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Lebenserfahrung?

Roselily

Sehr aktives Mitglied
Vor einiger Zeit wurde hier eine Frage gestellt, die ich vor wenigen Jahren noch überzeugt mit „JA“ beantwortet hätte.
Doch inzwischen ist in meinem Leben so einiges passiert, was mich zweifeln lässt.

Ich möchte die Frage einmal an die Allgemeinheit weitergeben: Wird das Leben mit zunehmendem Alter leichter?

Der Mensch gewinnt mit den Jahren schließlich an Lebenserfahrung und vielleicht auch an Gelassenheit. Fallen uns Entscheidungen leichter, je älter wir werden? Oder kommt zusätzlicher Ballast hinzu, der alles eher schwieriger macht?
 
Das ist so eine Frage auf die es keine allgemeingültige Antwort gibt. Für manche ja, für manche nein.

Sicherlich kommt bei vielen Weisheit, Gelassenheit hinzu, Konzentration auf das Wesentliche, vielleicht minimalistischer leben, mehr aussortiren, was wirklich zählt, Bilanz ziehen, was man noch will.

Aber auf der anderen Seite: Falten - Alterserscheinungen - Krankheiten - Armut - Einsamkeit

Es ist letztlich in jedem Altersabschnitt wichtig, was man daraus positiv machen kann, wenn möglich.
 
Die Frage ist wirklich schwierig und stimme meinem Vorredner in seiner Aussage, dass es nicht pauschal zu beantworten ist, zu.

Wenn ich 15-20 Jahre zurückdenke, sehe ich mich als unbekümmerten Jugendlichen. Lebensfroh und immer gut drauf. Ich hatte meine Probleme ( meine Familie war halt einfach ein Griff ins Klo ), aber nichts was nicht irgendwie durch Eigeninitiative ausgleichbar gewesen wäre. Ich hatte Freunde, darunter auch wirklich sehr gute Freunde. Ich hatte Zeit für mich und allein schon durch das jugendbedingte Unwissen viel weniger Sorgen.

Denke ich aber an heute: 30 Jahre, 3 Kinder, verheiratet, ca 200 Arbeitsstunden und mehr im Monat. Ich denke ständig an das Geld, an die Zeit mit meinen Kindern, an die Zeit mit meiner Frau ( die noch ihre ganz eigenen Probleme mit sich bringt ) und daran, dass es schwierig bis gar unmöglich ist allen gerecht zu werden. Zeit für mich habe ich in meinen Arbeitspausen oder Abends wenn die Kinder und meine Frau schlafen. Doch dann ist es "Zeit oder Schlaf?"

Zusätzlich kommen noch Gesellschaftliche Probleme dazu für die man einfach teils mehr Verständnis hat als der Durchschnitt der Gesellschaft selbst. Missstände die einen teils in Rage bringen, neue Trends die offensichtlich nichts gutes mit sich bringen und und und...

Mit Lebenserfahrung kommt Verständnis, mit Lebenserfahrung kommt Wissen.
Und meine Meinung dazu ist ganz klar:
Wer weis und versteht sieht mehr Probleme als der Unwissende.
Wer weis und versteht ist von Problemen auf eine viel intensivere Art und Weise betroffen.

Das Glück ist in dem Fall mal wieder mit den Dummen, die wissen und verstehen nicht. Das machts deutlich einfacher.

Es "kann" natürlich auch anders laufen. Schließlich versteht man mit wachsender Lebenserfahrung auch mehr als "zum Beispiel" Jugendlicher. Dinge und Probleme die man früher hatte, belächelt man später vielleicht.
Prinzipiell verlagern sich Probleme und der damit einhergehende Schmerz einfach.
Leichter wird es dadurch einfach nicht.

Es kommt aber natürlich auf viele Faktoren an.
Denke ich an mich kann ich sagen:
Meine Lebenserfahrung hilft mir im beruflichen Alltag immens, außenstehende sind oft beeindruckt weil ich zu so ziemlich jedem Thema ein gutes Grundwissen aufweise, Probleme analysieren, verstehen und lösen kann.

Gehe ich allerdings auf Probleme ein die ich zum Beispiel mit meiner Frau habe, ändert sich das Bild. Ich verstehe einfach zu viel, ich sehe Probleme aufgrund meiner Lebenserfahrung aus zu vielen Perspektiven. Das ist nicht nur teils extrem verletzend, sondern auch sehr zehrend und anstrengend.

Denke ich aber wiederum an meine Kinder ist es wieder anders. Dinge die für mich beim ersten Kind noch anstrengend waren ( erste mal Magen-Darm Infekt zum Beispiel ), sehe ich mittlerweile extrem gelassen und bin die Ruhe selbst. Damals: Die erste Beule bei der großen "Ohhh nein, es könnte eine Gehirnerschütterung sein, lieber also mal ins Krankenhaus". Heute: "Oh nein meine Tochter ist gegen die Tischkante gelaufen und hat eine kleine Platzwunde.... ok, beruhigen, verbinden, beobachten... Kind ist ruhig, nichts blutet mehr, alles gut, alles easy, Erfahrung halt."
 
Ich denke, die Frage kann nicht allgemein gültig beantworten. Es ist für jeden anders.,
Ich kann sie nur für mich beantworten und mein Leben ist mit dem Alter besser geworden und seit ich in Rente bin, geht es mir noch besser. Ich habe dafür gesorgt, eine Rente zu haben, mit der ich gut auskomme, habe eine schöne Wohnung, bin zufrieden, habe interessante Hobbys, bei denen ich immer wieder dazulerne, kann jeden Tag so gestalten wie ich es möchte.
Ich habe vor ca. 1/2 Jahr herausgefunden, das ich an einer agitierten Depression gelitten habe. Da war ich erschrocken, hat aber einiges für mein Leben geklärt. Der Neurologe war ein Pillenzähler und hat nicht geredet. Ich habe das über das Internet herausgefunden und ich war ständig wütend, das habe mit Hilfe eines Buches von Stefanie Stahl herausgefunden. Seitdem die Sachen für mich klar sind, geht es mir gut.
 
Zuletzt bearbeitet:
Lebenserfahrung?...ja,gut....
Gelassenheit? In einigen Sachen ja....
Zusätzlicher Ballast?Davon leider auch genug....

Ich dachte,ich wußte,wie ich mein Leben im Alter verbringen würde und wollte
Das Schicksal hat mir leider einen Strich durch die Rechnung gemacht....
Nun heißt es nochmal irgendwie neu anfangen,neue Pläne....
Das ist auch mit Lebenserfahrung nicht einfacher.....Vllt sogar schwerer.....wenn man jung ist ,hat man ja eine Unbeschwertheit,die ich jetzt nicht mehr habe......
 
Für mich passen grad Überschrift und Eingangsthread nicht zusammen, TE.
Was nun: Lebenserfahrung oder leichteres Leben im Alter?
 
wir sollten aber nicht undankbar sein, denn es gibt bei weitem, schlimmere Schicksalsschläge, die ganz junge Menschen treffen.
Das mag schon sein....Es gibt überall Leid und auch Kinder müssen Schicksalschläge schon ertragen.
Mir ist schon bewußt, dass ich auch Glück im Leben hatte.
Wenn es dann aber in seinem eigenen Leben etwas gibt,was man erst einmal verkraften muss,sieht man dann auf seinen eigenen Schmerz.
Dankbarkeit ist dann schwer zu fühlen....
 
Definiere "das Leben".

Manches empfinde ich als leichter jetzt.

Ich habe meinen Platz im Berufsleben gefunden und weiß da genau, was zu tun ist.

Mein Privatleben habe ich in den letzten Jahren umorganisiert, um es mal lapidar zu sagen. Momentan finde es gut, wie es ist. Allerdings schlummern da noch Altlasten, die ich irgendwann angehen muss, sobald ich die Kraft dazu habe.

Meine Kinder sind junge Erwachsene und gehen ihren Weg, das finde ich gut und es ist ein Bereich in meinem Leben, bei dem ich das Gefühl habe, ich kann loslassen.

Allerdings kommt gleich die nächste Mammutaufgabe ums Eck: meine alten Eltern. Das empfinde ich als sehr schwer.

Ich hatte im mittleren Erwachsenenleben sehr wenig Leichtigkeit und Freiheit, das möchte ich jetzt gerne nachholen, es geht aber nur begrenzt.
 

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