Ja das stimmt wohl. Warum waren die umsonst? - Ich mache jede Wette, dass die Initiative für diese Gespräche von Dir ausging. Nicht von ihm. Denn Du willst ja Offenheit und sich nicht entfremden. Wollte er das auch? - Wohl kaum. Du hast ja geschrieben, er mag die Heimlichkeit seines Tuns mit den Shemales. Also ist das nur Dein Wunsch. Nicht seiner. Trotzdem schreibst Du "wir möchten das nicht mehr" obwohl nur Du es bist, die das nicht möchte. Er dagegen liebt die Heimlichkeit.
Und es waren wahrscheinlich auch keine Gespräche, sondern eher Monologe von Dir. Er hat vielleicht - wenn er überhaupt mal zu Wort kam - zwischendurch mal Ja und Amen gesagt, nur um dann mal irgendwann von dem ganzen Gerede seine Ruhe zu haben.
Die meisten Männer hassen lange endlose Gespräche über Gefühle und Ehrlichkeit und Ähnliches. Nur Frauen lieben das. Also gehe ich davon aus, dass das Alles auf Dich zurückgeht und er allenfalls zugestimmt hat, um seine Ruhe zu haben.
Guten Morgen Herr Advocatus Virorum
😉 [Scherz, ne?],
leider postulierst Du hier falsch: die Inititative gerade im Punkt: sich nicht entfremden, ging wahrlich nicht von mir aus, sondern von ihm. Er sprach davon keine Beziehung mehr haben zu wollen, in der man nebeneinander herlebt. Das möchte er nicht. Auch der Wunsch viel miteinander zu sprechen und offen zu kommunizieren plus der Wunsch ein gemeinsames Leben auf allen Ebenen zu führen, wurde von IHM an MICH herangetragen - nicht andersrum.
Zu meiner Person (für Herrn Anwalt und die geneigten Leser, die hier weiterverfolgen möchten, an alle anderen: ich verstehe, wenn's Euch zu lang wird 😅): Ich komme aus der Kommunikationsbranche, aber ich schreibe und das gerne. Das Reden liegt mir nicht, ich bin immer schon eher ein Zuhörer gewesen als ein Redner. Er widerum ist ein begnadeter Redner UND Schreiber. Redezeitaufteilung: er ca. 90 Prozent, ich den Rests. Ernsthaft. Das war im Übrigen das, was mich an ihm fasziniert hat, ein Mann der mit Worten umgehen kann, schriftlich wie mündlich und damit im Zweifel töten kann. Somit: Falsch, nicht er "ja und Amen", ich: "okay".
Wieso soll das gelogen gewesen sein? - Ich glaube dass das stimmt. Solange Du ihn in Ruhe gelassen hast fühlte er sich gut bei Dir.
Weil, ER mir ein falsches Beziehungsmodell als Präferenz angegeben hat: die gemeinsame, geschlossene Beziehung. Du nennst es besitzergreifend, wenn man wissen möchte, dass der Partner externen Sex hat (ohne nachzufragen mit wem, wann und wo nur unter der Prämisse: aufpassen, dass du mir keine Krankheiten einschleppst) , ich nenne das ehrlich und für mich funktioniert eine offene Beziehung nur so.
Weil alles anderer nämlich keine Beziehung auf Augenhöhe ist, da sitzt dann das treudoofe hinnehmende Weibchen (geht natürlich genauso gut wenn es ein dummes Männchen ist), hat sich zu freuen, wenn der "Partner" mal kommt um gemeinsam was zu unternehmen, natürlich NUR, wenn ER will, ob der andere Part sich was wünscht, is wurscht, weil der is ja der Dumme, der darf sich freuen, wenn er mal gevögelt wird und sonst sitzt er / sie brav da und sagt: is doch alles fein... Ich seh nix, ich hör nix, bitte bleib bei mir... ich lass Dir alles, aber verlass mich nicht!!!
Nein, nein, das hängt für mich. Da geht die Gleichung nicht auf...
Du gönnst ihm also seine Bedürfnisse - wie nett von Dir. Gönnerhaftigkeit ist nur eine etwas vornehmere Form des herablassenden Verhaltens.
Du weißt doch genau, wie ich das gemeint habe...
🙄
Tja und genau das wollte er nicht. Er will Privatheit und keine Offenheit.
Hatte übrigens auch die Möglichkeit dazu: die von uns beiden zu Anfang besprochenen Beziehungsmodelle waren: offene Beziehung (sprich die besitzergreifende Variante, wenn ich Deiner Def. folge) - die geschlossene Beziehung - die Freundschaft + (sprich jeder geht seiner Wege, man trifft sich zum Sport, zum Essen gehen, mit Freunden, hat ab- und an Sex aber sonst keine Verpflichtungen). Modell zwei und drei hat ER vehement abgelehnt!
Da frage ich mich, warum? Eben weil's für ihn nur heimlich Spaß macht und da bin ich zu besitzergreifend, da fühl ich mich in meinem Stolz verletzt, wenn jemand mich derart degradiert.
Da hat er - ganz genau genommen - nicht gelogen, denn Shemales sind biologisch Männer, die sich mit Hormonen Brüste haben wachsen lassen; aber der Penis bleibt dran.
Er sagte: keine anderen - für mich ist das ein Akkusativ Plural, der sowohl maskulin als auch feminin sein kann - korrigier mich, wenn ich falsch bin. Ich habe Männer UND Frauen UND alle anderen Mischwesen (ich entschuldige mich jetzt nicht mehr für den nichtpassenden Ausdruck, sonst wird mir wieder falsche Priorisierung vorgeworfen, see: fast learner!!!!
👍😎😉 - aber das kam ja garnicht von dir) in diese Formulierung eingeschlossen. Richtig. Gelogen hat er nicht. Ich sag ja, bewundernswert, wer seine Muttersprache zu benutzen weiß und bemittleidenswert wer darauf reinfällt - das wird mich noch Jahre wurmen, dass er mich in meinem Metier so an die Wand gespielt hat.
Dass Du alles von ihm wissen willst.
nicht alles, siehe oben!
Wenn Du nur ein Alibi zur Tarnung für die Öffentlichkeit bist, dann wäre das in der Tat nicht schön. Kannst Du Dir denn sicher sein, dass es wirklich so war?
Ein 1.90 großer Mann, geschieden, zwei Kinder aus zwei Beziehungen, sehr gut verdienend, extrem offensiv, wenn der einen Raum betritt, dann spürt jeder sofort seine "Präsenz" - der könnte doch wundervoll sein Leben so gestalten, wie er möchte: sich treffen mit wem er möchte und seine Vorlieben ausleben wie er will. Der ist doch in sich so gefestigt, dass er damit kein Problem hat - der ist selbstsicher genug, zu agieren, wie er will. Geht übrigens auch heimlich, muss er ja nicht an die Bürotür pinseln: "Trage gerne Strümpfe - lecke gerne anderer Männer Genitalien". Würde doch passen. Aber viel toller ist eben: Man zeigt aller Welt, dass man die alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern liebt, sich um sie sorgt und lieb hat und mit ihr in einem Haus wohnt und nebenher, ja nebenher gönnt man sich halt sein echtes Leben. Weil's doch einfach so mehr Spaß macht...
Ich glaub nicht, dass er nicht den A**** in der Hose gehabt hätte sein Leben NUR nach seinen Bedürfnissen zu leben. Er liebt es zwei Leben zu führen. Jetzt hab ich das andere entdeckt und glaub die Flunkereien nicht mehr ("das war mein früheres Leben, das brauch ich nicht mehr, ich war neugierig - hahahaha) und das macht dann keinen Spaß mehr.... Nu, dann muss ers mit der nächsten versuchen.
Es könnte auch sein, dass Du Dir das nur einredest. Und Du sagst doch, ihr hattet schöne Erlebnisse. Warum beendest Du die Beziehung denn dann? Du warst doch glücklich mit ihm. Das ist doch verrückt!
Weil ich ihm nicht vertrauen kann. Hey, er hätte soviel mit mir gemeinsam und alleine machen können - er will aber heimlich. Kann er. Mit jemand anderem. Ich will ihn nicht kontrollieren, ich hasse es selber, kontrollliert zu werden. Wenn ich im Büro bin, will ich keine WhatsApps und Anrufe, ich will mein eigenes Konto, ich will auch mit meinen Freunden Zeit verbringen und Zeit alleine, ich liebe meine Autarkie, ich brauch niemanden, der meine Kinder abholt, bringt, beaufsichtigt, das krieg ich schon allein hin. Übrigens Dinge, die er ändern wollte. Von ihm kamen tagsüber Textnachrichten, die ausgedruckt zwei DIN A4 Seiten lang gewesen wären... Soviel zu: er wollte nicht reden.
Aber eine gemeinsame Basis für eine Beziehung sehe ich hier nicht. Freudschaft Plus wäre in der Tat das einzige gewesen, was funktioniert hätte. Aber ich gehe eigentlich nicht mit meinen Freunden ins Bett, das ist nix für mich... darüber hab ich nachgedacht.