Welt hat, die Ex (in dem Fall die TE) zurückzuholen, so es mit der Neuen nicht klappt.
Da ist es besser, klare Kante zu zeigen. Man soll dem anderen nicht aus böser Absicht schaden (wie etwa durch auf der Arbeit petzen, die Neue irgendwie abfangen oder schlecht reden). Aber man darf ruhig Konsequenzen aufzeigen und schonmal einen Vorgeschmack darauf geben, wie es sich nach einer endgültigen Trennung (in Form einer Scheidung) anfühlen wird. Ein bisschen darauf hoffen, dass die neue Beziehung daran zerbricht, darf man ruhig auch. Aber je mehr er den Kleinen bei sich hat, umso mehr sieht der werte Ex, wie viel arbeit so ein Kind ist (nicht abwertend gemeint, Kinder sind nun mal so) oder mit anderen Worten - wie viel ihm die TE eigentlich abgenommen hat. Da geht es schlicht auch um die eigene Würde.
Zudem kann man die Zeit, in der der Kleine beim Vater ist, gut für sich selbst nutzen. Oft wird man als Frau (für den Mann) unattraktiv, wenn man nur noch in der Mutterrolle ist. Als Frau werden dann gerne mal andere attraktiv. Wenn du, liebe TE, deine freie Zeit aber auch viel für dich nutzt, dich weiterentwickelst (auch abseits der Mutterrolle), dann wird er dich eher wieder als Frau - und eben nicht nur als Mutter seines Kindes - sehen. Und dann will er dich ggf. vielleicht auch nicht nur wegen der Bequemlichkeit zurück. Denn wenn er zurückkommt, dann willst du das doch nicht, weil er seine günstige Putzkraft und Kinderfrau zurück will, sondern du willst doch, dass er dich als Partnerin, auch in Form einer Geliebten, wieder wollen würde.
Dass er das Gefühl kriegt, du könntest ebenfalls jemanden kennenlernen (du musst es nicht darauf ankommen lassen, es reicht, wenn er denkt, es könnte passieren), soll den Prozess lediglich beschleunigen. Also dass er Zweifel kriegt, ob die Trennung wirklich eine gute Idee war. Dass er die neue Beziehung nicht in aller Ruhe festigt, sondern im Idealfall schon frühzeitig Zweifel an seiner Entscheidung kriegt, die das neue Liebesglück erheblich trüben dürften. Denn solange er denkt, er könne jederzeit zu dir zurück, gibt es für ihn kaum einen Grund, an seiner Entscheidung zu zweifeln. Selbst wenn er nicht zurückkommt, dürfte es dir damit dann besser gehen, als wenn du ihm auch noch hinterhergerannt bist.
Wichtig ist nur: behandelt euch respektvoll. Euch und eurem Kind zuliebe. Ihr tut euch allen einen Gefallen, wenn ihr zwar klare Kante zeigt, aber auch bereit seid, Schritte aufeinander zuzugehen, wenn der andere dies auch tut. Macht aber einen klaren Plan, wann er den Kleinen sehen kann. Will er dann doch lieber mit Freunden weg - ok. Aber er kriegt dann keinen Ersatztermin (Ausnahme: berechtigte Gründe wie dass er z.B. seine Mutter ins Krankenhaus fahren muss). Entweder er nimmt ihn zu den vereinbarten Zeiten oder er entzieht sich sein Kind eben selbst. Den Kontakt hinterhertragen musst du ihm auch nicht.