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Hilfe suchen, ja oder nein?

Ich habe mit Ende 20 eine Therapie gemacht, die mir quasi das Leben gerettet hat. Sehr gewaltvolle Kindheit gehabt (Vater Täter, Mutter weg geguckt) mit monatelangen Stubenarresten. Meine Kindheit war scheiße, meine damalige Ehe auch. Ich habe in der Therapie gelernt, warum ich gewisse Dinge nie wirklich verstanden habe und warum manche Entscheidungen so gegen mein Bauchgefühl waren.

Ich habe mich selbst kennen gelernt, meine Bedürfnisse zu erkennen und danach zu handeln. Nun mit Mitte 50 profitiere ich heute noch von der Therapie. Ich kann meine Gefühle identifizieren und mein Handeln danach ausrichten. Ich bin jeden Tag ganz dicht bei mir. Und als der Prozess der "Genesung" weiter fortgeschritten war, ich so vieles verstanden habe, erst dann wurde es besser und ich weiß, dass ich für meine Zufriedenheit selbst verantwortlich bin. Heute bin ich ein glücklicher Mensch.

Du hast einiges an Zurückweisung in deiner Kindheit erhalten, Gefühle wurden ignoriert und du hast nie gelernt, auf deine wirklichen Bedürfnisse zu hören. Das zu lernen, dafür ist es nie zu spät. Ich denke, eine Therapie kann dir da enorm helfen. Richte dich darauf ein, dass es lange Wartezeiten gibt, daher so schnell wie möglich darum kümmern. Alle Gute für dich.
 
Du schreibst mit einer Klarheit, wie es in Dir aussieht, das ist wirklich sehr erstaunlich!
Ich reflektiere immer. Hinterfrage warm und weshalb. Aber auf eine Antwort warum mich jemand mögen könnte, habe ich nicht.
Zu meinen Leistungen, ja ich sehe sie. Objektiv sind sie da. Und dann kommt der Imposter durch. Ich Frage mich, wann die anderen sehen, dass ich mich nur "durchgeschlichen" habe. Warum ich überall gelobt werde? Keine Ahnung.


Nichts ist gut, wenn Du das nicht glaubst, dann lies mal Deinen eigenen Faden aufmerksam durch.
Ja, das klingt schlecht. Ich kann's mir nur unter tränen durchlesen. Aber vielleicht übertreibe ich ja, und eigentlich bin ich ok?
 
Hallo Ilina,

Du fühlst dich schlecht, also geht es dir nicht gut. Mehr Logik geht doch gar nicht, oder? Wenn du dich vor einer Therapie scheust, z.B. weil du anderen, die es angeblich nötiger haben, den Platz weg nehmen könntest, schau dich mal nach Angeboten zu "mentalem Coaching" von Psychotherapeuten um.
 
Es gibt glückliche Momente. Wenn ich im Beruflichen gut bin, dann bin ich glücklich.

Es gibt zwei Seiten in uns und die sind konträr, gegenüberliegend.
Du bist mal auf dieser Seite, mal auf jener und dann gehts dir entsprechend.
Man kann damit leben lernen, dass man zugleich Jekyll and Hyde ist, gut und böse, traurig und glücklich, lebend und tot usw.
Das eine ist wahr, das andere auch. Je nachdem, auf welcher Seite du stehst. Als Ritzerin hast du diese WAHR-nehmungen gehabt, als Glückliche andere, auch wahr erfahren und erlebt.

Meine Traurigkeit ist nur eine Idee weg. Denke ich mich in diese hinein, dann gehts mir wie jedem, der in Trauer ist. Hier bin ich nicht flach, wie ich auch nicht flach bin, wenns ums happy sein geht, da kann ich auch recht intensiv sein.

Du bist ein Mensch und keine Maschine. Du hast Emotionen in dir, die dich lebendig fühlen lassen. Wieso sollen wir ständig nur eine Seite gut finden? Die anderen sind ebenso wichtig, sie sind wie beim Blutkreislauf- venös und arteriell- beides hat Sinn. Einatmen, ausatmen. Trauer nehmen, spüren, Trauer loslassen.. vielleicht ist das wie bei allem, etwas total Natürliches, wie Reinigung. Wie Assimilieren- Kohlenmonoxyd einatmen, Sauerstoff abgeben.
 
Was sicher sinnvoll wäre, das ist, diese Gefühlspalette auch anderen zuzubilligen, zumindestens davon ausgehen, auch andere Leute ziehts mal komplett runter, dann wieder andersrum.
Ich lege Wert darauf, dass wir untereinander so umgehen ( mein soziales Umfeld und ich) dass wir einander nichts anrechnen, wenns Tiefgang geben sollte. Zuhören, rauslassen ermöglichen, dann wieder auftauchen und unterstützen dabei, wieder herauszukommen, falls das alleine nicht so klappen sollte.
 
Hallo Ilina!

Ich glaube auch,dass es dir gut tun würde ,dir Hilfe zu holen.
Dein Wert als Mensch hängt nicht von Leistungen und Erfolge ab und auch nicht davon,dass andere Menschen ihn erkennen,

Du bist eigentlich nicht einsam ,aber du fühlst dich so.
Es ist eigentlich alles in Ordnung,aber es fühlt sich für dich nicht so an.
Du musst deine Gefühle aus irgendeinen Grund vor anderen verstecken,so dass du irgendwie dich selbst verloren hast.
Du weißt deine eigene Wünsche nicht mehr und öffnest dich selbst deinen nächsten Menschen nicht.
Lass dir helfen,dass du dich wiederfindest.
Du kannst davon nur profitieren.
Vielleicht hilft das Schreiben dir.
Vielleicht ein Tagebuch?Oder auch hier?
Vielleicht hast du den Mut,das Geschriebene mal deinem Mann oder deiner Freundin zu zeigen.
Du bist es wert glücklich zu sein.
Und es hört sich nicht so an,als wärst du es.
 
Hmm, diese Aussage verstehe ich nicht.
Mein Hirn ist nie aus.
Entweder ich stecke in ner Traumwelt(Tagträume, Computerspiele), die die Realität für ne Zeit ausknipst oder ich arbeite oder ich mache mir Sorgen, wie ich bei anderen ankomme und was ich jetzt schon wieder falsches gesagt/ gemacht habe.
Du hast geschrieben

Und solange ich nicht drüber nachdenke und arbeite/ Sport mache, ist ja eigentlich alles gut.

Zitat Ende

Wenn ich über etwas nicht nachdenke, wird es nicht gut.
 
Liebe Ilina,

Ich habe deinen Text durchgelesen und kann mich in einigem, was du schreibst, sehr gut wiederfinden.
Du schwankst hin und her zwischen "Mir gehts doch eigentlich gut" und "Ich fühl mich eigentlich total sch***). Sobald du aber dieses Gefühl zulässt, dass es dir nicht gut geht, kommt schon wieder diese Stimme: "Aber es ist doch eigentlich alles in Ordnung". Oder:

Ja, das klingt schlecht. Ich kann's mir nur unter tränen durchlesen. Aber vielleicht übertreibe ich ja, und eigentlich bin ich ok?

Wurde es dir erlaubt, deine Gefühle zu zeigen? Kann es sein, dass du die Erfahrung gemacht hast, dass du deine Gefühle gezeigt hast und dann dafür verurteilt wurdest, oder dass dir jemand gesagt hat: "Das ist zu viel" oder "Es ist doch eigentlich alles gut"?

Was mir aufgefallen ist, ist dass du schreibst, wie dein Vater dich bezeichnet hat, und dass dies in Zusammenhang damit zu stehen scheint, dass du jetzt denkst, du bist nicht liebenswert und es komisch für dich ist, wenn jemand zeigt, dass er/sie dich mag. Dieses sich nicht liebenswert fühlen hat oft damit zu tun, welches Gefühl uns unsere Eltern gegeben haben. Das heißt nicht, dass diese Schuld oder schlecht sind (wobei es dir auch gibt aber viele Eltern machen solche Dinge ohne es bewusst zu wollen). Aber alle Eltern machen irgendwelche Fehler, geben Dinge unreflektiert an ihre Kinder weiter etc. Und vielleicht hat dein Vater dir das Gefühl gegeben, nicht liebenswert zu sein, als er dich so nannte. Wichtig hier ist: was hast DU in dem Moment gefühlt, wie war es für dich?

Auch bei dem Vorschlag, Therapie zu machen, kommt dir der Gedanke: "Aber mir geht es doch eigentlich gar nicht so schlecht." Ich war auch lange überzeugt, dass ich keine Therapie brauche, weil "mir gehts doch so gut". Ich habe es erst eingesehen, als ich mit dieser Einstellung fast gegen die Wand gefahren bin.

Nimm deine Gefühle ernst. Du bist es wert, dass es dir gut geht, dass du dir Unterstützung holst, dass du gemocht wirst. Du darfst Warmherzigkeit und Liebe erfahren, du darfst Schwäche zeigen, du musst nicht immer funktionieren, du darfst dir selbst Gutes tun. Ohne, dass du dich dafür schlecht fühlen musst oder dir sagen musst: "Ich habe das doch gar nicht verdient." Und du kannst, wenn du diese Dinge in der Therapie aufarbeitest, dir bewusster darüber werden, woher diese Stimmen kommen, und aufhören, ihnen so viel Macht zu geben.
 

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