Beziehungen bestehen aus beiderseitigem Geben und Nehmen, in einem für beide möglichst ausgeglichenen Verhältnis. Wenn einer nur nimmt und der andere nur gibt, gerät die Beziehung in eine Schieflage, die sie meistens nicht lange überlebt.
Jetzt ist die Frage, was du der Frau im Gegenzug zu bieten hast. Selbstzweifel, einen Rucksack voller Probleme? Ein eigenes Kinderzimmer im Hotel Mama, vielleicht sogar mit eigenem Haustürschlüssel? (...) Klingt unromantisch, aber im Grunde genommen sind alle zwischenmenschlichen Beziehungen immer auch Kosten-Nutzen-Rechnungen. Wer immer nur nimmt, steht am Ende alleine da.
Was du der Frau zu bieten hast, hast du dich auch schon gefragt, aber die Antworten, die du bislang auf diese Frage gefunden hast, sind nicht wahr. Du denkst, dass du eine Frau besser verstehen und respektieren und für sie besser sorgen kannst als andere Männer. Dass du Verständnis und immer ein offenes Ohr für die Frau hast, während es allen anderen Männern ja nur um GV geht. (...)
Weißt du, wie creepy das für eine Frau ist, wenn sie mit dir im Bett liegt und nebenan schnarchen Papa und Mama? Da hat doch keine Frau Lust drauf.
Mit diesen Worten ist zusammengefasst bereits alles gesagt, was gesagt werden musste. Kann man vollständig so unterschreiben! 👍
Beziehungen sind in erster Linie ein permanentes geben und nehmen, möglichst im stetigen Wechsel, wie mein Vorposter es ja bereits erwähnte. Wie dieses geben und nehmen schlußendlich aussieht, liegt an jedem selbst und den Erwartungen, Hoffnungen und Wünschen des jeweiligen Parts innerhalb der Beziehung. Das kann ein einfaches Händchen halten sein, streicheln, kuscheln, bis hin zu "komplexen" Handlungen, die vollen Geistigen und Körperlichen Einsatz fordert.
Die Komfortzone muss hierbei oftmals zwingend verlassen werden, wenn man es wirklich ernst meint. Und manchen ist das bereits zu viel
Arbeit.
Auch was den nächsten Punkt angeht, muss ich leider zustimmen. Ich war selbst auch mal in dieser Vorstellung und diesem Gedankenmuster gefangen. Ich bildete mir ein, ich allein könne einer Frau das bieten, was sie wirklich will und braucht. Alle anderen Männer können den Frauen gar nicht bieten, was ich alles habe. Und im Grunde stehen doch eh alle Frauen nur auf Badboys und würden jeden dieser Typen, die mit den Frauen nur spielen, sofort links liegen lassen, wenn sie wüssten dass ich existiere.
Es hat lange gedauert, sehr lange, um einzusehen, dass diese Denkweise zu 100 Prozent nur Selbstbetrug war. Zu erkennen, dass ich einer Frau gar nichts bieten kann, in keinster Weise, war frustrierend und demütigend. Das hat in mir einen gewissen Hass auf alle Frauen hervorgebracht und tödlichen Neid auf alle glücklichen Kerle, die eine hübsche Freundin hatten. Und auch diese Phase war nicht gerade förderlich, sondern katapultierte mich eher noch weiter in's Aus.
Inzwischen sehe ich es ganz locker. Es hat sehr lange gedauert, aber nun betrachte ich es aus der Sicht eines Beobachters, der, wenn wieder ein Kontakt im Sande verläuft, höchstens mit den Achseln zuckt und sich denkt: auf, zur Nächsten. ...
Der TE muss im Prinzip ganz, ganz von vorne beginnen. Wurde hier ja schon auf verschiedenste Art und Weise kommuniziert. Er muss erst einmal aus dem Hotel Mama ausziehen, sich nebenbei einen Job suchen, wenn es denn klappt, dann erst einmal lernen sein Leben zu managen und dann kann er mit neuem Selbstbewusstsein und neuem Mut und Sichtweise noch einmal ran.