Was habe ich in der Schule gelernt? Mathematik, Deutsch, Erdkunde, Physik, viel Theorie. Vorbereitet auf den Berufsalltag oder auf mein Leben war ich Null.
Rückblickend hätte ich mir mehr Praxis gewünscht. Was nützt es mir die dritte Ableitung zu bilden, die Luv Lage bei Bergen zu kennen oder die Bodenschätze Südamerikas?
Warum hat man nicht mal gezeigt wie man ein Unternehmen gründet? Wie man einen Mietvertrag macht oder wie man Geld anlegt?
Auch aus dem Elternhaus kommt sowas nicht. Man wird in einen "sicheren" Beruf gedrängt. Zentrum der Erziehung ist es meist keine Fehler zu machen. Fehler geben auch in der Schule schlechte Noten.
Du machst dich mit solchen Aussagen einfach nur lächerlich und unglaubwürdig.
Willst du uns jetzt echt erzählen, Schule wäre überflüssig?
Mathematik fördert das logische Denken, das ist wissenschaftliches Arbeiten mit Zahlen. Prozentrechnungen, xy-Analysen, Dreisatz, Gleichungen... je höher du aufsteigst, desto komplexer werden die Rechnungen. Mit diesen Formeln werden später Rentenrechnungen, Bankrechnungen etc. gemacht.
Deutsch, Erdkunde, Physik etc. das sind alles wichtige Fächer. Dir kommen sie vielleicht überflüssig vor, weil du alles bereits verinnerlicht hast. Was heißt hier, du warst nicht vorbereitet auf deinen Berufsalltag?
Du hast doch eine Bewerbung geschrieben, oder nicht? Du kannst doch sprechen.
Für die Praxis ist nicht die Schule verantwortlich, sondern die Ausbildungsbetriebe. Schule lehrt Allgemeinwissen.
In der Ausbildung und im Studium habe ich sehrwohl gelerhnt, wie man Unternehmen gründet und wie das wirtschaftlich alles funktioniert.
Vertragsanalysen und wie sowas aufgebaut ist, habe ich damals schon mit 17, 18 in der Ausbildung gehabt.
Ohne Bildung und Vorwissen könntest du gar nicht von Geld anlegen sprechen und deine ganzen Ratgeber gar nicht verstehen, also revidiere deine Aussage bitte nochmal.
Welches Mindset erhalten Schüler? -> Eigne dir viel theoretisches Wissen an, probiere nichts neues, meide die Praxis, meide Verantwortung, mache bloß keine Fehler, erlerne einen
08/15 Job und arbeite bis zur Rente oder du tot bist.
Das was du da als Beispiel nennst ist auch völliger Unsinn. Du sollst ja Praxiswissen erlangen. Du sollst Praktika und Ausbildungen und was weiß ich machen. Du sollst dich sozial engagieren. Du sollst ehrenamtlich sein. Du sollst Kontakte suchen. Das sagen die doch alle immer. Aber viele haben keinen Bock.
Du musst auch mit deinem Traumjob bis zur Rente arbeiten, also was soll diese Aussage bitte?
Ich habe 13 (!) Jahre gelernt und Abi gemacht mit einem Leistungs(!)kurs Wirtschaftswissenschaften. Ich habe sowas wie die Konjukturzyklen gelernt und durfte am Planspiel Börse mitmachen. Das hat mir nichts gebracht. Schlimmer noch: Nach dem Sparkassen-Planspiel Börse war ich fest davon überzeugt, dass Aktien Zockerei seien, denn so war das Spiel aufgebaut.
Natürlich hat dir das was gebracht. Du wusstest, was Konjukturzyklen sind und wie ein Börsenspiel aussieht oder was genau hast du erwartet? Dass du zum Vorstand erhoben wirst?
Und ja, Aktien sind gewissermaßen Zockereien, das ist schon richtig.
Ich hatte nach der Schule auch keinen Mut, sondern ich habe wie es mir Lehrer, Eltern und Großeltern geraten haben einen "sicheren Bürojob" gesucht. Ich habe mich auch nicht getraut mein Geld selber anzulegen.
Ne, du hattest einfach keine Ziele. Sonst hättest du das gemacht, was du wolltest. Hast dich vollquatschen lassen.
Und sich jetzt über einen sicheren Job als Beamter zu beklagen, halte ich für arg übertrieben.
Im Internationalen Vergleich haben die Deutschen eine extrem schlechte finanzielle Bildung und sie haben in allen Bereichen wenig Mut oder Eigeninitiative. Kaum ein westlichen Land, in dem so laut nach staatlicher Fürsorge gerufen wird. Ich kann nicht für alle sprechen, aber ich hätte mir von unserem Bildunssystem nicht nur theoretisches Wissen sondern Praxis und Mindset gewünscht. Mut, Motivation und die Freiheit durch Fehler zu lernen.
Mein Vater hat auch mal in Aktien investiert und 5.000 EUR verloren. Verbranntes Kind scheut das Feuer.
Das hat nichts mit schlechter finanzieller Bildung zu tun. Viele können es sich einfach nicht leisten oder sind mit der aktuellen Lage zufrieden.
Bei dir ist das ja was anderes. Du hast eine feste Pension und gutes Gehalt. Du kannst bissl zocken, da passiert nix.
Aber jemand, der eine große Familie hat und jeder Cent gebraucht wird, hat vielleicht Angst, sein Geld anzulegen.
Du hast niemanden, um den du dir Sorgen machen musst außer dir selbst.
Richtig. Deflation, Wirtschaftskrisen etc. können Unternehmensgewinne schmälern oder sogar zu Pleiten führen. Aber wie gesagt selbst unter Berücksichtigung aller Krisen sind Unternehmen die beste Anlage mit über 6% Rendite. Im worst case muss man Wirtschaftskrisen eben nur aussitzen.
Anleihen hingegen bringen dir wenn alles gut läuft derzeit um die 0%. Das ist bereits die Idealbetrachtung! Würdest du mir dein Geld geben wenn ich sage: Wenn alles gut läuft, kriegst du es zurück. Wenn es schlecht läuft kriegst du nur 60%? 😀
Wow, du hast ein paar 0815 Ratgeber gelesen und denkst, du hast jetzt voll den Durchblick.
Erinnert mich alles ein wenig nach Maschmeyer, der früher ältere Leute über den Tisch gezogen hat mit Knebelverträgen und jetzt Bücher darüber schreibt, wie man reich und erfolgreich wird. Ha. Ha.
Die Rechnung muss jeder selber für sich machen. Es geht mir ja nur darum zu zeigen, was möglich ist. Man kann in Bausparverträge und Lebensversicherungen investieren und hat vielleicht zum Rentenantritt 20.000 € oder man investiert das selbe Geld in renditestarke Dinge und hat 50.000 €.
Dann behalt's doch für dich und leb damit. Wieso jetzt dieses "Ihr müsst das auch alle unbedingt machen"-Ding?
Es muss nicht Reichtum sein -wie ich gerne provokativ sage- Es geht um das Nutzen von Chancen. Um Mut. Um das Ausbrechen aus festen indoktrinierten Regeln, dass Aktienmärkte Zockerei seien oder man im Leben bloß nie Fehler machen dürfe.
Wer überdurchschnittliche Erfolge will, darf nicht tun, was der Durchschnitt einem rät. Wer Wohlstand will, darf nicht handeln wie Oma, Sparkasse und Freunde es einem raten.
Der Aktienmarkt IST Zockerei.
Wenn du überdurchschnittliche Erfolge haben willst, dann bereite dich bitte auch drauf vor, überdurchschnittlich auf die Schnauze zu fallen.