Ich hatte heute wieder eine "nette" Diskussion mit meiner Mutter über die Ungerechtigkeit der Welt.
Bei meiner Mutter (Hartz 4 Empfängerin) stelle ich fest, dass ein BGE ihr finanzielle Situation verbessern könnte (wenn es höher läge als Hartz 4).
Die Grundprobleme meiner Mutter würde es aber nicht lösen. Sie ist alleine, fühlt sich unglücklich, hat diverse Ängste und findet alles ungerecht.
Ich habe ihr schon oft vorgeschlagen in einen verein zu gehen, ein Ehrenamt zu machen oder irgendwie mehr Kontakte zu knüpfen. Geld ist zwar oft ihr Argument dies nicht zu tun, aber in der Praxis sind es eher psychologische Probleme.
Eine soziale Hilfe wie Hartz 4 oder auch BGE ist sicherlich in irgendeiner Weise in einer gerechten Gesellschaft notwendig, aber es ist keine Lösung sondern lediglich die Milderung von Symptomen. Der Kern, dass jemand keine Arbeit findet, oder alleine und unglücklich ist, wird dadurch nicht beseitigt.
Vielleicht nehme ich das heute zu persönlich, aber eigentlich will ich garnicht, dass jeder ein BGE bekommt. Ich habe für mein Alter eine lange Erwerbsbiografie hinter mir und im Zweifel immer mehr getan als ich musste. Ich war immer fleißig und fair, selbst in der Schule habe ich nie geschummelt. Ich bin sparsam, bescheiden und lebe recht zurückgezogen. Fast das einzige, was mich nach außen aus macht, ist mein Job.
Ich möchte, dass das alles was zählt. Und wenn morgen jeder 1.500 € BGE bekäme, käme ich mir nach all der Mühe etwas ver*rscht vor. Der Wert des Lebens bemisst sich darin, dass man auch scheitern kann. Und genau deswegen geben wir uns Mühe - um nicht zu scheitern.
Ein System in dem es jedem durch ein BGE gut geht, erscheint nicht unrealistisch, aber auch unnatürlich. Wir leben in einer Welt begrenzter Resourcen und der "Kampf" darum ist doch ein Teil des Sinnes unserer Existenz. Es bringt uns Selbstbestätigung, Glück. Ich möchte lieber 1.500 € verdienen anstatt nur zu bekommen.
Überhaupt, jeder redet nur von Geld - was ist mit Selbstwertgefühl? Bringt ein BGE sowas?
BGE zu bekommen ist so wie als Fan der Fussballmanschaft beim Spiel zuzusehen: Es ist bequem und vielleicht freut es auch, aber man ist nicht wirklich Teil des Teams oder der Gesellschaft. Man trägt keine Verantwortung, hat nicht Anteil am Erfolg und kann bestenfalls die Anderen bejubeln.