bird on the wire
Aktives Mitglied
Ich würde an dem Punkt ansetzen: Warum macht man denn ein work & travel oder eine andere größere Auszeit?
Weil man sich mal für eine gewisse Zeit frei und unabhängig fühlen möchte.
Weil man den Zeitpunkt zwischen Studium und Jobaufnahme, für sich nutzen möchte, um diesen Übergang zwischen zwei Lebensphasen zu spüren und für sich zu nutzen.
Weil man für sich selbst besondere Erfahrungen machen möchte und Fähigkeiten erwerben möchte.
Ich habe selbst zwei Sabbatjahre bisher gemacht. Für mich hat sich die Situation anders dargestellt, weil ich keinen Partner habe, aber unabhängig davon wäre für mich immer klar gewesen, daß ich meine Auszeit auch allein erleben möchte.
Ich kenne sehr sehr viele Paare, bei denen einer oder beide eine längere Auszeit hatten. Die haben das alle gut überstanden, sich vermisst, sich per Videocall ausgetauscht und sich gefreut einander wiederzusehen.
Nur ein Paar hat diese Zeit gemeinsam verbracht und das war durchaus problematisch. Sie waren gemeinsam in Australien, haben dort einen Van gekauft, sind rumgereist und haben den Van am Ende der Reise wieder verkauft. Finanziert haben sie die Reise durch Arbeit unterwegs. Das war aber schwierig, weil die Voraussetzungen Arbeit zu finden sehr unterschiedlich bei den beiden waren. Er hätte deutlich häufiger Arbeitsgelegenheiten gefunden, wo aber für sie gerade nichts dabei war. Er war auch extrovertierter, spontaner und körperlich vielseitiger einsetzbar als sie. Er konnte sowohl auf Farmen als auch im sozialen Bereich als auch im Dienstleistungssektor sehr spontan Arbeit aufnehmen, während sie introvertierter war und weder in brüllender Hitze in der Landwirtschaft arbeiten konnte, noch eine gute Kellnerin, noch geeignet war im Tigerkostüm, Leute zu Marketingzwecken anzusprechen. Die beiden haben die Auszeit zwar zusammen gemeistert, aber im Nachhinein sagte er mir, daß es allein einfacher für ihn gewesen wäre, anstatt immer was zu finden, wo sie beide arbeiten können. Es war dadurch insgesamt deutlich stressig für beide.
Ich würde Deinem Freund die Erfahrung gönnen. Und könnte das auch vollkommen verstehen, daß er mal allein unterwegs sein möchte. Ein paar Monate sind ja nicht besonders viel.
Wenn Du Bedenken hast, eine längere Auszeit allein zu machen, ist das doch auch völlig ok. Dann ist das vielleicht auch nichts für Dich. Da würde ich jetzt nicht lange um die nicht gemachte Erfahrung trauern. Wer sagt denn, daß Auszeiten unbedingt immer positive Erfahrungen sind? Das gaukeln uns die Instagrambilder zwar vor, aber bei allen, die ich kenne waren die Erfahrungen durchaus gemischt. die Fotos für Instagram oder irgendwelche Blogs entstehen immer in den guten Momenten. Vieles wird auf den Fotos und Beiträgen ausgeblendet. Meine Sicht ist da nach vielen Reisen und zwei Sabbatjahren vielleicht etwas realistischer. Es ist meist auch nicht die Megalebenserfahrung, die Dein ganzes Leben für immer - natürlich nur positiv - verändert. schon gar nicht, wenn es nur 2 - 3 Monate sind. Es ist eine Erfahrung unter vielen im Laufe eines Lebens. Vielleicht sollte man das nicht so mit Erwartungen überladen.
Wenn für Dich klar ist, Du möchtest mal eine längere Auszeit machen, aber nicht allein, sondern mit Deinem Partner als sicheren Anker an Deiner Seite, ist das doch völlig ok. Dann passt das zwar für die Situation, die nach dem Studium ansteht vielleicht nicht, weil er da gerne allein etwas machen möchte. Aber das hindert Euch doch nicht, in den nächsten Jahren mal gemeinsam eine längere Reise zu unternehmen. Das ist heutzutage alles nicht mehr so schwierig. Viele Arbeitgeber haben dafür Verständnis und es gibt so viele unterschiedliche Modelle, von Sabbatjahren über Stundenkonten, unbezahlten Urlaub oder das Zusammenlegen des Urlaubs aus zwei Jahren, daß man das auch später noch realisieren und tolle gemeinsame Erfahrungen machen kann.
Ich habe meine Sabbatjahre z.B. mit 49 und 52 gemacht. Nur weil work&travel oft nur bis 30 geht, heißt das nicht, daß nach dem 30. Geburtstag nichts mehr geht.
Du bist jetzt traurig und fragst Dich: Sollte der Partner nicht der liebste Mensch sein, mit dem man sowas teilt? Dem widerspricht Dein Freund ja gar nicht. Ja, wenn man es zu zweit macht, dann am liebsten mit der Partnerin. Er hat nicht gesagt, er möchte es lieber mit jemand anderem machen, sondern lieber würde er es allein machen. Für mich hat das eine andere Qualität.
Sollten sich die Umstände so ergeben, daß er seinen Wunsch aufgrund seiner Arbeitssituation so realisieren kann, würde ich mir an Deiner Stelle auch auf jeden Fall was nettes überlegen, um die Zeit zu nutzen. Vielleicht Wochenendbesuche bei Freunden, die man schon länger nicht gesehen hat. Oder ein altes Hobby wieder aufnehmen in der Freizeit oder ein neues suchen. Auch für dich entsteht ja dann Freiraum, dadurch daß gemeinsame Unternehmungen mit Deinem Freund in der zeit wegfallen.
Weil man sich mal für eine gewisse Zeit frei und unabhängig fühlen möchte.
Weil man den Zeitpunkt zwischen Studium und Jobaufnahme, für sich nutzen möchte, um diesen Übergang zwischen zwei Lebensphasen zu spüren und für sich zu nutzen.
Weil man für sich selbst besondere Erfahrungen machen möchte und Fähigkeiten erwerben möchte.
Ich habe selbst zwei Sabbatjahre bisher gemacht. Für mich hat sich die Situation anders dargestellt, weil ich keinen Partner habe, aber unabhängig davon wäre für mich immer klar gewesen, daß ich meine Auszeit auch allein erleben möchte.
Ich kenne sehr sehr viele Paare, bei denen einer oder beide eine längere Auszeit hatten. Die haben das alle gut überstanden, sich vermisst, sich per Videocall ausgetauscht und sich gefreut einander wiederzusehen.
Nur ein Paar hat diese Zeit gemeinsam verbracht und das war durchaus problematisch. Sie waren gemeinsam in Australien, haben dort einen Van gekauft, sind rumgereist und haben den Van am Ende der Reise wieder verkauft. Finanziert haben sie die Reise durch Arbeit unterwegs. Das war aber schwierig, weil die Voraussetzungen Arbeit zu finden sehr unterschiedlich bei den beiden waren. Er hätte deutlich häufiger Arbeitsgelegenheiten gefunden, wo aber für sie gerade nichts dabei war. Er war auch extrovertierter, spontaner und körperlich vielseitiger einsetzbar als sie. Er konnte sowohl auf Farmen als auch im sozialen Bereich als auch im Dienstleistungssektor sehr spontan Arbeit aufnehmen, während sie introvertierter war und weder in brüllender Hitze in der Landwirtschaft arbeiten konnte, noch eine gute Kellnerin, noch geeignet war im Tigerkostüm, Leute zu Marketingzwecken anzusprechen. Die beiden haben die Auszeit zwar zusammen gemeistert, aber im Nachhinein sagte er mir, daß es allein einfacher für ihn gewesen wäre, anstatt immer was zu finden, wo sie beide arbeiten können. Es war dadurch insgesamt deutlich stressig für beide.
Ich würde Deinem Freund die Erfahrung gönnen. Und könnte das auch vollkommen verstehen, daß er mal allein unterwegs sein möchte. Ein paar Monate sind ja nicht besonders viel.
Wenn Du Bedenken hast, eine längere Auszeit allein zu machen, ist das doch auch völlig ok. Dann ist das vielleicht auch nichts für Dich. Da würde ich jetzt nicht lange um die nicht gemachte Erfahrung trauern. Wer sagt denn, daß Auszeiten unbedingt immer positive Erfahrungen sind? Das gaukeln uns die Instagrambilder zwar vor, aber bei allen, die ich kenne waren die Erfahrungen durchaus gemischt. die Fotos für Instagram oder irgendwelche Blogs entstehen immer in den guten Momenten. Vieles wird auf den Fotos und Beiträgen ausgeblendet. Meine Sicht ist da nach vielen Reisen und zwei Sabbatjahren vielleicht etwas realistischer. Es ist meist auch nicht die Megalebenserfahrung, die Dein ganzes Leben für immer - natürlich nur positiv - verändert. schon gar nicht, wenn es nur 2 - 3 Monate sind. Es ist eine Erfahrung unter vielen im Laufe eines Lebens. Vielleicht sollte man das nicht so mit Erwartungen überladen.
Wenn für Dich klar ist, Du möchtest mal eine längere Auszeit machen, aber nicht allein, sondern mit Deinem Partner als sicheren Anker an Deiner Seite, ist das doch völlig ok. Dann passt das zwar für die Situation, die nach dem Studium ansteht vielleicht nicht, weil er da gerne allein etwas machen möchte. Aber das hindert Euch doch nicht, in den nächsten Jahren mal gemeinsam eine längere Reise zu unternehmen. Das ist heutzutage alles nicht mehr so schwierig. Viele Arbeitgeber haben dafür Verständnis und es gibt so viele unterschiedliche Modelle, von Sabbatjahren über Stundenkonten, unbezahlten Urlaub oder das Zusammenlegen des Urlaubs aus zwei Jahren, daß man das auch später noch realisieren und tolle gemeinsame Erfahrungen machen kann.
Ich habe meine Sabbatjahre z.B. mit 49 und 52 gemacht. Nur weil work&travel oft nur bis 30 geht, heißt das nicht, daß nach dem 30. Geburtstag nichts mehr geht.
Du bist jetzt traurig und fragst Dich: Sollte der Partner nicht der liebste Mensch sein, mit dem man sowas teilt? Dem widerspricht Dein Freund ja gar nicht. Ja, wenn man es zu zweit macht, dann am liebsten mit der Partnerin. Er hat nicht gesagt, er möchte es lieber mit jemand anderem machen, sondern lieber würde er es allein machen. Für mich hat das eine andere Qualität.
Sollten sich die Umstände so ergeben, daß er seinen Wunsch aufgrund seiner Arbeitssituation so realisieren kann, würde ich mir an Deiner Stelle auch auf jeden Fall was nettes überlegen, um die Zeit zu nutzen. Vielleicht Wochenendbesuche bei Freunden, die man schon länger nicht gesehen hat. Oder ein altes Hobby wieder aufnehmen in der Freizeit oder ein neues suchen. Auch für dich entsteht ja dann Freiraum, dadurch daß gemeinsame Unternehmungen mit Deinem Freund in der zeit wegfallen.
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