Wenn man schon mit einem guten Eigenkapital in den Kauf geht, dann könnte man die Immobilie in einer Notsituation ja auch wieder beleihen
ich kenne jemanden, der macht es genau umgekehrt. Der geht mit minimal wenig Eigentkapital in den Kauf rein...also gerade so viel, dass die Bank noch Kredit gibt. Und er wählt minimale Laufzeiten für seine Kredite und hält die Zinsbindung kurz, um die Raten möglichst gening zu halten. Dabei will er aber den Kredit möglichst lange hinauszögern und die Tilgung gering halten. Also er hat gerade NICHT das Ziel möglichst schnell Schuldenfrei zu sein: Also im Grunde macht er alles genau umgekehrt, als man es normalerweise machen würde.
Seine Taktik erklärt er ungefähr so (Ich hoffe, ich gebe das einigermaßen richtig wieder): er kalkuliert damit, dass die Inflation einen Teil des Kredits automatisch auffrisst: Es wäre also Schwachsinn, den Kredit schnell loswerden zu wollen: Je länger er ihn zu Zeiten der Inflation hält, desto besser.
Sein sonstiges Vermögen, das er nicht ins Eigenkapital steckt legt er an der Börse an wo es sich vermehrt (würde er es gleich in die Immobilie stecken wäre es ja weg und er könnte davon nicht mehr profotieren): Also sein Vermögen wächst und die Kredisumme schrumpft.
Am Ende einer Zinsbindung will er dann jeweils schauen, ob es sich lohnt einen gewissen Batzen sofort zu zahlen (je nachdem wie hoch DANN wieder die Inflation ist) und dann will er jeweils wieder einen neuen Kredit aufnehmen (den er dann ja zu günstigeren Konditionen bekommen, weil er ja einen immer größer werdenden Teil des Hauses als Sicherheit besitzt). Bis das ganze Ding abbezahlt ist.
Außerdem kalkuliert er mit einer deutlichen Wertsteigerung seines Hauses, was ja bedeutet, dass Anschlusskredite nochmal bessere Konditionen haben könnten.
Also so habe ich das zumindest verstanden.
Keine Ahnung, was ich von so einem Vorgehen halten soll: Entweder ist das totaler Irrsinn oder unglaublich clever. Kann ich nicht beurteilen. Mir wäre das zu heiß.
Aber er ist beruflich Bänker und macht den ganzen Tag Anlagen für Großkunden...
Naja... trotzdem fand ich das schon ziemlich krass aber eben auch spannend. Vor allem eben der Gedanke, dass man im Grunde keine Eile haben muss, einen Kredit loszuwerden, so lange die Inflation so hoch ist: Dann ist es ja vielleicht tatsächlich nicht die dümmste idee, sich Zeit zu lassen: Zumindest wenn man noch Reserven in der Hinterhand hat, falls was passiert.
Heutzutage gibt es vielleicht auch keine wirklich guten Strategien, sondenr jeder muss irgendwie schauen, was für ihn persönlich das richtige ist. Für mich zB wäre jederzeit das Eigenheim die deutlich bessere Alternative. Das würde ich immer vorziehen. Aber das hat viel mit persönlichem Geschmack zu tun und mit der eigenen Sesshaftigkeit. Wer oft den Wohnort wechselte, für den stellen sich ganz andere Fragen.
ich denke auf jeden Fall, dass man an die Anschaffung eines Eigenheims komplett anders rangehen muss, als an die Anschaffung einer Immobilie zu Geldanlage. Das beobachte ich leider immer wieder: Dass Leute, die eigentlich etwas für sich und die Familie zum bewohnen suchen, dann anfangen, die gleichen Kriterien anzusetzen, als würden sie eine Immobilie zur Kapitalanlage suchen. DAs geht irgendwie immer schief, denn wenn man so rangeht verzweifelt man auf dem aktuellen Markt und kommt nie zum Eigenheim.