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Kurzfristig Geld anlegen, welche Möglichkeiten?

zahnfee97

Mitglied
Hallo liebes Forum, ich hätte gerne mal eure Meinung zu folgender Situation:

Vor ca 3 Jahren habe ich etwas Geld aus der Familie geerbt, mittlerer 5-stelliger Bereich. Keine Unsummen, aber doch zu schade, um es dauerhaft auf dem Girokonto liegen zu lassen. Genau das habe ich aber mangels Motivation und Wissen leider getan und erst jetzt angefangen mich zumindest ein wenig mit dem Thema zu beschäftigen. Und nun hab ich folgendes Problem:
Mein Freund ist noch für ca 1 ½ Jahre mit seinem Master beschäftigt (ich arbeite bereits), danach wissen wir absolut nicht was kommt. Wünsche nach Eigenheim oder einem neuen Auto sind auf jeden Fall da, der nächste Umzug muss auch bezahlt werden und da mein Freund dank jahrelangem Bafög nur wenig Rücklagen bilden konnte, wird das meiste zunächst an mir hängen bleiben. Daher fallen langfristige Investitionen wie ETF, PtP- Kredite, Aktienhandel ect für mich eigentlich raus.
Was bleibt wären Festgeld-/ Tagesgeldkonten. Für 1 oder 2 Jahre lohnt sich das bei den niedrigen Zinsen ja aber auch kaum (insbesondere Tagesgeld), zumal ja das Risiko immer noch da ist, dass irgendwas passiert und ich kurzfristig an das Geld ran muss. Und für 3 Jahre ist mir das Risiko dann schon wieder zu groß, soweit kann ich mein Leben aktuell gar nicht planen.
Investitionen in Edelmetalle oder Crypto sind mir ehrlich gesagt zu unsicher (weiß auch zu wenig darüber) und soweit ich weiß auch nichts für kurzfristig.

Würdet ihr das Geld an meiner Stelle einfach auf dem Konto liegen lassen, bis wir besser planen können? Oder würdet ihr, trotz der niedrigen Rendite, doch ein Festgeldkonto eröffnen?
Gibt es Möglichkeiten, die ich noch gar nicht betrachtet habe?

Vielen Dank schon mal für eure Antworten
 
Hallo,die ähnliche Frage treibt mich auch um.
Ich habe jetzt ein Viertel meiner Erbschaft in Edelmetalle investiert.Der Rest liegt auf einem Tagesgeldkonto.Leider weiß ich auch noch nicht wie ich weiter verfahren soll.
Was ich noch dazu schreiben möchte.Ich bin im fortgeschrittenen Alter (78) und Mutter einer behinderten Tochter,die schon gut versorgt ist.
 
Tja, schwierig, die mir bekannten kurzfristigen Anlagemöglichkeiten hattest du ja schon genannt. Mir fiele boch Bausparen ein. Auch da gibt es dazwischen neben dem klassischen Bausparvertrag auch weiter Möglichkeiten wie Wohnriester etc. ein (nein, man legt sich damit nicht zwangsweise darauf fest, ein Haus bauen oder kaufen zu müssen.) Ich würde die Summe aber aufteilen, einen Teil vielleicht gleich nutzen, einen weiteren Teil vielleicht auf ein Tagesgeldkonto deiner Hausbank, einen weiteren Teil vielleicht auf dem Girokonto lassen und einen Teil in einem ETF Sparplan vielleicht monatlich davon einzahlen.
Es ist wirklich schwierig, wenn man nicht wirklich weiß, wo die Reise hingeht. Haus, sesshaft werden mit Eigenheim und Kindern geplant? Oder willst du vorher nochmal reisen? Vielleicht wäre das ja auch noch eine Idee. Wer weiß, ob und wann du dir deine Traumreise jemals sonst wieder erfüllen kannst! (Wir waren z.B. vor Kauf unseres Eigenhreims und bevor die Kinder kamen 3 Wochen nach Kuba, was ich rückwirkend betrachtet als gute Entscheidung sehe).
 
Hi!

Mein Freund ist noch für ca 1 ½ Jahre mit seinem Master beschäftigt (ich arbeite bereits), danach wissen wir absolut nicht was kommt.
(...)
Und für 3 Jahre ist mir das Risiko dann schon wieder zu groß, soweit kann ich mein Leben aktuell gar nicht planen.

Es gibt für Dich leider keine wirklich guten Anlagealternativen, solange Du selbst nicht weißt, wie langfristig orientiert Du anlegen willst.

Fakt ist aber, dass Du sicher immer einen Puffer gebrauchen kannst, wie Du ja jetzt auch festgestellt haben wirst! Von daher, würde ich mir Gedanken machen, wieviel Geld ich für alle Fälle in die Zukunft mitnehmen will. Also dass Du Dir überlegst, z.B. xx.000 Euro (bzw. deren zukünftigen Gegenwert) auch noch in 20 Jahren verfügbar zu haben.

(...) und da mein Freund dank jahrelangem Bafög nur wenig Rücklagen bilden konnte, wird das meiste zunächst an mir hängen bleiben.

Supernett aber nicht optimal! Es geht hier um DEIN Vermögen. Dabei handelt es sich nicht um Geld für laufende Ausgaben.

1. Vermögen ist kein Einkommen. Viele Leute verwechseln das und bekommen daher auch keines aufgebaut. Vermögen wird z.B. auch vom Bafög-Amt garnicht beachtet. D.h., ohne jetzt auf Deinen Freund und sein konkretes Bafög-Verhältnis anzuspielen, aber wenn er z.B. Dein Geld hätte, bräuchte er davon sein Bafög nicht zurükzahlen, denn das Verwaltungsamt interessiert sich nur für Einkommen.

2. Es ist okay, sein Einkommen zu teilen. Da ist das Geben und Nehmen auch geregelter. Aber bei Vermögen ist das etwas anders und erst recht bei einem Erbe würde ich klare Grenzen ziehen. Denn das Geld wurde ja Dir gegeben, Du hast es nicht erwirtschaftet und schon garnicht Dein Freund.

Allein aus der Perspektive heraus würde ich es NICHT als Geld für das tägliche Business sehen und schon garnicht, um jemanden mitzufinanzieren.
Auch den nächsten Umzug solltet ihr schön 50/50 zahlen! Denn

3. Sonst ergibt sich bei ihm zudem eine stille Abhängigkeit von Dir und Deinen Finanzen, die Du nicht willst. Ich habe das bei einem Freund erlebt, der sein Erbe für seine Freundin und sich raushaute und sich heute noch ärgert.

Wünsche nach Eigenheim oder einem neuen Auto sind auf jeden Fall da,

Muss das ein neues Auto sein? Meine Frau und ich fahren z.B. immer gebrauchte Autos unter 15.000
und zahlen jeder die Hälfte bei Anschaffung. (Ich sag es nur nochmal dazu, es ist DEIN Vermögen, kein gemeinsames Geldkästchen....)

Und das Eigenheim ist ja sicher noch weit weg, bei den aktuellen Entwicklungen. (Da darfst Du dann Dein Erbe reinbuttern, weil alles schriftlich festgehalten ist.😉)

....

Falls Dich interessiert, was ich konkret machen würde, um minimal zu diverzifizieren und für 5 Jahre anzulegen:

Ich würde in Deiner Situation die Hälfte des Geldes sehr risikoarm (Festgeld für einige Jahre) anlegen, für 1/10 würde ich Gold (in Form von 20sFR Vreneli Münzen) kaufen und für ein 1/5 würde ich im Winter einen Dividenden-ETF kaufen - der ist relativ risikoarm und generiert laufend Geld auf Dein Konto.
Den Rest einfach liegen lassen.

....

Und noch als Schlußwort:

Sobald Du irgendwann eine Stelle hast und Einkommen generierst, kommt langsam was dazu.
Dann wirst Du merken, wie schwer solche Summen beiseite zu legen sind und wirst froh sein, es zusammengehalten zu haben bzw. für klare Verhältnisse gesorgt zu haben.😉

Viel Erfolg!
Wolf
 
Das Geld jetzt anzulegen bringt nichts, wenn du es vermutlich in 2 Jahren brauchst. Warte erst mal ab, bis dein Freund mit dem Master fertig ist. Dann kann man weiter sehen.
 
@WolfImSchafspelz

Kommt auf den Lebensentwurf des jeweiligen Paares an. Es gibt Paare, die machen keinen Unterschied zwischen deine und meine 😉

Das ist auch okay und ich finde es wie gesagt supernett.

Aber ich würde mir überlegen, wo und wie ich die Grenze/n ziehe. In diesem Fall ist es ja auch dafür entscheidend, wie sie fianzielle Werte in die Zukunft bringen möchte. In eine Zukunft, die wahrscheinlich über die Beziehung hinausreicht.

Die meisten Paare trennen sich wieder. Und ich habe es schon sehr oft erlebt, dass sich Leute nach der Trennung in die Haare kriegten, weil vorher alles fröhlich geteilt wurde und man das dann bereute....
 
@Juke über Bausparen haben wir uns auch schon informiert, leider macht das wohl auch nicht so viel Sinn (weiß gerade nicht mehr weshalb, nur noch dass es so war 😅). Ansonsten hast du natürlich recht mit deinen Einwände, Dankeschön!

@WolfImSchafspelz danke für die ausführliche Antwort! Also erst mal: mit "neuem" Auto meinte ich für UNS neu, würde mir aber glaube ich nie einen Neuwagen kaufen. Keine Sorge 😊.
Ansonsten geht es mir darum UNS zu finanzieren, nicht meinen Grund zu finanzieren. Finde ich auch nach fast 7 Jahren Beziehung durchaus ok. Sein Bafög zählt er von seinem Gehalt später selber zurück.
Und 50:50 zählen wird nicht funktionieren, da könnten wir nicht umziehen. Unseren 1. Umzug hat er gezahlt und ich habe es ihm zurück gegeben. Jetzt wird es umgekehrt.

Ansonsten klingen deine Vorschläge soweit sehr gut. Nur bei Gold bin ich etwas skeptisch, vlt auch aus fehlendem Wissen. Festgeld und vlt 1/5 in ETF klingt gut.

Mir fällt es halt allgemein recht schwer abzuschätzen wie viel ich in Zukunft brauchen könnte, das ist so das Grundproblem.
 
@WolfImSchafspelz

Kommt auf den Lebensentwurf des jeweiligen Paares an. Es gibt Paare, die machen keinen Unterschied zwischen deine und meine 😉

P.S.: Ich würde aber auch immer noch gucken, wie der Status vorm Finanzamt etc. ist. Denn bei Ehepaaren ist das auch nochmal etwas anders.

...

Meine Frau tendiert auch mehr zum Teilen als ich.
Aber ich habe ihr gleich zu Anfang gesagt, dass ich es gut finde, wenn man sich hilft aber ich Summen über x immer registriere und zurückzahlen werde und immer schaue, dass jeder sich getrennt um sein Vermögen kümmert, um es optimal zu erhalten.

Es ist nicht so, dass ich ständig aufs Geld gucke, wenn wir ausgehen etc. wird quasi gemeinsam gezahlt. Da unterscheiden wir nicht. Aber bei größeren Beträgen ist es schön, wenn die Verhältnisse klar sind.

Und außerdem:

Kümmern sich zwei um das bei beiden insgesamt vorhadene Vermögen, stellt das insgesamt automatisch auch eine Art von Diversifikation dar... Meine Eltern hätten zum Beispiel nichts mehr heutzutage, wenn sie alles geteilt und zusammen besessen hätten. Dann hätte das Finanzamt bei der Insolvenz meines Vaters anders zugeschlagen und dann hätte ich auch nie Vermögen geerbt...
 
Sein Bafög zählt er von seinem Gehalt später selber zurück.
Und 50:50 zählen wird nicht funktionieren, da könnten wir nicht umziehen. Unseren 1. Umzug hat er gezahlt und ich habe es ihm zurück gegeben. Jetzt wird es umgekehrt.

Dann läuft es doch ganz gut bei Euch. Vielleicht hab ich mich etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt, weil ich durch die Gechichte meines Kumpels und aus familiärer Prägung gern drauf hinweise.

Beim Gold nehme ich deswegen die Vreneli-Münzen, weil sie unanfällig für Kratzer sind, weil sie weltweit bekannt sind und weil sie einen gewissen Sammlerwert haben. Man kann die prima verstecken an einem feuergeschützten Ort.

Momentan ist alles schwer einzuschätzen, wie sich der Markt entwickelt, jedoch wird der Aktienmarkt wohl noch bis in den Herbst hinein stärker nachgeben, weil gerade die Leitzinsen erhöht werden. Daher die vorgeschlagene Wartezeit beim Dividenden-ETF. Und ich würde den langweiligsten überhaupt nehmen, den der am wenigsten Schwankungen zeigt und günstig (TER) ist. Z.B. einen von Franklin wie "LibertyQ European Dividend". Vielleicht auch was globales dazu. Je nach Geschmack, nur langfristig nicht alles auf zu wenige Karten...
 

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