Ich finde die Reaktion der Eltern nicht besonders überraschend. Aus ihrer Perspektive betrachtet, hat sich jemand an dir vergangen und du hast scheinbar nichts dagegen unternommen und willst auch im Nachhinein nichts tun. Für Menschen - wie mich - die nie in Kontakt mit solchen Situationen, psychischen Erkrankungen o.ä. gekommen sind, ist das einfach extrem schwer nachvollziehbar. Mein erster Gedanke bei so einer Sache wäre ganz klar: "Die lügt."
Nicht falsch verstehen - ich werfe dir das nicht vor. Ich will nur sagen, dass es für jemanden, der deine Gedanken/Gefühle dazu nicht kennt, einfach extrem schwer nachzuvollziehen ist. Man erwartet eben, dass das Opfer ein tierisches Spektakel veranstaltet und nicht, dass es schlichtweg gar nicht handelt. Wäre ich in der Situation der Eltern, würde ich das ohne Erklärung überhaupt nicht verstehen. Ich würde mich dann auch nicht dafür entschuldigen, weil ich gar nicht wüsste, wieso ich das tun sollte.
Erst wenn mir jemand erklären würde, dass so ein Verhalten vorkommen kann bzw. dass das an deiner Vergangenheit o.ä. liegt, würde ich verstehen und mich dann entschuldigen. Ich finde, dass dein Freund da in der Pflicht ist das irgendwie aufzuklären. Er hat es immerhin weitergetragen und hätte sich bewusst sein müssen, wie merkwürdig sich das für seine Eltern anhört.
Aus meiner Sicht trägst du überhaupt keine Schuld. Die Eltern aber auch nicht. Höchstens dein Freund hat hier unüberlegt/ emotional gehandelt und das Problem dadurch überhaupt erschaffen. (Den Täter außen vor gelassen.)