@Sternenschauer, vielleicht irre ich mich, aber ich nehme dich in dem was du schreibst sehr emotional (- verständlicherweise), aber auch sehr durcheinander und sprunghaft wahr.
Das finde ich als Reaktion auf das Verhalten deines Freundes, das du als Vertrauensbruch einordnest, nicht verwunderlich.
Vielleicht hilft dir der Gedanke, dass du erstmal nichts Unabänderliches tun oder entscheiden musst. In einigen deiner Äußerungen hörst du dich sehr endgültig und definitiv an, dabei liegt die ganze Geschichte wenn ich richtig gelesen habe, erst wenige Tage zurück. Gib dir und deinen Gefühlen doch ein wenig Zeit, das zu verarbeiten.
Du musst weder jetzt unwiderruflich über die Zukunft und den weiteren Verlauf eurer Freundschaft entscheiden, noch jetzt kommunizieren, wenn dich das zu sehr aufwühlt. Vielleicht machen Gespräche auch mehr Sinn, wenn sowohl du, als auch dein Freund Zeit hatten sich zu sammeln und zu sortieren.
Ich persönlich glaube nicht an Schwarz und Weiß und auch nicht an Plattitüden wie "So etwas macht ein Freund nicht" oder "Wenn ein Freund so etwas macht, war er nie ein echter Freund." Das finde ich angesichts 25 Jahre Freundschaft, die ihr hattet, auch etwas...hm...schade. Für mich klingen solche Phrasen ziemlich bedeutungsaufgeladen und letztendlich auch ziemlich hohl. Ähnlich wie
@_vogelfrei wäre mir bei so einem guten, engen, langjährigen Freund wichtig, ihn zu verstehen und wie das passieren konnte. Ich würde auch gerne in Ruhe erklären wollen, warum die Aktion für mich so verletzend und ein großer Vertrauensbruch ist. Ich würde gerne zuhören wollen, aber auch angehört werden. Unabhängig davon wie es dann weitergeht. Das alles vor dem Hintergrund, das ich daran glaube, dass Menschen und ihr emotionales Erleben, auf denen viele Entscheidungen beruhen, komplex und kompliziert sind und sich nicht immer alles easy einordnen lässt im Sinne von "Der hat etwas Gemeines/Falsches/Unehrliches gemacht, ergo ist er eine gemeine/falsche/unehrliche Person."
Sicher gibt es Verletzungen und Vertrauensbrüche von denen sich eine Beziehung (- egal ob Freundschaft, Paarbeziehung, familiärer oder anderer Natur) nicht mehr erholen kann. Das passiert und ich glaube, die Feststellung und Entscheidung eine Jahrzehnte lange Beziehung nicht mehr fortführen zu wollen oder können, ist eine höchst intime und individuelle. Vor allem aber ist es wahrscheinlich etwas, das man spürt. Wenn dir hier hundert User*innen schreiben, ey, den Freund ist ein A****, schreib den ab und rede kein Wort mehr mit dir, aber dein Gefühl ist anders, finde ich es wichtig, auf dein Gefühl zu hören. Andersrum genauso: würdest du die Reaktion bekommen, ach, hab dich nicht so, ist doch kein Drama, aber emotional ist für dich etwas unwiderruflich kaputtgegangen, lässt sich das sicher nicht ignorieren, egal was andere darüber denken.