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Der einsame Wolf

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 120251
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G

Gelöscht 120251

Gast
Man sagt immer, in einer Gruppe ist man stärker. Man gehört dazu, kann sich mit anderen Menschen austauschen, einander helfen und stärken. Was der eine nicht kann, kann vielleicht jemand anderes und man tut sich ergänzen. Eine Gemeinschaft eben. Aber wenn ich mir die Gesellschaft im Verlauf der letzten 10 Jahre so ansehe, beobachtete und zurückblicke. Mit allen ihren Verwerfungen, Spaltung und derzeitigen gesamtgesellschaftlichen Problemen. Dann bin ich froh, mich damals richtig entschieden zu haben und den Weg des einsamen Wolfes eingeschlagen zu haben.

Denn wo ich noch zur Schule ging, und Teil eines sogenannten Freundes und Bekanntenkreises war, hatte ich nicht so schöne Erfahrungen gemacht. Auch danach im Berufsleben und im Hobbybereich lernte ich Gruppendynamiken kennen, die mir bitter aufstoßen ließen.

Gruppenzwang, Ausgrenzung, Mobbing, Demütigungen, ausnutzen nur um mal ein paar Begriffe zu nennen.

Ich kam zum Entschluss, dass dafür meine Lebenszeit viel zu schade für ist, mich wegen solchem herumzuärgern. Da bin und bleibe ich lieber ein Einzelgänger.

Die letzten 7 Jahre waren mit Abstand die Besten für mich gewesen. Auch wenn es natürlich nicht immer einfach gewesen ist. Wer ein Einzelgänger ist, der verbringt die meiste Zeit natürlich für sich alleine. Und wenn mal Not am Mann ist muss man eben gucken, wie man bestimmte Widrigkeiten im Leben alleine meistert. Es gab zwei Situationen wo ich wirklich kurz vorm verzweifeln war und mich aufgeben wollte. Jedoch habe ich es alleine aus eigener Kraft geschafft, aufzustehen und weiter zu machen. Ich sag mir dabei immer „Du pisst mir ans Bein, jetzt erst recht junge!“
Wer solches erlebt und überstanden hat der sieht, so ist es jedenfalls bei mir, kommende schwierige Hürden nicht mehr so bedrohend.

Es gibt Menschen, die können das, alleine für sich, mit wenig Kontakt zu anderen. Die meisten Menschen, so glaube ich, können dies nicht und finden dann solche Einzelgänger wie mich komisch. Ich bin ein kommunikativer Mensch, habe keine Probleme auf andere Menschen zuzugehen und Kontakt herstellen. Ich nehme am gesellschaftlichen Leben Teil und ich komme dank meines Hobby's regelmäßig unter Leute. Jedoch ziehe ich es vor, privat lieber für mich alleine zu bleiben.

Denn ich schätze meine Zeit alleine mehr als die Zeit mit anderen zusammen.

Wem geht es auch so?
Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht und ist ebenfalls ein knallharter Einzelgänger?
Wie geht ihr alleine mit schwierigen Situationen im Alltag um?
Könnt ihr euch wirklich auf andere Menschen verlassen?

Vielen Dank
 
Alleine ist man wirklich erst, wenn man niemanden um sich hat. Also bist du wirklich alleine? Auch kein Austausch mit Geschwister oder Arbeitskollegen?

Ich selber würde meine Situation als ziemlich alleine beschreiben. Also nur noch Kontakt zu Familienangehörigen und ab und zu mit Arbeitskollegen und das war's dann auch.

Zufrieden bin ich damit nicht. Es gibt einfach zu viele Sachen auf der Welt die alleine kein Spaß machen (Urlaub, Restaurantbesuch, ...) Ich bin mir ganz sicher, allein sein macht, wenn überhaupt nur kurzfristig glücklich. Dauerhaft muss dieser Zustand krank machen. Alles geht verloren, was das Menschsein ausmacht. Geistig wird man auch viel schneller alt, denke ich.
 
Ja, ich kann mich auf eine Handvoll Menschen wirklich verlassen.

Heutzutage hat der einzelne Mensch eben mehr Möglichkeiten Dinge alleine zu machen und schaffen zu können und den Rest zuzukaufen. Früher war das anders, das war man wirklich auf die Gemeinschaft angewiesen.

Bei gewissen Sachen ist das auch heute noch so. Die soziale Absicherung liegt noch immer auf dem Gemeinschaftswesen. Viele zahlen ein und der Einzelne profitiert in bestimmten Situationen davon.

Ich bin nicht unbedingt die große Gesellschaftsfrau, würde aber auf keinen Fall alles alleine machen wollen. Bin schon gerne in einen Freundes- und Bekanntenkreis eingebettet. Und die Familie. Gehe gerne meinem Hobby im Verein nach. Demnach habe ich den Luxus, bestimmte Gruppen und deren Dynamik entweder auszuhalten, falls es nicht anders geht oder ganz meiden zu können.

Im Endeffekt denke ich, dass der Mensch ein Herdentier ist und sich die Meisten wohler fühlen, wenn sie in unterschiedliche Gruppen eingebettet sind.
 
Ich bin keine knallharte Einzelgängerin (bin verheiratet), aber ich habe mich auf Grund gewisser Erfahrungen (vergleichbar den Deinen) im Lauf der Jahre immer mehr zurückgezogen, und ich fühle mich durchaus nicht unwohl damit. Ich kann sehr gut mit mir alleine sein und bin meine beste Freundin.

Gruppen sind so gar nicht mein Ding, da empfinde ich mich meistens als deplatziert, wie ich überhaupt oft das Gefühl habe, dass ich in diese Welt nicht hineinpasse. Aber es gibt ein paar Menschen in meinem Leben, die ich nicht missen möchte. Die sehe ich allerdings auch nicht ständig, und inwieweit sie in der Lage sind, mir in wirklich schwierigen Situationen zu helfen, weiß ich nicht.

Wirklich verlassen kann ich mich vermutlich nur auf die Reste meiner Kernfamilie.

Ich finde nichts komisch an Einzelgängern, und es liest sich ja bei Dir auch so, als würdest Du immer wieder mal Deine Wolfshöhle verlassen. Das ist doch völlig in Ordnung. Ich wünsche Dir, dass Du weiterhin mit Deinem Lonely-Wolf-Dasein im Einklang bist.
 
Alleine ist man wirklich erst, wenn man niemanden um sich hat. Also bist du wirklich alleine? Auch kein Austausch mit Geschwister oder Arbeitskollegen?

Ich selber würde meine Situation als ziemlich alleine beschreiben. Also nur noch Kontakt zu Familienangehörigen und ab und zu mit Arbeitskollegen und das war's dann auch.

Zufrieden bin ich damit nicht. Es gibt einfach zu viele Sachen auf der Welt die alleine kein Spaß machen (Urlaub, Restaurantbesuch, ...) Ich bin mir ganz sicher, allein sein macht, wenn überhaupt nur kurzfristig glücklich. Dauerhaft muss dieser Zustand krank machen. Alles geht verloren, was das Menschsein ausmacht. Geistig wird man auch viel schneller alt, denke ich.
Nun wirklich ganz alleine bin ich auch nicht, ich habe meine Eltern und einige Verwandte, mit denen ich mich gut verstehe. Auch verstehe ich mich gut mit meinen Arbeitskollegen, bei uns im Betrieb herrscht zum Glück ein angenehmes Betriebsklima. Ansonsten, meinen Alltag verbringe ich größtenteils alleine. Es bestehen einige Kontakte übers Hobby, die ich regelmäßig sehe. Man plaudert ein wenig über dies und jenes, tauscht sich über neues aus und das war's dann auch. Freundschaften oder eine Partnerin habe ich nicht, wobei ich nach letzteren auch nicht wirklich suche.

Okay, da ist ein Unterschied bei mir, ich war sehr oft alleine im Urlaub gewesen. Einmal zum Beispiel mit dem Reisebus nach Italien zum Gardasee. Ich erinnere mich, dass im Bus hauptsächlich Familien mitgefahren sind. Ich war der einzige Anwesende der Solo dabei war. Überraschenderweise konnte ich mich dort den Italienern einfacher öffnen als hier in Deutschland.

Hm, das allein sein an sich macht mir jetzt nicht wirklich was aus. Na ja, vielleicht scheine ich hier eine seltene Ausnahme zu sein.

Hast du denn auch Kontakte über Hobbys?

Ja, ich kann mich auf eine Handvoll Menschen wirklich verlassen.

Heutzutage hat der einzelne Mensch eben mehr Möglichkeiten Dinge alleine zu machen und schaffen zu können und den Rest zuzukaufen. Früher war das anders, das war man wirklich auf die Gemeinschaft angewiesen.

Bei gewissen Sachen ist das auch heute noch so. Die soziale Absicherung liegt noch immer auf dem Gemeinschaftswesen. Viele zahlen ein und der Einzelne profitiert in bestimmten Situationen davon.

Ich bin nicht unbedingt die große Gesellschaftsfrau, würde aber auf keinen Fall alles alleine machen wollen. Bin schon gerne in einen Freundes- und Bekanntenkreis eingebettet. Und die Familie. Gehe gerne meinem Hobby im Verein nach. Demnach habe ich den Luxus, bestimmte Gruppen und deren Dynamik entweder auszuhalten, falls es nicht anders geht oder ganz meiden zu können.

Im Endeffekt denke ich, dass der Mensch ein Herdentier ist und sich die Meisten wohler fühlen, wenn sie in unterschiedliche Gruppen eingebettet sind.
Ich unterschreibe das, was du geschrieben hast, auch nur muss man auch eine Gruppe erst mal finden, wo es auch gerecht zugeht. Leider habe ich im Verlauf der letzten 10 Jahre viele Gruppen kennengelernt oder von außen beobachtet, wo es leider nicht so war. Darunter auch Vereine.

Ich bin Hobbymäßig im Reitsport dabei und bin derzeit auf einer Reitanlage, der als ein Familienbetrieb geführt wird. Kein Verein oder so was. Es ist ein wesentlicher Unterschied, wenn kein Vereinszwang Hand annimmt. Hier kann ich auch eher für mich sein und wenn ich will, meine Ruhe haben.

Vorher war das ganz anders, habe leider hier und da einige Fehlentscheidungen getroffen, so zum Beispiel bin ich 2 Jahre lang in ein Gestüt gewesen, wo die zwischenmenschliche Atmosphäre nicht die beste war, wenn ich das mal so sagen darf.

Ich bin keine knallharte Einzelgängerin (bin verheiratet), aber ich habe mich auf Grund gewisser Erfahrungen (vergleichbar den Deinen) im Lauf der Jahre immer mehr zurückgezogen, und ich fühle mich durchaus nicht unwohl damit. Ich kann sehr gut mit mir alleine sein und bin meine beste Freundin.

Gruppen sind so gar nicht mein Ding, da empfinde ich mich meistens als deplatziert, wie ich überhaupt oft das Gefühl habe, dass ich in diese Welt nicht hineinpasse. Aber es gibt ein paar Menschen in meinem Leben, die ich nicht missen möchte. Die sehe ich allerdings auch nicht ständig, und inwieweit sie in der Lage sind, mir in wirklich schwierigen Situationen zu helfen, weiß ich nicht.

Wirklich verlassen kann ich mich vermutlich nur auf die Reste meiner Kernfamilie.

Ich finde nichts komisch an Einzelgängern, und es liest sich ja bei Dir auch so, als würdest Du immer wieder mal Deine Wolfshöhle verlassen. Das ist doch völlig in Ordnung. Ich wünsche Dir, dass Du weiterhin mit Deinem Lonely-Wolf-Dasein im Einklang bist.
Genauso ist es bei mir auch. Ich kann auch sehr gut mit mir alleine sein und bin mein bester Freund. Auch Hobbymäßig was alleine machen, damit habe ich kein Problem. Es kommt halt manchmal so von außen, dass man unweigerlich in irgendwelchen Gruppen und deren Konflikte hineingezogen wird, obwohl ich das nicht will. Wenn es zu viel wird, lehne ich weitere Aktivitäten dann ab und dann sind die anderen beleidigt.

So bekomme ich ja auch immer zu hören, dass ich ein sehr sympathischer netter Kerl bin, nur ich fühle mich gar nicht so dazugehörig. Manchmal hab ich da so das Gefühl, man will von meiner Präsenz nur profitieren, aber richtiges Interesse an meiner Person scheint nur oberflächlich da zu sein.

Hallo..

Ich kann dir nachempfinden. Bei mir war es anders herum. Ich war die letzten 7 -8 Jahre in einer Gruppe unterwegs wo sich alle nur noch gegenseitig bekriegt haben und nachdem ich persönlich angegriffen wurden bin, habe ich das weite gesucht. Seitdem bin ich auch viel alleine und genieße die Zeit. Lieber alleine als in schlechter Gesellschaft sag ich dir.

Mann kann viel über sich und die Welt nachdenken und alleine machen auch andere Sachen mehr spaß , glaub mir 🙂
Hallo

Ich kann das nachvollziehen. Bin Hobbymäßig im Reitsport dabei und es wird sich nie überall so sehr bekriegt wie in diesem Bereich. Ich war gut 2 Jahre Teil eines Gestüts und was sich da für Szenen abgespielt haben, das glaubt einem ein außenstehender nicht. Manchmal wegen völlig banalen Sachen holen die Leute sofort mit ihrer Keule aus oder versuchen auf Biegen und Brechen die andere Person schlecht dastehen zu lassen und denken sich dafür die gemeinsten und hinterhältigsten Geschichten aus.

Ich gehe mit dir da völlig d'accor. Man hat sehr viele Freiheiten und man kann sich seine Freizeit so einplanen, wie man es gerne möchte. 😎
 
Ich war immer gerne in einer Gruppe von Freunden nur sind mir mir im Laufe der Jahre alle weggestorben, meine beste Freundin starb vor 5 Jahren seitdem bin ich nur noch mit meinem Mitbewohner und ab und an mal seinen Arbeitskollegen, ich bin nicht gerne alleine, denn das hasse ich.

Ich bin eher der Rudelwolf, Einzelgänger war ich noch nie so wirklich.
Das ist selbstverständlich traurig, wenn solch jahrelange Freunde dann nicht mehr da sind. Sie hinterlassen eine große Lücke und man fragt sich, wie kann man diese wieder füllen. Will man diese auch überhaupt füllen.

Ich kann das jetzt nur bei meinen Eltern so sehen, wenn diese irgendwann nicht mehr da sein werden, würden sie bei mir eine enorme Lücke hinterlassen. Aber daran arbeite ich bereits, sodass ich, dass später dann denke ich mal besser verarbeiten und ertragen kann.
 
Ich habe es gerne ohne Abhängigkeiten mein Ding zu machen und kann durchaus nachvollziehen, dass du dich mit niemanden wirklich eng einlassen magst, wenn, dann mit wem, der auch eigenständig stehen kann.
 
Hallo, ob ich über Hobbys anderweitig Kontakte habe? Nein! Meine Hobbys lassen sich auch ohne die Anwesenheit von anderen Menschen prima ausführen: Videospiele, Wandern und ab und zu auf Inliner unterwegs sein.
 

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