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Wer von euch hat schon mal Tiere nur nach Foto aus dem TSch adoptiert?

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Mipft

Aktives Mitglied
Die Frage steht ja schon oben. Und wie sind eure Erfahrungen?
Ich habe den Vorgänger unserer aktuellen Hunde im I-Net in einem TH hier in der Nähe gefunden. Eigentlich war mir schon bei den Fotos klar, dass er unser Hund wird. Beschreibungen aus THs oder dem TSch lese ich zwar, messe diesen aber wenig bis keine Bedeutung bei. Die Hunde sind dort in einer extremen Ausnahmesituation. Und er zog bei uns dann auch ein und war ein solches, schissiges Liebchen. Natürlich haben wir ihn "kennengelernt. Im TH schnappte er beim Tierpfleger um sich, präsentierte sich nicht wirklich toll. Aber bei uns zuhause entpuppte er sich als das liebste und netteste Hundewesen überhaupt. Da er so ein Schisser war, habe ich mir dann in den Kopf gesetzt, dass er einen selbstbewussten Hundekumpel braucht. Hat etwas Überzeugungsarbeit bei Göga gebraucht. Ich also im I-Net auf die Suche gegangen und habe einen, nach den Fotos offensichtlich sehr selbstbewussten und lustigen Hund in Ungarn gefunden. Leider verstarb das Liebchen unverhofft mit nur 5 Jahren, bevor er seinen Hundekumpel kennenlernen konnte.😢 Und dann kam der Ungar. Er ist so hübsch, lustig und selbstbewusst, wie ich ihn mir vorgestellt habe, aber er ist der Ausbrecherkönig. Das erste Jahr mit ihm war die Hölle. Er kannte keine Spaziergänge. Wir waren nur im Sauseschritt mit ständigem Zug auf den Armen und der Schulter unterwegs. Nach jetzt fast 7,5 Jahren ist er einigermaßen leinenführig.😊 Er ist ein toller Hund, lieb und absolut nett im Umgang mit Menschen und anderen Hunden. Aber Freilauf ist leider nicht drin.
 
Ich habe das auch noch nicht so ganz verstanden, warum Tiere aus dem Ausland adoptiert werden. Habe auch schon viele üble Geschichten über das Verhalten dieser Straßenhunde gehört.
 
Ich habe das auch noch nicht so ganz verstanden, warum Tiere aus dem Ausland adoptiert werden. Habe auch schon viele üble Geschichten über das Verhalten dieser Straßenhunde gehört.
Die sind nur übel, weil die Tiere im Ausland noch schlechter behandelt werden als hierzulande. Kaum vorstellbar, aber so etwas richten " Menschen " an!!!!!
Viele Tiere in hiesigen Tierheimen stammen auch aus Partnertierheimen im Ausland
- also spielt es letztendlich keine Rolle. Hauptsache ein Tier mehr in guten Händen!
 
Meine Tiere kamen immer aus dem Tierschutz. Ist aber kein Wunder, nachdem ich seit Jahren in einem Tierheim arbeite. Aber ich würde nie nur nach einem Foto entscheiden.

Leute machen das und es kann gut gehen. Sie sehen ein Tier auf der Tierheim-Webseite, drucken das Foto aus, kommen vorbei und möchten genau diesen Hund oder diese Katze.

Wir haben immer wieder tolle Hunde, die problemlos vermittelt werden können. Hunde, die vorher ein tolles und schönes Leben hatten und leider trotzdem ins Tierheim musste. Die aber tolle, unkomplizierte Familenhunde oder Begleiter sind, brav mal alleine bleiben, kaum bellen, nicht an der Leine ziehen ... Aber es gibt auch andere. Hunde, die bereits mehrere Vorbesitzer hatten, falsch oder gar nicht erzogen wurden, falsch behandelt wurden...

Der Beschreibung der Tiere im Tierschutz wenig Bedeutung beizumessen finde ich mutig. Natürlich ist der Aufenthalt in einem Tierheim eine Ausnahmesituation, das steckt aber jedes Tier anders weg. Wenn über die Vorgeschichte des Hundes etwas bekannt ist, sollte man das schon berücksichtigen und nicht ignorieren. Es kann sich dann im neuen Zuhause natürlich anders entwickeln, aber das weiß man ja nicht und Vorsicht ist immer besser als Nachsicht.

Kleines Beispiel: ein Hund kann nicht alleine bleiben. Er zerstört die Wohnung, wenn er allein zuhause gelassen wird. Er reißt Teppiche raus, reißt Holztürrahmen raus, zerstört Möbel - aus Panik.
Das wurde Interessenten für diesen Hund genau so gesagt. Sie haben auch zugehört und das Gehörte dann ignoriert. Der Hund wurde allein gelassen, nur kurz, aber allein. Eine halbe Stunde reichte aus. Eine Tür wurde beschädigt und ein Möbelstück ... Man hatte das Gesagte nicht ernst genommen, wird schon nicht so schlimm sein. Das Entsetzen war groß. Warum wurde das nicht vorher gesagt? Wurde es, es wurde nur nicht ernst genommen.

Die Frage, warum man Hunde aus dem Ausland holt, stelle ich mir nicht mehr. Dazu habe ich zuviel von dem gesehen und gehört, was im Ausland mit den Tieren geschieht. Und ja, auch in Deutschland geschieht noch viel zu viel Schlimmes, das ist mir bewusst.
Meiner Meinung nach sollten aber keine Straßenhunde nach Deutschland importiert werden, die im Ausland bisher ein selbstständiges Leben führten und die mit dem Leben hier nicht klar kommen werden. Ich halte auch nicht viel vom Import von Herdenschutzhunden und ihre Vermittlung an unerfahrene Familien. Nur mal so als Beispiel.
Bei einem bereits vorhandenen Hund einen Auslandshund, den man vorher nicht kennenlernen konnte, dazu zu nehmen, würde ich mich nicht trauen (außer es handelt sich um ein junges Tier). Und wenn das Bild noch so goldig ist nicht.
Es gibt aber Auslandshunde, die erst einmal in Deutschland auf einer Pflegestelle untergebracht werden, bevor sie vermittelt werden. Das ist wieder eine andere Situation. Auch da entscheidet man sich aber nicht nur nach Foto - da hat dann die Pflegestelle ein Wörtchen mitzureden, ob das neue Zuhause geeignet für die Bedürfnisse und den Charakter des Hundes ist.

aber er ist der Ausbrecherkönig. Das erste Jahr mit ihm war die Hölle.
Das es bei Auslandshunden so sein kann, sollte einem bewusst sein. Viele dieser Hunde kennen das Leben in einem Haushalt und bei Menschen überhaupt nicht. Das sollte man auch stemmen können. Ich finde es klasse, dass ihr das durchgezogen habt. Viele würden sich anders entscheiden und den wenigsten Menschen ist klar, was auf sie zukommen kann.
Er kannte keine Spaziergänge. Wir waren nur im Sauseschritt mit ständigem Zug auf den Armen und der Schulter unterwegs. Nach jetzt fast 7,5 Jahren ist er einigermaßen leinenführig.
Das machen die Wenigsten 7,5 Jahre mit.

Nochmal, ich finde es toll, dass ihr das durchgezogen habt und dass es bei euch jetzt so gut funktioniert!
 
Ich würde nie einen Hund nach einem Foto kaufen. Die Chemie, die es auch zwischen Mensch und Hund gibt, muss stimmen und man muss sich genau über den Hund informieren udn sehen ob man zusammenpasst. Und auf jeden Fall aus dem örtlichen Tierheim, da sitzen genug Hunde, die auf einen Menschen warten.
 
Ich würde immer nur Hunde aus dem Tierschutz zu mir holen. Meine Einstellung ist, so lange noch ein Tier ohne Zuhause ist, braucht es keine zusätzlich gezüchteten Hunde.

Aber nur nach einem Foto entscheiden, könnte ich nicht. Ich muß den Hund erleben und spüren. Deswegen habe ich nur nach Tieren gesucht, die in einem Tierheim oder auf einer Pflegestelle in der näheren Umgebung sind.

Allerdings bin ich auch nicht besonders wählerisch oder auf eine bestimmte Rasse o.ä. festgelegt. Letztendlich nehme ich den erstbesten Hund bei dem die von mir vorgegebenen Eckdaten in Bezug auf Alter, Größe, Eigenschaften und Gesundheitszustand passen und bei dem mein Gefühl bei der realen Begegnung passt. Ich mag sowieso fast jeden Hund und jeder braucht ein gutes Zuhause. Ich bin bereit mich auf seine Besonderheiten einzustellen, genauso wie ich das Vertrauen habe, daß der Hund sich im Rahmen seiner Möglichkeiten einfügen wird.

Und so war es auch bei meinem aktuellen Hund. Wegen der hohen Nachfrage in der Coronazeit gab es zum damaligen Zeitpunkt hier in den Tierheimen kaum noch zu vermittelnde Hunde, außer in einem Tierheim, das regelmäßig Hunde aus Spanien aus der Tötung holt. Und dort wurde ich fündig und der erstbeste Hund ging zum Probewohnen mit nachhause. Ich habe nämlich noch eine alte Katze, deren Bedürfnisse zu beachten sind. Nachdem nach einigen Tagen klar war, die beiden kommen miteinander klar, ist der Hund geblieben. Ist ein Supertyp und wir sind ein gutes Team, auch wenn es natürlich nicht immer leicht ist. Aber das hatte ich auch nicht erwartet.

Ich würde immer wieder so vorgehen, weil es für mich ein guter Weg ist. Aber ich kenne auch viele zufriedene Hundehalter, die ihren Hund nur nach vorherigem Foto von Tierschutzorganisationen übernommen haben. Und von mir aus darf auch jeder Hundehalter Gründe haben, warum für ihn nur eine bestimmte Rasse oder ein Hund vom Züchter in Frage kommt. Für mich wäre es aber eben nicht das Richtige.

Ich hoffe, daß sich für mich die nächsten 10 - 12 Jahre die Frage nicht mehr stellt und mein jetziger Hund lange gesund und munter bleibt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe eine Hündin aus dem Ausland, die ich nur vom Foto kannte und die schon 2 Jahre alt war. Hab sie am Flughafen übernommen und sie kannte nichts. Keine Autos, Treppen usw. . Wäre sie ein Einzelhund und ich hätte Zeit in ihre Erziehung stecken können, wäre sie ein Traumhund. Aber leider schaffe ich es nicht und muss nun so mit den Hunden leben. Aber es wird immer einfacher.
 
Wer einen Hund nur nach Foto anschafft, will keinen Hausgenossen, sondern ein Statussymbol.
Jedem anderen ist nämlich klar, daß man kein Buch nach dem Umschlag bewerten kann und keinen Hund nur nach dem Aussehen. Klar, Aussehen ist wichtig, wenn ich mir einen anschaffen wollte, müßte das von Größe und Statur her ein "echter" Hund sein, weder eine Westentaschentöle die aussieht wie eine langhaarige Ratte (und auch so groß ist, wenn man da versehentlich ein Buch drauf fallen läßt bleibt nur ein Fettfleck übrig) noch irgendwas krankhaft verzüchtetes, was nicht mal atmen kann ohne ständige Geräuschentwicklung (die asthmatisch keuchenden und röchelnden Möpse). Aber das ist dann trotzdem maximal die halbe Miete, denn Verhalten, Charakter, Sozialisierung etc. machen die andere Hälfte aus. Wer das unter den Tisch fallen läßt braucht sich dann nicht wundern, wenn er sich einen Angstbeißer, Wohnungszerstörer, Haustyrann oder sonstwas einhandelt.
 
Wie geschrieben, glaube ich ein ganz gutes Händchen zu haben, wenn es um die Auswahl per Foto geht. Ich habe aber auch ein bestimmtes Beuteschema. Kontinentale Hütehunde oder deren Mixe. Und erwachsen dürfen sie auch gerne sein. Bin nicht so der Welpentyp.
Und ich habe eine Vorstellung davon, was ich mir im schlimmsten Fall damit ins Haus holen kann. Eben einen äusserst reaktiven Hund.
@Daoga
Natürlich adoptiere ich einen Hund, von dem ich meist nichts weiss, als die "Tatsachen". Hund ist ca. X Jahre alt, männlich, weiblich. Im besten Fall noch, warum er im TH gelandet ist, wobei auch das nicht stimmen muss. TSch-Hunde sind Überraschungspakete. Unser grosser Ungar hat durchaus schon im Haus gelebt und hat auch Erziehung genossen. Drinnen klappt "Sitz, Platz, Bleib" schon immer.
Und Hunde sind für mich definitiv kein Statussymbol. Dann würde ich auf Züchter zurück greifen. Und Hunde, die bei uns einziehen, bleiben auch, wenn es irgendwie möglich ist. Eine 100%ige Sicherheit kann ich leider auch nicht geben. Sollte es irgendwann mal zum Schlimmsten kommen, wäre der Kleine einfach zu vermitteln. Den Grossen würden wir auf jeden Fall versuchen zu halten.

@Larissa
Schaffen denn deine anderen Hunde es nicht, ihr mehr Selbstvertrauen zu geben? Unser "kleiner" Hund ist ein Schisshase, der über Umwege bei uns gelandet ist. Er kommt ursprünglich aus der Tötung in Ungarn. Er profitiert sehr von dem unwahrscheinlich souveränen, grossen Ungarn. HuSchu habe ich nur mit unserem ersten Hund (vom Züchter) besucht. Mittlerweile sind mir Seminare bei guten Trainern wichtiger. Mit dem Grossen hab ich bis heute k.A., welche HuSchu oder welches Seminar für ihn passen würde. Er ist ein Freigeist. 😊

Ich würde aktuell gerne noch einen Pflegehund aus Rumänien aufnehmen - auch wieder nur nach Foto. Weil ich denke, dass er von dem Grossen sehr viel lernen könnte und dann gute Vermittlungschancen hätte. Nur die Zeit ist gerade schwierig und Göga sperrt sich.
 
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