Ich mache mir generell viele Gedanken, ob das was ich tue richtig ist. Ob es die Beste aller Möglichkeiten repräsentiert.
Ich hatte in einem vorigen post mal geschrieben, dass ich meine Emotionen gut under Kontrolle habe, aber das betrifft nur die äußerliche Seite. Im Inneren bin ich ziemlich wütend, auf das was alles passiert ist. Ich habe alles getan was ich konnte, um meine Familie zu retten. Ich habe es trotzdem nicht geschafft. Ich wollte zur Eheberatung. Alles wurde von meiner Ex abgelehnt (wozu Beratung, ist doch klar dass ich schuld war...).
Mir hat meine Familie einfach soviel bedeutet und dann war alles weg, weil ich nicht mehr bereit war einzuknicken, wie ich es sonst immer getan hatte. Mir ging es so verdammt schlecht danach, aber niemand war da für mich. Meine Eltern haben mir die Schuld gegeben und meine Frau auch, weil ich nicht auf den jeweils anderen gehört habe...
Das war der Punkt, wo ich verstanden habe, was es heißt wenn man alleine ist und es einem schlecht geht. Wenn niemand da ist, aber man trotzdem weiter machen muss. Ich kann andere in scheinbar ausweglosen Situationen jetzt gut verstehen. Damals brauchte ich eine Umarmung von irgendjemandem, aber es war niemand da.
Ich kann hier niemandem nahe kommen, entweder bin ich cool komme aber total asexuell rüber, so als wenn ich null Interesse hätte oder ich bin creepy, weil ich einfach null Selbstvertrauen ausstrahle.
Als ich das erste Mal in eine Gogo-Bar in Bangkok ging, wussten die Frauen dort sofort Bescheid. Sie haben mich angeschaut und sofort zueinander gesagt: Kuck mal der ist schüchtern.... (habe vorher bisschen Thai gelernt und daher direkt verstanden).
Sie haben direkt gewusst, dass mit mir kein Geld zu verdienen ist. Sie haben mich bisschen geärgert und geneckt, aber gar nicht ernsthaft irgendeine Anbahnung versucht. Und was soll ich sagen, sie hatten Recht. Sogar für die Bars dort war ich zu schüchtern.
Nur beim letzten Versuch, habe ich wie zuvor mal gepostet echt versucht es irgendwie auf die Reihe zu bekommen mit Blickkontakt und alles. War gut, kam nicht creepy rüber sondern total entspannt nehme ich an, habe geflirtet und mitgetanzt. Am Ende habe ich dennoch gekniffen, zwei Frauen wollten einen Dreier mit mir einfach so und kostenfrei. Habe ich abgelehnt, wegen Versagensangst... und weil ich eben nicht wie ein Sextourist sein wollte, der Frauen aus der Bar mit ins Hotel nimmt. Und das waren zwei Hammerfrauen 10/10 auch characktermäßig soweit das in der kurzen Zeit einzuschätzen war. Sie haben mir immer wieder gesagt, dass sie mich wollen und als ich immer abgelehnt habe, haben sie mich sogar gefragt wie viel sie bezahlen müssen, damit ich ja sage (war sicherlich als Scherz gedacht). So wie sie getanzt haben und aussahen, bekommen sie wohl seltenst ein Nein zu hören. Ich fand die beiden wirklich super, wir hatten so einen tollen und lustigen abend, aber ich konnte es nicht.
Wie soll mir denn bitte noch jemand helfen können, wenn ich sowas ablehne...
Für mich persönlich wäre es egal gewesen, aber ich habe zusätzlich zu meiner Versagensangst den gesellschaftlichen Druck gespürt, dass es falsch ist, sowas zu machen. Auch dass es falsch ist überhaupt in so eine Bar zu gehen usw. Ich fühle mich schon mies alleine weil ich es gut dort finde. Ich bin total harmlos und würde nie auf die Idee kommen eine Frau die da arbeitet auszunutzen, dennoch fühle ich mich angesprochen wenn von Sextouristen die Rede ist...
Die Frauen fanden mich so harmlos, dass ich sogar nen Wai (der typische Thai-Gruß mit angedeuteter Verbeugung um Respekt zu zeigen) bekommen habe als ich gegangen bin. Kein anderer dort wurde so verabschiedet. Da habe ich mich schon fast wie nen Mönch gefühlt...