Nein, sicherlich nicht mit 20.
Hörigkeit trifft es eher.
Ich kenne eine Frau, die mit Anfang 20 geheiratet hat, weil sie aufgrund mangelnder Lebenserfahrung meinte, sie fände sonst niemanden mehr. Das hat sie mir gegenüber später selbst eingeräumt. Und als "alte Jungfer" wollte man ja in den 1980er Jahren auch nicht enden. Nach einem Jahr war sie bereits getrennt und kurz darauf auch wieder geschieden. Sie hatte dann immer mal wieder Beziehungen, die aber nicht gehalten haben. Auch "Freundschaft plus"
🙄 und andere unbefriedigende Liaisons, in denen sie diejenige war, die sich bis zur Selbstaufgabe angepasst hat. Wieder geheiratet hat sie bis heute nicht, so händeringend sie auch nach einem Partner gesucht hat und bis heute sucht. Sie lernt offenbar nichts aus ihren Fehlern und fühlt sich nur mit "Partner" wertvoll.
Eine Verwandte wurde Anfang der 1970er Jahre mit 20 schwanger. Ich vermute, sie hat "vergessen" zu verhüten, damit ihr Freund ihr nicht von der Fahne ging. Also auch aus Torschlusspanik, sonst hätte ihr das ja egal sein können. Ihr Vater war nämlich sehr schwierig, hatte immer was zu meckern, und der Freund war schon einmal drauf und dran gewesen, von der Beziehung Abstand zu nehmen. Meine damals 19-jährige Verwandte war untröstlich. Der Schwager meiner Verwandten sprach dann mit ihrem Freund und konnte die Trennung verhindern. Kurz darauf wurde sie schwanger (was es doch für Zufälle gibt....
😉), konnte dann angeblich wegen des Kindes nicht mal die Prüfung für den mittleren Beamtendienst machen.
😎 Auch auf diese Weise kommen Ehen oft zustande. Hat sie prima hingekriegt. Immerhin haben die beiden dann zugesehen, dass sie nach kurzem Wohnen bei den Eltern des Mannes selbst bauten. Später erbten sie noch das Elternhaus ihres Mannes, ihr Sohn baute ebenfalls. Heute gibt sie mit "ihren" drei Häusern an wie ein Sack Sülze und hält nur ihre eigene Lebensweise für die einzig wertvolle. Aber das Glück hat nicht jeder. Wären sie mit den Eltern oder Schwiegereltern unter einem Dach wohnen geblieben, wäre sie vielleicht schon längst geschieden und alleinerziehend gewesen.
Meine Eltern haben auch den Fehler gemacht, die Eltern meines Vaters und seine unverheiratete, von Sozialhilfe lebende Schwester ins Haus zu nehmen. Sie haben es später auch bitter bereut. Mein Vater hat sich noch, als er schon todkrank war, immer wieder gefragt, wie sie damals nur so dumm sein konnten. Meine Kindheit und die meiner Schwester war von dieser ungesunden Familienkonstellation überschattet, und nicht nur die Kindheit, auch das spätere Leben. Ich weiß also genau, wovon ich rede. Mit Eltern und/oder Schwiegereltern unter einem Dach zu leben, wäre für mich, sobald ich meinen Lebensunterhalt selbst verdienen konnte, niemals infrage gekommen. Für die damit vermeintlich verbundenen Bequemlichkeiten zahlt man einen hohen Preis.
Einen Typen, mit dem ich schon in einer bloßen "Partnerschaft" ohne Heirat andauernd Schwierigkeiten habe, es sogar zu Handgreiflichkeiten kommt und dessen Mutter Rollenvorstellungen aus dem 19. Jahrhundert hat, würde ich ganz schnell in den Wind schießen. Sonst wird das eines Tages eine Beziehung nach dem Motto "Pack schlägt sich, Pack verträgt sich".