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Mein Freund ist ständig betrunken

Ich wiederhole mich: von einfach hat keiner was gesagt.
Es gibt auch keinen Grundanspruch auf ein einfaches Leben.
Und ich wiederhole mich noch mal: was hast Du jetzt vor?
Bis nachher
 
Und er sagt immer er geht ja zur Therapie und macht somit was an seinen Depressionen

Und gleichzeitig zerstört er den Therapie-Erfolg mit dem saufen....

Alkohol regt die Dopamin-Ausschüttung an, er tut sich damit nix gutes.
Er braucht den Alkohol mittlerweile, DAMIT es ihm gut geht.
Sucht einfach!

Er sollte das in der Therapie ansprechen und einen Entzug machen.
 
Weil ich Angst davor habe unfair zu sein indem ich ihn unter druck setze mit der Jobsuche wegen seiner Psyche.
Leider.

Es ist mitten in der Woche und jeden Tag habe ich Angst dass er wieder trinkt.

Er braucht aber den Druck! Zunächst nicht mit der Jobsuche, sondern erst einmal mit dem Entzug.
Und noch einmal:
Er muss AUFHÖREN mit trinken, nicht weniger trinken, das funktioniert bei Alkoholiker-Gehirnen einfach nicht. (Hab ich erstmals verstanden als ich das Buch vom Schreiber gelesen habe, der erklärt dass irgendwo.)
Wenn er noch im riskanten Konsum wäre, könnte er vielleicht zum Kontrollierten Trinken kommen, aber er ist bereits süchtig. Und um davon weg zu kommen, muss ein starker Wille da sein, der wiederum bei allen, die mir je begegnet sind, nur durch massiven Leidensdruck zustande kam.
Also: wenn Du ihm helfen willst, erhöhst Du den Druck! Und zwar den Druck, nüchtern zu werden.
Kein Essen, keine Wäsche, keine Zärtlichkeiten, und auch keine Gespräche über Befindlichkeiten länger als 2 Minuten außer es geht um den Wunsch, mit dem Trinken aufzuhören bzw. um konkrete Schritte dazu.

Ich kann Deine Angst so gut verstehen, aber sie macht Dich passiv und ermöglicht ihm, weiter zu machen. Zieh Konsequenzen. Die Angst davor ist verständlich, aber unvermeidlich.
Und die Angst vor dem, was Dich erwartet, wenn Du Dich nicht rettest, sollte größer sein.

Al-Anon kann gut sein (kann aber auch ein furchtbarer Jammer-Stuhlkreis von Coabhängigen sein) - ausprobieren!
Lebt Ihr in einer Großstadt, Kleinstadt oder auf dem Land?
In größeren Städten gibt es täglich AA-Meetings. Die Teilnahme ist unverbindlich und kostenlos und die einzige Voraussetzung ist der Wunsch, mit dem Trinken aufzuhören.
Es gibt auch AA-Meetings, die einmal im Monat für Angehörige geöffnet sind, da kannst Du auch einfach mal ohne ihn hin gehen. Kann evtl. sogar besser sein als Al-Anon.

Und keine Angst, das ist keine Sekte und man muss auch nicht an den lieben Gott glauben, auch wenn der in den 12 Schritten immer wieder vorkommt. Falls Du gläubig bist, kann das Programm super sein. Falls nicht: es gibt inzwischen auch atheistische Versionen der 12 Schritte und auch atheistische Meetings. Es gibt auch Onlinemeetings, glaub ich jedenfalls.

Wenn Du möchtest, dass Du hier Links und Tipps bekommst, lass uns das wissen! Und wenn Du per PN Euren Wohnort mitteilen möchtest, können die Tipps noch konkreter sein.

Nur Mut. Es fühlt sich natürlich gerade alles schlimm an, aber es muss nicht so bleiben, wenn DU den Mut hast, trotz und mit Deiner Angst Schritte zu gehen, die schon viele Menschen vor Dir gegangen sind und die letztlich geholfen haben.
 
Sag mal, @Hajooo , ist das Dein Ernst?
Es geht doch darum, dass die TE mit ihrem Verhalten den übermäßigen Konsum ihres Freundes nicht nur unterstützt, sondern geradezu erst ermöglicht. Sie macht es ihm also leicht, weiter zu trinken und sich nicht ändern zu müssen. Ergo, sein Leben ist in dieser Hinsicht leicht.

Wieso, weshalb, warum er zu trinken angefangen hat, ist hier erstmal zweitrangig und gehört in eine Therapie nach der Entgiftung. Nein das Leben eines Suchtis ist bestimmt nicht schön für ihn, FALLS er noch klar genug ist, sich dessen bewusst zu sein.

Aber musst Du nun subtil die Schuldgefühle und Ängste der TE nochmal anheizen? Findest Du das hilfreich? Für sie und für Ihren Freund? Echt?
 
Er muss AUFHÖREN mit trinken, nicht weniger trinken, das funktioniert bei Alkoholiker-Gehirnen einfach nicht. (Hab ich erstmals verstanden als ich das Buch vom Schreiber gelesen habe, der erklärt dass irgendwo.)
Wenn er noch im riskanten Konsum wäre, könnte er vielleicht zum Kontrollierten Trinken kommen, aber er ist bereits süchtig.

yup, das ist so!
Ein süchtiger Trinker kann nicht auf sporadischen Konsum zurück.
Darf gar nix mehr trinken, um nicht wieder in die Sucht zu rutschen (trockener Alkoholiker)
 
Also ich berichte mal von der anderen Seite: Ich war Jahre lang jemand mit problematischem Trinkverhalten, kurz vor der Sucht, noch nicht ganz. Ich bin mittlerweile aus diesem Bereich raus, trinke noch alle paar Wochen mal an einem Abend ein paar Bier, kann da aber auch aufhören, und dann ist wieder ein paar Wochen nichts, ganz bewusst, weil ich da kein Risiko gehen will.

Damals, als ich getrunken habe, war meine Freundin und später Frau wie du: Sie hat es mir sehr leicht gemacht. Zwar habe ich studiert und gearbeitet, aber das war es dann auch schon. Nach Feierabend und am Wochenende wurde getrunken, eigentlich immer. Wenn ich mal alleine unterwegs war, war klar, dass ich betrunken nach Hause komme. Sie hat mich aufgefangen, die Kotze weggewischt, mir die Kopfschmerztabletten ans Bett gebracht, mich vor Familie und Freunden gedeckt.

War ich dafür dankbar? Nein! Hab ich es unterbewusst als Bestätitigung gewertet, dass alles in Ordnung ist und ich so weitermachen kann? Ja!

Es brauchte jemanden anders, von außen, um mir klarzumachen, dass es so nicht geht.

Es war dann eine Sache des Willens. Ich wollte es, für mich, für meine Frau und diesen anderen Menschen, der damals den Mut hatte, mich darauf anzusprechen.
 
Erst muss die Erkenntnis kommen, dass der Freund Alkoholiker ist. Dann muss man die Konsequenz ziehen: nicht die Ankündigung der Trennung, sondern Trennung. Er muss einen Entzug machen. Er bekommt nichts auf die Reihe, er lebt von dir, du ermöglichst ihm die Sucht.

Ihm jetzt ein schlechtes Gewissen machen und ständig zu sagen, dass dich der Konsum stört, wird nichts bringen. Nur konsequentes Handeln!
 
Aber musst Du nun subtil die Schuldgefühle und Ängste der TE nochmal anheizen? Findest Du das hilfreich? Für sie und für Ihren Freund? Echt?
Ich habe zwar im Nachgang meinen Post gelöscht, weil er im Konsens unpassend war, ich antworte dir gerne 🙂.

Die Aussage, es sei für den Betroffenen "alles easy",
die möchte ich so nicht stehen lassen.

Wenn ich von (m)einer Depression ausgehe, die hier auch im Raum steht, weiß ich für mich mein Leben ist alles andere als einfach.

(Wenn bei einem Alkoholiker das Leben so einfach wäre, weshalb dann der Alkohol ? 😉🤔)

Bei @Kochlöffel4 s Partner kommt noch der Alkohol hinzu.

Das das alles nicht einfach ist, ist in dem Thread zu erkennen.
🙂
 
Zuletzt bearbeitet:
Es brauchte jemanden anders, von außen, um mir klarzumachen, dass es so nicht geht.

eben, oft braucht es bei Sucht einen Anstoß von außen, um zu erkennen dass da was schiefläuft.

Sternenschauer, du hast immerhin gearbeitet, der Mann in diesem Fall macht nicht mal das, sondern verlässt sich komplett auf seine Freundin.

Je länger er trinkt, umso schwieriger wird es werden, davon wieder loszukommen.
 

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